Koblenzer Brauerei

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Koblenzer Brauerei GmbH
Logo der Koblenzer Brauerei GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 2012
Unternehmen geht auf eine Brauerei aus dem Jahr 1689 zurück
Sitz Koblenz, Deutschland
Leitung Egon Heckmann
Mitarbeiter 60
Produkte BiereVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.koblenzer-brauerei.de

Die Koblenzer Brauerei (früher Königsbacher Brauerei) ist eine Brauerei in Koblenz, die von der Koblenzer Brauerei GmbH geführt wird. Angefangen hat die traditionsreiche Brauerei 1689 mit dem Brauen von Bier im „Alten Brauhaus“ in der Koblenzer Altstadt. 1885 wurde der Braubetrieb an den Königsbach im Süden von Koblenz direkt am Rhein verlegt. Seit 1992 gehörte die Königsbacher Brauerei zum Unternehmensverbund der Karlsberg Brauerei. Zum 1. Januar 2010 hatte die Bitburger Holding die nationalen Vertriebs- und Markenrechte der Biermarken „Königsbacher“ und „Nette Edel-Pils“ übernommen, die internationalen Marken- und Vertriebsrechte gehörten jedoch weiterhin zu Karlsberg. Zum 1. Januar 2012 verkaufte Karlsberg die Braustätte am Königsbach an Privatpersonen aus Koblenz.

Koblenzer Brauerei aus östlicher Sicht

Lage[Bearbeiten]

Die Brauerei in Stolzenfels

Die Koblenzer Brauerei befindet sich im Süden von Koblenz im Stadtteil Stolzenfels. Der ehemalige Name Königsbacher leitete sich von dem Königsbach ab, der direkt an der Brauerei in den Rhein mündet. Die Bundesstraße 9 führt unmittelbar an der Brauerei vorbei. Außerdem besitzt sie an der linken Rheinstrecke eine eigene Bahnbetriebsstelle mit dem Namen Königsbach (b Kapellen-Stolzenfels). Dort ist an das rheinseitige Gleis ein weiteres Gleis anschlossen, auf dem Züge beladen werden können.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Alte Brauhaus in der Koblenzer Altstadt
Produktionsanlagen im Jahr 1953
Alter Eisenbahnwaggon mit dem Logo der Königsbacher

Eine erste Brauerei wurde 1689 im „Alten Brauhaus“ in der Koblenzer Altstadt gegründet. In dem ehemaligen „Rathaus Monreal“ wurde nun von den Koblenzern Bier eigenständig gebraut. Grundlage war das Bierprivileg des Kurfürsten Lothar von Metternich von 1608, in dem der Stadt Koblenz das Recht zur eigenen Herstellung von Bier gegeben wurde. Nach der französischen Besetzung von Koblenz übernahm 1814 Johann Stahl das Brauhaus.

Das „Alte Brauhaus“ wurde 1884 von Josef Thillmann gekauft. Dieser gründete 1885 die „Bierbrauerei Josef Thillmann“ und verlegte den Produktionsort an den heutigen Standort am Königsbach im Süden von Koblenz.

Im Jahre 1900 firmierte das Unternehmen zur „Königsbacher Brauerei AG“ um und erwarb im gleichen Jahr die „Prümm`sche Brauerei“ in Niedermendig. Dem folgte 1913 der Kauf der „Nassauer Union-Brauerei“ in Nassau (Lahn) und 1938 der Erwerb der „J. Bubser Brauerei zur Nette“ in Weißenthurm. Letztere hatte zwischen 1914 und 1923 die Braurechte der Brauereien „Leifert“ in Andernach, „Volz“ in Dierdorf, „Masson“ in Hillesheim und der Brauerei der Brüdergemeine in Neuwied erworben und in die Brauerei zur Nette eingegliedert. 1965 kaufte die Königsbacher Brauerei die „Gebr. Fuchs - Kirchberger Brauhaus“ in Kirchberg (Hunsrück) und 1971 die Mehrheit an der „Hirschbrauerei AG“ in Düsseldorf.

Das im Jahr 1970 von Königsbacher erbaute Tankhaus gehört zu den größten Europas. 1974 folgte die Inbetriebnahme einer voll automatisierten Füllanlage für Edelstahl-Fässer, die erste Anlage dieser Art in Deutschland, und 1974 wurde eine eigene Kläranlage in Betrieb genommen. Der Anschluss an den Unternehmensverbund der Karlsberg Brauerei folgte 1992. Seit 1997 wird das Nette Edel Pils in der Königsbacher gebraut.

Im Jahr 2010 übernahm die Bitburger Holding die Vertriebs- und Markenrechte der Biermarken „Königsbacher“ und „Nette Edel-Pils“. Die Produktionsstätte verblieb jedoch bei der Braustätte in Koblenz, die weiterhin zu Karlsberg gehörte. Dort sollten zudem Biere gebraut und abgefüllt werden, die bislang in der Karlsberg-Brauerei im französischen Saverne produziert wurden und für ausländische Märkte bestimmt waren.[2] Die Marke Zischke verblieb auch bei Karlsberg.

Zum 1. Januar 2012 verkaufte Karlsberg die Brauerei am Königsbach zusammen mit der Marke Zischke an Egon Heckmann, geschäftsführender Gesellschafter des Rhenser Mineralbrunnens, und an Isabell Schulte-Wissermann (Rechtsanwältin). Die beiden Eigentümer gründeten die Koblenzer Brauerei GmbH. Die Verträge mit der Bitburger Brauerei über die Marken- und Vertriebsrechte bleiben gültig.[3] Bereits ab dem 7. Dezember waren die Biere der Koblenzer Brauerei GmbH im Handel erhältlichen. Diese Biere werden unter dem Namen Koblenzer vermarktet und sind als Pils oder als Weizen erhältlich.[4]

Produkte[Bearbeiten]

  • Koblenzer Pils
  • Koblenzer Pils alkoholfrei
  • Koblenzer Weizen
  • Koblenzer Weizen alkoholfrei
  • Koblenzer Bockbier
  • Koblenzer Radler (Fass + Flasche)
  • Koblenzer Energy Dose
  • Zischke Kellerbier
  • Königsbacher Pilsener
  • Königsbacher Export
  • Königsbacher 1689
  • Nette Edel Pils
  • Königsbacher Radler

Königsbacher Brauerei GmbH & Co KG ab 2010[Bearbeiten]

Logo der Königsbacher Brauerei GmbH & Co KG
Sicht vom Rhein auf die Brauerei

Ab 2010 hat sich die Unternehmensstruktur der Königsbacher Brauerei GmbH & Co. KG stark geändert. Seit dem Jahr 1992 gehörte das Unternehmen zum Karlsberg Unternehmensverband. Dieser verkaufte 2010 die Marken- und Vertriebsrechte der Königsbacher Brauerei GmbH & Co KG für die Biere mit dem Markennamen Königsbacher und Nette an die Bitburger Braugruppe. Zum 1. Januar 2012 verkaufte Karlsberg auch das Brauhaus in Koblenz an Privatinvestoren.

Sponsoring[Bearbeiten]

Die Königsbacher Brauerei unterstützt als Sponsor verschiedene kulturelle Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Bundesgartenschau 2011 in Koblenz, und diverse Sportvereine unter anderem den Fechtclub Königsbacher SC Koblenz.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Königsbacher Brauerei wird von einer Krone, einem Kreuz und dem typischen Königsbacher-Glas geprägt. Die Krone ist das Zeichen der Heiligen Maria, der Patronin der Stadt Koblenz. Das Kreuz, welches auch im Wappen von Koblenz vorkommt, bezieht sich auf das Wappen von Kurtrier und bezeugt damit die damalige Zugehörigkeit. Das mit einer Gerstenähre dekorierte Bierglas an der Spitze repräsentiert das Reinheitsgebot, nach dem die Biere hergestellt werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2010: DLG-Goldmedaille für das Königsbacher Pilsener und 1689
  • 2009: DLG-Goldmedaille für das Königsbacher 1689[5]
  • 2008: DLG-Goldmedaille für das Königsbacher Pilsener und das Königsbacher 1689, Silbermedaille für das Zischke Kellerbier[6]
  • 2007: DLG-Goldmedaille für das Königsbacher Pilsener[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Königsbacher Brauerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.deutschebahn.com: ISR Infrastrukturregister Abgerufen am 12. Januar 2012
  2. Karlsberg: Bitburger bekommt jetzt Königsbacher in: Saarbrücker Zeitung, 21. Januar 2010
  3. Schließung vom Tisch: Königsbacher Brauerei bleibt erhalten in: Rhein-Zeitung, 19. August 2011
  4. Neues Bier vom Königsbach: "Koblenzer Pils" ab Mittwoch im Handel in: Rhein-Zeitung, 6. Dezember 2011
  5. Wieder Gold für Königsbacher „1689“ – DLG bestätigt konstant, überdurchschnittlich hohe Qualität in: Königsbacher Pressemitteilung, 30. Januar 2009
  6. Zweimal Gold und einmal Silber - Medaillenregen für die Biere der Königsbacher in: Königsbacher Pressemitteilung, 8. Februar 2008
  7. Königsbacher Pilsener erhält DLG-Gold in: Königsbacher Pressemitteilung, 30. Januar 2007

50.3217166666677.5858333333333Koordinaten: 50° 19′ 18,2″ N, 7° 35′ 9″ O