Nassau (Lahn)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Nassau
Nassau (Lahn)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Nassau hervorgehoben
50.317.8100Koordinaten: 50° 19′ N, 7° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Nassau
Höhe: 100 m ü. NN
Fläche: 17,51 km²
Einwohner:

4654 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56377
Vorwahl: 02604
Kfz-Kennzeichen: EMS
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 091
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Adelsheimer Hof 1
56377 Nassau
Webpräsenz: www.stadt-nassau.de
Stadtbürgermeister: Armin Wenzel (CDU)
Lage der Stadt Nassau im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild
Luftaufnahme 2007
Nassau – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Burg Nassau
Bahnstation Nassau

Nassau ist eine Stadt im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz und ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Nassau ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2] Die Stadt ist kirchlich dem Bistum Limburg (röm.-kath.) bzw. der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zugeordnet. Trotz der langen und ereignisreichen Geschichte von Nassau leben weniger als 5.000 Einwohner in der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Die Stadt ist im Lahntal zwischen den Städten Bad Ems und Limburg an der Lahn eingebettet und liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Sie gliedert sich in die Stadtteile Nassau und Bergnassau. Zum Stadtteil Nassau gehören auch die Wohnplätze Elisenhütte, Obergutenau, Schützenhaus, Untergutenau und Scheuern; zum Stadtteil Bergnassau die Wohnplätze Burg Nassau, Hühnerfarm, Koppelheck und Langau.[3]

Geschichte [Bearbeiten]

Nassau wurde 915 als dem Bischof von Worms gehöriger Gutshof erstmals als „Villa Nassova“ erwähnt. Um 1100 erbauten die Grafen von Laurenburg die Burg Nassau, nach der ihre Nachkommen sich seit 1160 nannten. Nassau erhielt am 26. Juli 1348 zusammen mit Dausenau und Scheuern durch Kaiser Karl IV. Stadtrechte und war im Besitz verschiedener Linien des Hauses Nassau. Nassau gehörte ab 1806 zum neu errichteten Herzogtum Nassau, das 1866 von Preußen annektiert wurde, und war bis zum Jahr 1885 Amtsort. Von 1868 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war der Ort Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau im Regierungsbezirk Wiesbaden.

Am 2. Februar 1945 kam es zu einem ersten und am 19. März 1945 zu einem zweiten Großangriff auf Nassau.

Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz. Am 7. Juni 1969 wurde die Gemeinde Bergnassau-Scheuern eingemeindet.[4] Die Verbandsgemeinde Nassau wurde 1972 durch Gesetz gebildet.

Am 14. Februar 2011 ereignete sich ein Erdbeben mit einer Magnitude von 4,4.

Die Stadt Nassau ist Stammsitz der Dynastie Nassau und damit Namensgeber für das Haus Nassau, das Herzogtum Nassau, die Nassauer, Hessen-Nassau, und dadurch, unter anderem, auch für die Stadt Nassau (Bahamas) und Nassau County (New York).

Politik [Bearbeiten]

Stadtrat [Bearbeiten]

Der Stadtrat in Nassau besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden. In der vorherigen Wahlzeit von 2004 bis 2009 gehörten dem Stadtrat 22 Mitglieder an.

Sitzverteilung im Stadtrat:[5]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2009 7 5 8 20 Sitze
2004 8 8 6 22 Sitze

Stadtbürgermeister [Bearbeiten]

Stadtbürgermeister ist der am 7. Juni 2009 direkt gewählte Armin Wenzel (CDU).

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

In Nassau befindet sich, südlich der Lahn gelegen, die Burg Nassau. Sie ist der namensgebende Stammsitz der Grafen von Nassau und damit die gemeinschaftliche Stammburg des großherzoglichen Hauses von Luxemburg und des niederländischen Königshauses aus dem Hause Nassau.

Unterhalb der Burg Nassau befindet sich die Burgruine Stein, der Stammsitz der Herren vom und zum Stein. Die Burg wurde zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs verlassen und 1639 zerstört[6].

Die Familie vom und zum Stein zog von der Burg Stein in den ehemaligen Zehnthof in der Nassauer Innenstadt, den sie zum Steinschen Schloss ausbaute. Hier wurde 1757 der preußische Reformer und Minister Karl Freiherr vom und zum Stein geboren.

In der Nähe des Steinschen Schlosses befindet sich das Rathaus, ein Fachwerkbau, der zwischen 1607 und 1609 erbaut worden ist. 1701 fiel das Anwesen an die Familie von Adelzheim und trägt seitdem den Namen Adelzheimer Hof. Seit 1912 ist der Adelzheimer Hof Rathaus der Stadt und seit 1972 Sitz der Verbandsgemeinde Nassau. Zuvor diente der Adelzheimer Hof als städtische Realschule[7].

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Nassau

Sport [Bearbeiten]

Der Verein TVB Nassau spielte mit der Tischtennis-Herrenmannschaft Ende der 1980er Jahre in der 2.Bundesliga.[8] Heute sind die Sportler noch in der Regionalliga Südwest aktiv. Außerdem gibt es den allgemeinen Sportverein TV 1860 Nassau, der Angebote aller Richtungen umfasst, wie Leichtathletik, Turnen, Gymnastik oder Präventionssport.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Nassau gewirkt haben [Bearbeiten]

Literatur über Nassau [Bearbeiten]

  • Stadt Nassau (Herausgeber): Stadt Nassau - Ursprung und Gestaltung - Geschichte und Geschichten, Selbstverlag der Stadt Nassau, 1997
  • Waltraud Becker-Hammerstein - Werner Becker: Julius Israel Nassau Juden in einer ländlichen Kleinstadt im 19. und 20 Jahrhundert, Verlag K.H.Bock, 2002, ISBN 3-87066-857-1

Nassau im Heimatjahrbuch des Rhein-Lahn-Kreises [Bearbeiten]

  • Band XIV, 1999: Waltraud Becker-Hammerstein, Werner Becker: Israelitische Cultusgemeinde Nassau-Dausenau, S.29-40
  • Band XV, 2000: Yehuda Altmann, Peter Ax, Waltraud Becker-Hammerstein, Werner Becker: Zehn Häuser - Häuser jüdischer Familien in Nassau, S.84-90 (Der Minian der Häuser, wie Yehuda Altmann seine Fotoserie nannte, ist durch den Abriss des Hauses in der Grabenstraße 16 nicht mehr gegeben)
  • Band XIX, 2004: Waltraud Becker-Hammerstein, Werner Becker: Rückkehr in die Sprache der Kindheit. Ellen Cohen in Nassau und Bad Ems, S.135-138
  • Band XXI, 2006: Peter Ax: Nassau, Seilergässchen, 1905, S.133-140
  • Band XXV, 2010: Peter Ax: Nassaus berühmtester Russe - Zum 100. Todestag von Constantin Fahlberg, S.129f.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Nassau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2011 (PDF; 755 kB) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 43, 44 (PDF; 2,3 MB)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 188 (PDF; 2,6 MB)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Burg Nassau im Nassauer Land
  7. Nassau an der Lahn im Wanderatlas Deutschland
  8. Zeitschrift DTS, 1988/8 S.35