Weißenthurm

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weißenthurm
Weißenthurm
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weißenthurm hervorgehoben
50.4144444444447.460555555555665Koordinaten: 50° 25′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Weißenthurm
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 3,99 km²
Einwohner: 8298 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 2080 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56575
Vorwahl: 02637
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 228
Adresse der Verbandsverwaltung: Kärlicher Straße 4
56575 Weißenthurm
Webpräsenz: www.weissenthurm.de
Stadtbürgermeister: Gerd Heim (CDU)
Lage der Stadt Weißenthurm im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte
Der Weiße Turm in Weißenthurm

Weißenthurm (mundartlich verkürzt Thur) ist eine Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der gleichnamigen Verbandsgemeinde an und ist deren Verwaltungssitz. Weißenthurm ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt linksrheinisch am Mittelrhein zwischen Andernach und Koblenz, gegenüber von Neuwied.

Geschichte[Bearbeiten]

Benannt ist die Stadt nach dem Weißen Turm, einem spätmittelalterlichen Wohn- und Zollturm, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts wahrscheinlich im Auftrag des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Werner von Falkenstein (1388–1418) am damaligen Grenzübergang zwischen den Kurfürstentümern Trier und Köln an der Handelsstraße von Koblenz nach Köln errichtet wurde. Im 17. Jahrhundert entstand in seiner Nachbarschaft eine Siedlung; 1663 erhielt der Ort vom Trierer Erzbischof und Kurfürsten Karl Kaspar von der Leyen das Marktrecht verliehen.[3] Heute beherbergt der Weiße Turm das Heimatmuseum der Stadt und kann – nach Vereinbarung mit der Stadtverwaltung – besichtigt werden. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören die katholische Pfarrkirche und das Monument General Hoche, das an den Rheinübergang der französischen Sambre- und Maas-Armee unter General Lazare Hoche am 18. April 1797 erinnert. Die Stadtrechte erhielt Weißenthurm am 25. Juni 1966.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Weißenthurm besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[5]

Wahl SPD CDU FDP Gesamt
2009 8 14 2 24 Sitze
2004 6 15 3 24 Sitze

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1975 bildet Weißenthurm mit der Kleinstadt Courrières im nordfranzösischen Département Pas-de-Calais eine Partnerschaft.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Weißenthurm verfügt mit zwei Bundesstraßen (B 9, B 256), einem Bahnhof an der linken Rheinstrecke, einem Anleger der Rheinschifffahrt sowie mit der Raiffeisenbrücke nach Neuwied über eine gute Verkehrsanbindung.

Der Stadt vorgelagert ist die Rheininsel Weißenthurmer Werth, die über die Rheinbrücke erreichbar ist. Im Norden grenzt Weißenthurm an die Mündung der Nette in den Rhein.

Gewerbe[Bearbeiten]

Früher war der Ort vor allem industriell geprägt. Aufgrund der drei Haupterwerbszweige − Bimsindustrie, Brauereien (Schultheis, Nette-Bräu, Bock und Efinger) und Blechverarbeitung (Ball Packaging und Impress, ehem. Schmalbach-Lubeca) − wurde Weißenthurm auch als „3B-Stadt“ bezeichnet.

Die Bimsindustrie ist verschwunden, da der Rohstoff Bims in der Region um Weißenthurm weitgehend abgebaut ist. Die beiden letzten größeren Brauereien Schultheis- und Nettebrauerei mussten dem Druck der „Großen“ weichen. Die Schultheis Brauerei wurde von der Bitburger Brauerei aufgekauft und kurze Zeit später geschlossen, die Brauerei zur Nette gehörte der Königsbacher Brauerei in Koblenz, die diesen Standort aufgab und das Bier seither im Stammhaus herstellt. Die Blechverarbeitung ist derzeit der größte Gewerbesteuerzahler.

Die SchwörerHaus KG unterhält in Weißenthurm das Ausstattungszentrum West/Nord.

Kommunales[Bearbeiten]

Weißenthurm, Luftaufnahme 2013

Zu Weißenthurm gehören zwei Schulen (Grundschule, Breslauer Straße; Realschule plus, Kirchstraße, vormals Hauptschule) und zwei Kirchen (eine katholische in der Kirchstraße und eine evangelische in der Bethelstraße) sowie ein Gebetshaus der Mennonitischen Brüdergemeinschaft in der Straße „Am Nette Gut“.

In der Stadt hat auch die Freiwillige Feuerwehr Weißenthurm ihren Sitz. Sie wurde 1898 gegründet und ist die älteste Wehreinheit der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Sie leistet jährlich bis zu 100 Einsätze. Ebenfalls ansässig ist der Umweltzug VG Weißenthurm, der für einen Sektor des Landkreises Mayen-Koblenz den Katastrophenschutz übernimmt.

Auf dem Kirchplatz an der Hauptstraße findet seit dem 21. März 2007 mittwochs von 8 bis 13 Uhr ein Wochenmarkt statt. Auf ihm kann man Fleisch, Obst, Gemüse und Blumen erwerben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Norbert Alich, Bonner Kabarettist, am 13. März 1955 in Weißenthurm geboren

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Gilles: Weißenthurm. Geschichte der Stadt. Geiger, Horb am Neckar 1988. ISBN 3-89264-196-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weißenthurm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Weißenthurm auf dem Portal "BurgDirekt" der Deutschen Burgenvereinigung.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 205 (PDF; 2,6 MB)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen