LGT Group

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  LGT Group
(LGT Bank AG)
LGT Group.svg
Hauptsitz der LGT in Vaduz
Hauptsitz der LGT in Vaduz
Staat Liechtenstein
Sitz Vaduz
Rechtsform Aktiengesellschaft
BC-Nummer 8810[1]
BIC BLFLLI2XXXX[1]
Gründung 22. November 1920
Website www.lgt.com
Geschäftsdaten 2012[2]
Bilanzsumme 27,2 Mrd. CHF
Mitarbeiter 1'830
Leitung

Unternehmensleitung

S.D. Prinz Maximilian von und zu Liechtenstein

Die LGT Group ist ein Finanzunternehmen mit Sitz in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein. Es ist eines der Unternehmen des Fürstenhaus von Liechtenstein, das die LGT auch persönlich führt.[3] So fungiert Prinz Maximilian von und zu Liechtenstein als CEO der LGT Group und Prinz Philipp von und zu Liechtenstein als Präsident des Stiftungsrates der Stiftung Fürst Liechtenstein, der Eigentümerin der LGT Group. Per 31. Dezember 2012 verwaltete die LGT Group Vermögenswerte von CHF 102.1 Milliarden (USD 111.6 Milliarden). Die Rating-Agentur Moody's bewertet die LGT Bank mit Aa3, Standard & Poor's mit A+.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der konstituierenden Generalversammlung vom 22. November 1920 nahm die Bank in Liechtenstein im Mai 1921 mit zehn Angestellten, eingemietet im Erdgeschoss des Regierungsgebäudes, ihre Geschäftstätigkeit auf.

1930 übernahm das liechtensteinische Fürstenhaus die Aktienmehrheit. 1970 wurde die Fürst von Liechtenstein-Stiftung gegründet, die das Aktienkapital der Bank in Liechtenstein übernahm.

1986 geht die Bank an die Börse und eröffnet im selben Jahr auch eine Repräsentanz in Hongkong. 1989 übernimmt die Bank die GT Management plc in London und in Folgejahr gründet sie die BIL GT Gruppe AG mit Sitz in Vaduz. 1996 erfolgen zwei Namensänderungen: der BIL GT Trust wird zur Liechtenstein Global Trust und die BiL wird zur LGT Bank Liechtenstein AG. Im selben Jahr wird eine Repräsentanz in Tokio eröffnet.

1998 wird die LGT Gruppe reprivatisiert und Prinz Philipp von und zu Liechtenstein wird Stiftungsratspräsident. Es erfolgt auch die Bildung des Fürstlichen Portfolios.

2003 erfolgen Eröffnungen in Deutschland. Von Frankfurt am Main werden die Dependancen Köln, Hamburg, Berlin, München und Stuttgart geleitet. Auch in Singapur wird eine Auslandsniederlassung gegründet. Im selben Jahr übernimmt die LGT Group von der Swiss Life die Schweizerische Treuhandgesellschaft, die 2005 in LGT Schweizerische Treuhandgesellschaft umbenannt wurde.

Bis zum Jahr 2007 erfolgen die Eröffnungen weiterer Niederlassungen in Wien, Montevideo, Bahrain, Mannheim und Luzern. Auch werden die LGT Bank (Schweiz) AG und die LGT Bank (Österreich) AG gegründet.

Zum Jahresbeginn 2009 trennt sich die LGT vom Treuhandbereich. Geschäftsfeld ist nun das Private Banking und Asset Management.

Im Sommer 2009 kündigt die LGT Group die Übernahme der Dresdner Bank (Schweiz) an. Die neue Geschäftseinheit hat rund 300 Mitarbeitende.

Per 29. September 2011 gab die LGT Group bekannt, dass die deutsche Privatbank Delbrück Bethmann Maffei (Tochterunternehmen der niederländischen ABN AMRO Bank) zu 100 Prozent die Anteile der LGT Bank Deutschland übernehmen wird.[4]

Steueraffäre 2008[Bearbeiten]

Hauptsitz der LGT Capital Partners und Management AG in Pfäffikon

Mehrere hundert Kunden der LGT Treuhand, einer ehemaligen Tochtergesellschaft der LGT Group, sind im Februar 2008 ins Visier deutscher Steuerfahnder geraten. Dabei soll es sich nach Regierungsangaben um eine vierstellige Zahl von Verdächtigen handeln, die Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben sollen. Ein Sprecher des damaligen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück sagte, es werde gegen «sehr, sehr viele bekannte und weniger bekannte ‹Leistungsträger› wegen Steuerflucht nach Liechtenstein ermittelt». Das Finanzministerium riet Betroffenen zur Selbstanzeige, was das deutsche Strafrecht vorsieht. Die Staatsanwaltschaft Bochum bestätigte, dass bei der Behörde mehrere hundert Strafverfahren anhängig sind. Angaben des Handelsblattes zufolge wurden massenhaft Unterlagen aus der LGT Treuhand übermittelt.[5] In einer Pressemitteilung bestätigte die Bank,[6] dass es im Jahr 2002 bei der Tochter LGT Treuhand einen «Datendiebstahl» gegeben habe.[7]

Auf ihrer Website legt die LGT detailliert ihre Ansicht dar, wie der Datendiebstahl 2002 vor sich gegangen sein soll[8] und liefert auch detaillierte Angaben zu dem mutmasslichen Täter Heinrich Kieber, ein bereits zuvor wegen Betrugsverdacht von internationalen Fahndern gesuchter[9] liechtensteinischen Staatsbürger.

Am 16. Dezember 2010 wurden deutsche Strafverfahren gegen die LGT Group und ihre frühere Tochter LGT Treuhand für Zahlung von rund 46 Millionen Euro an die deutsche Staatskasse eingestellt. Mit der Einigung sei aber keine Schuldanerkennung der betroffenen Personen oder der LGT verbunden, betonte Christof Buri, Mediensprecher der LGT Group. Reuters bezeichnete die Einstellung des Verfahrens als Ablasshandel.[10]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Die LGT Group beschäftigt als Dachgesellschaft insgesamt rund 1800 Mitarbeiter an 26 Standorten in Europa, Asien und dem Nahen Osten. Sie gliedert sich in mehrere einzelne Gesellschaften[11] darunter:

Gesellschaft Hauptsitz Standorte
LGT Bank AG LiechtensteinLiechtenstein Vaduz, Liechtenstein Vaduz, Bendern, Zürich, Davos, Chur, Genf, Lugano, Singapur
LGT Bank (Schweiz) AG SchweizSchweiz Basel, Schweiz Basel, Bern, Zürich, Lausanne, Lugano, Luzern, Genf, Madrid
LGT Bank (Österreich) OsterreichÖsterreich Wien, Österreich Wien, Salzburg
LGT Bank (Singapore) Ltd. SingapurSingapur Singapur Singapur
LGT Bank (Hongkong) HongkongHongkong Hongkong Hongkong
LGT Capital Management AG SchweizSchweiz Pfäffikon SZ, Schweiz Vaduz, Frankfurt am Main
LGT Capital Partners AG SchweizSchweiz Pfäffikon SZ, Schweiz London, Dublin, New York, Hongkong, Tokio, Beijing
Weitere Standorte: Bahrain, Irland, Japan, Uruguay

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eintrag im Bankenstamm der Swiss Interbank Clearing
  2. LGT Group Annual Report 2012 (englisch; PDF; 2,1 MB)
  3. „Unsere Familie kontrolliert und führt das Unternehmen seit über 80 Jahren persönlich.“ Die LGT Group ist die grösste Private Banking und Asset Management Gruppe in Europa, die vollständig von einer Unternehmerfamilie geführt wird...", online unter http://www.lgt.com/de/lgt-group/
  4. Bethmann Bank schließt Erwerb der LGT Bank Deutschland ab, News Aktuell Presseportal aufgerufen am 25. Februar 2013
  5. Tagesschau: Unzählige Prominente im Visier der Staatsanwaltschaft? (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  6. Verdacht auf Weitergabe im Jahr 2002 gestohlener Kundendaten der LGT Treuhand AG in Vaduz, LGT Group, vom 15. Februar 2008, zuletzt aufgerufen am 29. September 2011
  7. Spiegel Online: Fahnder haben Daten bis zum Jahr 2005 - Liechtensteiner Fürstenbank beschwichtigt
  8. LGT: Illegal weitergegebenes Datenmaterial beschränkt sich auf die 2002 gestohlenen Kundendaten der LGT Treuhand, LGT Group, vom 24. Februar 2008, zuletzt aufgerufen am 29. September 2011
  9. Handelsblatt, 25. Februar 2008 - Der Mann, der die Steuerdaten klaute
  10. Reuters/sda: Ablasshandel mit Liechtenstein – Banken beenden Steuerverfahren mit Bussgeldern, Neue Zürcher Zeitung, vom 16. Dezember 2010, zuletzt aufgerufen am 29. September 2011
  11. vgl. Geschäftsbericht 2011, LGT Group – Private Banking & Asset Management Group of the Princely House of Liechtenstein. Annual Report 2011, online unter http://www.lgt.com/shared/.content/publikationen/unternehmensportraets/Unternehmensportraet_Group_de.pdf