Pfäffikon SZ

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SZ ist das Kürzel für den Kanton Schwyz in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Pfäffikonf zu vermeiden.
Pfäffikon SZ
Wappen von Pfäffikon SZ
Staat: Schweiz
Kanton: Schwyz (SZ)
Bezirk: Höfew
Gemeinde: Freienbachi2
Postleitzahl: 8808
Koordinaten: 700625 / 22852347.1999968.76667416Koordinaten: 47° 12′ 0″ N, 8° 46′ 0″ O; CH1903: 700625 / 228523
Höhe: 416 m ü. M.
Einwohner: 7222 (31. Dezember 2008)
Website: www.pfaeffikonsz.ch
Karte
Karte von Pfäffikon SZ
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Pfäffikon SZ (schweizerdeutsch Pfäffike) ist der Hauptort der politischen Gemeinde Freienbach im Kanton Schwyz in der Schweiz. Pfäffikon ist zusammen mit Wollerau jeweils alternierend für zwei Jahre Hauptort des Bezirks Höfe und gilt als Zentrum der Region Ausserschwyz.

Pfäffikon liegt in der Metropolregion Zürich und wird mit Rapperswil-Jona (SG) einer der Mittelpunkte in der Agglomeration Obersee bilden. Das frühere Bauerndorf ist heute als Dienstleistungs-, Bildungs-, Kultur-, Freizeit- und Wirtschaftszentrum bekannt. Mit 7200 Einwohnern ist Pfäffikon einer der grösseren Orte des Kantons.

Geographie[Bearbeiten]

Blick über Pfäffikon und Seedamm
Pfäffikon am Zürichsee

Pfäffikon SZ (nicht zu verwechseln mit Pfäffikon ZH im Zürcher Oberland) liegt am linken Ufer des Zürichsees am Fusse des Etzel. Ein Holzsteg zur gegenüberliegenden Seeseite über die Halbinsel Hurden kann ab ca. 1500 v. Chr. nachgewiesen werden. Seit 1878 besteht mit dem Seedamm von Rapperswil eine feste Verbindung. Gegen Süden erstreckt sich Pfäffikon bis hinauf zum Etzelpass. Somit war Pfäffikon schon immer ein Verkehrsknoten entlang dem Zürichsee einerseits und von Rapperswil-Jona Richtung Einsiedeln andererseits. Pfäffikon und die Gemeinde Freienbach entwickelten sich in den vergangenen 20 Jahren wie alle Seegemeinden stark und werden heute als Teil der Grossagglomeration Zürich betrachtet.

Politik[Bearbeiten]

Pfäffikon gehört zusammen mit Wilen SZ, Freienbach, Bäch SZ und Hurden zur Gemeinde Freienbach. Als Verkehrsknoten ist Pfäffikon schon immer der wichtigste dieser fünf Orte. Nach der Bezirksauflösung im Jahre 1848 verlor Pfäffikon die Eigenständigkeit und man gliederte das Dorf in die Gemeinde Freienbach ein. Die Gemeindeverwaltung befindet sich an zwei Orten im Dorf, das ursprüngliche Gemeindehaus steht am Dorfplatz, seit einiger Zeit wird zusätzlich das ehemalige Statthalteramtsgebäude des Klosters Einsiedeln im Unterdorf genutzt. Das Höfner Bezirksgebäude steht hingegen in Wollerau, Bezirksversammlungen finden entweder in Pfäffikon oder in Wollerau statt.

Zentrum Huob: kantonales Amt für Berufs- und Studienberatung (rotes Gebäude), Man Group (blaues Gebäude)

Weiter stehen in Pfäffikon auch wichtige Verwaltungs- und Schulzentren, einer der beiden Feuerwehrstützpunkte des Kantons sowie die Prüfstelle des Verkehrsamts. Neben der Gemeinde Schwyz bildet Pfäffikon damit das zweite, nördliche Zentrum des Kantons, denn der Kantonshauptort ist über die Hügelzüge der Voralpen relativ schlecht erreichbar (via Biberbrugg-Rothenthurm). Daraus ergibt sich auch, dass sich Pfäffikon eher nach Zürich und Schwyz sich zur Innerschweiz hin orientiert. Der Nähe zu Zürich sowie den tiefen Steuersätzen verdankt Pfäffikon seine Stellung als wirtschaftliches Zentrum des Kantons. Entsprechend ausgeprägt sind zuweilen die politischen Differenzen zur südlichen Kantonshälfte. Der Regierungsrat des Kantons Schwyz möchte bis im Jahr 2020 ein kantonales Verwaltungsgebäude Ausserschwyz in Pfäffikon errichten. Schon heute befinden sich einige kantonale Ämter in Pfäffikon. So zum Beispiel ist das regionale Zivilstandesamt Ausserschwyz in Pfäffikon angesiedelt.

Jahr Name
965 Phaffinchova
1217–22 pfaffinkon
1259 Phefincon
1303 Pfaffichon
1306 pfeffinkon
1330–70 pfeffikon
1379–1848 Pfeffikon
1848–jetzt Pfäffikon

Geschichte[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Pfäffikon wurde urkundlich erstmals als «Pfaffinchova» erwähnt. Pfaff ist ein Ehrentitel für Papa oder Vater (Pater, Priester). Pfäffikon wurde auch «zum Spycher» benannt, weil das Kloster Einsiedeln hier von seinen Gütern und Zehntenpflichten einkommende Früchte aufbewahrte.

Wappen[Bearbeiten]

Pfäffikon besass während seiner Eigenständigkeit im Verlaufe der Zeit zwei Wappen – ein Statthalterwappen, sowie ein Bezirkswappen.

Statthalterwappen Pfäffikon

Blasonierung des Statthalterwappens

Gespalten, rechts in Gold drei rote Löwen, links in Rot zwei schwarze Raben
Bezirkswappen Pfäffikon

Blasonierung des Bezirkswappens

In Gold drei rote Löwen

Das Statthalterwappen wurde von ca. 1250–1803 verwendet. Bei der Einführung des Bezirkes Pfäffikon im Jahre 1803, erhielt der Bezirk ein neues Wappen. Dies wurde aber 1848 wieder aufgegeben, da sich die Beiden Bezirke Pfäffikon und Wollerau zum neuen Bezirk Höfe formierten.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Jahr Einwohner
1743 ca. 600
1833 2079
1960 2582
1970 4090
1975 4274
1980 4279
1990 4950
2003 6400
2007 7106
2008 7222

Das kleine Dorf Pfäffikon entwickelte sich allmählich zu einer Kleinstadt. Vor allem in den neunziger Jahren legte die Ortschaft an Einwohnern zu.

Vor 1848[Bearbeiten]

Um 3000 vor Christus bauten die ersten Siedler am Seeufer ihre Siedlungen. Erst im Mittelalter (ca. 600 n. Chr.) entstand ein Dorf entlang dem Dorfbach. Die erste urkundliche Erwähnung findet man aus dem Jahr 965. Damals wurden die Insel Ufnau, die Ländereien von Pfäffikon, Uerikon und die Kirche von Meilen, welche alle Untertanen des Kaiser Otto I. waren, dem Kloster Einsiedeln geschenkt. Da aber das Kloster nicht Kriege führen durfte, wurden Schirmherrschaften für Pfäffikon gesucht. 1144 und 1283–1323 war der Graf von Rapperswil der Schirmherr von Pfäffikon und 1323 ging die Schirmvogtei an die Habsburger. 1342, als das Dorf wieder den Rapperswilern gehörte, verpfändet Graf Johann II. von Rapperswil die Schirmvogtei Pfäffikon für 400 Mark Silber an Jakob Brun, den Bruder des Bürgermeisters von Zürich. Darum werden ab 1336 die Pfäffiker in die Kämpfe zwischen Zürich und Rapperswil verwickelt.

Statthalterei Pfäffikon mit Schlosskapelle

Nach dem Krieg in Dättwil gegen die Habsburger werden die Höfe und die March an die Herzoge Rudolf, Friedrich, Albrecht und Leopold von Österreich verkauft. In den Näfelskriegen wurde Pfäffikon von den österreichischen Rapperswilern erneut überfallen und viele Häuser wurden abgebrannt.

Am 1. April 1389 übernahm die Stadt Zürich die Schirmvogtei von Pfäffikon. Nach dem Tod des letzten Toggenburger Grafen Friedrich VII., erwarben die Schwyzer Uznach, den Gaster sowie die March und sichern so die Sperre zum weiteren Vordringen der Zürcher in Richtung der Bündner Pässe. Die Zürcher wurden demnach am 5. Mai 1439 bei einem Kampf am Etzel zurückgeschlagen.

Am 4. November 1440 drohte ein erneuter Kampf bei Pfäffikon um die Statthalterei Pfäffikon. Die Zürcher räumten den Platz, den die Schwyzer sogleich besetzten. Am 1. Dezember, zum Frieden von Kilchberg, musste Zürich die beiden Höfe an Schwyz abgeben. Die Zürcher liessen diesen Verlust nicht auf sich sitzen und versuchten 1529/31 im ersten sowie dem zweiten Kappelerkrieg, sowie auch im Ersten Villmergerkrieg Pfäffikon zurückzuerobern. Dieses Vorgehen blieb jedoch erfolglos.

Am 18. Februar 1798 erklärt Schwyz auch die Höfner als freie, gleichberechtigte Landsleute. In der Helvetik, wird jedoch die Höfe von 1798 bis 1803 in den Distrikt Rapperswil im Kanton Linth eingegliedert. Während dieser Zeit litten die Pfäffiker unter diesen Umständen. Entsetzliches Leiden wie z. B. Einquartierung, Raub, Plünderungen, Erpressung, Brandstiftung, Tötung und anderes mussten sie sich durch französische und österreichische Truppen erlauben lassen. In Pfäffikon betrug der Schaden über 24'000 Gulden (2'400'000 Fr.). Wegen diesen Schäden mussten viele Pfäffiker ihr Land an Zürcher verkaufen.

Bezirk Pfäffikon[Bearbeiten]

Durch die erste Schwyzer Kantonsverfassung entstanden im Jahre 1803 die Bezirke Pfäffikon und Wollerau. Mit dem Ende der Verfassung sah das Alte Land Schwyz die Gelegenheit gekommen, die vor 1798 genossene Souveränität wieder zu erlangen. Im Januar 1814 beschloss der Kantonsrat die «Auflösung der Kantonalregierung». Dies liessen sich die Bezirke Pfäffikon, March, Einsiedeln und Küssnacht nicht gefallen und sprachen sich vom Alten Land los. Es kam 1830/31 zur Bildung des Kantons «Schwyz äusseres Land» durch die vier Bezirke. Die 1833 in Zürich abgehaltene Tagsatzung wollte die Spaltung des Kantons Schwyz nicht akzeptieren. Stattdessen liess man Schwyz militärisch besetzen und unter diesem Druck eine zeitgemässere Verfassung für den Kanton ausarbeiten. In der Folge wurden Inner- und Ausserschwyz wiedervereint.[1]

Ab 1849[Bearbeiten]

1848 wurde der Staat neu entworfen. Mit der neuen Schwyzer Kantonsverfassung wurden die Bezirke Pfäffikon und Wollerau in drei Gemeinden aufgeteilt: Freienbach, Feusisberg und Wollerau. Bis Ende 19. Jahrhundert waren aber einige Feusisberger und Wollerauer Politiker für eine Kreisgemeinde Pfäffikon. Der Vorschlag wurde aber im Kantonsrat nicht angenommen. Im Jahre 1898 wurde Pfäffikon infolge der neuen Kantonsverfassung nebst Wollerau wieder alle vier Jahre Bezirkshauptort der Höfe für zwei Jahre. Die Schlossmühle im Dorf wurde 1938 gekauft um die Gemeindeverwaltung nach und nach zu erweitern. Das Gemeindehaus (Schlossmühle) wurde bis heute mehrfach renoviert. 1965 feierte man mit verschiedenen Veranstaltungen die Tausendjahrfeier Pfäffikon.

Industrialisierung[Bearbeiten]

In der Geschichte von Pfäffikon sorgte lange Zeit das Kloster Einsiedeln für das Wohl von Pfäffikon. In der modernen Zeit änderte dies aber schnell. Mit dem Ausbau der Autobahn A3 im Jahre 1968 bis nach Pfäffikon stieg die Einwohnerzahl kontinuierlich nach oben. Zwei Jahre nach der Autobahneröffnung entschied sich der Kanton für eine Zweigstelle des kantonalen Verkehrsamts in Pfäffikon. 1974 entstanden auf Korporationsland nacheinander das Seedamm-Center, Alpamare und das Kulturzentrum. Einen weitsichtigen Schritt vollzog die Korporation Pfäffikon 1971, als sie dem Kanton 15’000 Quadratkilometer Land für die im äusseren Kantonsteil geplante Kantonsschule schenkte. Diese wurde dann auch im Jahre 1975 eingeweiht. Wegen der immer tieferen Steuersätzen zogen nationale und internationale Firmen nach Pfäffikon. So wurde das Industrie- und Gewerbegebiet immer mehr ausgebaut.

Korporation Pfäffikon[Bearbeiten]

Im 15. Jahrhundert beschlossen einige Bewohner von Pfäffikon, eine Genossenschaft zu gründen. Sie beschäftigte sich mit der Nutzung von Wald und Weiden. Aus dem Jahre 1593 stammen die ältesten bekannten Satzungen der Genossame Pfäffikon (Korporation Pfäffikon). Solange die Mehrheit der Bewohner dieser Region von der Landwirtschaft lebte, hatte eine solche Mitgliedschaft eine unmittelbare Auswirkung auf die Einkommenssituation. Schon immer ist die Korporation Pfäffikon die Gemeinschaft einiger Familien. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren es noch elf Geschlechter, die dorfgenössig, also Mitglied der Korporation waren. Von diesen starben aber vier aus: Beul, Meyenberg, Kengelbacher und Wyder. Bis heute Mitglieder der Korporation Pfäffikon sind die Geschlechter Feusi, Gresch, Hiestand, Jäger, Steiner, Walder und Wild. Früher war es noch möglich, sich ins «Dorfrecht» einzukaufen. Dies ist aber heute nicht mehr der Fall.

Waldungen und offenes Land waren das Genossengut. Noch heute gehören die meisten Wälder am Etzel sowie die meisten Grundstücke der Korporation und nicht der Gemeinde.

Im Jahre 1895 begann die Korporation Quellen zu fassen und dem Dorf Pfäffikon als Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Heute versorgt das Wasserwerk der Korporation Pfäffikon die Dörfer Pfäffikon, Hurden und Freienbach.

Nach wie vor betreut die Korporation die drei Bereiche Land, Wald und Wasser in Pfäffikon. An der jährlichen Versammlung, am ersten Maisonntag, bestimmen die Korporationsbürger über die Geschäfte der Korporation. Die Korporation Pfäffikon ist sozusagen das Gegenstück zur Gemeinde Freienbach, da die Korporation sehr viele Aufgaben erledigt, die andernorts von der Gemeindeverwaltung ausgeführt werden.

Entwicklung[Bearbeiten]

Städtebauliches Konzept[Bearbeiten]

Mit über 7000 Einwohnern ist Pfäffikon eine der grösseren Orten im Kanton Schwyz. Der starke Bevölkerungszuwachs verwandelte das ehemalige Dorf am Zürichsee innerhalb der letzten zehn Jahre zu einer Kleinstadt mit Zentrumsfunktion. Während den letzten Jahren ist Pfäffikon durchschnittlich um rund 150 Einwohner pro Jahr gewachsen. Durch die verdichtete Bebauung grösserer Gebiete wie die Gebiete um den «Roggenacker», «Huob» oder «Rietbrunnen» entstanden in kurzer Zeit völlig neue Quartiere, mit mehrgeschossigen Hochhäusern bis zu Villen im «Hurdnerwäldli».

Masterplan[Bearbeiten]

Der Gemeinderat stellte anfangs 2007 eine Studie in Auftrag. Die Studie befasst sich mit dem städtebaulichen Konzept von Pfäffikon. Der Schwyzer Kantonsrat hat am 25. Oktober 2007 die 133 Millionen Franken Umfahrung Pfäffikon genehmigt.[2] Man wird voraussichtlich im Jahre 2011 mit dem Bau des Tunnels und der Strasse beginnen. Die Churerstrasse (jetzige Hauptstrasse ChurZürich) würde dann ein Ort der Begegnung werden.[3]

Steinfabrikareal Pfäffikon[Bearbeiten]

An der Abstimmung vom 26. November 2006 wurde die Initiative «Umzonung Steinfabrik-Areal» angenommen. Damit erhielt der Gemeinderat von den Stimmberechtigten den Auftrag, das heute zur Hafenzone gehörende Gebiet des ehemaligen Steinfabrikareals in Pfäffikon in eine neu zu schaffende «Zone für öffentliche Parkanlagen» umzuzonen. Bis jetzt hat sich aber noch nichts getan, da die Korporation Pfäffikon 70 Millionen Franken für das Grundstück verlangt. Der Gemeinderat möchte aber nur 40 Millionen Franken ausgeben für das Areal.[4][5]

Dorfgemeinschaft Pfäffikon[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Dorfgemeinschaft Pfäffikon (DGP) am 28. Oktober 1981 von einigen Bewohnern mit dem Ziel, das Dorf weiterzubringen. Heute tagt die Gemeinschaft regelmässig und diskutiert neue Vorstösse, um sie an die Gemeinde weiterzuleiten. Bis jetzt konnte vieles umgesetzt werden, wie z. B. «Tempo 30», Neugestaltung des Dorfplatzes oder den Weihnachtsmarkt. Die Dorfgemeinschaft organisiert ausserdem jedes Jahr den Räbeliechtliumzung sowie das Kino am See.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Man Group
LGT
Hauptsitz Charles Vögele

Pfäffikon hat sich seit Anfang der 2000er Jahre zu einem bedeutenden Finanzplatz, speziell für Hedgefonds Gesellschaften und zum Wirtschaftszentrum des Kantons Schwyz, entwickelt. Pfäffikon gilt als eines der bedeutendsten Funds-of-Hedge-Funds-Zentren der Welt. Geschätzte 100 Milliarden Franken werden von Pfäffikon aus gemanagt. Verglichen mit anderen Hedge-Fonds-Zentren liegt Pfäffikon nach New York und Shanghai auf dem dritten Rang. Der Wirtschaftsboom begann in Pfäffikon in den 90er-Jahren, als die eidgenössische Bankenkommission die Regeln lockerte. Die Nähe zu Zürich und die tiefen Unternehmenssteuern waren ebenfalls massgebend für die rasante Entwicklung. Daraufhin verlegten mehrere Finanzinstitute ihren Sitz nach Pfäffikon. Die grössten und weltweit bekanntesten Firmen in Pfäffikon sind: OC Oerlikon, Man Group, Pamasol und LGT Bank. Weitere bekannte Firmen mit Sitz in Pfäffikon sind; Glacier Reinsurance, Charles Vögele Gruppe und die Markant AG. Seit einigen Jahren entdeckten auch andere Schweizer Banken den Wirtschaftsstandort Pfäffikon; in Pfäffikon haben neben der Schwyzer Kantonalbank auch die Credit Suisse, die Raiffeisen Schweiz, die Bank Linth LLB, die Migros Bank und die UBS eine Niederlassung. In Pfäffikon befindet sich das Kongresshotel Seedamm-Plaza, das der Pfäffiker Wirtschaft einen bedeutenden Namen verschafft hat. Das Casino Pfäffikon-Zürichsee befindet sich im Hotel Seedamm-Plaza.

Schulen[Bearbeiten]

BBZ Pfäffikon
Kantonsschule Pfäffikon

Pfäffikon besitzt acht Kindergärten und drei Primarschulen; Brüel,
Felsenburgmatte und Steg. Nachdem die Kinder die Primarschule erfolgreich bestanden haben, besuchen sie die Sekundarstufe I an der Mittelpunktschule Weid.

In Pfäffikon befindet sich einer der beiden Standorte der Kantonsschule Ausserschwyz (ehemalige Kantonsschule Pfäffikon & Nuolen). Gleich neben dem Gymnasium liegt das Berufsbildungszentrum Pfäffikon. Ausserdem hat Pfäffikon eine Fernuniversität.

Verkehr[Bearbeiten]

Voralpen-Express in Pfäffikon

Der Verkehrsknotenpunkt Pfäffikon liegt an der Bahnlinie ZürichChur und wird von vier S-Bahn-Linien des Zürcher Verkehrsverbundes erschlossen. Die InterRegios Basel-Chur, die ebenfalls anhalten, bieten Anschluss an die Strecke Romanshorn-Goldau-Luzern der Südostbahn. Ebenso hält in Pfäffikon ein EuroCity, der zwischen Hamburg-Altona und Chur pendelt. Von Pfäffikon aus erschliessen drei Postauto-Linien Samstagern, Reichenburg und Schindellegi-Feusisberg. Innerhalb des Dorfs stehen den Reisenden zwei Buslinien zur Verfügung sowie eine Linie in Richtung Richterswil. Über den Zürichsee verkehren von Pfäffikon aus Kursschiffe der ZSG.

Die Autobahn A3 BaselSargans sowie die Hauptstrassen Richtung Rapperswil, Zürich, Schwyz und Chur erschliessen Pfäffikon für den Individualverkehr.

Religion und Konfession[Bearbeiten]

Pfarrkirche Pfäffikon

Einst war die Insel Ufnau mit der Kirche St. Peter und Paul das kirchliche Zentrum der umliegenden Dörfer am Zürichsee. Der Gottesdienstbesuch war nur per Schiff möglich. Die Bevölkerungsentwicklung der Region sowie schwere Unglücksfälle auf dem Zürichsee – einmal sollen im Sturm in den Fluten gleich 50 Kirchgänger ums Leben gekommen sein – führten 1308 zur Gründung einer eigenständigen Pfarrei in Freienbach. Mit dem Bau der neuen Pfarrkirche in Pfäffikon im Jahre 1965 erhielt die Gemeinde Freienbach ein zweites kirchliches Zentrum. Zur heutigen Pfarrei Pfäffikon gehören Pfäffikon, das Dorf Hurden und die Insel Ufnau. Wilen und Bäch jedoch gehören zur Pfarrei Freienbach. Die reformierte Konfessionsgemeinschaft errichtete im traditionell katholischen Pfäffikon im Jahre 1967 ein eigenes Kirchgemeindehaus. In der politischen Gemeinde leben 57 % Katholiken, 21 % evangelisch Reformierte und 22 % gehören anderen oder keiner Religionsgemeinschaften an.

Kirchliche Bauten Pfäffikon:

Röm.-kath. Pfarrei Pfäffikon:

  • Martinskapelle auf der Ufnau (9./10. Jh.)
  • St. Anna-Kapelle in Pfäffikon (1132, abgerissen wegen neuer Kirche)
  • Kirche St. Peter und Paul auf der Ufnau (1141)
  • Kapelle zu Ehren der heiligsten Dreieinigkeit in Hurden (1497)
  • Schlosskapelle in Pfäffikon (1566)
  • Drei-Eidgenossenkapelle in Pfäffikon (1594)
  • Pfarrkirche St. Meinrad in Pfäffikon (1965)

Evang.-ref. Kirchengemeinde Höfe:

  • Evangelisch-reformiertes Kirchgemeindehaus in Pfäffikon (1967)

Brauchtum[Bearbeiten]

Fasnacht[Bearbeiten]

Am 6. Januar beginnt die Fasnacht mit der Höfner Narrenfahrt. Örtliche Umzüge, Maskenbälle und Kostümprämierungen folgen. Zudem findet jährlich ein Bezirksumzug, statt abwechslungsweise in den drei Höfner Gemeinden. Der Narrenbaum mit allen Bezirksmasken wird jeweils im Umzugsort in der entsprechenden Ortschaft aufgestellt.

Räbeliechtli[Bearbeiten]

Jedes Jahr organisiert die Dorfgemeinschaft Pfäffikon einen Räbeliechtliumzug. Er findet jeweils am ersten Freitag im November statt. Alle Kinder der Primarschule Pfäffikon machen mit. Ab der vierten Klasse kann man sich zusätzlich bewerten lassen und etwas gewinnen.

Freizeit und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Seedamm Kulturzentrum
Schlossturm
Meinradskapelle auf dem Etzel

Viele der Pfäffiker Sehenswürdigkeiten sind nahe den Einfallstrassen gelegen und somit gut erreichbar. Von Süden her kommend direkt an der Autobahn liegt das Einkaufszentrum Seedamm-Center. Direkt dahinter ist das Alpamare, das grösste gedeckte Schwimmbad Europas. Zwischen dem Seedamm-Center und Alpamare steht das Seedamm-Kulturzentrum, welches 1976 vom Unternehmer Charles Vögele gegründet wurde.

Von Osten her, aus Rapperswil kommend sieht man links die Holzbrücke nach Hurden, ein Bestandteil des Wanderwegs nach Pfäffikon. Sie wird im Sommer und an Wochenenden von vielen Einheimischen und Touristen benutzt. Auf der rechten Seite Richtung Pfäffikon liegen die Inseln Ufnau und Lützelau, welche zum Gemeindegebiet von Freienbach gehören. Zwischen der Bahnlinie und dem See liegt der Frauenwinkel, welcher zusammen mit den beiden vorher genannten Inseln ein Naturschutzgebiet bildet. Seine Erhaltung wird von der Schweizerischen Eidgenossenschaft finanziell unterstützt. Eingangs Pfäffikon liegt rechts das Seedamm Plaza mit dem Casino Zürichsee.

Der Schlossturm im Herzen Pfäffikons wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts im Auftrag von Abt Anselm von Schwanden erbaut. Dieser diente Abwehr feindlicher Angriffe und zum Schutz der Einkünfte aus den Klosterländereien.

Pfäffikon liegt am Fusse des Etzel. Über den 1098 Meter hohen Berg führt eine Passstrasse. An dieser Strasse steht der Meinradsbrunnen. Auf der Passhöhe ist die St. Meinradskapelle zu finden, welche nach dem heiligen Meinrad von Einsiedeln benannt ist.

Weitere Impressionen aus Pfäffikon[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arbeitsgruppe «Höfner-Buch» (Bezirksrat Höfe): Höfnerland Höfnerlüüt, Verlag Bruhin AG Freienbach, 1981
  • Reto Bodmer, Harry Pfister und Alois Suter: Chronik über Ufnau, Frauenwinkel, Lützelau, Pfäffikon und Hurden. Verlag Alois Suter, 1975
  • P. Odilo Ringholz O. S. B.: Beiträge zur Ortskunde der Höfe – Wollerau und Pfäffikon – im Kanton Schwyz.
  • Peter Hüsser: Geschichte der Unabhängigkeitsbestrebungen in Ausserschwyz 1790–1840. Druck der Verlagsanstalt Benziger & Co. A. G., Einsiedeln 1925

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfäffikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte des Kantons Schwyz: http://www.sz.ch/xml_1/internet/de/application/d2/d56/d756/f759.cfm
  2. ZSZ Beitrag: http://www.zsz.ch/storys/storys.cfm?vID=6182
  3. Städtebauliches Konzept Pfäffikon: http://www.pfaeffikonsz.ch/pfaeffikon
  4. Steinfabrikareal Pfäffikon: http://www.pfaeffikonsz.ch/steinfabrikareal/
  5. ZSZ Beitrag: http://www.zsz.ch/storys/storys_laufend.cfm?vID=6230