Lebusa

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Dieser Artikel behandelt eine deutsche Gemeinde. Zur deutschen Malerin siehe Corinne von Lebusa.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Lebusa führt kein Wappen
Lebusa
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lebusa hervorgehoben
51.79972222222213.433055555556102Koordinaten: 51° 48′ N, 13° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Amt: Schlieben
Höhe: 102 m ü. NHN
Fläche: 33,65 km²
Einwohner: 799 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04936
Vorwahl: 035364
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 289
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Herzberger Straße 7
04936 Schlieben
Bürgermeister: Friedhelm Brockel (parteilos)
Lage der Gemeinde Lebusa im Landkreis Elbe-Elster
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Über dieses Bild

Lebusa ist eine im Norden des Landkreises Elbe-Elster gelegene Gemeinde in Brandenburg. Sie gehört dem Amt Schlieben mit Sitz in der Stadt Schlieben an.

Geografie[Bearbeiten]

Lebusa liegt mit seinen Ortsteilen in den südlichen Auszügen des Niederen Fläming, welche die Landschaft maßgeblich prägen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind Körba, Lebusa und Freileben mit dem Gemeindeteilen Striesa und Weidmannsruh.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1346 erstmals urkundlich in der Meißener Bistumsmatrikel als Lebbusse erwähnt.

Lange Zeit vermuteten Historiker, die Burg Liubusua, welche Thietmar von Merseburg in seiner Chronik erwähnt, sei mit Lebusa identisch. Die moderne Archäologie konnte jedoch bisher keinerlei Nachweis für die Identität von Liubusua, dem Hauptsitz des Slawenstammes der Lusici, und Lebusa finden. Die These, Liubusua lag in der Nähe von Löbsal bei Meißen, konnte jedoch durch archäologische Funde untermauert werden und ist derzeit gültige Lehrmeinung.

Die barocke evangelische Kirche Lebusa wurde nach Entwürfen von Matthäus Daniel Pöppelmann 1725 errichtet und ist mit einer von Gottfried Silbermann im Jahr 1727 erbauten Orgel ausgestattet.

Zwischen Lebusa und Dahme wurde zu DDR-Zeiten vom VEB Kraftverkehr Leipzig ein Kinder-Ferienlager errichtet und unterhalten, das nach 1990 dem Verfall preisgegeben wurde.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 15. Dezember 2001 wurden die bisherigen Gemeinden Freileben und Körba eingegliedert.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
Lebusa:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
[4]
Jahr Einwohner
1875 680
1890 720
1925 845
1933 797
1939 782
1946 1339
1950 1464
1964 1218
1971 1177
1981 1000
Jahr Einwohner
1985 992
1989 995
1990 1001
1991 989
1992 972
1993 987
1994 1006
1995 1003
1996 992
1997 997
Jahr Einwohner
1998 976
1999 973
2000 955
2001 935
2002 956
2003 933
2004 928
2005 911
2006 893
2007 875
Jahr Einwohner
2008 866
2009 852
2010 832
2011 823
2012 799

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[5].

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 10 Gemeindevertretern.

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Lebusa und in der Liste der Bodendenkmale in Lebusa stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Kirche in Lebusa

Evangelisch-reformierte Kirche[Bearbeiten]

Die evangelisch-reformierte Kirche wurde 1725 bis 1727 nach einem Entwurf des sächsischen Baumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann erbaut. Es handelt sich um eine Stiftung des Kavallerie-Generals Moritz Friedrich von Milkau, einem Gesandten des polnischen Königs und Kurfürsten von Sachsen, August dem Starken. Das Barock-Bauwerk ist ein einschiffiger Saalbau.[6]

In der Kirche befinden sich kunsthistorisch bedeutsame barocke Ausstattungsgegenstände, u. a. die Patronatsloge, den Kanzelaltar mit Kanzelsanduhr und den Taufstein, allesamt aus dem 18. Jahrhundert.

Orgel[Bearbeiten]

Von besonderer Bedeutung ist die von Gottfried Silbermann erbaute Orgel. Das Instrument wurde der Gemeinde ebenfalls von Kirchenstifter geschenkt. Es hat 14 Register auf einem Manual (C,D–c3: Principal 8', Quintatön 8', Grobgedackt 8', Prestant 4', Rohrflöte 4', Quinta 22/3', Nasat 3', Octave 2', Quinta 11/3', Sifflöt 1', Cornet III, Mixtur III) und Pedal (C,D–c1: Posaunenbass 16', Subbass 16') und ist mit einem Tremulanten ausgestattet. Die Restaurierung des Instrumentes erfolgte in den Jahren 1994 bis 1997 durch die Firma Jehmlich Orgelbau Dresden.[7]

Bockwindmühle[Bearbeiten]

Südlich des Ortes steht eine restaurierte Bockwindmühle, die besichtigt werden kann. Ein Naherholungsgebiet mit Ferienunterkünften und Campingplatz liegt am Körbaer Teich im Ortsteil Körba.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Facebook-Eintrag
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  4. Gebietsstand 1. Januar 2013
  5. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  6. Informationen zur Kirche; vgl. auch die Informationen des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg
  7. Porträt auf der Website der Gottfried Silbermann-Gesellschaft, abgerufen am 9. April 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lebusa – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien