Finsterwalde
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Elbe-Elster | |
| Höhe: | 108 m ü. NN | |
| Fläche: | 76,91 km² | |
| Einwohner: |
17.254 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 224 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 03238 | |
| Vorwahl: | 03531 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EE, FI | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 62 140 | |
| Stadtgliederung: | 3 Stadtteile und 2 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Schloßstraße 7/8 03238 Finsterwalde |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jörg Gampe (CDU) | |
| Lage der Stadt Finsterwalde im Landkreis Elbe-Elster | ||
Finsterwalde (niedersorbisch Grabin) ist eine Stadt im südlichen Brandenburg und der einwohnerreichste Ort im Landkreis Elbe-Elster. Sie war von 1952 bis 1993 Sitz des Kreises Finsterwalde bzw. des Landkreises Finsterwalde (1990-1993).
Der Schlager des späten 19. Jahrhunderts „Wir sind die Sänger von Finsterwalde“ und das nach diesem Titel benannte Finsterwalder Sängerfest machten die Stadt auch überregional bekannt. Im amtlichen Schriftverkehr darf daher auch die Zusatzbezeichnung „Sängerstadt“ verwendet werden[2].
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Die Stadt liegt in der Niederlausitz, einer Region, die zum größten Teil im Süden von Brandenburg liegt. Finsterwalde (Grabin) ist 112 km südlich von Berlin, 78 km nördlich von Dresden (Drježdźany), 53 km südwestlich von Cottbus (Chóśebuz) sowie 109 km nordöstlich von Leipzig gelegen.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Das Stadtgebiet besteht aus der Kernstadt Finsterwalde und den Ortsteilen[2]:
- Pechhütte (niedersorbisch: Smólnica) - 181 Einwohner
- Sorno (niedersorbisch: Žarnow) - 237 Einwohner
(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2007 laut Stadtverwaltung)
sowie den Wohnplätzen Heinrichsruh, Hintermühle, Margarethenhof, Nehesdorf, Schiemenzmühle und Zollhaus[3].
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Die Stadt Finsterwalde grenzt an folgende Gemeinden und Städte:
| Doberlug-Kirchhain | Sonnewalde | Massen-Niederlausitz |
| Heideland | Lichterfeld-Schacksdorf | |
| Gorden-Staupitz | Lauchhammer |
Geschichte [Bearbeiten]
Ortsgeschichte [Bearbeiten]
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1282 unter dem Namen Vynsterwalde. Im Jahre 1301 wird erstmals durch eine Urkunde von einer Stadt oder wenigstens einer Ansiedlung in der unmittelbaren Umgebung der befestigten Anlage gesprochen (oppidum et castrum). Oppidum bedeutet aber hier wahrscheinlich nur Marktflecken. Die eindeutige Bezeichnung von Finsterwalde als Stadt bietet erst ein Dokument aus dem Jahre 1336. In diesem Jahr bekam die Stadt auch ihr Marktrecht(Stadtrecht).
Finsterwalde stellt in seiner ursprünglichen Struktur eine typische ostelbische Kolonistenstadt dar. Rechtwinklig aufeinandertreffende Straßen bilden viereckige Quartiere, die sich um den relativ großen Marktplatz gruppieren. Das Siedlungsgelände (ca. 11 ha) besaß keine Stadtmauer, aber Palisaden und einen Stadtgraben und zwei (oder drei) Stadttore, deren Aussehen nicht überliefert ist.
Die Bewohner der Stadt waren ursprünglich in erster Linie Ackerbürger. Die Lage der Stadt an bedeutenden Handelswegen von Leipzig über Torgau und Spremberg nach Breslau (Niedere Straße) und dem Abzweig der Salzstraße nach Jüterbog und Niemegk ließ gewiss auch die Beteiligung einiger Bürger an Handelsgeschäften zu.
Eine vermutlich durch Slawen erbaute Holzfestung wurde im Laufe der Zeit zu einer befestigten Burg ausgebaut, die bis Mitte des 15. Jahrhunderts von Raubrittern bewohnt und ab 1437 von den neuen Besitzern in eine Schlossanlage, das Schloss Finsterwalde, umgebaut wurde.
Seit dem Spätmittelalter entwickelten sich verschiedene Gewerbe in der Stadt. Die gewerbliche Tuchherstellung wurde zum wichtigsten Wirtschaftszweig. 1555 war Finsterwalder Tuch erstmals auf der Leipziger Messe vertreten. Im Jahre 1599 forderte die Pest 400 Tote. 1625 gelangte Finsterwalde in den unmittelbaren Besitz des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. Das Schloss diente lediglich als Amtssitz den kurfürstlichen und von 1652 bis 1738 dann den sächsisch-merseburgischen Behörden. 1642 plünderten marodierende Truppen in der Spätphase des Dreißigjährigen Krieges Stadt und Schloss. Das städtische Gewerbe und Gemeinwesen lag nun für Jahrzehnte danieder.
Das Rathaus wurde 1675 bei einem großen Stadtbrand vernichtet. Erst 1739 war die Bürgerschaft in der Lage, ein neues Gebäude zu errichten. Der schlichte Barockbau dominiert noch heute den Marktplatz. 1815 gelangte Finsterwalde im Ergebnis des Wiener Kongresses zum Königreich Preußen.
Der allgemeine industrielle Aufschwung im 19. Jahrhundert lässt sich in Finsterwalde nahezu exemplarisch nachvollziehen. Es war wiederum die Tuchproduktion, die die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt nachhaltig beeinflusste. Aus den kleinen zünftlerischen Handwerksbetrieben entwickelten sich einige wenige, aber leistungsfähige Tuchfabriken. Das bedeutendste Unternehmen der Branche war F. F. Koswigs Tuchfabrik, deren Beschäftigtenzahl von 3 Arbeitern 1838 auf 760 Arbeiter und Angestellte im Jahre 1913 anstieg. Neben der Tuchfabrikation entwickelten sich Betriebe der Metall-, Holz-, Glas-, Tabak-, Chemie- und später der Elektromaschinenbranche. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz wurde 1871 mit dem Bau der Bahnlinie Halle-Sorau vollzogen.
Die Einwohnerzahl Finsterwaldes stieg von 1.600 im Jahre 1800 auf 10.726 im Jahre 1900. Die Stadt dehnte sich nun über die mittelalterliche Siedlungsfläche hinaus aus. Neu entstandene Wohn- und Gewerbegebiete ziehen sich wie ein Gürtel um den ursprünglichen Kern der Stadt. Gebäude des wirtschaftlichen und kommunalen Lebens, die noch heute das Stadtbild mitprägen, wurden bis zum Ersten Weltkriegs errichtet: die Mädchenschule (1868), das Amtsgericht (1885), die Realschule (1905), die katholische Kirche St. Maria Mater Dolorosa (1906), das Krankenhaus (1908), der Wasserturm (1909/1910), die Knabenschule (1913) und die Post (1915). Zum 1. Januar 1925 wurde der Ort Nehesdorf in die Stadt Finsterwalde eingemeindet[4].
Während des Zweiten Weltkrieges mussten 963 Kriegsgefangene und 2.755 Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: in der Firma Kjellberg Elektroden und Maschinen GmbH, in der Reichelt Metall-Schrauben AG und in den Tuchwerken. Sie waren in mehreren Lagern, darunter dem Siemens-Lager, untergebracht. Bei den Zwangsarbeitern der Großbetriebe wurden 392 Todesopfer registriert.
Zu DDR-Zeiten war Finsterwalde als Fahrradfahrer-Stadt bekannt. Und zum 1. Januar 1988 wurde die Gemarkung des devastierten Ortes Bergheide dem Stadtgebiet einverleibt[4]. Zum 6. Dezember 1993 folgte der Ort Sorno, der heute ein Ortsteil von Finsterwalde ist[4].
Heute ist Finsterwalde ein bedeutender Wirtschaftsstandort in der westlichen Niederlausitz. Aber die Geltung als Fabrikstadt, der noch sehr das Bild rußiger Schornsteine anhaftet, ist durch den Ruf Finsterwaldes als Sängerstadt ersetzt. Die Ursache dafür liegt nicht in erster Linie in der langen Tradition der hiesigen Sangespflege, sondern hauptsächlich darin, dass ein Lied, ein Gassenhauer, die Finsterwalder als besonders sangesfreudig benennt.
1899 ersuchte der Direktor der Herrensängergesellschaft „Hamburger Sänger“ Wilhelm Wolff bei der Politischen Polizei Berlin um die Aufführungsgenehmigung seines kleinen Theaterstückes „Wir sind die Sänger von Finsterwalde“. In den Germania-Prachtsälen Berlins führte die Wolffsche Gesellschaft die ganz dem Geschmack des Vergnügungsbetriebes der Jahrhundertwende entsprechende Burleske auf. Die Uraufführung fand dort am 3. September 1899 statt. Hier traten nun die Sänger, drei auffällig gekleidete Herren mit den charakterisierenden Namen Pampel, Knarrig und Strippe, mit ihrem Entreeliedchen „Wir sind die Sänger von Finsterwalde“ erstmals ans Licht der Welt. Zu Beginn der Sängermanie waren die Bürger der Stadt gar nicht erfreut, mit den zumeist komischen oder gar weinseligen Figuren in Frack und Zylinder verglichen zu werden. Aber schließlich siegte der Humor, denn sonst wären die echten Finsterwalder erst recht Gefahr gelaufen, der Lächerlichkeit anheimzufallen. Das Lied von den Sängern aus Finsterwalde wurde zum Ohrwurm und war allerorten zu vernehmen. Natürlich singen die Finsterwalder ihr Lied und die darauf beruhenden Liedvarianten, die bis in die heutige Zeit neu entstehen, immer noch gern. Übrigens treten die Finsterwalder Sänger heute im Gegensatz zur ursprünglichen Besetzung zu viert auf. „Wir sind die Sänger von Finsterwalde“ ist bis heute das Eröffnungslied des alle zwei Jahre stattfindenden Sängerfestes.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
(jeweiliger Gebietsstand)[5]
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Die prognostizierte zukünftige Einwohnerentwicklung basiert auf Daten der vergangenen Jahre (Überalterung, Landflucht) und muss daher nicht die Realität widerspiegeln.[6]
Politik [Bearbeiten]
Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]
Die Finsterwalder Stadtverordnetenversammlung besteht aus 28 Stadtverordneten und dem Bürgermeister. Seit der Kommunalwahl 2008 gibt es fünf Fraktionen und fünf Ausschüsse (Hauptausschuss; Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Bauen; Ausschuss für Bildung, Soziales, Sport und Kultur; Rechnungsprüfungsausschuss und Werksausschuss für Entwässerungsbetrieb).
(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)
Bürgermeister [Bearbeiten]
Bürgermeister der Stadt Finsterwalde war bis zum 31. Januar 2010 Johannes Wohmann (FDP). Am 8. November 2009 wurde Jörg Gampe (CDU) mit 53,52 % im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister der Stadt Finsterwalde gewählt. Jörg Gampe trat das Amt am 1. Februar 2010 an.
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 6. Januar 1994 genehmigt.
Blasonierung: „In Silber eine durchgehende rote Zinnenmauer, darauf ein gequaderter roter Rundturm mit einer beknauften blauen Kuppel und zwei übereinander stehenden schwarzen Fenstern. Das offene schwarze Tor ist mit einem hochgezogenen silbernen Fallgitter versehen. Auf grünem Boden wächst vor der Mauer zu beiden Seiten des Turmes und des Tors je ein grüner beblätterter Baum empor.“[7]
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Seit 1962 besteht eine Städtepartnerschaft mit dem nordfranzösischen Montataire. Finsterwalde unterhält des Weiteren eine Partnerschaft mit Eppelborn im Saarland. Am 13. Mai 1988 wurde in Finsterwalde und am 1. Juli 1988 in Eppelborn die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der Vertrag 1991 bzw. 1992 erneuert. Dritte Partnerstadt ist Finspång in Schweden. Die Unterzeichnung des Vertrages erfolgte am 21. März 2002. Nach Montataire, Eppelborn und Finspång wurden Straßen benannt (Rue de Montataire, Eppelborner Ecke, Finspangsgatan).
Zu folgenden Städten werden partnerschaftliche Beziehungen unterhalten: Sønderborg auf der dänischen Insel Als, Gouda in den Niederlanden, Dzierzgoń in Polen und Salaspils in Lettland.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
In der Liste der Baudenkmale in Finsterwalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale.
Museen [Bearbeiten]
Die Stadt beherbergt das Kreismuseum Finsterwalde. Kernstück dessen ist ein originaler Kolonialwarenladen, der im November 1850 eröffnet wurde. Das Museum bietet hiermit einen Einblick in einen authentisch eingerichteten „Tante-Emma-Laden“ des 20. Jahrhunderts. Eröffnet wurde es 1981. Einige Verkaufsmöbel stammen noch aus der Gründerzeit, das Interieur, die Warenverpackungen und die Werbung vermitteln einen anschaulichen Eindruck in die Verkaufskultur der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.
In den anliegenden Gebäudeteilen befinden sich darüber hinaus eine nachgebildete DDR-Drogerie und eine Abteilung mit Verkaufsutensilien, die die Präsentation zum Einzelhandel ergänzt. Weitere Dauerausstellungen thematisieren neben den „Finsterwalder Sänger“ die Chorgeschichte des südbrandenburgisch/sächsischen Raumes. Eine kleine Ausstellung zur Naturkunde der Region wendet sich besonders an Kinder und Jugendliche. Im Museumshof und dem angrenzenden „Speicher“ gibt es ständig wechselnde Sonderausstellungen sowie Kultur- und Musikveranstaltungen unterschiedlichster Art.
Seit dem Jahr 2002 bietet die Niederlausitzer Museumseisenbahn eine weitere Attraktion für die Stadt und ihre Gäste: Auf dem vor vielen Jahren stillgelegten Normalspur-Gleisabschnitt zwischen Finsterwalde und Crinitz ermöglicht der gemeinnützige Verein Niederlausitzer Museumseisenbahn e. V. Finsterwalde-Crinitz (NLME e. V.) mit den meist schon über 100 Jahre alten, liebevoll restaurierten Loks und Waggons in eine andere Zeit einzutauchen.
Sehenswürdigkeiten der Stadt [Bearbeiten]
- Trinitatiskirche
Als dreischiffige Emporenkirche wurde die Trinitatiskirche Ende des 16. Jh. an der Stelle eines Vorgängerbaus unter der Leitung von Martin Piger erbaut. An der Nordseite erhielt sie einen prächtigen Renaissancegiebel. Die Innenausstattung ist sehenswert, vor allem wegen des schönen Netzrippengewölbes und der Sandsteinkanzel, die Melchior Kunze zwischen 1613 und 1615 schuf. Es sind hier Moses als Tragefigur des Kanzelkorbes und szenische Reliefs zu sehen.
- Kaufmannshaus Ad. Bauer's Wwe.
Der Sohn der Kaufmannsfrau Marie Bauer ließ 1903 das heute noch bestehende Wohn- und Geschäftshaus errichten. Er gehört zu den schönsten Jugendstilhäusern in Finsterwalde. Bereits von weitem ist das zweietagige Traufenhaus aufgrund seines hohen Giebelaufsatzes gut zu erkennen. Der Erker mit seiner Kupfereindeckung sowie der Balkon prägen das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Gebäudes. Die weiße Fassade lebt von ihrer reichen Putzgestaltung, die im Traufenbereich die Darstellung der Kornherstellung und im Giebel den Stab des Merkur zeigt.
Bauwerke [Bearbeiten]
- Finsterwalder Schloss, Renaissancebau
- Curtsburg (vor 1572), vermutlich ältestes Wohngebäude der Stadt
- Trinitatiskirche (1585), evangelische Kirche der Reformationszeit
- Rathaus (1739), Barockbau auf dem Markt
- Gaswerk (1863), eines der wenigen erhaltenen Fachwerkhäuser
- Ad. Bauers Wwe (1903), gehört zu den schönsten Jugendstilbauten in Finsterwalde
- Realschule (1905), Backsteinbau mit Glasmalereien an den Aulafenstern
- Kirche Sankt Maria Mater Dolorosa (1906), katholische Kirche
- Krankenhaus (1908), Ziegelbau
- Wasserturm (1910), mit 54 m Höhe Wahrzeichen der Stadt (von Stadtbaumeister Paul Droste)
- Kino „Weltspiegel“, 1912 errichteter Kinozweckbau mit kleinem Kinosaal und großem Saal mit separatem Parkett, Loge und Visionsbar und 3D Vorführung.
- Gutenberghaus (1910?), ehem. Verlagshaus des „Niederlausitzer Anzeigers“
- Konfessionelle Knabenschule (1913), (vom Architekten Max Taut entworfen)
- Märchenhaus (1928), mit 27 kunstvollen Klinkerformstein-Reliefs, die Szenen aus bekannten Märchen der Brüder Grimm darstellen, ausgestaltet
- Doppelturnhalle (1928), Bau mit zwei übereinander gebauten Turnhallen
- Tower auf dem Flugplatzgelände, deutschlandweit einzigartige Kombination aus Tower und Verwaltungsgebäude (denkmalgeschützt)
- St. Katharinenkirche Nehesdorf
- Gedenkstätten
- Gedenkwand an der Kreuzung Geschwister-Scholl-Straße/Langer Damm seit 1996 für „alle Opfer von Diktatur und Gewaltherrschaft und Mahnmal für Demokratie und Gerechtigkeit“. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war sie noch den sieben ermordeten Widerstandskämpfern der Stadt gewidmet worden
- Gedenkstein auf dem Friedhof an der Beethovenstraße von 1946 für 230 umgekommene sowjetische Kriegsgefangene
- Gedenkstätte der Vereinten Nationen von 1967 auf dem gleichen Friedhof zur Erinnerung an 283 ums Leben gekommene Zwangsarbeiter aus zahlreichen Ländern
- Gedenkstein für Hans und Sophie Scholl in der Schloßstraße 7, die sich in die Geschwister-Scholl-Straße fortsetzt
Finsterwalder Bürgerheide [Bearbeiten]
Die Bürgerheide im Westen der Stadt ist zunächst ein Stadtpark und geht in ein Waldgebiet über, welches nicht nur zum Erholen und Wandern einlädt, sondern auch bei Sportlern als Jogging-Gebiet sehr beliebt ist. Der Überlieferung zufolge soll der ehemalige Bürgermeister von Finsterwalde, Abraham Koswig, im Jahre 1661 durch eine Bier-Wette das heutige Naherholungsgebiet in Finsterwalder „Besitz“ gebracht haben. Angeblich gewann er die Wette, indem er ein Glas Bier mitsamt einer darin schwimmenden Maus leerte.
Der Finsterwalder Tierpark ist als Teil der Bürgerheide ein Anziehungspunkt vor allem für Familien mit Kindern. Auf einer Größe von 5 ha werden hier etwa 220 Tiere von Uhus über Zwergziegen, Lamas und Luchse bis hin zu Kängurus gehalten. Damit leben im Finsterwalder Tierpark neben einheimischen Tieren auch solche aus fernen Ländern. Die Zucht heimischer Tierarten dient der Arterhaltung.[8]
Am Westrand der Bürgerheide befindet sich ein Quellgebiet, die Siebenbrunnen, aus denen sich der Eierpieler speist. Dieses Quellmoor ist eines der besterhaltensten Moore Brandenburgs und in seiner hydrologischen Beschaffenheit im Bundesland einzigartig.
Sportvereine [Bearbeiten]
- RSV Finsterwalde (Radsport)
- AMC Sängerstadt Finsterwalde IG (Automodell-Rennsport)
- BSV Grün-Weiß Finsterwalde e. V. (Handball, Bogenschützen, Gymnastik, Cheerleader, Volleyball)
- VfB Finsterwalde e. V. (ehem. SV ESKA Finsterwalde e. V.) (Fußball, Volleyball, Gymnastik, Laufgruppe, bis 2004 auch Handball)
- Flugsportvereinigung Otto Lilienthal e. V.
- VSG Fortuna Taifuns Finsterwalde e. V. (Volleyball)
- SV Hertha Finsterwalde (Fußball, Radball, Kegeln)
- DJK Finsterwalde (Fußball, Volleyball, Gymnastik)
- SV Neptun Finsterwalde 08 e. V. (Basketball, Triathlon, Wasserball, Schwimmen, Volleyball, Fußball, Kraftsport, Kombatan, Laufgruppe, Gymnastik, Jazz-Dance, Wasserwacht)
- SV Finsterwalde e. V. (Radsport)
- SpVgg Finsterwalde e. V. (Fußball)
- TC-Sängerstadt Finsterwalde e. V. (Tennis)
- SV Turbine Finsterwalde (Classic-Kegeln)
- TTC Finsterwalde (Tischtennis)
- ASC Grün-Weiß Finsterwalde (Leichtathletik)
- SV Badminton Finsterwalde e. V.
- DarkwoodBmx e. V.
- Judo / Ju-Jutsu Verein „IPPON“ Kichhain / Finsterwalde e. V.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
Finsterwalder Sängerfest [Bearbeiten]
Alle zwei Jahre findet das Finsterwalder Sängerfest statt. Auf zahlreichen Bühnen in der Innenstadt erfolgen Darbietungen von Kapellen, Bands und Musikkünstlern aus Deutschland, Europa und Amerika. Im April 1992 wurde der „Finsterwalder-Sänger-Fest e. V.“ gegründet, der seitdem die Planung und Umsetzung der Sängerfest-Idee betreut. Das Sängerfest, mit Gästen aus dem In- und Ausland, zählt zu den größten Volksfesten Brandenburgs. Seinen Abschluss findet die dreitägige Veranstaltung in einem Festumzug durch die Stadt.[9]
Headbanging Oldstyle 1/8 Mile Racing [Bearbeiten]
Seit 2000 findet immer am ersten Septemberwochenende auf der Start- und Landebahn des alten Militärflugplatzes von Finsterwalde/Schacksdorf eines der größten Hot-Rod Rennen Deutschlands (1/8 Meilenrennen) statt. Einlass ist für Fahrzeuge bis zum Baujahr 1958. An diesen Rennen können Autos und auch Motorräder teilnehmen. Veranstalter sind die Hot Heads East, ein Hot Rod Club aus Finsterwalde.
Finsterwalder Stadtgespräche [Bearbeiten]
Der alte Warenspeicher des Kaufmannshauses "Ad. Bauer's Wwe." dient seit dem Jahr 2000 als Veranstaltungsort der "Finsterwalder Stadtgespräche" und hat hierdurch einen festen Platz im kulturellen Leben der Stadt gefunden. Zu den Teilnehmern gehören Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wissenschaft. Ziel der losen Vortragsreihe ist es, ausgehend von einem Vortrag bzw. einer Lesung über Vergangenes, Aktuelles oder Zukünftiges, in ein zwangloses Gespräch unter und mit den Zuhörern zu kommen. Dabei bildet der alte Warenspeicher in seiner ihm eigenen, überraschenden Umgebung eine einzigartige Kulisse.[10]
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Mittelzentrum [Bearbeiten]
Im Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg vom 31. März 2009 wurde Finsterwalde als eigenes Mittelzentrum festgelegt. Die beiden anderen Zentren Herzberg (Elster) und Elsterwerda, Bad Liebenwerda in Funktionsteilung sind in der Liste der Ober- und Mittelzentren in Brandenburg.
Wachstumskern Metall- und Elektroindustrie [Bearbeiten]
In und um Finsterwalde konzentrieren sich vorrangig Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie. Seit 1922 fertigt die Unternehmensgruppe Kjellberg Finsterwalde Schweißautomaten, Schweißelektroden und mit wachsendem Erfolg Plasmaschneidtechnik (2004: Marktführer in Europa). Weitere große Unternehmen in dieser Region sind das Drahtwerk (seit 2007: voestalpine Draht Finsterwalde GmbH), das Schraubenwerk, die Finsterwalder Maschinen- und Anlagenbau GmbH (FIMAG) und die Industriegalvanik GmbH (GALFA Industriegalvanik).
Insgesamt umfassen die Unternehmen der Branche rund 1.500 Beschäftigte. Finsterwalde ist damit in Südbrandenburg das Zentrum der Metall- und Elektroindustrie.
Die meisten der Unternehmen sind heute in einem stabilen Netzwerk verankert, das sich in Südbrandenburg, Nordsachsen und Ost-Sachsen-Anhalt etabliert hat und als ARGE Metall- und Elektroindustrie Südbrandenburg einen dezentralen Cluster-Ansatz darstellt.
Finsterwalde ist Mitglied im Wachstumskern Westlausitz.
Mit dem Solarpark Finsterwalde im ehemaligen Tagebaugebiet Klettwitz-Nord wurde die drittgrößte Photovoltaikanlage Deutschlands mit 41 Megawatt Nennleistung errichtet, die mit zwei weiteren Ausbaustufen 80 Megawatt erreicht. Damit wurde der Solarpark 2011 die größte derartige Anlage in der BRD und die drittgrößte der Welt. Projektentwickler ist das deutsche Unternehmen Q-Cells. Über komplizierte marktwirtschaftliche Mechanismen wurde ein chinesisches Unternehmen Mehrheitsgesellschafter und die Module kommen vertraglich gebunden bis 2018 hauptsächlich aus der VR China, die damit erheblich von den hohen deutschen Subventionen in die Solarbranche profitiert.[11]
Autobahnen und Bundesstraßen [Bearbeiten]
Durch Finsterwalde führt die B 96 (Sassnitz–Zittau). Die Anschlussstellen Bronkow sowie Großräschen der A 13 (Berlin–Dresden) liegen 17 km bzw. 18 km weit entfernt.
Bahnverkehr [Bearbeiten]
Der Bahnhof Finsterwalde wurde im Zuge des Streckenbaus durch die Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn errichtet und ist heute ein Bahnhof der elektrifizierten Bahnverbindung Leipzig und Halle nach Cottbus, es verkehren hier der RE 10 Cottbus-Leipzig und die RB 43 Cottbus-Falkenberg/Elster. Bis in die 1960er Jahre hinein zweigten von hier aus auch die Strecken nach Crinitz–Luckau sowie nach Schipkau ab. Letztere wurde bis 1949 von der Schipkau-Finsterwalder Eisenbahn betrieben. Eine weitere Verbindung bestand bis 2006 mit der nahe gelegenen Stadt Großräschen. Der RE 3 verkehrte hier bis 2006 zwischen Ruhland, Senftenberg, Großräschen, Finsterwalde, Wünsdorf und Berlin.[12]
Flugverkehr [Bearbeiten]
Am westlichen Stadtrand von Finsterwalde befindet sich der Sonderlandeplatz Finsterwalde-Heinrichsruh (ICAO Code: EDAS), im Finsterwalder Volksmund "Segelflugplatz" genannt. Der Flugplatz besitzt eine Grasbahn mit einer Länge von 980m. Hier betreibt seit 1990 wieder die Flugsportvereinigung "Otto Lilienthal" e.V. den im Jahr 1979 stillgelegten Flugplatz. Regelmäßig finden hier Flugfeste statt, die sich einer großen Beliebtheit erfreuen. Die Berechtigung zum Führen eines Segelflugzeuges kann hier im Verein erworben werden.
Am südlichen Stadtrand von Finsterwalde befindet sich der Sonderlandeplatz „Lausitz-Flugplatz“ (ICAO Code: EDUS; GPS-Koordinaten: 51°36'45" N / 13°44'28" E). Er besitzt zwei Start- und Landebahnen (eine Betonbahn, 2.470 m Länge, 30 m Breite, zugelassen bis 14.000 kg MTOM und eine Grasbahn, 885 m Länge, 40 m Breite, zugelassen bis 2.000 kg MTOM). Im Finsterwalder Volksmund "Russenflugplatz" genannt. Zu DDR-Zeiten unterstand das Gelände dem sowjetischen Militär und es starteten an drei Tagen in der Woche MiGs zu Kontroll- und Übungsflügen. Auf der Start- und Landebahn findet hier am ersten September-Wochenende das Hot-Rod-Rennen statt.
Öffentlicher Nahverkehr [Bearbeiten]
Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Busse der Nahverkehr Elbe-Elster GmbH aus Finsterwalde (Grabin).
Bildung [Bearbeiten]
In Finsterwalde befindet sich das Sängerstadt-Gymnasium, eine Oberschule, eine allgemeine Förderschule und drei Grundschulen sowie ein Oberstufenzentrum, eine Kreisvolkshochschule und eine Regionalstelle der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“.
Bis Mitte 2006 hatte Finsterwalde zwei Gymnasien. Neben dem Sängerstadt Gymnasium wurde das Janusz-Korczak-Gymnasium unterhalten. Dessen Gebäude gehört seit den Sommerferien 2006 zum Sängerstadt-Gymnasium. Ebenfalls wurden die Gesamtschule und die Realschule zu einer Oberschule zusammengefasst.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Charlott Arndt (* 1992), Bahnradsportlerin
- Peter Aufgebauer (* 1948), Historiker
- Henning Bommel (* 1983), Bahn- und Straßenradrennfahrer
- Inge Deutschkron (* 1922), deutsch-israelische Journalistin und Autorin
- Thomas Eisfeld (* 1993), Fußballspieler
- Peter Ensikat (1941-2013), Schriftsteller und Kabarettist
- Catrin Große (* 1964), Malerin, Grafikerin und Bildhauerin
- Diethard Haas (* 1942), Politiker (CDU) und ehemaliger Landrat
- Rainer Hanschke (* 1951), ehemaliger Geräteturner
- Johannes Hennings (1900–1973), Politiker (GB/BHE)
- Detlef Irrgang (* 1966), Fußballspieler
- Sonja Kesselschläger (* 1978), Leichtathletin – Siebenkämpferin
- Julia-Maria Köhler (* 1978), Schauspielerin
- Pancraz Krüger (1546-1614), Humanist und Pädagoge
- Peggy Kuznik (* 1986), Fußballspielerin
- Christoph Lehmann (1568-1638), war ein Schriftsteller und Stadtschreiber in Speyer
- Franz Löschke (* 1989), Triathlet
- Christine Maertin (* 1960), als (Christine Ober) ehemalige Badmintonspielerin
- Gottfried Mai, Pfarrer und Autor
- Richard Meininger (1925-2009), Clown Ball Ricco
- Michael Münster (1901-1986), Politiker (NSDAP), MdR
- Otto Ostrowski (1883-1963), Bürgermeister von Finsterwalde in den 1920er Jahren (SPD)
- Stephanie Pohl (* 1978), Beachvolleyballspielerin
- Andrea Pohling (* 1966), ehemalige Badmintonspielerin
- Carmen Prinz (* 1960), ehemalige Badmintonspielerin
- Dan Radtke (* 1963), Radrennfahrer
- Hans-Jürgen Riediger (* 1955), Fußballspieler
- Hans Richter (1905-1962), Politiker (NSDAP) und Journalist
- Peggy Richter (* 1973), ehemalige Badmintonspielerin
- Louis Schiller, Hauptlehrer, Pädagoge und aktiver Bürger, Namensgeber für die Louis-Schiller-Medaille
- Dirk Schoedon (* 1964), Schauspieler
- Petra Schubert (* 1968), (verheiratete Petra Mews) ehemalige Badmintonspielerin
- Bernd-Erwin Schramm (* 1948), Oberbürgermeister von Freiberg (Sachsen)
- Mario Schröder (* 1965), Tänzer und Choreograf
- Walter Schultze (1907-1976), war ein Fabrikant und Unternehmer, Erfinder von Induktionswärmeanlagen
- Klaus Skobowsky (* 1958), ehemaliger Badmintonspieler
- Silvio Warsönke (* 1967), Leichtathlet
- Peter Weber (* 1938), Geräteturner
- Helfried Wunderlich (1930-1969), ehemaliger Badmintonspieler
Literatur [Bearbeiten]
- Gericke, Wilhelm u. Mai, Gottfried: Geschichte der Stadt Finsterwalde und ihrer Sänger; Augsburg 1979, 432 S.
- Ernst, Rainer u. Weber, Olaf: Finsterwalde. Ein Lesebuch zur Geschichte der Stadt; Finsterwalde, 1994.
- Woitzik, Manfred: Genius Loci, Finsterwalder Siedlungs- und Baugeschichte; Verein der Freunde und Förderverein des Kreismuseums Finsterwalde e.V.; 2010; ISBN 978-3-9811107-0-8
Fußnoten und Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
- ↑ a b Hauptsatzung der Stadt Finsterwalde vom 25.02.2009 PDF
- ↑ Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg - Stadt Finsterwalde
- ↑ a b c Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 19.4 Landkreis Elbe-Elster PDF
- ↑ Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg Online als PDF-Datei (348 kB)
- ↑ Bevölkerungsprognose für das Land Brandenburg 2009-2030, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Abgerufen 24. Mai 2012 (PDF; 2,5 MB)
- ↑ Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
- ↑ Der Tierpark Finsterwalde auf der städtischen Homepage
- ↑ Webseite des Sängerfestes
- ↑ Webseite der Finsterwalder Stadtgespräche
- ↑ Solarmarkt zieht Chinesen an. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. August 2010
- ↑ RE 3 Chronologie, pro-bahn.de
Weblinks [Bearbeiten]
- Internetseite von Finsterwalde
- Finsterwalde: Bilder
- Webseite des Sängerstadtmarketing e.V. und der Touristinformation
- Webseite der Finsterwalder Stadtgespräche
- Links zum Thema Finsterwalde im Open Directory Project
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