Merzdorf (Elbe-Elster)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Merzdorf (Elbe-Elster) führt kein Wappen
Merzdorf (Elbe-Elster)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Merzdorf (Elbe-Elster) hervorgehoben
51.413.533333333333100Koordinaten: 51° 24′ N, 13° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Amt: Schradenland
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 12,73 km²
Einwohner: 863 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04932
Vorwahl: 03533
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 336
Adresse der Amtsverwaltung: Großenhainer Straße 25
04932 Gröden
Webpräsenz: www.amt-schradenland.de
Bürgermeister: Dr. Hartmut Zirm (CDU)
Lage der Gemeinde Merzdorf (Elbe-Elster) im Landkreis Elbe-Elster
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Merzdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster im Süden von Brandenburg. Die Gemeinde gehört dem Amt Schradenland mit Sitz in der Gemeinde Gröden an.

Geografie[Bearbeiten]

Merzdorf ist die kleinste der vier Schradenlandgemeinden und liegt im südöstlichen Teil des Landkreises Elbe-Elster in unmittelbarer Nähe der Stadt Elsterwerda. Zu Merzdorf gehört der Ortsteil Seifertsmühl.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Merzdorf, früher auch Mertensdorf genannt, wurde 1406 als Mertinsdorff erstmals erwähnt. Der Name bedeutet Dorf des Martin/Mertin.[2]

1580 wurde das Rittergut in Merzdorf, das sich ursprünglich im Besitz der Herren von Köckritz befand, an den Herrn Pflugk zu Frauenhain verkauft. 1612 kam es in den Besitz der Familie Milkau, 1701 erwarb es die Familie Bose. Weitere Besitzer waren die Herren von Kirchbach (1704), Heinrich von Witzleben (1708), und 1727 Gottlieb Schmidt, dessen Familie es bis 1819 behielt. Dann erwarb es Karl Oberweg, der es aber 1844 an den Freiherrn von Rochow verkaufte.

Die 1725 beantragte Umpfarrung zu Gröden wurde abgelehnt. Kirchlich gehörten Merzdorf und Seifertsmühl zu dem fünf Kilometer entfernten Frauenhain. Die Kinder von Merzdorf und Seifertsmühl wurden in Merzdorf von zwei Lehrern unterrichtet.

1827 wurden die Hutungspläne unter die 27 Besitzer verteilt. Für die Holznutzung im Schradenwald erhielt jeder Hüfner bei der Ablösung dieser Rechte 9½ Morgen Land im Merzdorfer Busch. Größere Brände gab es 1832 und 1833. Am 1. Januar 1935 wurde das benachbarte Seifertsmühl nach Merzdorf eingemeindet.[3]

Die Landwirtschaft ist immer die Haupteinnahmequelle des Ortes gewesen. Merzdorf und Seifertsmühl produzierten noch Anfang des 20. Jahrhunderts 1.000 t bis 3.000 t Zwiebeln pro Jahr, die hauptsächlich in die Städte in Sachsen verkauft wurden. Aber auch Gurken und Möhren wurden angebaut. Das Vorwerk Karlsborn wurde auch halbe Meile genannt, weil es genau so weit von Merzdorf entfernt liegt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 10 Gemeindevertretern.

  • CDU 5 Sitze
  • SV Merzdorf/Gröden 2 Sitze
  • FF 1 Sitz
  • HV Merzdorf 1 Sitz
  • SenVer e.V. 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
Merzdorf:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
[4]
Jahr Einwohner
1875 400
1890 450
1925 848
1933 842
1939 891
1946 1207
1950 1154
1964 1130
1971 1117
1981 1112
Jahr Einwohner
1985 1163
1989 1155
1990 1129
1991 1102
1992 1081
1993 1083
1994 1076
1995 1075
1996 1072
1997 1066
Jahr Einwohner
1998 1053
1999 1046
2000 1030
2001 1029
2002 996
2003 988
2004 982
2005 962
2006 952
2007 947
Jahr Einwohner
2008 935
2009 912
2010 904
2011 878
2012 863

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[5].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Merzdorf und in der Liste der Bodendenkmale in Merzdorf (Elbe-Elster) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Der Glockenturm

Freizeit[Bearbeiten]

In Merzdorf befindet sich ein Freibad, das sich als einziges in der näheren Umgebung über die Jahre erhalten konnte. Das Freibad entstand in den 60er Jahren (Baujahr 1967/ 1968) auf dem Gelände eines Moores. Trotz der Schwierigkeiten, die der schlammige und moorige Untergrund Jahr für Jahr mit sich führte, wurde das Freibad immer wieder instand gesetzt und weiterentwickelt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Luise Grundmann, Dietrich Hanspach (Verf.), Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akad. der Wissenschaften zu Leipzig (Hrsg.): Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2005, ISBN 3-412-10900-2.

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda Emilia Crome, Akademie-Verlag Berlin, 1968
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg, S. 35 Online als PDF-Datei
  4. Gebietsstand: 1. Januar 2013
  5. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  6. Deutsche Biographische Enzyklopädie L

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Merzdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien