Leopold (Lothringen)

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Leopold von Lothringen

Leopold Joseph von Lothringen (* 11. September 1679 in Innsbruck; † 27. März 1729 in Lunéville) war von 1690 bis 1729 Herzog von Lothringen.

Leben[Bearbeiten]

Seine Eltern waren Karl V. von Lothringen und Eleonore Maria Josepha, Tochter von Kaiser Ferdinand III. Er wuchs in Innsbruck bei seiner Mutter auf, einer Frau von überragendem Verstand und großer Strenge, während sein Vater im Krieg gegen die Türken glänzte. Als sein Vater 1690 starb, wurde er formell Herzog von Lothringen und Bar unter der Regentschaft seiner Mutter. Diese Gebiete waren zu dieser Zeit noch französisch besetzt.

Er wurde nach Wien gebracht, um von seinem Onkel und Paten Kaiser Leopold I. militärisch erzogen zu werden. Er wuchs heran mit seinen beiden Cousins Joseph und Karl, die beide einmal die Kaiserkrone, als Joseph I. und Karl VI., tragen sollten. Ihnen stand er zeitlebens nahe, persönlich, politisch und religiös.

Im Jahr 1694 nahm er an der Belagerung von Temeswar teil. Während des pfälzischen Erbfolgekrieges befehligte er 1697 Truppen am Rhein. Nach dem Frieden von Rijswijk erhielt er das Herzogtum Lothringen von den Franzosen zurück. Er musste allerdings Longwy und Saarlouis abtreten.

Er kam 1668 in seiner Hauptstadt Nancy an. Politisch blieb er neutral. In Hinblick auf die Staatsorganisation orientierte er sich am Vorbild Frankreichs. Er hat Handel und Gewerbe unter anderem durch Gründung von Manufakturen gefördert.

Trotz seiner Neutralität im spanischen Erbfolgekrieg wurde im Jahr 1702 Nancy durch Truppen Ludwig XIV. besetzt. Leopold musste sich nach Luneville zurückziehen. Dort ließ er das Schloss zu einem Großteil neu errichten. Ein in Nancy geplantes neues Schloss wurde nicht verwirklicht. In der Nähe der Stadt ließ er das Schloss La Malgrange bauen, das neben dem Schloss Luneville zu seiner bevorzugten Residenz wurde. Dennoch bemühte er sich auch um die Verschönerung und den Ausbau von Nancy. Er ließ eine neue Kathedrale bauen. Außerdem ließ er die Oper errichten und erneuerte die Befestigungswerke. Er gründete eine Akademie für Bildhauerei und Malerei.[1]

Im Jahr 1710 beanspruchte er das Herzogtum Mantua als Erbe, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Als Ausgleich erhielt er das Herzogtum Teschen in Schlesien. Mit dem Beginn der Herrschaft von Ludwig XV. verbesserten sich seine Beziehungen zu Frankreich wieder.

Der Herzog betrieb eine zielstrebige Heiratspolitik, um einen seiner Söhne mit einer Tochter Karl VI. zu verheiraten. Die Erziehung am Wiener Hof sollte dazu beitragen. Im Jahr 1723 konnte Franz Stephan von Lothringen nach Österreich reisen, um dort erzogen zu werden. Später heiratete er dann die Kaisertochter Maria Theresia.

Im März 1729 stürzte der sehr populäre Herzog während der Jagd in einen Graben und verstarb wenige Tage später, betrauert von seinen Untertanen, im Alter von nur 49 Jahren.

Nachkommen[Bearbeiten]

Élisabeth Charlotte de Bourbon-Orléans

Leopold heiratete am 13. Oktober 1698 in Fontainebleau Élisabeth Charlotte de Bourbon-Orléans (1676–1744), Tochter von Philipp I., Herzog von Orléans und Liselotte von der Pfalz. Ihre dreizehn Kinder waren:

Vorfahren[Bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Franz II. von Lothringen (1572–1632)
 
 
 
 
 
 
 
Nikolaus II. von Lothringen (1630–1686)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christine von Salm (1575–1627)
 
 
 
 
 
 
 
Karl V. Leopold (1643–1690)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Heinrich II. der Gute (1563–1624)
 
 
 
 
 
 
 
Claudia von Lothringen (1612–1648)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Margarita Gonzaga (1591–1632)
 
 
 
 
 
 
 
Leopold (1679–1729)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ferdinand II. (1578–1637)
 
 
 
 
 
 
 
Ferdinand III. (1608–1657)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria Anna von Bayern (1574–1616)
 
 
 
 
 
 
 
Eleonore Maria Josefa von Österreich (1653–1697)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Carlo II. Gonzaga (1609–1631)
 
 
 
 
 
 
 
Eleonora Magdalena Gonzaga von Mantua-Nevers
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria Gonzaga (1609–1660)
 
 
 
 
 
 

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Elisabeth Schrauth: Karlsruhe, Nancy: eine deutsch-französische Städtepartnerschaft. Karlsruhe 2005, S. 33.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Karl V. Herzog von Lothringen
1690–1729
Franz I. Stephan