Lier (Belgien)
| Lier | ||
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| Staat | Belgien | |
| Region | Flandern | |
| Provinz | Antwerpen | |
| Bezirk | Mecheln | |
| Koordinaten | 51° 8′ N, 4° 34′ O51.1302777777784.57027777777786Koordinaten: 51° 8′ N, 4° 34′ O | |
| Fläche | 49,7 km² | |
| Einwohner (Stand) | 34.123 Einw. (1. Jan. 2011) | |
| Bevölkerungsdichte | 687 Einw./km² | |
| Höhe | 6 m | |
| Postleitzahl | 2500 | |
| Vorwahl | 015 | |
| Bürgermeister | Marleen Vanderpoorten (Open VLD) | |
| Adresse der Stadtverwaltung |
Grote Markt 57 2500 Lier |
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| Webseite | www.lier.be | |
Lier (französisch: Lierre) ist eine Gemeinde und Stadt in der belgischen Provinz Antwerpen, zehn Kilometer südöstlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt. Die Gemeinde Lier, zu der auch das Dorf Koningshooikt (mit dem Stammsitz der Firma van Hool) gehört, hat 34.123 Einwohner (Stand 1. Januar 2011).
Die Stadt liegt am Fluss Nete.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Stadt soll 760 vom Missionar Gummarus gegründet worden sein. Die Stadtrechte erhielt Lier im Jahr 1212. Im Mittelalter war die Tuchindustrie bedeutend. Im 15. Jahrhundert wollte Herzog Jan IV. den Bürgern von Lier für ihre Dienste während seines Kampfes gegen die Bewohner von Mecheln danken. Sie konnten ihre Belohnung selbst auswählen: ein Viehmarkt mit Schafschlachterei oder eine Universität. Sie entschieden sich für das Stapelrecht von Vieh, eine Entscheidung, die für Lier sehr lukrativ war, denn für jede Region wurde nur ein Viehmarkt erlaubt. So verlagerte sich der Viehmarkt von Wespelaar nach Lier, und der Herzog seufzte der Legende nach: „Ach, diese Schafsköpfe“. Seit dieser Zeit werden die Einwohner wie auch die Fans des Lierse SK als Schapenkoppen bezeichnet.[1]
Nach 1600 ging die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zurück.
Im Ersten Weltkrieg hatte Lier stark zu leiden und wurde stark beschädigt. Im August und September 1914 fallen ersten Bomben der Deutschen. Im Oktober 1914 wurde die Stadt von der deutschen Armee geplündert. Nach dem Abzug der deutschen Truppen im November 1918 begann der Wiederaufbau.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Es gibt in Lier viele kleinere Industrie- und Handelsbetriebe. Der Tourismus ist bedeutend. Lier ist ein Einkaufs- und Marktzentrum für die Umgebung. Lier hat außerdem auch eine Kunstakademie.
Sport [Bearbeiten]
Der Lierse SK spielt Fußball in der ersten Liga und trägt seine Spiele im Herman Vanderpoortenstadion (14.538 Plätze) aus. Die Mannschaft wurde in den Jahren 1932, 1942, 1960 und 1997 belgischer Meister.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Die mittelalterliche St. Gummaruskirche ist dem Schutzpatron der Stadt gewidmet (→Lage51.1300034.574549).
- Die ebenfalls mittelalterliche St. Pieterskapelle ist das älteste Gebäude der Stadt (→Lage51.1304834.574901).
- Der Beginenhof gehört seit 1998 zum UNESCO-Welterbe „Flämische Beginenhöfe”. Er umfasst mehrere Gassen mit 162 Gebäuden und ist damit einer der Größten seiner Art (→Lage51.1279774.567865).
- Das Rathaus mit Belfried gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe „Belfriede in Belgien und Frankreich” (→Lage51.1310274.569635).
- Der Marktplatz am Rathaus (Grote Markt) ist von Gebäuden des Barock und der Renaissance umgeben.
- Der Zimmerturm (Zimmertoren) oder auch Corneliusturm ist benannt nach dem Uhrmacher Louis Zimmer, der 1930 anlässlich der Jahrhundertfeier der belgischen Unabhängigkeit seine mechanische Kunstuhr (Jubiläumsuhr) in den mittelalterlichen Corneliusturm einbaute und damit seiner Heimatstadt ein einmaliges Kunstwerk schenkte (→Lage51.1291184.570162). In einem Nebengebäude ist eine weitere astronomische Uhr Zimmers mit 93 Zifferblättern und 14 Automaten untergebracht, die 1939 auf der Weltausstellung in New York zu sehen war.
- Das Gefangenentor (Gevangenenpoort) war Teil der alten Stadtmauer und wurde im 19. Jh. als Gefängnis genutzt (→Lage51.12974.568847).
- Es gibt einige wenige Gebäude im Jugendstil, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen: Mechelsestraat 63 (1905 erbaut von Edward Careels; →Lage51.1310444.56383), Kluizeplein 23 (→Lage51.1292594.577752), Kolveniersvest 12 (→Lage51.1331384.567216), Baron Opsomerlaan 59 (→Lage51.131044.561895)
- Die Stadt hat einige kleinere Museen.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Guillaume-Gommaire Kennis (1717–1789), Violinist, Komponist und Kapellmeister
- Josephus Laurentius Dyckmans (1811–1888), Maler
- Jan Van Beers (1852–1927), Maler der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert
- Henri Luyten (1873–1954), Radrennfahrer
- Felix Timmermans (1886–1947), Schriftsteller und Maler
- Louis Zimmer (1888–1970), Uhrmacher und Erbauer der Jubiläumsuhr im Zimmerturm, dem damit verbundenen astronomischen Studio und der Wunderuhr. Er ist Ehrenbürger der Stadt Lier.
- Gaston Eyskens (1905–1988), Staatsmann und mehrfacher Premierminister des Landes
- Bernard Voorhoof (1910–1974), dreifacher Fußball-WM-Teilnehmer und Rekordtorschütze der belgischen Nationalmannschaft
- Raymond Ceulemans (* 1937), Billardspieler, 34-facher Weltmeister und 43-facher Europameister
- Jan Ceulemans (* 1957), Fußballspieler
- Chris Dercon (* 1958), Kurator
- Willem Van Eynde (* 1960), Radrennfahrer
- Nancy Celis (* 1966), belgische und deutsche Volleyballspielerin
- Nico Van Kerckhoven (* 1970), Fußballspieler
- Sven Vermant (* 1973), Fußballspieler
- Carl Hoefkens (* 1978), Fußballspieler
- Nick Nuyens (* 1980), Radrennfahrer
- Yanina Wickmayer (* 1989), Tennisspielerin
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website der Stadt (niederländisch)
- Illustration von Frans Hogenberg von 1582: „Simpel ein Capitein und Schott, Veracht sein eher, traw, eidt und Gott, Brent die Stat Lier in große noth ...“ (Digitalisat der ULB Düsseldorf)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Hinweis bei Tourismuslier abgerufen am 23. Juli 2012
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