Lingolsheim

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Lingolsheim
Wappen von Lingolsheim
Lingolsheim (Frankreich)
Lingolsheim
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Strasbourg-Campagne
Kanton Illkirch-Graffenstaden
Koordinaten 48° 33′ N, 7° 41′ O48.55757.6830555555556145Koordinaten: 48° 33′ N, 7° 41′ O
Höhe 139–150 m
Fläche 5,69 km²
Einwohner 16.703 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 2.936 Einw./km²
Postleitzahl 67380
INSEE-Code
Website http://www.lingolsheim.fr/

Mairie Lingolsheim

Lingolsheim ist eine französische Stadt mit 16.703 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass. Sie gehört zum Stadtverband Straßburg,[1] also dem unmittelbaren Ballungsraum um Straßburg.

Geografie[Bearbeiten]

Lingolsheim liegt 6 Kilometer südwestlich von Straßburg zwischen den Nachbargemeinden Eckbolsheim im Norden und Ostwald im Südosten. Die Bruche fließt durch das Gemeindegebiet[2] und die D392 führt durch die Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Ausgrabungen auf dem Gemeindegebiet wurden Funde von Artefakten aus der Bandkeramischen Kultur dem Frühneolithikum (5.500–5.000 v. Chr.) gemacht. Die Großgartacher Kultur hinterließ 42 Gräber aus dem Mittelneolithikum (5.000–4.500/4.300 v. Chr.) und die Michelsberger Kultur (4.400–3.500 v. Chr.) hinterließ zwei Gräber, Letztere sind besonders interessant weil in einem Grab ein menschlicher Schädel gefunden wurde an dem man Trepanationen vorgenommen hatte. Es gibt nur zwei solche Funde im Elsass. Aus der Späten Bronzezeit wurde ein Gräberfeld der Urnenfelderkultur (1300-800 v. Chr.) gefunden, das 21 Gräber und 60 Urnen umfasst.

Ein Friedhof mit acht Grabstätten aus der Merowingerzeit (5.-8. Jahrhundert) befindet sich zwischen Lingolsheim und Geispolsheim. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde die Stadt als Lingolsvesheim im 12. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit wurde sie Lingolsvisheim und Lingolslzheim genannt. Erst 1620 wurde sie zum ersten Mal urkundlich mit dem heutigen Namen genannt. Der Ortsname entstand aus dem germanischen Namen Lingolf und der fränkischen Ortsnamensendung „-heim“.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 7738 8287 10.479 14.688 16.480 16.860 16.954

Wirtschaft, Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg war Lingolsheim als "Hauptstadt des Leders" bekannt, da sich dort mit Adler & Oppenheimer eines der größten Lederwerke der damaligen Zeit befand. Nach Beschlagnahme des Unternehmens 1919 wurde die Fabrik in Lingolsheim an französische Investoren verkauft. Der Betrieb firmierte dann als "Tanneries de France".[4]

Lingolsheim ist mit zwei Blumen im Conseil national des villes et villages fleuris (Nationalrat der beblümten Städte und Dörfer) vertreten.[5] Die „Blumen“ werden im Zuge eines regionalen Wettbewerbs verliehen, wobei maximal drei Blumen erreicht werden können.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lingolsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die CU Straßburg auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt (französisch) Abgerufen am 8. Januar 2010
  2. Lingolsheim auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 8. Januar 2010
  3.  Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. 2, Librairie Droz, 1996, ISBN 9782600001335, S. 815 (in Google Books, abgerufen am 8. Januar 2009). (französisch)
  4. http://www.lingolsheim.fr/decouvrir_lingo/cuir.html
  5. Bas-Rhin, Palmarès des communes labellisées (französisch) Abgerufen am 8. Januar 2010