Département Bas-Rhin

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Bas-Rhin
Wappen des Departements Bas-Rhin
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Über dieses Bild
Region Elsass
Präfektur Strasbourg
(2 arrondissements:
Strasbourg-Ville,
Strasbourg-Campagne)
Unterpräfektur(en) Haguenau
Molsheim
Saverne
Sélestat
Wissembourg
Einwohner 1.099.269 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 231 Einw. pro km²
Fläche 4.755 km²
Arrondissements 7
Kantone 44
Gemeinden 527
Präsident des
Generalrats
Guy-Dominique Kennel[1]
ISO-3166-2-Code FR-67

Das Département Bas-Rhin [bɑˈʀɛ̃] (dt.: Nieder-Rhein) ist das französische Département mit der Ordnungsnummer 67. Es liegt im Osten des Landes und bildet zusammen mit dem Département Haut-Rhin (dt. Ober-Rhein) die Region Elsass. Die Namen beider Départements ergeben sich aus dem Lauf des Rheins in Frankreich, der dessen Staatsgrenze zu Deutschland bildet. Im Deutschen wird Bas-Rhin auch als Unterelsass bezeichnet. Laut einer Umfrage beherrschen 46 % der Einwohner noch einen indigenen alemannischen Dialekt. Damit ist der Dialekt hier weiter verbreitet als im Département Haut-Rhin.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Das Département grenzt im Norden an das Bundesland Rheinland-Pfalz, im Osten an das Bundesland Baden-Württemberg, im Süden an das elsässische Département Haut-Rhin, im Südwesten an die Départements Vosges und Meurthe-et-Moselle sowie im Westen an das Département Moselle der Region Lothringen.

Das Département liegt im Norden des Elsass. Die östliche Grenze des Départements bildet der Rhein, im Westen ziehen sich die nördlichen Ausläufer der Vogesen durch das Departement. Im Norden grenzt es an den Pfälzerwald.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein weißer Schrägrechtsbalken mit einem Lilienmäander beidseitig.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und ältere Geschichte[Bearbeiten]

Das Département wurde während der französischen Revolution am 4. März 1790 aus dem nördlichen Teil der bis dahin bestehenden Provinz Alsace gebildet. Es untergliederte sich in die vier Distrikte (frz.: districts) Haguenau, Benfeld, Strasbourg und Wissembourg, den Vorläufern der Arrondissements. Das Département und die Distrikte untergliederten sich in 32 Kantone und hatten etwa 400.000 Einwohner. Hauptstadt war bereits damals Straßburg.

Nach der Annexion der Grafschaft Saarwerden durch Frankreich 1794 (heute Alsace bossue/Krummes Elsass) wurde als fünfter Distrikt Sarre-Union gegründet. Aus dem Distrikt Benfeld wurde der Distrikt Schlettstadt.

Die Arrondissements (dt.: Gemeindebezirke) Barr (anstelle von Schlettstadt), Saverne (anstelle von Sarre-Union), Strasbourg und Wissembourg wurden am 17. Februar 1800 eingerichtet. Am 10. Februar 1806 wurde Barr wieder durch Schlettstadt ersetzt.

1809[3] folgten 63[3] bzw. 66 Familien,[4][5] die überwiegend aus der durch die Napoleonischen Kriege verheerten Südpfalz stammten, der Einladung von Zar Alexander I.[6] und wanderten nach Russland aus, wo sie die Mutterkolonie Landau gründeten. Die meisten Familien der Elsässer kamen aus dem Kanton Weißenburg, die Pfälzer aus den Kreisen Germersheim, Bergzabern, Landau und Pirmasens.

Durch den Wiener Kongress 1815 verlor das Département einen heute zur Südpfalz gehörenden nördlichen Teil, unter anderem die Stadt Landau in der Pfalz.

Bezirk Unterelsaß[Bearbeiten]

Bezirk Unterelsaß 1890

Vom 10. Mai 1871 (Friede von Frankfurt) bis zum 28. Juni 1919 (Friedensvertrag von Versailles) war das Département Teil des Deutschen Kaiserreiches. Als Bezirk Unterelsaß gehörte es zum Reichsland Elsaß-Lothringen. Der Bezirk untergliederte sich in die acht Kreise Erstein, Hagenau, Molsheim, Schlettstadt, Straßburg (Stadt), Straßburg (Land), Weißenburg (wie gehabt) und Zabern (wie gehabt). Der Bezirk umfasste 4.778 km² und hatte 1885 612.077 Einwohner.

An der Spitze des Bezirks stand ein Bezirkspräsident. Bezirkspräsidenten waren:[7]

Präsident Amtszeit
Graf Friedrich von Luxburg 1870–1871 (komm.)
Dr. Karl Adolph Ernst von Ernsthausen 1871–1875
Carl Ledderhose 1875–1880
Otto Back 1880–1886
Joseph von Stichaner 1886–1889
Julius Freiherr von Freyberg-Eisenberg 1889–1898
Alexander Halm 1898–1907
Otto Pöhlmann 1907–1918

Die Volksvertretung im Bezirk war der Bezirkstag. Dieser wählte 10 Mitglieder (ab 1879: 13) in den Landesausschuss des Reichslandes Elsaß-Lothringen bis 1911 mit der Verfassung der Landtag eingerichtet wurde.

Seit Ende des Ersten Weltkriegs[Bearbeiten]

Nachdem das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg verloren hatte, wurde der Bezirk Unterelsaß wieder französisch. Von der französischen Republik wurde die Untergliederung in Kreise (= Arrondissements) komplett übernommen. Der Kreis Zabern wurde zum Arrondissement Saverne, Straßburg (Stadt) zu Strasbourg-Ville, Straßburg (Land) zu Strasbourg-Campagne und Schlettstadt zu Sélestat.

Am 24. Mai 1974 wurden die Arrondissements Erstein und Sélestat zu Sélestat-Erstein mit dem Verwaltungssitz Sélestat zusammengelegt.

Städte[Bearbeiten]

Die bevölkerungsreichsten Gemeinden des Départements sind:

Stadt Einwohner
(2011)
Arrondissement
Strasbourg (Straßburg) 272.222 Strasbourg-Ville
Haguenau (Hagenau) 34.619 Haguenau
Schiltigheim 31.633 Strasbourg-Campagne
Illkirch-Graffenstaden (Illkirch-Grafenstaden) 26.467 Strasbourg-Campagne
Sélestat (Schlettstadt) 19.181 Sélestat-Erstein
Bischheim 17.570 Strasbourg-Campagne
Lingolsheim 16.703 Strasbourg-Campagne
Bischwiller (Bischweiler) 12.598 Haguenau
Saverne (Zabern) 11.685 Saverne
Ostwald 11.527 Strasbourg-Campagne

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Karte von Bas-Rhin mit Arrondissements

Das Département Bas-Rhin gliedert sich in 7 Arrondissements, 44 Kantone und 527 Gemeinden:

Arrondissement Einwohner
(2011)
Fläche
(km²)
Bev.Dichte
(Einw./km²)
Kantone Gemeinden
Haguenau 130.850 666 196,5 3 56
Molsheim 98.525 745 132,2 5 69
Saverne 93.415 1.003 93,1 6 128
Sélestat-Erstein 152.583 981 155,5 7 101
Strasbourg-Campagne 283.372 684 414,3 8 104
Strasbourg-Ville 272.222 78 3.490 10 1
Wissembourg 68.302 598 114,2 5 68

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Senatoren des Départementes Bas-Rhin[Bearbeiten]

Senatoren des Départementes Bas-Rhin waren:

Wahldauer Name Partei
1920–1928 Lazare Weiller
1920–1936 Michel Diebolt-Weber
1920–1936 Frédéric Eccard Parti démocratique républicain du Bas-Rhin
1920–1927 Nicolas Delsor
1920–1927 Émile Taufflieb
1927–1940 Jean de Leusse
1927–1940 Eugène Müller
1928–1940 Hubert Franz Maria von Andlau-Homburg Union républicaine
1935–1940 Jean-Jacques Urban Union républicaine
1936–1940 Joseph Sigrist
1940–1945 Während der Besatzungszeit gab es keine Senatoren
1946–1947 Alfred Oberkirch
1946–1952 Alfred Westphal
1947–1950 Albert Ehm Mouvement républicain populaire
1948–1958 René Radius
1948–1959 Robert Hoeffel
1950–1952 Alfred Wehrung
1952–1958 Ernest Koessler
1958 Jean-Philippe Bapst
1959–1995 Louis Jung
1959–1977 Michel Kauffmann
1959–1976 Michel Kistler
1959–1968 Paul Wach
1968–1977 Alfred Kieffer
1976–1977 Armand Kientzi
1977–1991 Paul Kauss
1977–1992 Marcel Rudloff
1978–1981 Jean-Paul Hammann
1992–2004 Philippe Richert
1992–1992 André Traband
1993–1995 Jean-Paul Hammann
1995–2004 Daniel Hoeffel
1996–2004 Joseph Ostermann
2005–2010 Philippe Richert
2004–heute Esther Sittler UMP
2004–heute Roland Ries Parti socialiste
2010–heute André Reichardt UMP
2005–heute Fabienne Keller UMP
2005–heute Francis Grignon UMP

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bas-Rhin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bas-rhin.fr/le-conseil-general/le-conseil-general-aujourd-hui/president abgerufen am 4. August 2012
  2. Etude sur le dialecte alsacien Aufgerufen am 4. Februar 2014
  3. a b  Karl Stumpp, Landmannschaft der Deutschen aus Russland (Hrsg.): Die Auswanderung aus Deutschland nach Russland in den Jahren 1763–1862. 9. Auflage. 2009, S. 90.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBeresan District Odessa Newsletter. Juni 1996, S. 4 f., abgerufen am 30. Dezember 2013 (PDF; 471 kB, englisch).
  5. Alfred Eisfeld: 200 Jahre Ansiedlung der Deutschen im Schwarzmeergebiet. Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, S. 5, 17, abgerufen am 30. Dezember 2013 (PDF; 2,0 MB).
  6. Das Ansiedlungsmanifest von Alexander I. migrationsmuseum.it, 20. Februar 1804, abgerufen am 30. Dezember 2013.
  7. Verwaltungsgeschichte


48.5891666666677.7013888888889Koordinaten: 48° 35′ N, 7° 42′ O