Liuzhou

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Lage Liuzhous in China
Lage Liuzhous in Guangxi

Liuzhou (Zhuang: Liujcouh/Liuзcouƅ; chinesisch 柳州市) ist eine bezirksfreie Stadt im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität, in der Volksrepublik China.

Das Verwaltungsgebiet Liuzhous hat eine Fläche von 18.677 km² und ca. 3,54 Millionen Einwohner (Ende 2004). Liuzhou liegt im Zentrum Guangxis und ist daher einer der Verkehrs- und Wirtschaftsknotenpunkte des Gebietes. Industrie: Eisen- und Nichteisenmetallverhüttung, Maschinenbau, Fahrzeugbau. In den ländlichen Gebieten Liuzhous dominiert der Zuckerrohr-Anbau.

Der Fluss Liu windet sich in einem 180°-Bogen durch die Stadt. Er wird von acht Straßen- und einer Eisenbahnbrücke überspannt. Im Frühsommer ist er häufig durch aus dem Quellgebiet mitgebrachte Sedimente gelb gefärbt.

Geschichte[Bearbeiten]

Liuzhou ist eine der ältesten Städte Chinas. In der Nähe wurde ein 70.000 Jahre alter Schädel eines Homo sapiens gefunden. Es handelt sich um die früheste Spur des modernen Menschen in Südostasien. Die Urbevölkerung gehörte dem Volk der Zhuang an, einem Tai-Volk, das vermutlich über Vietnam eingewandert war. 221 v.Chr. wurde die Region unter der Qin-Dynastie in das chinesische Reich eingegliedert. Die Stadt wurde 111 v.Chr. unter dem Namen Tan Zhong gegründet. Seit 592 n.Chr. hieß sie Ma Ping. Unter der Tang-Dynastie wurde sie 742 in Longcheng („Drachenstadt“) umbenannt. Sie diente als Verbannungsort für in Ungnade gefallene Beamte, u.a. für Liu Zongyuan (773-819). 1736 erhielt die Stadt ihren heutigen Namen. In der Nähe der Stadt, in Guiping brach die Taiping-Rebellion (1851-1864) aus, die von Hong Xiuquan angeführt wurde und vermutlich etwa 20 bis 30 Millionen Menschen das Leben kostete.

Im Oktober 1938 versuchte die koreanische Exilregierung von hier aus den Widerstand der Koreaner im Ausland gegen Japan zu organisieren, musste jedoch wegen der japanischen Bedrohung im April fliehen. Die Stadt diente später als Hauptquartier der 14. US-Luftflotte im Luftkrieg gegen Japan. Sie wurde erst im November 1944 von den Japanern erobert und im Juni 1945 von chinesischen und amerikanischen Truppen in stark zerstörtem Zustand zurückerobert.

1942 wurde Ho Chi Minh von der Kuomintang-Regierung in Guangxi festgenommen und lebte nach seiner Freilassung 1943 ein Jahr in Liuzhou. Im Juli 1954 führte er hier Geheimgespräche mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhou Enlai. Während der Kulturrevolution fanden in Liuzhou jahrelange Auseinandersetzungen zwischen verschienden Fraktionen statt.[1]

Administrative Gliederung Liuzhous[Bearbeiten]

Auf Kreisebene setzt sich Liuzhou aus vier Stadtbezirken, vier Kreisen und zwei Autonomen Kreisen zusammen. Diese sind:

  • Stadtbezirk Chengzhong (城中区 = "Stadtmitte"), 125 km², 120.000 Einwohner, Stadtzentrum, Sitz der Stadtregierung;
  • Stadtbezirk Yufeng (鱼峰区), 98 km², 220.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Liunan (柳南区), 162 km², 300.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Liubei (柳北区), 282 km², 330.000 Einwohner;
  • Kreis Liujiang (柳江县), 2.504 km², 540.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Labao (拉堡镇);
  • Kreis Liucheng (柳城县), 2.124 km², 410.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Dabu (大埔镇);
  • Kreis Luzhai (鹿寨县), 3.358 km², 480.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Luzhai (鹿寨镇);
  • Kreis Rong’an (融安县), 2.904 km², 320.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Chang’an (长安镇);
  • Autonomer Kreis Sanjiang der Dong (三江侗族自治县), 2.455 km², 350.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Guyi (古宜镇);
  • Autonomer Kreis Rongshui der Miao (融水苗族自治县), 4.665 km², 470.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Rongshui (融水镇).

Verkehr[Bearbeiten]

Es existieren direkte Flugverbindungen nach Beijing, Chengdu, Chongqing, Guangzhou und Shanghai sowie Zugverbindungen nach Beijing, Shanghai und Xi'an.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Einwohner Liuzhous sprechen Kantonesisch, oft auch Mandarin oder einen vom südwestchinesischen Mandarin abgeleiteten lokalen Dialekt (柳州话 liǔ zhōu huà). Eine größere Zahl von Menschen spricht auch Zhuang (壮语 zhuàng yǔ).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Museum im früheren Hauptquartier der koreanischen Exilregierung[2]
  • Residenz des Kuomintang-Generals Liao Lei (1920er Jahre) im Stadtbezirk Yufeng
  • Ehemaliger Wohnsitz Ho Chi Minhs
  • Mehrere Parks

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.liuzhou.co.uk/liuzhou/history.htm
  2. http://www.asiavtour.com/China_Guangxi%20_Liuzhou_Attractions_a963_s4.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Liuzhou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

24.316666666667109.38333333333Koordinaten: 24° 19′ N, 109° 23′ O