Lotus 78

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Lotus 78

Der Lotus 78 war ein vom britischen Rennteam Lotus gebauter Formel-1-Rennwagen, der 1977 und 1978 in der Weltmeisterschaft zum Einsatz kam.

Der Lotus 78 stellte eine Zäsur im Bau von Monoposto-Rennwagen dar. Der von Colin Chapman in seinen Grundzügen festgelegte Wagen war das erste echte Wing Car der Formel-1-Geschichte und wegweisend für viele Rennwagen, die in der Folge nach diesem Konzept gebaut wurden. Der Aerodynamiker Peter Wright nutzte bei der Konstruktion des 78 den negativen Bodeneffekt.

Durch diesen Effekt wurde der Anpressdruck des Fahrzeugs auf die Fahrbahn bedeutend erhöht. Zusätzlich wurden seitlich am Chassis auf der Fahrbahn schleifende Leisten aus Hartgummi angebracht, die den Raum zwischen dem Unterboden des Fahrzeugs und der Fahrbahn abdichteten, um den Effekt weiter zu verstärken. Diese Konstruktion verschaffte dem Lotus 78 einen dreifach höheren Anpressdruck bei gleichbleibendem Luftwiderstand. Ralph Bellamy und Martin Ogilvie waren für das Monocoque zuständig und wählten eine Aluminium-Verbundbauweise. Die Karosserie war schlank und hatte breite Seitenteile für die Kühler und den Kraftstofftank. Als Antrieb kam das bewährte V8-Agreggat von Cosworth zum Einsatz.

Der Wagen debütierte beim Großen Preis von Argentinien mit Mario Andretti und Gunnar Nilsson am Steuer. Der Lotus 78 war das schnellste Auto der Saison. Schon beim vierten Start, dem Großen Preis der USA-West, steuerte Andretti den 78 zum Sieg. Drei weitere Erfolge waren aber zu wenig, um den beständigen Niki Lauda am zweiten Weltmeistertitel zu hindern. Neben den Siegen in Spanien und Italien siegte Andretti auch beim Rennen in Frankreich, wo er den lange führenden John Watson im Brabham BT45 in der letzten Runden noch abfangen konnte.

Der Schwede Nilsson gewann den Großen Preis von Belgien, sein erster und einziger Grand-Prix-Sieg. Nilssons Landsmann Ronnie Peterson verunglückte 1978 in Monza nach einer Massenkollision am Start in einem Lotus 78 tödlich. Im selben Jahr hatte Peterson den Großen Preis von Südafrika mit dem 78 gewonnen.

1978 wurde der 78 vom Lotus 79 abgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lotus 78 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien