Lowestoft

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Lowestoft
Lowestoft (England)
Lowestoft
Lowestoft

52.47471.7536Koordinaten: 52° 28′ N, 1° 45′ O

Basisdaten
Landesteil England
Region East of England
Shire county Suffolk
District Waveney
Bevölkerung 65.000
Verwaltung
Post town LOWESTOFT
Postleitzahlen­abschnitt NR32, NR33
Vorwahl 01502
Britisches Parlament Waveney

Lowestoft ist die östlichste Stadt Großbritanniens. Sie liegt im Distrikt Waveney in der Grafschaft Suffolk und hat an die 65.000 Einwohner (Stand: 2009). An der Küste befindet sich Ness Point, der östlichste Punkt des Vereinigten Königreiches.

Stadtgeographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt in einer reizvollen, von vielen Wasserwegen geprägten ländlichen Umgebung. Durch den Hafen und die Wasserwege Lake Lothing und Oulton Broad ist Lowestoft in eine Nord- und eine Südhälfte geteilt, die durch zwei Klappbrücken miteinander verbunden sind, wodurch zu Stoßzeiten lange Staus auf beiden Seiten der Stadt entstehen. Lowestoft liegt abseits der großen Verkehrsrouten und Autobahnen. Jahrzehntelange Verhandlungen mit den Planungsbehörden in London und Ipswich mit dem Ziel, die Verkehrsanbindung der Stadt zu verbessern und zumindest die A12 zwischen Ipswich und Lowestoft zweispurig auszubauen, haben bis heute zu keinem abschließenden Ergebnis geführt. Die Einwohner finden sich zum Teil sehr gut mit diesem Zustand ab, zumal so der ruhige und dörfliche Charakter der ostenglischen Landschaft erhalten bleibt.

Im 19. Jahrhundert wurde besonders der Südteil der Stadt stark durch die Tätigkeit des Architekten Samuel Morton Peto (1809-1889) geprägt. Unter seiner Planung wurde der Hafen erweitert, und es entstanden die Strandpromenade und diverse Gebäude und Parks im viktorianischen Stil, wodurch Lowestoft als Badeort für die viktorianische Gesellschaft etabliert wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1665 fand hier die Seeschlacht bei Lowestoft zwischen holländischen und englischen Flottenverbänden statt, die mit einer verheerenden Niederlage der Holländer endete.

Am 3. November 1914 bombardierten Schiffe der deutschen Hochseeflotte Yarmouth und Lowestoft. In beiden Weltkriegen war Lowestoft als östlichster Ort Großbritanniens wiederholt das Ziel deutscher Fliegerangriffe. Diese verursachten erhebliche Zerstörungen. Auch Todesopfer waren zu beklagen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der bis in die 1960er Jahre vorherrschende Fischfang und die damit verbundenen Industrien sind inzwischen fast vollständig zum Erliegen gekommen. Heute sind Lebensmittelindustrie (Birds Eye), Werftbetriebe, Offshore-Zulieferdienste, Bau von Ölplattform-Komponenten und neuerdings Windkraftanlagen die Hauptindustriezweige der Stadt. Die Windturbine am Ness Point, genannt „Gulliver“, wurde 2005 fertiggestellt und zählt derzeit mit 2,75 Megawatt Leistung zu den größten Windkraftanlagen in Großbritannien. Ein 500 MW produzierender Offshore-Windpark, Greater Gabbard, wurde 2012 fertiggestellt.

Auch der Fremdenverkehr spielt eine bedeutende Rolle mit einem mehrfach ausgezeichneten Strand, zwei Piers, zahlreichen Hotels, Wohnwagenparks und Gastronomiebetrieben. Im nördlichen Stadtteil Corton befindet sich zusätzlich der Vergnügungspark Pleasurewood Hills mit Familienattraktionen und Fahrgeschäften. Südlich bei Kessingland liegt der Suffolk Wildlife Park, 2006 umbenannt in „Africa Alive“. Die starken saisonalen Schwankungen unterworfene Arbeitslosenrate liegt allerdings strukturbedingt mit 12% signifikant höher als der Durchschnitt in Suffolk oder im Vereinigten Königreich.

Kulturelles[Bearbeiten]

Lowestoft ist der Geburtsort des Komponisten Benjamin Britten (1913-1976). Auch ein Großteil der Mitglieder der Glam-Rock-Gruppe The Darkness stammt von hier.

Wenige Meilen von der Stadt entfernt befindet sich Somerleyton Hall, der schlossähnliche Sitz der Adelsfamilie Somerleyton. Das viktorianische Gebäude mit Park und Heckenlabyrinth ist der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Autor W.G. Sebald äußerte sich über Lowestoft in seinem Buch „Die Ringe des Saturn. Eine englische Wallfahrt“.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]