Madulain

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Madulain
Wappen von Madulain
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Malojaw
Kreis: Oberengadin
BFS-Nr.: 3783i1f3f4
Postleitzahl: 7523
Koordinaten: 791179 / 16215746.5833289.9333231697Koordinaten: 46° 35′ 0″ N, 9° 56′ 0″ O; CH1903: 791179 / 162157
Höhe: 1'697 m ü. M.
Fläche: 16.28 km²
Einwohner: 234 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 14 Einw. pro km²
Website: www.madulain.ch
Madulain

Madulain

Karte
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Madulain ( [mɐduˈlaɪ̯n]?/i, deutsch und bis 1943 offiziell Madulein) ist eine politische Gemeinde im Kreis Oberengadin, Bezirk Maloja des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt zwischen La Punt-Chamues-ch und Zuoz ca. 10 km von St. Moritz entfernt am Ufer des Inn in der Landschaft La Plaiv. Mit nur etwa 200 Einwohnern ist sie die kleinste Gemeinde des Oberengadin.

Etwa die Hälfte der Fläche der Gemeinde macht die Exklave Val Prünella aus. Die Alp Prünella, am unteren Ende der Val Prünella gelegen, liegt in Luftlinie etwa 10 km südlich vom Dorf Madulain. Sie ist via La Punt-Chamues-ch und die landschaftlich interessante Val Chamuera zu erreichen. Die Alp ist ein Ziel für Wanderer und Mountainbiker, mit weiterführenden, anspruchsvollen Wegen Richtung Val da Fain und Berninapass.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

In Madulain wird von einer Minderheit Puter, ein Engadiner Dialekt des Rätoromanischen gesprochen. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war dies die Umgangssprache für alle Bewohner. Bereits früh kam es zu Sprachwechseln zum Deutschen. So gaben 1880 bloss noch 69 % Romanisch als Muttersprache an. Dieser Wert sank bis 1900 auf 55 %. Bereits 1910 war die Gemeinde gekippt; 36 Romanischsprachigen standen 47 Deutschsprachige gegenüber. In der Zwischenkriegszeit wechselte die Sprachmehrheit nochmals zurück (1941 50 % Romanischsprachige). Nach 1970 erfolgte der Sprachwechsel. Obschon sich 1990 noch 50,8 % und im Jahr 2000 43 % auf Romanisch verständigen können, spricht man auf der Gemeinde heute (meist) Deutsch.

Sprachen in Madulain GR
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 42 44,68 % 48 40,00 % 97 53,89 %
Rätoromanisch 35 37,23 % 33 27,50 % 40 22,22 %
Italienisch 15 15,96 % 28 23,33 % 31 17,22 %
Einwohner 94 100 % 120 100 % 180 100 %

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten]

1554 wurde die Reformation eingeführt.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 177 Bewohnern waren 138 (= 77.97 %) Schweizer Staatsangehörige.

Verkehr[Bearbeiten]

Madulain ist angeschlossen an die Bahnstrecke Bever–Scuol-Tarasp und an die Hauptstrasse 27.

Panorama von Madulain, von Norden her gesehen

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Schwarz eine pfahlweise gestellte silberne (weisse) Halbarte belegt mit einem silbernen Horn dessen Schnur um den Schaft der Halbarte geschlungen ist

Das Wappen verbildlicht den Namen der Burg Guardaval oberhalb des Dorfes.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Unter Denkmalschutz steht die kleine reformierte Dorfkirche. Im 2001 wurde eine noch zu Lebzeiten des Künstlers Martin Kippenberger 1997 fertiggestellte Installation Transportabler U-Bahn-Eingang errichtet. Am Tor ist das Logo der Lord Jim Loge, „Sonne Busen Hammer“, zu sehen. Die Skulptur wurde im Herbst 2013 entfernt und als Leihgabe nach München entsendet. Da die Madulainer dem Kunstwerk durchaus kontrovers gegenüberstanden, wird die Skulptur nicht an ihren alten Platz in der unmittelbaren Nähe des Bahnhofs zurückkehren, sondern stattdessen in der Nachbargemeinde Zuoz am dortigen Golfplatz aufgestellt werden. [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Madulain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Pressetext zur Einrichtung der Installation von Martin Kippenberger in Madulain. Abgerufen am 7. April 2011