Pontresina
| Pontresina | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Graubünden (GR) |
| Bezirk: | Maloja |
| Kreis: | Oberengadin |
| BFS-Nr.: | 3784 |
| Postleitzahl: | 7504 |
| UN/LOCODE: | CH PTR |
| Koordinaten: | 788951 / 15170646.499.91805Koordinaten: 46° 29′ 24″ N, 9° 54′ 0″ O; CH1903: 788951 / 151706 |
| Höhe: | 1'805 m ü. M. |
| Fläche: | 118.19 km² |
| Einwohner: | 2008 (31. Dezember 2011)[1] |
| Einwohnerdichte: | 17 Einw. pro km² |
| Website: | www.pontresina.ch |
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Pontresina |
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| Karte | |
Pontresina (deutsch/italienisch; Rumauntsch Puter
Puntraschigna?/i) ist eine politische Gemeinde im Kreis Oberengadin, Bezirk Maloja des Kantons Graubünden in der Schweiz. Die Gemeinde liegt im Engadin, nördlich des Berninapasses im Val Bernina.
Inhaltsverzeichnis |
Name[Bearbeiten]
Die Deutung der ersten urkundlichen Erwähnungen pontem sarasinam (1137) und Ponte Sarracino (1303) ist umstritten, einige Historiker übersetzen es mit «Sarazenen-Brücke» und sehen einen Zusammenhang der Namensgebung mit dem Einfall der Araber in die Schweiz des 10. Jahrhunderts. Einer andere Erklärung folgend leitet sich der Name von einer Brücke ab, die nach ihrem Erbauer Saraschin «Ponte sarasinae» benannt wurde.
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: Gespalten von Schwarz und Gold (Gelb), überdeckt von einer silbernen (weissen) Bogenbrücke
Bereinigtes Wappen aus dem Jahre 1934 mit Bezug auf den Gemeindenamen (redendes Wappen). Die Brücke stellt die Punt Ota dar.
Bevölkerung[Bearbeiten]
Sprachen[Bearbeiten]
Ursprünglich benutzten die Bewohner Puter, ein rätoromanisches Idiom, zur Verständigung. Doch mit dem Aufkommen des Fremdenverkehrs wurde die Sprache rasch zurückgedrängt. Bereits 1880 gaben nur noch 45.7 % der Einwohner Romanisch als Muttersprache an. Im Jahr 1900 war der Wert auf 33.61 % gesunken (164 Romanischsprachige gegenüber 252 Deutschsprachigen bei 488 Einwohnern). Der Rückgang des Romanischen hält bis heute an (1941 26.7 %, 1970 16.22 %, 2000 7.94 %). Einzige Amtssprache der Behörden ist heute Deutsch. Trotzdem war die offizielle Unterrichtssprache an der Primarschule bis vor wenigen Jahren nur Romanisch; heute wird Romanisch und Deutsch unterrichtet. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:
| Sprachen in Pontresina GR | ||||||
| Sprachen | Volkszählung 1980 | Volkszählung 1990 | Volkszählung 2000 | |||
| Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | |
| Deutsch | 990 | 57,36 % | 993 | 61,91 % | 1264 | 57,69 % |
| Rätoromanisch | 250 | 14,48 % | 194 | 12,09 % | 174 | 7,94 % |
| Italienisch | 362 | 20,97 % | 290 | 18,08 % | 353 | 16,11 % |
| Einwohner | 1726 | 100 % | 1604 | 100 % | 2191 | 100 % |
Bemerkenswert ist der Anteil der Italienischsprachigen, der seit Jahrzehnten über dem Romanischen liegt. Dritthäufigste Sprache im Jahr 2000 war Portugiesisch mit 9.04 % Anteil an der Gesamtbevölkerung, was auf die Hotelangestellten zurückzuführen ist. 1990 konnten sich immerhin noch 32.4 % auf Romanisch verständigen; im Jahr 2000 waren es 25.3 %. Die Gemeinde ist somit faktisch dreisprachig.
Religionen und Konfessionen[Bearbeiten]
1549 wurde die Reformation eingeführt. Das Dorf ist heute paritätisch evangelisch-reformiert und römisch-katholisch. Die reformierte Kirchgemeinde[2] ist Teil der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden, die römisch-katholische[3] Teil des Bistums Chur.
Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]
Von den Ende 2005 1911 Bewohnern waren 1377 (= 72 %) Schweizer Staatsangehörige.
Geschichte[Bearbeiten]
Pontresina verdankt seine Bedeutung der Lage am Bernina-Pass und dem Fremdenverkehr. Im Mittelalter war der Ort bedeutsamer als das benachbarte St. Moritz. An diese Zeit erinnern jedoch nur noch wenige Gebäude, da zu Beginn des 18. Jahrhunderts Pontresina von einem Grossfeuer heimgesucht wurde. Nachdem 1850 ein erster Gasthof eröffnet wurde, begann der Tourismus zu blühen. Im Sommer 1885 zählte man schon 2000 Gäste.
Einen weiteren Schub erhielt der Ort im Jahre 1908 durch die Eröffnung der Berninabahn, die später mit der Rhätischen Bahn fusionierte. Heute findet in der Systemtrennstelle von Pontresina der Lokwechsel für den Bernina-Express statt.
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Der Ort ist von Häusern im Engadiner Stil geprägt. Viele sind mit Sgraffito-Wandmalereien und geschmückten Erkern verziert. Aus dem 12. Jahrhundert stammt der Burgturm Spaniola. Ortsgeschichte vermittelt das «Museum Alpin». Zwischen dem alten Dorfteil und dem Bahnhof liegt die Punt Ota, die den Berninabach überquert. Kulturgut von nationaler Bedeutung ist das Grand Hotel Kronenhof.
Kirchen[Bearbeiten]
Sehenswert sind auch die Kirche Sta. Maria aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die in ihrem Innern mit zahlreichen Fresken versehen ist, und die barocke Dorfkirche San Niculò. Bis 1975 stand im Dorfzentrum ein anglikanisches Gotteshaus, die Holy Trinity Church.
Wintersport[Bearbeiten]
Ski Langlauf[Bearbeiten]
Pontresina pflegt seit Jahren eine grosse Tradition zum nordischen Skisport. Langlauf- und Biathlon-Weltcups, Continental-Cups, FIS-Rennen, Schweizermeisterschaften, Junioren-WM und viele Regionale- und Nachwuchsrennen. Zu den spektakulärsten Anlässen zählten die auf der mit Kunstschnee belegten Dorfstrasse durchgeführten Nachtsprints mit hochkarätiger Beteiligung von Weltcupathleten durch den Ortskern. Seit 2008 ist Pontresina im Rahmen des Engadin Skimarathons ausserdem Zielort des neueingeführten Halbmarathons.
Ski Alpin[Bearbeiten]
Mit einer Abfahrt der Herren fand am 5. Dezember 1982, zum Auftakt der Weltcupsaison 1982/1983, letztmals ein Alpines Skiweltcuprennen in Pontresina statt. Damals gewann der Österreicher Harti Weirather vor seinem Landsmann Franz Klammer und dem Schweizer Peter Müller. Als zweitbester Schweizer klassierte sich der Bündner Conradin Cathomen auf dem vierten Rang. Zuletzt war Pontresina im Jahre 2003 Austragungspartner bei der FIS Alpinen Ski WM St. Moritz-Pontresina.
Skispringen[Bearbeiten]
1907 begann man im Engadin mit dem Bau der Berninaschanze, die offiziell im Winter 1912 als 40-m-Schanze eingeweiht wurde. In den zwanziger Jahren beschloss man auf der linken Seite des Rosegtals eine neue grössere Schanze zu bauen, die Weiten bis zu 80 m ermöglichen sollte. 1925 eröffnete der Skiclub Bernina Pontresina diese Anlage mit einem internationalen Wettkampf. In den Jahren danach erfolgten viele grosse Sprungläufe, wobei in manchen Wintern bis zu vier Wettbewerbe durchgeführt worden sind. In dieser Zeit gehörten Pontresinas internationale Skispringen zu den sportlich führenden Veranstaltungen in Europa. So sprang hier 1928 der Schweizer Bruno Trojani als erster Springer der Welt über 70 m. Ein weiterer Weltrekord gelang Adolf Badrutt 1930 mit 75 m 1948 fand das letzte Springen auf der Berninaschanze statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfielen beide Schanzen.
Bergbahnen[Bearbeiten]
Am Berninapass liegen die beiden Pontresiner Skigebiete Diavolezza (2'978 m) und Lagalb (2'893 m). Vom Dorfkern führt eine Sesselbahn zur Alp Languard (2'330 m). Etwas ausserhalb von Pontresina, auf halbem Weg nach Samedan, liegt in Punt Muragl die Talstation der Standseilbahn nach Muottas Muragl (2'456 m).
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Gian Marchet Colani, 1772–1837, legendärer Jäger und Büchsenmacher
- Curdin Perl, *1984, Skilangläufer
Galerie[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website der Gemeinde Pontresina
- Ottavio Clavuot: Pontresina im Historischen Lexikon der Schweiz
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
- ↑ http://www.pontresina-reformiert.ch
- ↑ http://sanspiert.pitraweb.ch/
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