Sils im Engadin/Segl

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Sils im Engadin/Segl
Wappen von Sils im Engadin/Segl
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Malojaw
Kreis: Oberengadin
BFS-Nr.: 3789i1f3f4
Postleitzahl: 7514
Koordinaten: 778906 / 14509746.4333299.7666641803Koordinaten: 46° 26′ 0″ N, 9° 46′ 0″ O; CH1903: 778906 / 145097
Höhe: 1'803 m ü. M.
Fläche: 63.57 km²
Einwohner: 756 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 12 Einw. pro km²
Website: www.sils-segl.ch
Inn, im Hintergrund die Kirche von Segl Baselgia

Inn, im Hintergrund die Kirche von Segl Baselgia

Karte
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Sils im Engadin (deutsch und bis 1943 offizieller Name, rätoromanisch Segl?/i) ist eine politische Gemeinde im Kreis Oberengadin, Bezirk Maloja des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Sils im Engadin liegt auf einem Landstück zwischen dem Silser- und dem Silvaplanersee. Die Gemeinde ist gemischtsprachig deutsch/rätoromanisch, was sich im Doppelnamen zeigt.

Sils-Maria, neben Sils-Baselgia einer der beiden Ortsteile von Sils, ist ein Wintersportort und bietet vielfältige Sport- und Erholungsmöglichkeiten sowie kulturelle Angebote.

Sils besteht aus folgenden Fraktionen, deren Namen rätoromanischen Ursprungs sind:

  • Sils-Maria: Maria ist eine abgeschliffene Form des rätoromanischen Maioria, was Meierei oder «Gutshof» bedeutet
  • Sils-Baselgia: Baselgia ist das rätoromanische Wort für «Kirche» (vgl. Basilika)
  • Seglias: Quartier am Dorfeingang mit fast ausschliesslich Zweitwohnungen
  • Fex
  • Grevasalvas

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die herrliche Lage und das gute Klima zog schon viele prominente Persönlichkeiten an. Hermann Hesse war gerne hier und vor allem Friedrich Nietzsche, der zwischen 1881 und 1888 sieben Sommer in Sils-Maria verbrachte (mit Ausnahme des Jahres 1882) und einige seiner bedeutendsten Werke dort schuf, verbreitete den Ruf des Ortes und des Sees in aller Welt. Ihm bewahrt das Nietzsche-Haus in Sils-Maria, in dem Nietzsche während seiner Aufenthalte in einfachsten Verhältnissen logierte, als Museum und Forschungsstätte ein ehrendes Andenken. Nietzsche hat ein Gedicht dem Ort zu Ehren „Sils-Maria“ genannt [2]:

„Hier saß ich, wartend, wartend, – doch auf Nichts,
Jenseits von Gut und Böse, bald des Lichts
Genießend, bald des Schattens, ganz nur Spiel,
Ganz See, ganz Mittag, ganz Zeit ohne Ziel.
Da, plötzlich, Freundin! wurde Eins zu Zwei –
– Und Zarathustra ging an mir vorbei ...“

aus Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft (1882).

Der Maler Andrea Robbi stammte aus Sils und verbrachte einen grossen Teil seines tragischen Lebens in seinem Haus am Platz neben der Post. Der amerikanische Staatssekretär Fred Iklé wurde im Fextal geboren.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt von Blau darin eine goldene Strahlensonne und von Gold mit einer blauen Forelle

Vereinfachung des historischen Gemeindesiegels, mit Hinweis auf die sonnige Höhenlage der Gemeinde und den fischreichen Silser See.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. Der Hausberg von Sils ist die Furtschellas; sie ist Wandergebiet im Sommer und alpines Skigebiet im Winter. Das autofreie Fextal wird mit einem konzessionierten Pferde-Omnibus bedient. Das Fextal und die Seenebene werden sommers für leichte Wanderungen und winters für Langlauf genutzt. Über die gefrorenen Seen führt der Engadin Skimarathon.

Nicht zu übersehen im Ortsbild ist das im Jahr 1908 eröffnete Hotel Waldhaus, eines der wenigen Fünf-Sterne-Hotels der Schweiz, die seit der Eröffnung im gleichen Familienbesitz sind. Es ist aussen und innen noch weitgehend im Originalzustand erhalten. Hier stiegen eine Reihe von bekannten Persönlichkeiten ab (siehe dort).

Verkehr[Bearbeiten]

Sils liegt einen Kilometer südlich der Nord-Süd Verkehrsachse JulierpassSilvaplanaMalojapass. Mittels Busverbindungen Richtung St. Moritz bzw. Chiavenna ist Sils auch gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

Bis ins 19. Jahrhundert sprachen alle Bewohner Puter, eine rätoromanische Mundart. Doch gab es bereits 1880 eine beträchtliche deutschsprachige Minderheit. Dennoch behauptete sich bis zum Zweiten Weltkrieg eine romanischsprachige Mehrheit (1880 68.2 %, 1910 55.82 %, 1941 61.5 %). Nach 1960 kippte die Gemeinde zum Deutschen, welches 1970 erstmals eine relative Mehrheit stellte. Behördensprachen sind Deutsch und Romanisch, wobei sich noch 33.0 % der Einwohnerschaft auf Romanisch unterhalten kann. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:

Sprachen in Sils im Engadin/Segl
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 210 48,39 % 291 58,43 % 446 59,39 %
Rätoromanisch 137 31,57 % 122 24,50 % 90 11,98 %
Italienisch 67 15,44 % 71 14,26 % 116 15,45 %
Einwohner 434 100 % 498 100 % 751 100 %

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten]

1552 traten die Bewohner zum Protestantismus über.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 744 Bewohnern waren 551 (= 74  %) Schweizer Staatsangehörige. Die ausländische Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Portugiesen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sils im Engadin/Segl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. das Gedicht „Sils-Maria
  3. Chesa Curtin
  4. Nietzsche-Haus