Mafra (Portugal)

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Mafra
Wappen Karte
Wappen von Mafra
Mafra (Portugal)
Mafra
Basisdaten
Region: Centro
Unterregion: Oeste
Distrikt: Lissabon
Concelho: Mafra
Koordinaten: 38° 56′ N, 9° 20′ W38.940277777778-9.3313888888889Koordinaten: 38° 56′ N, 9° 20′ W
Einwohner: 18.068 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 47,95 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 377 Einwohner pro km²
Politik
Adresse der Gemeindeverwaltung: Junta de Freguesia de Mafra
Rua da junta de freguesia
2640-500 Mafra
Webseite: www.jfmafra.pt
Kreis Mafra
Flagge Karte
Flagge von Mafra Position des Kreises Mafra
Einwohner: 76.749 (Stand: 30. Juni 2011)[3]
Fläche: 291,66 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 263 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 17
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Mafra
Praça do Município
2644-001 Mafra
Präsident der Câmara Municipal: Eng.º José Maria Ministro dos Santos (PSD)
Webpräsenz: www.cm-mafra.pt




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Mafra ist eine Kleinstadt (Vila) in Portugal, 40 km nordwestlich von Lissabon. Die Stadt ist Sitz eines Kreises (Concelho) mit 76.749 Einwohner (Stand 30. Juni 2011)[3]. Bekannt ist der Ort vor allem für seinen monumentalen Palastbau, den Palácio Nacional de Mafra.

Palast mit Basilika von Mafra

Geschichte[Bearbeiten]

Funde belegen eine Besiedlung des Gebietes seit der Altsteinzeit, insbesondere in der Gemeinde Encarnação. Zu nennen ist auch der Muschelhaufen im Strandort Praia de São Julião, in der Gemeinde Carvoeira. In der Jungsteinzeit entstanden hier erste befestigte Siedlungen (z.B. in Cheleiros), einige Dolmen sind bis heute erhalten geblieben. Die bedeutendsten archäologischen Funde im Kreis stammen jedoch aus dem 1. bis 4. Jahrhundert. Die Römerstraße von Sintra nach Peniche verlief hier, einige der Brücken stehen noch. Durch seine fruchtbaren Böden war das heutige Kreisgebiet vermutlich eine bedeutende landwirtschaftliche Gemeinde der Stadt Olisipo (heute Lissabon). Insbesondere für die Produktion von Wein, Olivenöl und Gemüse dürfte das Gebiet von Bedeutung gewesen sein, da es durch Straßen und die bis ins Mittelalter schiffbaren Wasserläufe auch verkehrstechnisch geeignet war, in die Versorgung der Stadt eingebunden zu werden.

Die Westgoten eroberten das Gebiet ab dem 5. Jahrhundert n. Chr., um in Folge der Landnahme der Iberischen Halbinsel durch die Mauren ab 711 unterworfen und vertrieben zu werden. Die Araber herrschten hier bis 1147, als Portugals erster König, D.Afonso Henriques die arabische Ortschaft eroberte. 1189 erhielt Mafra erstmals Stadtrechte.

Während der Regentschaft des Königs D.Manuel I., der die Stadtrechte Mafras erneuerte, entstanden zahlreiche Bauten, die sich durch den manuelinischen Stil auszeichnen.[4]

König João V. gelobte den Bau eines Klosters, sollte ihm der langerwartete Nachwuchs geboren werden. Nach der Geburt seiner Tochter ließ er zwischen 1717 und 1730 die bedeutende barocke Palast- und Klosteranlage mit Basilika erbauen, der heutige Palácio Nacional de Mafra. Die Anlage ist von enormen Abmessungen (ca. 1200 Räume, 40.000 m² Grundfläche), und damit von größerem Ausmaß als Escorial in Spanien. Für die Errichtung wurde ein Viertel des Goldes der damaligen Kolonie Brasilien aufgewendet. Heerscharen von bis zu 50.000 Arbeitskräften wurden beim Bau eingesetzt, die unter großen Mühen und 1400 Todesopfern, und unter der Aufsicht von 7.000 Soldaten, die Palastanlage aufbauten. Den Bau des Convento verarbeitete der Literaturnobelpreisträger José Saramago aus Sicht der einfachen Menschen in seinem Roman Das Memorial (port.: O Memorial do Convento, 1982).[5]

In der Gartenanlage Jardim do Cerco

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Palast ist das bekannteste Bauwerk Mafras, dabei ist auch seine umfangreiche historische Bibliothek zu nennen, die allein 40.000 Bände aus dem 16. und 18. Jahrhundert birgt. Der Antrag auf Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes ist in Prüfung.[6] Im Oktober findet nahe dem Kloster alljährlich ein Festival Klassischer Musik statt.

Im Kreis befinden sich eine Vielzahl weiterer Baudenkmäler, darunter Sakralbauten, historische öffentliche und private Gebäude, und Gärten. Die jungsteinzeitliche Tholos von Tituária liegt auf einer Anhöhe beim gleichnamigen Dorf, östlich von Mafra.

Das 819 Hektar große Waldgehege Tapada Nacional de Mafra schließt sich an den nördlich der Palastbibliothek beginnenden botanischen Garten an. Es war das königliche Jagdrevier und wird auch heute von Hirschen, Wildschweinen, und einer Vielzahl weiterem Jagdwild bevölkert. Wanderwege sind angelegt, und geführte Wanderungen werden angeboten.[7]

Der Strand der Gemeinde Ericeira gilt als europäischer Hotspot für Surfer, und ist das erste europäische und eines der drei ersten weltweiten Surfreservate.

Verwaltung[Bearbeiten]

Kreis[Bearbeiten]

Wappen von Mafra Mafra ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises (Concelho). Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Torres Vedras, Sobral de Monte Agraço, Arruda dos Vinhos, Loures, Sintra sowie der Atlantische Ozean.
Die folgenden Gemeinden (Freguesias) liegen im Kreis Mafra:

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl im Kreis Mafra (1801 – 2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2011
4 200 10 734 25 021 29 750 35 739 43 899 43 731 54 358 76 685
Am Bahnhof von Mafra

Kommunaler Feiertag[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Von Lissabon aus gelangt man über die Autoestrada A8, Ausfahrt Nr. 5 nach Mafra. Die Busgesellschaft Mafrense bietet eine Alternative. Sie startet in der Hauptstadt am U-Bahnhof Campo Grande. Des Weiteren besitzt Mafra weit außerhalb des Zentrums einen Bahnhof an der Linha do Oeste.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mafra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  4. www.verportugal.net, abgerufen am 30. Juli 2013
  5. Lydia Hohenberger, Jürgen Strohmaier: Portugal. 2. Auflage, DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2009, Seite 175f (ISBN 978-3-7701-7658-8)
  6. Der Palast auf der Website der UNESCO Welterbe-Kommission, abgerufen am 30. Juli 2013
  7. www.verportugal.net, abgerufen am 30. Juli 2013
  8. www.anmp.pt, abgerufen am 28. Juli 2013


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