Maltzahn
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Maltzahn oder Maltzan ist der Name eines uradeligen Geschlechts aus Mecklenburg und Vorpommern, das mit Bernhardus de Mulsan, bischöflich ratzeburgischer Lehensträger, im Jahr 1194 erstmals urkundlich erscheint und mit Ludolf Moltzan, als Burgmann zu Gadebusch in den Jahren 1256 bis 1283 genannt, die direkte Stammreihe beginnt. Die Familie ist in die beiden Stämme „Penzlin“ (Maltzan) und „Sarow“ (Maltzahn) unterteilt.
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[Bearbeiten] Wappen
Das gespaltene Stammwappen zeigt rechts in Blau zwei abgerissene goldene Hasenköpfe und links in Gold am Spalt einen entwurzelten roten Weinstock mit einer roten Traube zwischen zwei roten Blättern. Auf dem Helm mit rechts blau-goldenen und links rot-goldenen Decken stehen sieben goldene Pfähle vor einem natürlichen Pfauenwedel von sieben Federn.
Für beide Linien des Geschlechts sind im 18. und 19. Jahrhundert geringfügig modifizierte Wappen nachweisbar.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Maltza(h)n zählen zum mecklenburgisch vorpommerschen Uradel. Gemäß älteren Werken zur Familiengeschichte soll die Familie aus der Gegend um Ratzeburg abstammen, wo ab 1246 auch der Ort Molzahn belegt ist. Der erste urkundlich genannte Vorfahre ist Bernhardus de Mulsan, ein bischöflich ratzeburgischer Lehensträger im Jahr 1194. Ein Johannes de Multzyan erscheint um 1230 unter den Zeugen des mecklenburgischen Fürsten Johann I., 1255 wird ein Ludolfus de Moltshane als Zeuge der mecklenburgischen Fürsten und der Fürsten von Werle genannt. 1272 zählte Ludolf (II.) Malzahn zu den sechs Vormundschaftsräten Fürst Heinrichs des Jerusalemers und 1315 war Hermann Moltzahn Bischof von Schwerin. Ein Ludolf (III.) Maltzan († 1341) ist im Kloster Dargun begraben.
Seit 1404 hatten die Maltzahn das Amt des Erblandmarschalls der Herrschaft Werle inne, im Jahr 1450 war Bernhard Moltzan mecklenburgischer Kanzler. Im Jahr 1501 erlangten die Maltzan nach dem Aussterben der Fürsten von Werle die Herrschaft über Penzlin, das zum Stammsitz einer Linie der Familie wurde.
[Bearbeiten] Stamm Penzlin (Maltzan)
1530 erhob Kaiser Karl V. auf dem Reichstag in Augsburg die Brüder Joachim II. von Maltzan, Herr der Standesherrschaft Wartenberg in Schlesien, Kaiserlicher Rat und Generalfeldhauptmann, und Georg von Maltzan, Herztoglich mecklenburgischer Rat, in den böhmischen Freiherrstand und wenig später als Freiherrn zu Wartenberg und Penzlin in den Reichsfreiherrnstand. 1694 empfingen die Brüder Joachim Wilhelm und Nicolaus Andreas Maltzan, Freiherrn zu Wartenberg und Penzlin, in Wien den böhmischen Grafenstand. 1774 wurden den Maltzans das preußische Erboberlandeskämmereramt des Herzogtums Schlesien verliehen (1852 erneuert). 1833 erfolgte eine preußische Namen- und Wappenvereinigung mit denen der Grafen von Wedell als Grafen von Maltzan-Wedell, 1854 die mecklenburg-schwerinsche Anerkennung des Freiherrnstandes für Landrat Friedrich Freiherrn von Maltzan auf Rothenmoor.
[Bearbeiten] Stamm Sarow (Maltzahn)
Ludolf (Lütke) Maltzahn begründete die zweite Familienlinie in Sarow, schlossgesessen auf Wolde, Osten, Sarow und Kummerow in Pommern. Seit 1532 waren die Maltzahns Erblandmarschälle von Pommern-Stettin (Altvorpommern). 1765 erfolgte die Namens- und Wappenvereinigung mit denen der Grafen von Plessen für Helmuth Freiherrn von Maltzahn, Majoratsherrn auf Ivenack, vererblich auf künftige Besitzer des Majorats Ivenack als "Freiherr von Maltzahn Graf von Plessen". 1981 erfolgte die Aufnahme in den niederländischen Adel als Baron von Maltzahn.
[Bearbeiten] Namensträger
- Adolf Georg von Maltzan, genannt Ago v. Maltzan (1877–1927) deutscher Diplomat, Leiter der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes
- Andreas von Maltzahn (* 1961), mecklenburgischer Landesbischof
- Bernd von Maltzan (auch Moltzahn), auch der Böse Bernd, († 1525 in Wolde, Raubritter, 1491 zum Erblandmarschall von Pommern-Stettin ernannt)
- Burchard Friedrich von Maltzahn, preußischer Hofmarschall um 1816
- Caroline Freifrau von Maltzahn (1799–1855), Vorbild für Theodor Fontanes Gräfin Christine Holk in seinem Roman Unwiederbringlich (1891)
- Christian von Maltzahn (1956–1997), Verleger, Redakteur und Mitbegründer des Bruno Gmünder Verlages
- Ferdinand von Maltzahn, Reichsfreiherr von Wartenberg und Penzlin (1778–1868), Erblandmarschall des Fürstentums Wenden, der am 18. Oktober 1816 als Erster in Mecklenburg die Aufhebung der Leibeigenschaft auf seinen Gütern verkündete
- Friedrich von Maltzahn (1848-1907), führte die Regierungsgeschäfte für Friedrich Franz III.
- Georg von Maltzahn (1572–1620), Erblandmarschall von Pommern, Erbherr auf Kummerow, Osten, Vanselow
- Günther Freiherr von Maltzahn (20. Oktober 1910 – 24. Juni 1953), ehemaliger Jagdflieger der deutschen Luftwaffe
- Hans Albrecht von Maltzahn (* 1934) Deutschlands ältester Polospieler (Poloclub Pinnow)
- Heinrich von Maltzan, Reichsfreiherr von Wartenberg und Penzlin (1826–1874), deutscher Schriftsteller und Orientalist
- Helmuth Freiherr von Maltzahn (1840–1923), deutscher Finanzminister (1888–1893)
- Helmuth Chlodwig Bruno Freiherr von Maltzahn (1862–1933), deutscher Generalmajor
- Helmuth von Maltzahn (* 1949), deutscher Kulturunternehmer und -manager
- Hermann von Maltzan (1843−1891), Naturforscher und Dichter der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
- Karl Freiherr von Maltzahn (1797−1868), preußischer Oberlandstallmeister und Landrat des Landkreises Demmin
- Maria Gräfin von Maltzan, Freiin zu Wartenberg und Penzlin (1909–1997), deutsche Biologin, Tierärztin und Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime
- Mortimer von Maltzahn (1793–1843), preußischer Diplomat und von 1841 bis 1842 Außenminister
- Paul Freiherr von Maltzahn (* 1945), deutscher Diplomat
- Vollrath von Maltzan (1899–1967), Diplomat, 1955–1958 Botschafter der Bundesrepublik in Frankreich
- Wendelin Freiherr von Maltzahn (1815–1889), deutscher Literaturforscher
[Bearbeiten] Literatur
- Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VIII, Band 113 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1997, S. 205-208. ISBN 3-7980-0813-2
- Maltza(h)nscher Familienverband (Hsg.): Die Maltza(h)n 1194–1945. Der Lebensweg einer ostdeutschen Adelsfamilie, Köln 1979
- Karl Eduard Vehse: Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation, Bd. 36
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur über Maltzahn in der Landesbibliographie M-V
- Wappensiegel der Maltzahn von 1293 ff. mit Beschreibung (Seite 46) in „Friedrich Crull: Die Wappen der bis 1360 in den heutigen Grenzen Meklenburgs vorkommenden Geschlechter der Mannschaft“

