Hohenzieritz

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Hohenzieritz führt kein Wappen
Hohenzieritz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohenzieritz hervorgehoben
53.44361111111113.09888888888985Koordinaten: 53° 27′ N, 13° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Neustrelitz-Land
Höhe: 85 m ü. NHN
Fläche: 20,17 km²
Einwohner: 493 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17237
Vorwahl: 039824
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 066
Adresse der Amtsverwaltung: Marienstraße 5
17235 Neustrelitz
Webpräsenz: www.amtneustrelitz-land.de
Bürgermeister: Bernhard Utesch
Lage der Gemeinde Hohenzieritz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

Hohenzieritz ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Süden Mecklenburg-Vorpommerns (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Neustrelitz-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Neustrelitz verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hohenzieritz liegt am Rande einer Endmoräne, die sich mit Höhen um 100 m ü. NN westlich des Tollense-Urstromtales hinzieht. Der Ortsteil Prillwitz liegt etwa 70 m tiefer am Westufer des Lieps, der durch eine sumpfige Zone vom Tollensesee getrennt ist und schon zur Stadt Neubrandenburg gehört. Das gesamte Lieps-Ufer ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Weitere Schutzgebiete im Gemeindegebiet sind die Naturschutzgebiete Rosenholz und Zippelower Bachtal sowie Ziemenbachtal. Hohenzieritz ist etwa jeweils elf Kilometer von Neustrelitz und der Kleinstadt Penzlin entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Hohenzieritz gehören die Ortsteile Prillwitz und Zippelow.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1170 wurden die Orte Hohenzieritz („Cyrice“) und Prillwitz („Priulbitz“) erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert wurde in Prillwitz eine Burg erbaut. Prillwitz wurde im Folgenden auch „Städeken Prilevitz“ genannt. Bis um 1300 standen die Ortschaften im Besitz des Domkapitels zu Havelberg. Danach wurden sie Spielball der Geschichte und wechselten oft die Besitzer. Als Lehnsherren werden in alten Schriften die Brüder Hermann und Heinrich von Peckatel, Achim von Heydebreke, von Blankenburg, von Maltzahn, von Bülow, von Behr, von Finkh und 1733 Hans Christian von Fabian genannt. Christoph August von Bredow wuchs nach dem Tod seines Vaters bei seinem Onkel Asmus Wilhelm von Bredow (* 4. Januar 1731 in Prillwitz, † 18. September 1799 in Markau) auf Gut Prillwitz auf. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das Schloss Hohenzieritz erbaut und der Hohenzieritzer Park angelegt. Die Orte fielen in dieser Zeit als „erledigtes“ Lehen dem Landesherren Adolf Friedrich IV. zu, der Hohenzieritz seinem Bruder und Nachfolger Karl II. schenkte. Dieser ließ das Schloss Hohenzieritz 1790 aufstocken und nutzte es als Sommersitz. 1810 starb hier seine Tochter, Königin Luise von Preußen. Von 1887 bis 1889 wurde in Prillwitz das „Liepser Schlösschen“ für Adolf Friedrich V. erbaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alte Schmiede

Das Gebäude wurde 1823 von Friedrich Wilhelm Buttel erbaut und diente bis 1961 als Schmiede. Heute beherbergt es eine Heimatstube einschließlich einer Luisenkammer und wird ehrenamtlich betreut.

  • Rundkirche (ehemalige Schlosskirche) in Hohenzieritz

Dieses Gebäude wurde 1806 im Auftrag Herzog Karls II. erbaut. F. W. Dunkelberg führte den Auftrag aus. Den Eingang zieren ein Dreiecksgiebel und Halbsäulen dorischen Stils.

Jagdschloss Prillwitz nach der Fertigstellung – historische Ansicht (Postkarte, um 1900)
  • Kruggebäude

Das Kruggebäude wurde 1804 ebenfalls von F. W. Dunkelberg erbaut.

  • Burgberg Prillwitz

In Prillwitz, einer kleinen Ortschaft direkt an der Lieps, befinden sich mehrere historische Gebäude und Bodendenkmäler. Zum einen gibt es in der Lieps mehrere in der Slawenzeit besiedelte Inseln. In diesem Gebiet vermutet man das legendäre Slawenheiligtum Rethra. Zum anderen gibt es hier das Prillwitzer Jagdschloss, heute mit Restaurant und Übernachtungsmöglichkeiten direkt an der Lieps. Das Jagdschloss ist eingebettet in einen seit April 2009 rekonstruierten Landschaftspark. Weiterhin sind die Innenräume des Landsitzes sehenswert. Direkt am Friedhof des Dorfes befindet sich ein gewaltiger frühdeutscher Burgberg. Im Winter und Frühjahr kann man schon von Weitem dessen enorme Ausmaße erkennen. Oberhalb der Anlage finden sich Reste des Feldsteinfundaments. Die Anlage wurde direkt nach der Slawenzeit im 13. Jahrhundert errichtet und hat ein Oberflächenausmaß von 50 mal 70 Metern. Der Grundriss ist annähernd quadratisch.

Der ursprüngliche Backsteinbau stammt aus dem Mittelalter, wurde 1730 als Fachwerkbau umgebaut und erhielt 1893 einen Turm im neogotischen Stil. Ein Hosenbandorden ziert den Haupteingang.

  • Kapelle zum guten Hirten

Die Kapelle stiftete der Besitzer des Jagdschlosses. Sie wurde 2011 nach Entwürfen der Berliner Architekten Krieger + Mielke[2] aus mehr als 100 Jahre alten Klinkersteinen errichtet.[3]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Nach Hohenzieritz gelangt man über Peckatel an der B 192 oder über Blumenholz an der B 96. Es bestehen gute Straßenanschlüsse in die umliegenden Städte Neubrandenburg, Penzlin, Neustrelitz und Waren (Müritz).

Die Anbindung an Neustrelitz wird unter der Woche mit den Linienbussen der MVVG sichergestellt. In Neustrelitz befindet sich auch der nächste Bahnhof, gelegen u.a. an der Strecke Berlin–Rostock.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Prillwitz[Bearbeiten]

  • Henning August von Bredow (1774–1832), mecklenburg-strelitzscher Oberforstmeister, preußischer Landrat und Gutsbesitzer, sächsischer Winzer und Önologe
  • Eva Rechlin (1928-2011), deutsche Schriftstellerin

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Neubau der Kapelle Zum Guten Hirten in Prillwitz
  3. In Prillwitz entsteht eine neue Kapelle. Nordkurier.de. 10. März 2011. Abgerufen am 10. März 2011.