Marina Bay Sands

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Marina Bay Sands
Eröffnung 15. Februar 2011 (Gesamt-Eröffnung)

23. Juni 2010 (Offizielle Eröffnung)

27. April 2010 (Vorschau-Eröffnung)

Zimmer 2561
Restaurants sechs Gourmet-Restaurants
Attraktionen Museum, Theater, Dachgarten, Dach-Freibad, Eislaufbahn, Einkaufszentrum
Eigentümer Las Vegas Sands
Website www.marinabaysands.com
Der Komplex in der Abenddämmerung im November 2010

Marina Bay Sands ist ein Resort an der Marina Bay in Singapur, das von Las Vegas Sands erbaut und 2010 eröffnet wurde. Das 20 Hektar umfassende Resort wurde von Moshe Safdie Architects entworfen. Die Anlage besteht aus einem Kasino, einem Hotel, einem Konferenz- und Ausstellungszentrum, einem Einkaufszentrum, einem Kunst- und Wissenschaftsmuseum, zwei Theatersälen, diversen Verpflegungsmöglichkeiten, Bars und Nachtclubs sowie zwei schwimmenden Pavillons.

Die drei 55-stöckigen Hoteltürme tragen auf 191 Meter Höhe einen 340 Meter langen Dachgarten. Teil der größten öffentlichen Auslegerplattform ist ein 146 Meter langer Infinity Pool. Das Resort gilt als die teuerste alleinstehende Kasinoanlage der Welt. Die Grundstückkosten eingerechnet, soll der Bau 8 Milliarden Singapur-Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) gekostet haben.

Lage[Bearbeiten]

Das Marina Bay Sands befindet sich in der Central Area im Süden der Stadt östlich der Downtown Core genannten Innenstadt. Der Gebäudekomplex liegt am Meer auf der Halbinsel zwischen der Bucht Marina Bay an der Mündung des Singapore River und der Straße von Singapur.

Architektur[Bearbeiten]

Gebäude[Bearbeiten]

Das Resort wurde von Architekt und Harvard-Professor Mosche Safdie entworfen, der Stapel von Spielkarten als Vorlage verwendete. Die Architektur des Resorts und wesentliche nachträgliche Gestaltungsänderungen wurden von diversen Feng-Shui-Meistern abgesegnet. Der lokal beauftragte Architekt war Aedas Singapore, die Ingenieurarbeiten wurden von Arup und Parsons Brinkerhoff (MEP) erbracht.

Modell des Projekts im Innern des Hotels

Das Gebäude besteht aus drei Hoteltürmen mit je 55 Stockwerken, die im Juli 2009 ihre maximale Höhe von 191 Meter erreichten. Die Dächer der drei Türme werden durch eine Dachterrasse, den sogenannten Sands SkyPark, verbunden.

Sky Park mit Pool

Die für die Öffentlichkeit zugängliche Aussichtsplattform umfasst auf einer Fläche von 1,2 Hektar einen Garten mit Bäumen sowie den mit 146 Meter längsten Infinity Pool,[1] der aus drei verbundenen Becken besteht und 1424 m³ Wasser enthält.[1] Dies ist das weltweit größte Außenschwimmbad auf einer solchen Höhe.[2] Von der Dachterrasse, die 3900 Personen Platz bietet,[3] hat der Besucher ein 360-Grad-Panorama auf Singapur. Um die durch Wind verursachten Bewegungen der Türme auszugleichen, wurden vier Bewegungsfugen zwischen den drei Pools mit bis zu 500 Millimeter Breite eingearbeitet. Individuelle Hebestützen unter jedem Pool sollen die zu erwartende, unterschiedliche Setzung der Türme ausgleichen und damit den Pool waagerecht halten.

Nutzung[Bearbeiten]

Die Anlage besteht aus einem Casino, das über mehr als 600 Tische und 2.500 Einarmige Banditen verfügt[4], einem Hotelresort mit 2561 Zimmern, einem 120.000 Quadratmeter großen Konferenz- und Ausstellungszentrum, einer Shopping Mall, einem Kunst- und Wissenschaftsmuseum, zwei Theatersälen, sechs Gourmet-Restaurants, diversen weiteren Verpflegungsmöglichkeiten, Bars und Nachtclubs sowie zwei schwimmenden Pavillons.

ArtScience Museum
SkyPark: Infinity-Pool und Aussicht auf die Skyline mit Central Business District und City Hall

Der SkyPark beherbergt neben dem Garten und Schwimmbad auch Restaurants und Nachtclubs. Die Vorbauten vor den Hoteltürmen umfassen einen Theaterkomplex, einen Veranstaltungs- und Ausstellungskomplex und das Casino. Daneben befindet sich das Art-Science Museum in der Form einer Lotusblüte mit Schiebedach, durch das, wenn geschlossen, das Regenwasser in einem Wasserfall herunterprasselt, auf den nachts bei schönem Wetter Lasershows projiziert werden.

Moshe Safdie gestaltete innerhalb des Resorts einen „Kunstpfad“ (Art Path), der sieben Installationen von fünf Künstlern, darunter Sol Lewitt, Antony Gormley und Zheng Chongbin umfasst. Die Kunstobjekte sollen mit Umwelteinflüssen wie Licht, Wasser und Wind spielen.[5]

Michelle Kwan eröffnete im Dezember 2010 die Eisbahn des Resorts.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklungsplan Integrated Resorts Singapur[Bearbeiten]

Marina Bay Sands ist einer von zwei siegreichen Vorschlägen für Singapurs erste Integrated Resorts – die Bezeichnung in Singapur für eine Urlaubsanlage mit Kasino. Das zweite Integrated Resort ist das Resorts World Sentosa auf der Insel Sentosa, das auch einen Vergnügungspark von Universal Studios umfasst. Die beiden großen Resorts wurden konzipiert, um die Entwicklung von Singapurs Wirtschaft und Tourismus im nächsten Jahrzehnt sicherzustellen. Die Kasinos haben eine Lizenz für 30 Jahre erhalten – exklusiv für die ersten zehn Jahre.

Der Zuschlag erfolgte aufgrund von vier Kriterien:

  • touristischer Reiz und Beitrag
  • architektonisches Konzept und Gestaltung
  • Bauinvestiton
  • Stärke des Konsortiums und der Partner.
Im Vordergrund ein Teil des Grundstücks, auf dem später das Marina Bay Sands errichtet wurde. Im Hintergrund der Finanzdistrikt von Singapur.

Vergabeverfahren[Bearbeiten]

Am 27. Mai 2006 wurde bekannt gegeben, dass Las Vegas Sands den Zuschlag erhält für das Gelände im neuen Geschäftsviertel Marina South an der Marina Bay. Las Vegas Sands betonte insbesondere seine Stärken im Geschäftsbereich MICE. Der Gründer des Unternehmens, Sheldon Adelson, war der erste, der diese Art von Tourismus in Las Vegas einführte, worauf seine ersten Geschäftserfolge basierten.[7] Zudem wurde die architektonische Gestaltung des Projekts von lokalen und internationalen Architekten als hervorragend gegenüber den anderen Projekten gelobt, insbesondere was den Fußgängerverkehr und die räumliche Anordnung anbelangt. Zudem passte der Entwurf am besten ins Stadtbild der Marina Bay: Den Architekten gefiel, dass die Hoteltürme von der Uferlinie zurückgesetzt sind, was eine weitreichende Aussicht über die Innenstadt und die Marina Bay eröffnet. Singapurs Skyline wird ansprechender und charakteristischer.[8]

Der Tourismusverband von Singapur hob die Verpflichtung von sechs Gourmetköchen hervor, darunter Tetsuya Wakuda aus Australien, der Kalifornier Thomas Keller und Charlie Trotter aus Chicago.

Las Vegas Sands reichte sein erfolgreiches Projekt allein ein. Der ursprüngliche Partner City Developments Limited, der einen Anteil von 15 % halten sollte, zog sich in der zweiten Phase der Ausschreibung zurück. Der CEO von City Developments Limited, Kwek Leng Beng, erklärte, dass der Rückzug verschiedene Ursachen habe, darunter die rechtzeitige Abstimmung mit verschiedenen Firmen, an denen er beteiligt ist, sowie die Zurückhaltung gewisser Beteiligungspartner, Informationen für die von den Singapurer Behörden verlangte Lauterkeitsprüfung offenzulegen.[9] Kwek Leng Beng blieb dem Projekt trotz allem als However Berater erhalten.

Eröffnung[Bearbeiten]

Das Hotel vom Merlion aus gesehen

Die Anlage sollte ursprünglich im Jahr 2009 eröffnet werden.[10] Neben den explodierenden Kosten führten fehlendes Personal und Material von Anfang an zu Verzögerungen. Zudem führte die Finanzkrise dazu, dass Las Vegas Sands das Projekt hinauszögern musste.[11]

Am 27. April 2010 wurden beim Preview Opening das Kasino, Teile des Konferenzzentrums, diverse Läden, einige Restaurants, 963 Hotelzimmer und die Event Plaza zur glückverheißenden Zeit um 15.18 Uhr eröffnet.[12]

Die fortdauernden Arbeiten hatten Betriebsstörungen zur Folge.[13] Anfang April fand die erste Konferenz im Marina Bay Sands Convention Centre statt, aber eine halbfertige Ausstattung und ein Stromausfall störten die Veranstaltung, was zu einem Rechtsverfahren zwischen den Organisatoren und dem Hotel führte.[14]

Am 23. Juni 2010 begann die zweitägige offizielle Eröffnung des Resorts. Eingeweiht wurden der Sands SkyPark, weitere Läden, Restaurants und Bars sowie die übrigen Hotelzimmer. Teil der Eröffnungszeremonie waren der World Championship Climb, wobei 21 Kletterer aus der ganzen Welt die Glasfassade des Gebäudes zum SkyPark erklommen, und ein Konzert mit Diana Ross, Kelly Rowland und weiteren Künstlern. Der SkyPark wurde am zweiten Tag dem Publikum zugänglich gemacht und an diesem Tag von 2000 Personen besucht.[15][16]

Erste Aufführungen in den Theatern fanden Ende November 2010 statt. Für Dezember 2010 war der Bauabschluss bei den schwimmenden Kristallpavillons vorgesehen. Die Eröffnung des Museums fand am 19. Februar 2011 statt. Seit März 2011 wird das Musical Der König der Löwen in einem der Theater gespielt.[17]

Finanzierung[Bearbeiten]

Die Grundstückkosten eingerechnet, soll der Bau 8 Milliarden Singapur-Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) gekostet haben.[18][19]

Las Vegas Sands wollte ursprünglich rund S$ 3.85 Milliarden (rund € 2 Milliarden) in das Projekt investieren. Die Grundstückskosten von rund S$ 1.2 Milliarden (rund € 700 Millionen) für das 560,000 m² große Gelände waren dabei noch nicht eingerechnet.[20] Mit dem durch steigende Materialkosten zum Beispiel für Sand und Stahl sowie durch andere große Infrastruktur- und Gebäudeprojekte in Singapur hervorgerufene Arbeitskräftemangel beliefen sich die Gesamtkosten für das Projekt auf rund S$ 8 Milliarden (€ 4.5 Milliarden), wie Sheldon Adelson im Juli 2009 bekannt gab.[18][10] Obwohl die Kosten für Marina Bay Sands in einer ähnlichen Größenordnung liegen wie für das CityCenter-Projekt von MGM in Las Vegas, hinkt der Vergleich etwas, da es sich beim CityCenter um ein gemischt genutztes Bauprojekt mit Eigentumswohnungen handelt.[21][22]

Las Vegas Sands bezeichnete das Unternehmen als eines der herausfordernsten Bauprojekte der Welt und sicherlich die teuerste alleinstehende Integrated-Resort-Immobilie, die je gebaut worden ist.[23] Es wird erwartet, dass das Resort jährlich mindestens S$ 1 Milliarde Gewinn erwirtschaftet.[21] Zwei Monate nach der ersten Teileröffnung konnte das Casino täglich rund 25.000 Besucher verzeichnen. Etwa ein Drittel davon sind Singapurer und Aufenthaltsberechtigte in Singapur, die 100 $ für einen Tageseintritt oder 2000 $ für einen Jahreszutritt bezahlen müssen.[24] Ausländische Besucher zahlen dagegen keine Eintrittsgebühr.[25] Insgesamt haben eine halbe Million Spieler das Casino im Juni 2010 besucht.[26]

Es wird erwartet, dass Marina Bay Sands bis ins Jahr 2015 an die Volkswirtschaft des Stadtstaats rund $ 2.7 Milliarden beisteuert, was 0,8 % von Singapurs Bruttoinlandsprodukt entspricht. Das Casino beschäftigt 10.000 Personen direkt und schafft 20.000 Arbeitsstellen in anderen Firmen.[9]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Komplex ist durch die neue Station Bayfront an die Circle Line der U-Bahn MRT angebunden. Der Zugang befindet sich direkt unter dem Resort. Daneben besteht Anschluss an diverse Buslinien.

Weblinks[Bearbeiten]

Der Bau von Süden (November 2011)
 Commons: Marina Bay Sands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Marina Bay Sands SkyPark Pools. In: Natare Corporation. Abgerufen am 4. Dezember 2010 (englisch).
  2. Sands SkyPark. Abgerufen am 4. Dezember 2010 (englisch).
  3. Fast Facts on the SkyPark. Abgerufen am 4. Dezember 2010.
  4. More About Our Casino. In: Marina Bay Sands. Abgerufen am 25. Januar 2013 (englisch).
  5. Marina Bay Sands opens. In: designboom. 27. April 2010, abgerufen am 4. Dezember 2010 (englisch).
  6. Michelle Kwan to open Marina Bay Sands skating rink. In: asiaone. 1. Dezember 2010, abgerufen am 8. Januar 2011 (englisch).
  7.  While Las Vegas Sands bets on conventions, Harrah's counts on fun factor. In: TODAYonline. 12. Mai 2006.
  8.  Sands triumph of Mice and men. In: TODAYonline. 27. Mai 2006.
  9. a b  Sands' passion, track record will win the bid, says CDL chairman. In: TODAYonline. 5. April 2006.
  10. a b Marina Bay Sands opening delayed to early next year. In: Channel NewsAsia. 8. Juli 2009, abgerufen am 5. September 2010 (englisch).
  11. Marina Bay casino opens. In: The Straits Times. 27. Mai 2010, abgerufen am 28. August 2010 (englisch).
  12. Marina Bay Sands Gears Up for Preview. In: Marina Bay Sands. Abgerufen am 4. Dezember 2010 (englisch).
  13.  The Straits Times: Uproar over Marina Bay Sands conference woes. 6. Mai 2010, S. A1.
  14. Sands Singapore Casino Sued for Conference Mishaps (Update1). In: Bloomber BusinessWeek. Abgerufen am 4. Dezember 2010 (englisch).
  15. 21 „spidermen“ to scale glass facade of MBS. In: asiaone. 22. Juni 2010, abgerufen am 5. September 2010 (englisch).
  16. Marina Bay Sands SkyPark opens; 2,000 tickets sold. In: Channel NewsAsia. Abgerufen am 4. Dezember 2010 (englisch).
  17. The Lion King Set For Southeast Asia Debut March 2011. In: Braodwayworld.com. 21. Juni 2010, abgerufen am 4. Dezember 2010 (englisch).
  18. a b Las Vegas Sands says Singapore casino opening delayed. In: asiaone. 8. Juli 2009, abgerufen am 15. August 2010 (englisch).
  19. Marina Bay Sands set to open 27 April. In: Singapore Business Review. 24. Februar 2010, abgerufen am 8. Februar 2013 (englisch).
  20. Las Vegas Sands Is Chosen to Build Singapore Casino. In: New York Times. 27. Mai 2006, abgerufen am 5. September 2010 (englisch).
  21. a b Singapore bets big on casinos. In: Xinhua. 29. April 2010, abgerufen am 28. August 2010 (englisch).
  22. CityCenter condo closings slow in down economy. In: LasVegasSun. 28. Mai 2010, abgerufen am 28. August 2010 (englisch).
  23. Marina Bay Sands in Singapore to Open Its Doors on April 27, 2010. In: Pressemitteilung von Marina Bay Sands. 23. Februar 2010, abgerufen am 5. September 2010 (englisch).
  24. IR set for 125k daily visitors. In: The Straits Times. 23. Juni 2010, abgerufen am 5. September 2010.
  25. Marina Bay Sands - Luxus der Superlative. Abgerufen am 22. April 2012.
  26. 25,000 visit Marina Bay Sands casino daily. In: Channel NewsAsia. 23. Juni 2010, abgerufen am 5. September 2010 (englisch).

1.2838888888889103.86083333333Koordinaten: 1° 17′ 2″ N, 103° 51′ 39″ O