Meredith Michaels-Beerbaum

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Medaillenspiegel
Meredith Michaels-Beerbaum auf den German Classics 2005 in Hannover
Meredith Michaels-Beerbaum auf den
German Classics 2005 in Hannover
Springreiten
DeutschlandDeutschland Deutschland
Weltreiterspiele
Bronze 2006 Aachen Springreiten (Mannschaft)
Bronze 2006 Aachen Springreiten (Einzel)
Gold 2010 Lexington Springreiten (Mannschaft)
Europameisterschaften
Gold 1999 Hickstead Springreiten (Mannschaft)
Gold 2005 San Patrignano Springreiten (Mannschaft)
Silber 2007 Mannheim Springreiten (Mannschaft)
Gold 2007 Mannheim Springreiten (Einzel)

Meredith Michaels-Beerbaum (* 26. Dezember 1969 in Los Angeles, Kalifornien) ist eine deutsch-amerikanische Springreiterin. Die vierfache Deutsche Meisterin errang bei den Weltreiterspielen und den Europameisterschaften bisher vier Goldmedaillen.

Familie und Ausbildung[Bearbeiten]

Meredith Michaels-Beerbaum ist die Tochter des Regisseurs Richard Michaels und der Schauspielerin Kristina Hansen. Mit sieben Jahren lernte sie reiten. Sie studierte Politikwissenschaften an der Princeton University, bevor sie 1991 zum Reittraining bei Paul Schockemöhle nach Deutschland kam. Am 5. Juni 1998 heiratete sie den Springreiter Markus Beerbaum und nahm vier Wochen später die deutsche Staatsbürgerschaft an. Am 27. Februar 2010 wurde ihre gemeinsame Tochter Brianne Victoria geboren.

Sportliche Karriere[Bearbeiten]

Meredith Michaels-Beerbaum hatte ihren internationalen Durchbruch mit dem nur 1,59 m großen Hengst Quick Star, der im Alter von 29 Jahren Ende August 2011 verstarb. Mit diesem gewann sie sowohl ihren ersten Großen Preis (1989 in Wellington (Florida)) als auch später internationale Große Preise in Europa. Sie war 1999 die erste Frau, die für ein deutsches Championatsteam nominiert wurde. Mit ihrem damaligen Top-Pferd Stella gewann sie als beste deutsche Teilnehmerin mit ihrer Equipe bei den Europameisterschaften in Hickstead die Goldmedaille. Des Weiteren war sie auch die erste Frau, die die Weltrangliste der Springreiter anführte (Dezember 2004).[1] Sie kam im Jahr 2004 in die Schlagzeilen, als kurz vor den Olympischen Spielen in Athen bei ihrem Pferd Shutterfly bei den B-Proben während des Weltcupfinales in Mailand Reste eines Beruhigungsmittels gefunden wurden und sie deshalb für die Spiele nicht nominiert wurde. Im November 2005 wurde sie freigesprochen. Danach begann ihr großer sportlicher Siegeszug: 2006 war sie als erste Frau Mitglied einer deutschen Springerequipe beim Mannschafts-Springen einer Weltmeisterschaft und gewann dort mit der Mannschaft die Bronzemedaille. Sie schaffte als einziges Mitglied der deutschen Equipe den Einzug ins Finale der besten vier Reiter mit Pferdewechsel. Dort legte sie auf allen Pferden eine fehlerfreie Runde vor, hatte dann aber im Stechen um die Medaillen mit ihrem nervösen Pferd Shutterfly einen Abwurf und gewann somit die Bronzemedaille.

Ihren bisher größten Einzelerfolg feierte sie am 19. August 2007, als sie mit Shutterfly bei der Europameisterschaft in Mannheim nach Silber im Teamspringen die Goldmedaille in der Einzelwertung gewann.

Im September 2009 unterbrach Meredith Michaels-Beerbaum ihre sportliche Karriere aufgrund ihrer Schwangerschaft. Mitte April 2010 beschloss die FEI eine Änderung bezüglich des Weltranglistenreglements. Michaels-Beerbaum, die als erste von dieser Regelung profitierte, verlor während der Schwangerschaftspause nun nicht mehr alle Weltranglistenpunkte, die älter als ein Jahr sind, sondern behielt diese zu 50 %. Somit rückte sie im April 2010 von Rang 31 auf Rang 20 in der Weltrangliste vor.[2] Meredith Michaels-Beerbaum verzichtete auf die Teilnahme am Weltcupfinale Mitte April 2010, da sie sich nach der Schwangerschaftspause noch nicht in der entsprechenden Verfassung für eine Veranstaltung mit entsprechend starker Konkurrenz fühlte.[3] Stattdessen startete sie zunächst auf einem nationalen Turnier und feierte ihr internationales Comeback mit dem Sieg im Großen Preis von Hagen a.T.W. (CSI 3*) mit Checkmate.[4]

Im Jahr 2010 war sie erneut Teil der deutschen Mannschaft bei den Weltreiterspielen in Lexington (Kentucky), wo sie mit Checkmate mit der deutschen Mannschaft die Goldmedaille gewann. Nachdem sie 2011 ihr Erfolgspferd Shutterfly aus dem Sport verabschiedete, widmete sie sich vermehrt der Einführung ihrer Nachwuchspferde in den internationalen Turniersport.

Nach einem dritten Platz im Großen Preis von Aachen mit ihrer neunjährigen Stute Bella Donna wurde sie als Ersatzreiterin für die Olympische Spiele 2012 nominiert. Eine Woche vor den Spielen fiel Philipp Weishaupts Pferd Monte Bellini krankheitsbedingt aus, daraufhin rückte Michaels-Beerbaum mit Bella Donna in die Mannschaft nach.[5]

Im Februar 2012 war sie in der Springreiter-Weltrangliste an 42. Stelle gereiht.[6]

Erfolge[Bearbeiten]

Meredith Michaels-Beerbaum mit Le Mans beim CHIO Aachen 2007
Meredith Michaels-Beerbaum mit Unbelievable bei Horses&Dreams 2013
  • Weltmeisterschaften:
  • Europameisterschaften:
    • 1999 in Hickstead: Goldmedaille Mannschaft auf Stella
    • 2005 in San Patrignano: Goldmedaille Mannschaft auf Checkmate
    • 2007 in Mannheim: Goldmedaille Einzel auf Shutterfly und Silbermedaille in der Mannschaftswertung
  • Weltcupfinale:
    • 2004 in Mailand: 2. Platz auf Shutterfly
    • 2005 in Las Vegas: 1. Platz auf Shutterfly
    • 2008 in Göteborg: 1. Platz auf Shutterfly
    • 2009 in Las Vegas: 1. Platz auf Shutterfly
  • Deutsche Meisterschaften:
    • 1998 Bronze in der Damenwertung
    • 1999 Gold in der Damenwertung
    • 2001 Gold in der Damenwertung auf Shutterfly
    • 2002 Silber in der Damenwertung und 5. Platz in der Herrenwertung
    • 2004 4. Platz in der Damenwertung und Bronze in der Herrenwertung
    • 2005 4. Platz in der Herrenwertung
    • 2008 Gold in der Herrenwertung auf Checkmate[7]
    • 2010 Gold in der Herrenwertung auf Checkmate[8] und Silber in der Damenwertung auf Le Mans[9]
  • Riders Tour Gesamtwertung (Rider of the Year)
    • 2001 3. Platz Goldzack Riders Tour
    • 2002 3. Platz Riders Tour Gesamtwertung
    • 2004 1. Platz Riders Tour Gesamtwertung
    • 2005 1. Platz Riders Tour Gesamtwertung
    • 2006 2. Platz Riders Tour Gesamtwertung
    • 2007 1. Platz Riders Tour Gesamtwertung
  • weitere:
    • 1 x Siegerin im Großen Preis von Aachen (2005 auf Shutterfly)
    • 2 x Siegerin im Top-Ten-Finale, Prüfung der 10 besten Reiter der Weltrangliste, in Genf (2004, 2006 auf Shutterfly)
    • 1 x Siegerin im Preis von Europa (2011 auf Shutterfly)
    • 1 x Siegerin im Thermal $1 Million Grand Prix (2013 auf Bella Donna)
  • Auszeichnungen:

Pferde (Auszug)[Bearbeiten]

Meredith Michaels-Beerbaum mit Unbelivable beim Internationalen PfingstTurnier Wiesbaden 2013 CSI 5*

aktuell[Bearbeiten]

  • Checkmate (* 1995), dunkelbrauner Hannoveraner Wallach (Vater: Contender, Mutter-Vater: Pik Bube II)
  • Cantano (* 2000), brauner Holsteiner Hengst (Vater: Cascavelle, Mutter-Vater: Acord)
  • Malou (* 2004), Schimmelstute, Schwedisches Warmblut (Vater: Maloubet de Pleville, Mutter-Vater: Carthago)
  • Unbelievable (* 2001), brauner KWPN-Wallach (Vater: Manhattan, Mutter-Vater: Democraat)

ehemalige Sportpferde[Bearbeiten]

  • Quick Star (* 1982; † 2011), Hengst, Selle Français (Vater: Galoubet A, Mutter: Stella v. Nithard), später von Nick Skelton geritten[10]
  • Stella (* 1989), dunkelbraune Stute, Amerikanisches Warmblut (Vater: Quick Star, Mutter-Vater: Wilson), aus dem Sport verabschiedet
  • Shutterfly (* 1993), dunkelbrauner Hannoveraner Wallach (Vater: Silvio I, Mutter-Vater: Forest xx), beim CHIO Aachen 2011 nach seinem Sieg im "Preis von Europa" aus dem Sport verabschiedet[11]
  • Le Mans (* 1995), Fuchswallach, Zweibrücker Warmblut (Vater: Leubus, Mutter-Vater: Landadel)[12]
  • Kismet (* 2001, ursprünglicher Name: Benedicte), Dunkelfuchsstute, Belgisches Warmblut (Vater: Kannan, Mutter-Vater: Furioso II), ab 2012 von Raymond Texel geritten[13][14]
  • Bella Donna (* 2003), dunkelbraune Holsteiner Stute (Vater: Baldini II, Mutter-Vater: Calido I), Anfang 2014 nach Katar verkauft[15]

Politisches Engagement[Bearbeiten]

Im Dezember 2009 wurde Michaels-Beerbaum als Testimonial für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft aktiv.[16] Sie engagierte sich im Rahmen einer PR-Kampagne für die Aussage "Soziale Marktwirtschaft macht's besser... weil sie mit Einsatz und Fairplay große Sprünge ermöglicht."[17]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ndr.de: Porträt: Meredith Michaels-Beerbaum. Abgerufen am 15. Mai 2010.
  2. Meldung "Weltranglistenpunkte für Springreiterinnen im Mutterschutz bleiben erhalten" vom 12. April 2010.
  3. "Rolex FEI World Cup Final Springen: Meredith Michaels-Beerbaum verzichtet auf Start in Genf", Meldung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung vom 7. April 2010.
  4. Endergebnis Großer Preis von Hagen a.T.W. 2010
  5. Springen: Monte Bellini fällt für London aus, Pressemitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, 20. Juli 2012.
  6. aktuelle FEI-Weltrangliste Springreiten
  7. http://eventcontent.hippoonline.de/312/docs/reiter.pdf
  8. Finalwertung Deutsche Meisterschaft im Springreiten 2010
  9. Deutsche Meisterschaft der Springreiterinnen 2010 (PDF; 108 kB)
  10. Goodbye to Quick Star, 29. August 2011 (englisch)
  11. CHIO Aachen: Bye-bye Shutterfly!
  12. http://www.michaels-beerbaum-fanpage.de/Lemans.html
  13. FEI-Pferdedatenbank: Kismet 50
  14. Meredith Michaels-Beerbaum’s Kismet to the US, worldofshowjumping.com, 18. Januar 2012 (englisch)
  15. Bella Donna sold to Qatar, worldofshowjumping.com, 10. Januar 2014 (englisch)
  16. vgl. INSM-Kampagne „Soziale Marktwirtschaft macht´s besser“, 13. Dezember 2009, unter Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft International, sowie Motive zur Kampagne "Soziale Marktwirtschaft macht's besser", insm.de.
  17. vgl. INSM-Kampagne „Soziale Marktwirtschaft macht´s besser“, 13. Dezember 2009, unter Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft International, sowie Motive zur Kampagne "Soziale Marktwirtschaft macht's besser", insm.de.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meredith Michaels-Beerbaum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien