Gröditz
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Meißen | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Gröditz | |
| Höhe: | 95 m ü. NN | |
| Fläche: | 8,43 km² | |
| Einwohner: | 7534 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 894 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01609 | |
| Vorwahl: | 035263 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MEI (alt: RG) | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 27 050 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Stadtverwaltung Gröditz Reppiser Straße 10 |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jochen Reinicke (parteilos) | |
Gröditz ist eine Kleinstadt in Sachsen in der Röderaue zwischen Riesa und Elsterwerda. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gröditz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Gröditz liegt auf einer rund 100 Meter hoch gelegenen Tiefebene, die von der Röder durchflossen wird. Die Stadt liegt auf der sächsischen Seite der heutigen sächsisch-brandenburgischen und der früheren sächsisch-preußischen Grenze. Durch Gröditz führt der Elsterwerda-Grödel-Floßkanal (Floßgraben), der für die Versorgung des Dresden-Meißner Elbtals mit Holz aus dem Schradenwald angelegt wurde und später zu einer standortentscheidenden Verbindung die eisenverarbeitenden Werke Riesa, Gröditz und Lauchhammer wurde (1947 Schifffahrt eingestellt).
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Ortsgeschichte
Der Ort wurde 1363 erstmals genannt, bestand aber mindestens seit dem späten 12. Jahrhundert und war slawisch besiedelt (die Röderaue ist seit dem 1. Jahrhundert besiedelt). Der 1748 errichtete Elsterwerda-Grödel-Floßkanal, ein durch Bomätscher (Treidler, Schiffszieher) betriebener Schifffahrtsweg, bildete die Grundlage für die spätere Industrialisierung. Detlev Carl von Einsiedel aus Lauchhammer ließ 1780 ein Hammerwerk errichten. Das „Lauchhammerwerk“ erhielt 1815 einen Schmelzofen und 1827 einen Hochofen.
Während des Zweiten Weltkrieges gab es ein Zwangsarbeiterlager in den Lauchhammerwerken der Mitteldeutschen Stahlwerke des Flick-Konzerns, in dem 4000 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit in der Geschützproduktion verrichten mussten. Außerdem bestand von Oktober 1944 bis April 1945 ein Außenlager des KZ Flossenbürg mit mehr als 1000 KZ-Häftlingen, darunter 300 Juden. Die extrem menschenfeindlichen Lebensbedingungen führten zum Tod zahlreicher Zwangsarbeiter.
Am 5. Oktober 1967 erhielt Gröditz Stadtrecht.
Seit dem 1. Januar 2000 besteht mit der Gemeinde Nauwalde eine Verwaltungsgemeinschaft. Die Stadt Gröditz nimmt daher alle Verwaltungsaufgaben als erfüllende Gemeinde für Nauwalde war.
[Bearbeiten] Eingemeindungen
Am 1. Oktober 1928 wurde das im Norden von Gröditz gelegene Nachbardorf Reppis eingemeindet.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (bis 2007):
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1682 | 152 |
| 1836 | 150 |
| 1848 | 170 |
| 1871 | 545 |
| 1890 | 954 |
| 1900 | 1.469 |
| 1936 | 3.500 |
| 1945 | 4.303 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1946 | 5.406 |
| 1968 | 8.100 |
| 1987 | 10.436 |
| 1990 | 10.059 |
| 1994 | 9.265 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1998 | 8.878 |
| 2003 | 8.081 |
| 2004 | 7.895 |
| 2006 | 7.715 |
| 2007 | 7.534 |
[Bearbeiten] Religionen
- Evangelisch-Lutherische Kirche
- Römisch-Katholische Kirche
- Evangelisch-Methodistische Kirche
- Neuapostolische Gemeinde
- Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde
- Apostelamt Jesu-Christi
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen von 1982 ist viergeteilt und zeigt links oben (heraldisch: vorn) eine gelbe (goldene) Ähre auf rotem Grund; links unten (heraldisch: unten) eine gelbe (goldene) französische Lilie auf blauem Grund; rechts oben (heraldisch: hinten) einen Amboss mit Hammer in schwarz auf gelbem (goldenem) Grund sowie rechts unten (heraldisch: hinten unten) eine rote Rose auf weißem Grund. Die Ähre versinnbildlicht das agrarisch geprägte Umland, Hammer und Amboss die bis 1780 zurückreichende Eisenverarbeitung. Historische Besitzverhältnisse werden durch die Lilie (Linie von Köckeritz) sowie die Rose (Linie von Schleinitz) symbolisiert.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Seit 1969 besteht eine Städtepartnerschaft mit Jarny in Frankreich. Eine innerdeutsche Partnerschaft mit Linkenheim-Hochstetten besteht informell seit 1984 (erstes Treffen der Bürgermeister), formell seit 1990.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
- Evangelische Kirche
- Grenzsäule an der ehemaligen Grenze zwischen Sachsen und Preußen von 1815
- Hotel „Spanischer Hof“
- Gröditzer Rathaus
|
Sächsisch-Preußischer Grenzstein Nr. 180 am Elsterwerda-Grödel-Floßkanal |
[Bearbeiten] Gedenkstätten
- verschiedenen Opfergedenkstätten: für Gröditzer Opfer von Kriegen und Diktaturen (am Denkmalsplatz); für Kriegsopfer der Sowjetarmee (Reppiser Straße) und für umgekommene KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter (Südrand Stahlwerk)[2]
- Grab- und Gedenkanlage von 1946 auf dem Gelände der Lauchhammerwerke für 47 sowjetische Kriegsgefangene und 16 KZ-Häftlinge, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer der Zwangsarbeit wurden, sowie ein Gedenkstein aus dem Jahre 1991 für italienische Militärinternierte
[Bearbeiten] Wirtschaft
[Bearbeiten] Schmiedewerke Gröditz GmbH/ Elektrostahlwerke Gröditz GmbH/ Stahlguss GmbH
Das Schmiedewerke ist bekannt durch nahtlose Gussröhren, Fittings, Ringwalzwerkserzeugnisse und eine der größten Pressen der DDR (6000 t) für Freiformschmiedestücke.
1779 wurde es vom Grafen von Einsiedel als Eisenhammerwerk gegründet und war bis zur Wende 1990 größter Arbeitgeber der Region. Nach der Wende zerfiel es in viele kleine spezialisierte Betriebe. Die Stahlguss GmbH fertigt derzeit in Deutschland die größten und schwersten Stahlgussstücke (bis maximal 52 Tonnen Liefermasse).
1990 etwa 4000 Arbeitsplätze; 2000 etwa 700
[Bearbeiten] Zellstoffwerk
1883 gründet die Firma Kübler & Niethammer in Gröditz eine Sulfitzellstofffabrik. Am 15. Mai 1884 wird die Produktion von Sulfitzellstoff aufgenommen. Der Betrieb hat 250 Beschäftigte.
1940 wird eine neue Spritfabrik in Betrieb genommen, die Rohspiritus aus der Ablauge der Kocherei erzeugt. Die Produktion erreicht eine Jahresmenge von 39.000 t Zellstoff.
1946 wird der Betrieb in Volkseigentum überführt.
Mit dem 1. Januar 1991 wird im Zellstoffwerk die Produktion eingestellt. 1992 wird der Säureturm gesprengt, 1997 werden Kraftwerk und Schornstein abgerissen.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger
- Siegfried Richter (1922-2000), Fabrikant
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Klaus Sammer, DDR-Fußball-Nationalspieler, später Trainer
- Dieter Riedel, DDR-Fußball-Nationalspieler
- Gottfried Semdner, Konzertpianist
[Bearbeiten] Literatur
- Gröditz. Bilder erzählen; Gröditz 1993, 96 Seiten (115 Abb.) ISBN 3-89264-807-7
- Gröditz, Stadtplan 1:7.500; Städte-verlag Fellbach 1999, ISBN 3-8164-5255-8
- Siegfried Richter Der Mutmacher. Ein Sachse kehrt heim; Gröditz (Selbstverlag) 1999;
- Gröditz. Topographische Karte 1:25.000; Landesvermessungsamt Brandenburg 1994; ISBN 3-7490-3303-X
- Chronik der Röderstadt Gröditz; Meißner Tageblatt Verlags GmbH 2005, 478 Seiten (329 Abb.) ISBN 3-929705-11-7
- Infobroschüre der Stadt: „Gröditz - Sachsen“ (online als PDF-Datei)
[Bearbeiten] Fußnoten und Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
- ↑ Onlineprojekt: Gefallenendenkmäler
[Bearbeiten] Weblinks
- Internetauftritt der Stadt Gröditz
- Gröditz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Reppis im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
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