Mopane

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mopane
Mopane (Colophospermum mopane)

Mopane (Colophospermum mopane)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae)
Tribus: Detarieae
Gattung: Colophospermum
Art: Mopane
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Colophospermum
J.Kirk ex J.Léonard
Wissenschaftlicher Name der Art
Colophospermum mopane
(J.Kirk ex Benth.) J.Léonard

Der Mopane (Colophospermum mopane) oder auch Mopani ist die einzige Art der Pflanzengattung Colophospermum, die zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) gehört. Er ist im Südlichen Afrika weit verbreitet.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Mopane wächst als in der Trockenzeit mehr oder weniger laubabwerfender Strauch oder Baum, der im nördlichen Verbreitungsgebiet bei besten Wachstumsbedingungen Wuchshöhen von bis zu 30 Meter erreicht. Pflanzenteile, besonders die Laubblätter, besitzen bei Verletzungen einen Terpentingeruch. Sein Stamm besitzt eine sehr typische raue, gräulich-braune Borke mit tiefen, vertikalen Furchen. Die große Baumkrone ist schmal. Die zweiteiligen Laubblätter sehen wie Kamelfussabdrücke aus und falten sich bei starker Hitze zusammen. Es ist noch eine kleine Spitze am Ende des Laubblattes vorhanden das ein reduziertes drittes Fiederblatt darstellt. Die Laubblätter besitzen im Herbst und Frühling eine schöne Färbung.

Samen von Colophospermum mopane (unten links mit geöffneter Samenhülle; rechts ist die geringe Dicke zu erkennen)

Von Dezember bis Januar werden in Blütenständen die Blüten gebildet. Die relativ kleinen Blüten sind grün. Zwischen April und Juni reifen die flachen, etwas nierenförmigen Hülsenfrüchte und färben sich von grün nach hell und später gefleckt braun. Die flachen Samen sind von klebrigen Harz umgeben.

Synökologie[Bearbeiten]

Die Mopaneblätter dienen vielen Laubäsern wie Elefanten, Giraffen und Spitzmaulnashörnern als nahrhaftes Futter.

Verbreitungskarte von Mopane im südlichen Afrika

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Mopane wächst in heißen, trockenen Gebieten in Höhenlagen zwischen 200 und 1500 Meter im Südlichen Afrika: im nördlichsten Bereich der Republik Südafrika (nahe dem Fluss Limpopo), in Simbabwe, Mosambik, Botswana, Sambia, Namibia, Angola und Malawi.

Er wird auf dünnen, schlecht entwässernden, alkalischen (hoher Kalkanteil) Böden angetroffen. Hier breitet er sich oft bestandsbildend zu Mopanewäldern aus. Er wächst außerdem auf von Flüssen angeschwemmtem Boden.

In Südafrika und den angrenzenden Gebieten von Botswana und Simbabwe variieren die Bäume in der Größe von 4 bis 18 m und werden Mopane-Sträucher genannt, manchmal bilden sie auch Waldungen, wenn sie einen schlankeren Wuchs haben. Mopane wächst nicht gut außerhalb der für ihn passenden heißen, frostfreien Gebiete mit Sommerregen.

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstbeschreibung dieser Art erfolgte 1866 unter dem Namen Copaifera mopane durch John Kirk in George Bentham: Transactions of the Linnean Society of London, 25, S. 317. Die Gattung Colophospermum wurde 1949 durch John Kirk in Jean Joseph Gustave Léonard: Bulletin du Jardin Botanique de l'État, 19, 390 mit der Typusart Colophospermum mopane (J.Kirk ex Benth.) J.Léonard aufgestellt. Colophospermum mopane ist die einzige Art der Gattung Colophospermum aus der Tribus Detarieae in der Unterfamilie Caesalpinioideae innerhalb der Familie der Fabaceae. Diese Art wird manchmal in die Gattung Hardwickia Roxb. eingeordnet. Weitere Synonyme für Colophospermum mopane (Kirk ex Benth.) Kirk ex J.Léonard sind: Copaiba mopane (Kirk ex Benth.) Kuntze, Hardwickia mopane (Kirk ex Benth.) Breteler et al.. [2]

Der Gattungsname Colophospermum leitet sich von den griechischen Wörtern colophos für „Kolophonium“, das sich augenscheinlich auf den starken Terpentin-Geruch des Harzes bezieht (Kolophonium wird aus Terpentin gewonnen) und spermum für Samen ab, dies bezieht sich auf die harzigen Samen.

Verwendung[Bearbeiten]

Raupe von Gonimbrasia belina an Mopane (Colophospermum mopane)
Ein Elefant zwischen Mopanebäumen im Etosha-Nationalpark.

Zusammen mit Kameldorn (Acacia erioloba) und Ahnenbaum (Combretum Imberbe) bildet er die Triade der Brennhölzer für Menschen im südlichen Afrika. Die Blätter sind Nahrung für die Raupe von Gonimbrasia belina, einem Nachtfalter aus der Familie der Pfauenspinner. Wegen ihres hohen Proteingehaltes werden sie von Menschen geröstet, getrocknet oder in der Mopanewurmsuppe gegessen. Die Puppe der Raupe spinnt einen Seidenkokon, der als Wildseide zur Herstellung von Kleidung dient. Das Sammeln von Mopaneraupen ist eine wichtige Einnahmequelle für viele Menschen.

Traditionell wird Mopaneholz für den Hausbau und für Kraalzäune verwendet und die Zweige werden als Zahnbürste gekaut.

Die Rinde wird zum Herstellen von Schnüren und zum Gerben verwendet. Die Blätter werden zur Wundheilung und Bekämpfung von Magenbeschwerden benutzt.

Das harte, rötliche Holz wurde für Eisenbahnschwellen und zur Ausschachtung von Bergwerksstollen genutzt. Es gehört zu den schwersten Hölzern des südlichen Afrika und ist durch seine Härte offensichtlich schwer zu bearbeiten. Gerade das macht es aber termitenresistent, weshalb es oft für Zaunpfosten und Bodenbeläge genutzt wird.

In der jüngeren Zeit setzt sich Mopane-Holz im Holzblasinstrumentenbau immer mehr als mögliches Ersatzholz für Grenadill (Dalbergia melanoxylon) durch, da es ebenso wie dieses sehr hart und dicht ist und auch ähnlich vorteilhafte klangliche Eigenschaften besitzt. Zudem sind bisher keine nennenswerten allergischen Reaktionen auf Mopane-Holz bekannt, was jedoch bei den verschiedenen der Dalbergien-Arten oft vorkommt.

Weiterhin werden die Wurzeln wegen ihrer hohen Witterungsfestigkeit in der Terraristik und Aquaristik eingesetzt.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mopane auf wood-database.com, abgerufen m 3. Dezember 2013
  2. Colophospermum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.

Literatur[Bearbeiten]

  • N. Esterhuyse, J. von Breitenbach, H. Söhnge: Remarkable trees of South Africa. Briza Publications, Pretoria 2001.
  • C. Trippner: Bodenökologische Untersuchungen in ausgewählten Modellgebieten im Etoscha-Nationalpark/Nordnamibia, unter besonderer Berücksichtigung der öko-pedologischen Risiken und der Standortansprüche von Colophospermum mopane. XIV, 263 S.: graph. Darst. Hochschulschrift (Diss.): Univ. Regensburg 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mopane (Colophospermum mopane) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien