Morlaix

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadtgemeinde Morlaix in der Bretagne, Frankreich; zum gleichnamigen Fluss in der Bretagne siehe Morlaix (Ärmelkanal).
Morlaix (Montroulez)
Wappen von Morlaix
Morlaix (Frankreich)
Morlaix
Region Bretagne
Département Finistère
Arrondissement Morlaix (Unterpräfektur)
Kanton Morlaix (Chef-lieu)
Koordinaten 48° 35′ N, 3° 50′ W48.5775-3.82805555555565Koordinaten: 48° 35′ N, 3° 50′ W
Höhe 0–104 m
Fläche 24,82 km²
Einwohner 15.549 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 626 Einw./km²
Postleitzahl 29600
INSEE-Code
Website http://www.ville.morlaix.fr

Viadukt, Place des Otages

Morlaix (Montroulez auf Bretonisch) ist eine französische Gemeinde mit 15.549 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Westen Frankreichs im Département Finistère in der Region Bretagne. Morlaix ist Hauptort (chef-lieu) des gleichnamigen Kantons und Unterpräfektur des gleichnamigen Arrondissements.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Morlaix liegt zwischen Meereshöhe und 104 Metern auf durchschnittlich 61 Metern über dem Meer im Norden des Département Finistère. Die Stadt wird vom gleichnamigen Flusses Morlaix durchquert, der ab hier eine schmale Trichtermündung bildet und etwa sechs Kilometer weiter nördlich in der Bucht Rade de Morlaix in den Ärmelkanal mündet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

In Uhrzeigerrichtung, von Norden beginnend: Plouezoc’h, Garlan, Plouigneau, Plougonven, Plourin-lès-Morlaix, Saint-Martin-des-Champs, Taulé und Locquénolé.

Geschichte[Bearbeiten]

Sowohl der bretonische als auch der französische Name der Stadt weisen auf die lateinische Bezeichnung des Ortes Mons Relaxus zurück. Morlaix neuzeitliche Bedeutung gründet vor allem auf seinem Seehafen, der unter anderem für die Französische Westindien-Kompanie ein wichtiger Anlaufpunkt war. Die im 18. Jahrhundert errichtete, "Ferme" genannte Tabakfabrik war mit ihrem Handelsmonopol ein weiterer wichtiger Baustein des wirtschaftlichen Aufschwunges der Stadt, ließ aber auch den Tabakschmuggel aus England aufblühen.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Hochgeschwindigkeitszug TGV durchfährt Morlaix auf dem Weg von Paris nach Brest. Der Flughafen Morlaix Ploujean liegt in der Gemarkung der Stadt Morlaix.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Maison dite de la duchesse Anne
Laternenhaus, Grand’Rue
Château du Taureau
  • Das Stadtbild wird von einem weithin sichtbaren, 58 m hohen und 285 m langen Eisenbahnviadukt geprägt, das 1861 errichtet wurde um die Bahnverbindung von Paris nach Brest fertigzustellen.
  • Die Altstadt mit zahlreichen mit Erkern geschmückten Häusern spiegelt den Reichtum der Stadt wider. Bemerkenswert ist die Bauweise der Laternenhäuser, Gebäude, die um einen oben verglasten Innenhof herum errichtet wurden. Zu den Laternenhäusern zählt das Maison dite de la duchesse Anne, ein dreistöckiges Haus, das zu Beginn des 16. Jahrhunderts Anne de Bretagne als Wohnsitz gedient haben soll. Die Fassade ist mit Ornamenten und Heiligenstatuen reich verziert. Die oberen Stockwerke, die die über die darunterliegenden herausragen, sind über eine Wendeltreppe im Innenhof zu erreichen, die sich im Stil der Renaissance um ein aus einem Stück geschnitztes, reich verziertes Mittelstück erhebt.
  • Die Grand'Rue, heute Fußgängerzone, war die Hauptstraße des alten Handelsortes. Heute mischen sich alte Häuser und moderne Geschäfte. Weiter in Richtung Viadukt erreicht man den Place des Otages der an die im Krieg von deutschen Soldaten getöteten Bretonen erinnert.
  • Die Kirche Saint-Melaine (15. Jahrhundert) wurde im Flamboyantstil errichtet. Bei Bombardierungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg nahm die Kirche schweren Schaden, wurde aber wieder aufgebaut. Bemerkenswert ist das Orgelgehäuse, das noch aus dem 17. Jahrhundert stammt.
  • Die Gemeindekirche Saint-Mathieu wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Aus dieser Zeit ist jedoch nur noch der Turm erhalten. Nach langdauerendem Verfall wurde die Kirche Anfang des 19. Jahrhunderts komplett restauriert. Sehenswert ist eine aufklappbare Marienstatue, deren Inneres die Dreifaltigkeit darstellt.
  • Die ehemalige Tabakmanufaktur "Ferme" entstand im 19. Jahrhundert.
  • Das Fort Taureau aus dem 16. Jahrhundert in der Bucht von Morlaix wurde nach grundlegender Restauration 2006 wieder für Besucher geöffnet.

Museen[Bearbeiten]

  • Das Stadtmuseum Musée des Jacobins zeigt neben thematisch wechselnden Ausstellungen ständig Exponate zur Geschichte von Stadt, Landschaft und Kultur.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bretagne. Rennes, Saint-Malo, Saint-Brieuc, Morlaix, Brest, Quimper, Lorient, Vannes, Nantes, 2. Auflage, Köln: Dumont 1998, 464 Seiten, ISBN 3-7701-3275-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Morlaix – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien