Mylau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mylau
Mylau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mylau hervorgehoben
50.61666666666712.266666666667305Koordinaten: 50° 37′ N, 12° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 305 m ü. NHN
Fläche: 4,73 km²
Einwohner: 2699 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 571 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08499
Vorwahl: 03765
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 250
Adresse der
Stadtverwaltung:
Reichenbacher Str. 13
08499 Mylau
Webpräsenz: www.mylau.de
Bürgermeister: Christoph Schneider (CDU)
Lage der Stadt Mylau im Vogtlandkreis
Tschechien Bayern Thüringen Erzgebirgskreis Landkreis Zwickau Adorf/Vogtl. Auerbach/Vogtl. Bad Brambach Bad Elster Bergen (Vogtland) Bösenbrunn Eichigt Ellefeld Elsterberg Markneukirchen Falkenstein/Vogtl. Grünbach (Sachsen) Heinsdorfergrund Klingenthal Lengenfeld (Vogtland) Limbach (Vogtland) Markneukirchen Mühlental Pausa-Mühltroff Muldenhammer Mylau Netzschkau Neuensalz Neumark (Vogtland) Neustadt/Vogtl. Oelsnitz/Vogtl. Pausa-Mühltroff Plauen Pöhl Reichenbach im Vogtland Reuth (Vogtland) Rodewisch Rosenbach/Vogtl. Schöneck/Vogtl. Steinberg (Vogtland) Triebel/Vogtl. Theuma Tirpersdorf Treuen Weischlitz Werda KlingenthalKarte
Über dieses Bild
Mylau mit der Burg Mylau um 1905
Stadtkirche von Mylau

Mylau ist eine Landstadt des Vogtlandkreises im Freistaat Sachsen. Sie hat knapp 3000 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten]

Mylau als Panorama-Aufnahme

Geografische Lage[Bearbeiten]

Mylau erstreckt sich über Höhenlagen zwischen 290 und 370 m ü. NN. in den Tälern der Göltzsch und des aus Richtung Reichenbach kommenden Raumbaches. Letzterer ist bei der Bevölkerung vor allem unter der Bezeichnung Seifenbach bekannt, weil sich im 19. Jahrhundert an dessen Bachlauf im Heinsdorfergrund und Reichenbach Textilfärbereien befanden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden im Vogtlandkreis sind Limbach sowie die Städte Netzschkau und Reichenbach im Vogtland. Im Norden grenzt die thüringische Kreisstadt Greiz an.

Geschichte[Bearbeiten]

Am Fuße einer um 1180 erbauten Burg, der heutigen Burg Mylau, entstand im 14. Jahrhundert eine Siedlung, die 1367 von Karl IV. das Stadtrecht verliehen bekam. Das Städtchen blieb bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts unbedeutend – 1650 gab es nur 24 Bürgerhäuser – danach wuchs es durch die Ansiedlung von Handwebereien rasch an. Letztere waren im 19. Jahrhundert die Voraussetzung für die nicht unerhebliche Entwicklung der Textilindustrie. Mylau und Obermylau gehörten bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1996 wurde Obermylau eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

  • 1706: 0900
  • 1834: 2393
  • 1910: 7957
  • 1933: 7375
  • 1960: 6668
  • 1971: 6087
  • 1998: 3364
  • 1999: 3328
  • 2001: 3202
  • 2002: 3119
  • 2003: 3080
  • 2004: 3013
  • 2005: 2979
  • 2007: 2889
  • 2008: 2878
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 mit einer Wahlbeteiligung von 45,1  % verteilen sich die 14 Mitglieder des Gemeinderats folgendermaßen auf die einzelnen Listen und Parteien:

  • Bürgerinitiative Mylau (BIM) 6 Sitze
  • CDU 3 Sitze
  • Gewerbeverein Mylau 2 Sitze
  • Die Linke 2 Sitze
  • SPD 1 Sitze

Städteverbund[Bearbeiten]

Mylau bildet zusammen mit den Städten Greiz, Reichenbach, Elsterberg und Netzschkau den Städteverbund „Nordöstliches Vogtland“. Dessen Ziel ist es, die interkommunale Zusammenarbeit im Raum Westsachsen/Ostthüringen auf den Gebieten Wirtschaftsentwicklung, Verkehrsanbindung, Siedlungsstruktur, Natur, Landschaft, Kultur, Bildung und Tourismus zu fördern.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Mit vier Städten führt Mylau eine Partnerschaft.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Burg Mylau wurde nie zerstört und befindet sich an der Mündung des Raumbaches in die Göltzsch. Im Nordwesten der Stadt wird die Göltzsch von der weltberühmten Göltzschtalbrücke überspannt. Sehenswert ist ferner die 1890 erbaute Stadtkirche St. Wenzel, die eine Orgel von Gottfried Silbermann (1730/31) besitzt.
  • Unterhalb Mylaus überspannt seit 1851 die weltweit größte aus Ziegeln erbaute Brücke, die „Göltzschtalbrücke“ das Tal der Göltzsch. Die Eisenbahnbrücke ist ein Wahrzeichen der Region „Nordöstliches Vogtland“ um Mylau und gilt als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland.

Sport[Bearbeiten]

Am Ortsrand von Mylau befindet sich der Wendepunkt des jeweils im Oktober stattfindenden Göltzschtal-Marathons. Dieser ist in Deutschland der zweitälteste aller seit ihrer Gründung noch ausgetragenen Marathonläufe und der älteste in der ehemaligen DDR.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Grabstätte und Gedenktafel auf dem Friedhof für vier unbekannte KZ-Häftlinge, die im Januar 1945 tot aus einem Transportzug bei der Evakuierung eines Konzentrationslagers geworfen wurden

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Mylau führt die Bundesstraße 173. 1895 erhielt die Stadt einen eigenen Bahnanschluss nach Reichenbach an der Bahnstrecke Reichenbach–Göltzschtalbrücke. Ab 1905 bestand eine weitere Strecke nach Lengenfeld. Nach der Einstellung des Reiseverkehrs 1957 wurde die Strecke 1970 endgültig aufgegeben und wenig später abgebaut. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich heute in Reichenbach im Vogtland und Netzschkau.

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Mylau
  • Futurum Vogtland – Evangelische Gemeinschaftsschule Mylau

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Adolf Förster, Eislauftrainer
  • Josef Wetzel (*1920), Maler und Grafiker
  • Gotthold Lange (*1932), evangl.luth. Pfarrer i.R.

Ausblick vom Fesselballon[Bearbeiten]

Das Foto zeigt einen 360-Grad-Blick vom Fesselballon an der Göltzschtalbrücke u.a. auf Mylau.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Steche: Mylau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 11. Heft: Amtshauptmannschaft Plauen. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 31.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mylau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  3. www.mylau.de - Bürgerinfo - Partnerstädte