Lengenfeld (Vogtland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lengenfeld
Lengenfeld (Vogtland)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lengenfeld hervorgehoben
50.56666666666712.366666666667403Koordinaten: 50° 34′ N, 12° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 403 m ü. NHN
Fläche: 47,16 km²
Einwohner: 7490 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08485
Vorwahl: 037606
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 170
Stadtgliederung: Kernstadt, 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 1
08485 Lengenfeld
Webpräsenz: www.stadt-lengenfeld.de
Bürgermeister: Volker Bachmann
Lage der Stadt Lengenfeld im Vogtlandkreis
Tschechien Bayern Thüringen Erzgebirgskreis Landkreis Zwickau Adorf/Vogtl. Auerbach/Vogtl. Bad Brambach Bad Elster Bergen (Vogtland) Bösenbrunn Eichigt Ellefeld Elsterberg Markneukirchen Falkenstein/Vogtl. Grünbach (Sachsen) Heinsdorfergrund Klingenthal Lengenfeld (Vogtland) Limbach (Vogtland) Markneukirchen Mühlental Pausa-Mühltroff Muldenhammer Mylau Netzschkau Neuensalz Neumark (Vogtland) Neustadt/Vogtl. Oelsnitz/Vogtl. Pausa-Mühltroff Plauen Pöhl Reichenbach im Vogtland Reuth (Vogtland) Rodewisch Rosenbach/Vogtl. Schöneck/Vogtl. Steinberg (Vogtland) Triebel/Vogtl. Theuma Tirpersdorf Treuen Weischlitz Werda KlingenthalKarte
Über dieses Bild
Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 42,0 (2004: 52,7 %)
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Gewinne und Verluste
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Lengenfeld ist eine Kleinstadt im sächsischen Vogtlandkreis.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt 8 km südlich von Reichenbach, 6 km nordöstlich von Treuen, 3 km nördlich von Rodewisch und 20 km nordöstlich von Plauen in einem Seitental der Göltzsch.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Heinsdorfergrund, Limbach, Reichenbach im Vogtland (Stadt), Rodewisch (Stadt) und Treuen (Stadt) im Vogtlandkreis sowie Hirschfeld und Kirchberg (Stadt) im Landkreis Zwickau.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Lengenfeld ist Kernstadt einer Großgemeinde mit acht weiteren, ehemals selbständigen Ortschaften, den heutigen Ortsteilen Irfersgrün, Pechtelsgrün, Plohn/Abhorn, Grün, Schönbrunn, Waldkirchen (Lengenfeld), Weißensand und Wolfspfütz.

  • Grün wurde 1399 erstmals erwähnt. Der Ort erstreckt sich entlang des rechten Ufers der Göltzsch. 1935 wurde das Dorf nach Lengenfeld eingemeindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Nennung Lengenfelds datiert von 1438 im Zusammenhang mit einer Schenkung der Hoyersmühle (heutige Klopfermühle) an den Martinsaltar der Pfarrkirche in Zwickau. Seit 1430 wurde das Waldhufendorf als Markt bezeichnet, jedoch erst 1764 als „Städtlein“.

Schnell entwickelt sich die Stadt: 1519 Reformation, in diesem Zusammenhang 1525 Bauernlager im benachbarten Waldkirchen, 1541 erster Schulmeister, 1544 erstes Rathaus, 1545 selbstständige Pfarrei. Die Gründung einer Tuchmacherinnung im Jahre 1562 war Voraussetzung für den Aufstieg Lengenfelds zu einem bedeutenden Textilstandort. 1633 wurde das schwärzeste Jahr in der Geschichte der Stadt, als Lengenfeld die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges zu spüren bekam und nahezu die Hälfte der damaligen Bevölkerung, 233 Personen, starb. Bei einem Großfeuer am 10. Mai 1856 wurde der Stadtkern mit Schule, Kirche und Gerichtsgebäude zerstört, ihr heutiges Gesicht erhielt die Stadt durch den Wiederaufbau.

1944 befand sich bei Lengenfeld ein Außenlager des KZ Flossenbürg für 800 Häftlinge aus 11 Ländern, die zur Arbeit in den Lengwerken, einem Rüstungsbetrieb der Junkers-Werke gezwungen wurden. Vor dem Einmarsch der Amerikaner am 17. April 1945, in dem es zu Kriegshandlungen kam, wurde das Lager geräumt.

Zu DDR-Zeiten wurde im Ort das Kinderferienlager "Hans Heinen" betrieben.

St.-Aegidius-Kirche in Lengenfeld.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1935 wurde die Gemeinde Grün eingegliedert.[2] Damit stieg die Einwohnerzahl schlagartig um 1.400 Bürger. Es folgten am 1. Juli 1953 Wolfspfütz, am 1. Juli 1993 Plohn mit der am 1. Januar 1979 eingegliederten Ortschaft Abhorn, am 1. Januar 1994 Weißensand und am 1. März 1994 Irfersgrün und Pechtelsgrün.[3] Am 1. Januar 1999 schlossen Waldkirchen und Schönbrunn den Reigen der Eingemeindungen ab.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

  • 1834: 3482
  • 1871: 4933
  • 1939: 8132
  • 1960: 8778
  • 1971: 8163
  • 1981: 7778
  • 1998: 8724 1
  • 1999: 8662
  • 2000: 8622
  • 2001: 8572
  • 2002: 8420
  • 2003: 8280
  • 2004: 8181
  • 2007: 7894
  • 2008: 7783
Datenquelle: Statistisches Landesamt Sachsen

1 Gebietsstand 1. Januar 1999

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Gedenkanlage von 1965 in der ehemaligen Waschbaracke des KZ-Außenlagers am Walkmühlenweg zur Erinnerung an 246 Opfer von Zwangsarbeit aus verschiedenen Nationen
  • Massengrab und Gedenkstein von 1946 auf dem Ortsfriedhof für 57 Häftlinge des KZ-Außenlagers, sowie Gedenkstein von 1994 für umgekommene italienische Militärinternierte
  • Straßenname zur Ehrung des Widerstandskämpfers Felix Mauersberger aus Netzschkau, der am 8. Mai 1945 an den erlittenen Misshandlungen im KZ-Außenlager starb
  • Gedenkstein in der Mitte des Ortsteiles Weißensand für die Opfer des Faschismus. Er erinnert an neun weibliche jüdische KZ-Häftlinge, die im Frühjahr 1945 bei einem Todesmarsch aus dem KZ-Außenlager Christianstadt des KZ Groß-Rosen ermordet wurden
  • Gedenkstein für die gefallenen Soldaten des deutsch-französischen Krieges 1870/71 auf dem Kirchplatz
  • Denkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges am Park
  • namentliche Nennung der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges des Ortes Lengenfeld im Eingangsbereich der St.-Aegidius-Kirche
  • Gedenkstein für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges des ehemals selbstständigen Ortes Grün an der Zwickauer Straße
  • Gedenkstein für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges des ehemals selbstständigen Plohn an der Plohner Hauptstraße

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Die Stadt Lengenfeld besitzt ein Heimatmuseum, welches nach langjähriger Restauration wieder geöffnet hat. Daneben befindet sich das Feuerwehrmuseum.
  • Die Klopfermühle ist die letzte mit Wasserkraft arbeitende Mühle an der Göltzsch. Sie wurde 1438 erstmals urkundlich erwähnt. Sie kann besichtigt werden und besitzt ein kleines Museum.

Parks[Bearbeiten]

Der Stadtpark ist alle zwei Jahre der Ort eines der größten Volksfeste des Vogtlandes, dem Parkfest. Im Ortsteil Plohn befindet sich der Freizeitpark Plohn 500 Meter entfernt von der ehemaligen Burg Plohn, dem späteren Rittergut Plohn.

Sport[Bearbeiten]

In Lengenfeld findet im Oktober der Göltzschtal-Marathon statt. Er ist in Deutschland der zweitälteste aller seit ihrer Gründung noch ausgetragenen Marathonläufe und der älteste in der ehemaligen DDR. Der veranstaltende VfB Lengenfeld 1908 führt außerdem im April den Göltzschtallauf als Halbmarathon durch.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Lengenfeld liegt an der Bundesstraße 94, nördlich des Ortsteils Schönbrunn befindet sich die Anschlussstelle an die Bundesautobahn 72 (Anschlussstelle 9 Reichenbach). Lengenfeld besitzt einen Bahnhof und Irfersgrün einen Haltepunkt an der Bahnstrecke ZwickauFalkenstein/Vogtl.

Zu DDR-Zeiten befand sich im Ortsteil Wolfspfütz das einzige Werk für Dieseleinspritzdüsen für die IFA. Das Unternehmen existiert heute noch als Monark Diesel GmbH.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Franz Adler (um 1814–1884), Rittergutsbesitzer in Plohn und Politiker, MdL

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lengenfeld (Vogtland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999