National Rifle Association

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Abzeichen der National Rifle Association (NRA)

Die National Rifle Association (NRA) („Nationale Schusswaffenvereinigung“) ist eine US-amerikanische Organisation, die sich dem Sportschießen, dem Training zum sicheren und geschickten Umgang mit Schusswaffen sowie besonders dem Eintreten für ein allgemeines Waffenbesitzrecht und die Rechte der Schusswaffenbesitzer verschrieben hat. Die NRA bezeichnet sich selbst als „die älteste Bürgerrechtsorganisation der Vereinigten Staaten“. Nach eigenen Angaben[1] sind 4,2 Millionen Personen und 10.700 Vereinigungen Mitglieder der NRA.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Zentrale der NRA in Fairfax, Virginia

Die NRA wurde kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg von Offizieren der Union gegründet, die von den schlechten Schießkünsten der Soldaten der Union während des Krieges entsetzt waren. Dieses Problem sollte durch die Förderung des Schützensports und der Schießkunst in der allgemeinen Bevölkerung, einschließlich ehemaliger Sklaven aus den Staaten mit vorher erlaubter Sklaverei, bekämpft werden. Auf Grund dieser Tatsache war die NRA in diesen Staaten zunächst eher unpopulär und wurde vom Ku-Klux-Klan als Feind betrachtet. Auch in den Nordstaaten sahen Politiker die Organisation kritisch, weil sie eine Militarisierung der Bürger fürchteten.

Colonel William Conant Church und General George Wood Wingate sind durch eine vom Staat New York am 17. November 1871 erlassene Urkunde die verbrieften offiziellen Gründer der NRA. Vorbild war die 1859 gegründete britische Rifle Association. Die erste Schießbahn wurde auf Long Island angelegt. Der erste Präsident der NRA wurde der frühere Kommandeur der Unionsarmee Ambrose E. Burnside. Sein Nachfolger wurde William C. Church und 1883 der frühere US-Präsident Ulysses S. Grant.

[Bearbeiten] Führungspersonen

Charlton Heston, der die Organisation seit 1998 anführte, trat aufgrund seiner Alzheimer-Krankheit im April 2003 von seinem Amt als Präsident und Sprecher der NRA zurück. Seine Nachfolger waren Kayne Robinson und Sandra Froman. Seit 2007 hat John C. Sigler das Amt des Präsidenten inne.

[Bearbeiten] Kritik

Die NRA wird vor allem von Befürwortern einer stärkeren Kontrolle von Schusswaffen kritisiert, deren Meinung nach die Politik der NRA auf eine nicht ausreichende Waffenkontrolle ausgerichtet ist. Einer der berühmtesten Kritiker ist der amerikanische Filmemacher und Autor Michael Moore, dessen Kritik sich unter anderem an dem früheren Vorsitzenden Charlton Heston festmachte. In dem Film Bowling for Columbine setzt sich Moore mit dem Themenbereich NRA, Waffengesetzgebung und Kultur der Angst auseinander. Seiner Meinung nach liegen darin die Ursachen für die übermäßig vielen Todesopfer durch Schusswaffengebrauch in den USA.

Allerdings sieht sich die NRA auch Kritik aus Kreisen der Waffenbefürworter ausgesetzt, die das amerikanische Recht auf Waffenbesitz als uneingeschränkt ansehen und folglich gegen jede Art der Waffenkontrolle sind - auch gegen die von der NRA unterstützten relativ liberalen Gesetze.

Auch wurde die NRA in heftige Kritik gerissen, als sie nach dem Columbine-Amoklauf in Denver ihre jährliche Jahreshauptversammlung abhielt. Die NRA führt dazu an, dass sie die Veranstaltung auf das rechtlich vorgeschriebene Maß gekürzt und alle Begleitveranstaltungen abgesagt hat, eine Verlegung in der Kürze der Zeit aber nicht möglich war. Dies wird in Moores Film anders dargestellt. Auch wird der NRA vorgeworfen nach dem Mord an einer sechsjährigen Schülerin durch einen gleichaltrigen Schüler in Flint (Michigan) erneut einen Vortrag gehalten zu haben. Die Veranstaltung war jedoch fast 8 Monate nach dem Vorfall und eine Wahlveranstaltung auf der Charlton Heston redete. Zu dem Zeitpunkt fanden mehrere Wahlveranstaltungen in der Gegend statt. Der NRA wird auch dies verzerrt dargestellt als direkte Reaktion auf den Mord und es wird der NRA daraufhin unsensibles Verhalten vorgeworfen. Michael Moore bekam in seinem Dokumentarfilm "Bowling for Columbine" keine offizielle Stellungnahme weil Charlton Heston offenbar den Zusammenhang zwischen der Frage und dem toten Mädchen nicht erkennt und so lässt Moore beim Verlassen des Grundstück des NRA-Vorstandes ein Bild des getöteten Mädchens liegen.

[Bearbeiten] Entwicklung

Am 19. Oktober 2005 trat im Bundesstaat Alaska ein Waffengesetz in Kraft, das sowohl den Waffenbesitz von Handfeuerwaffen, als auch ihr Mitführen im PKW liberalisiert. Das Gesetz war auf Betreiben der National Rifle Association verabschiedet worden, um den restriktiveren lokalen Grundsätzen der Kommunen und Counties zuvorzukommen. Alaska soll nach dem Willen der NRA Vorbild für die anderen Bundesstaaten werden.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Anderson, Jack. Inside the NRA: Armed and Dangerous. Beverly Hills, Calif.: Dove, 1996. ISBN 0787106771.
  • Brennan, Pauline Gasdow, Alan J. Lizotte, and David McDowall. "Guns, Southernness, and Gun Control". Journal of Quantitative Criminology 9, no. 3 (1993): 289–307.
  • Bruce, John M., and Clyde Wilcox, eds. The Changing Politics of Gun Control. Lanham, Maryland: Rowman and Littlefield, 1998. ISBN 0847686140, ISBN 0847686159.
  • Davidson, Osha Gray. Under Fire: The NRA and the Battle for Gun Control, 2nd ed. Iowa City: University of Iowa Press, 1998. ISBN 0877456461.
  • Edel, Wilbur. Gun Control: Threat to Liberty or Defense against Anarchy? Westport, Conn.: Praeger Publishers, 1995. ISBN 0275951456.
  • Langbein, Laura I., and Mark A. Lotwis, "Political Efficacy of Lobbying and Money: Gun Control in the U.S. House, 1986". Legislative Studies Quarterly 15 (August 1990): 413–40.
  • LaPierre, Wayne R. Guns, Crime, and Freedom. Washington, D.C.: Regnery, 1994. ISBN 0895264773.
  • McGarrity, Joseph P., and Daniel Sutter. "A Test of the Structure of PAC Contracts: An Analysis of House Gun Control Votes in the 1980s". Southern Economic Journal, Vol. 67 (2000).
  • Spitzer, Robert J. The Politics of Gun Control, 2nd ed. New York: Chatham House Publishers, 1998. ISBN 1566430720.
  • Sugarmann, Josh. National Rifle Association: Money, Firepower, and Fear. Washington, D.C.: National Press Books, 1992. ISBN 0915765888.
  • Trefethen, James B., and James E. Serven. Americans and Their Guns: The National Rifle Association Story Through Nearly a Century of Service to the Nation. Harrisburg, Penn.: Stackpole Books, 1967.
  • Utter, Glenn H., ed. Encyclopedia of Gun Control and Gun Rights. Phoenix, Ariz.: Oryx Press, 2000. ISBN 157356172X.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. im Rechtsstreit ATF v. City of Chicago
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