Naturpark Rhein-Taunus

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Naturpark Rhein-Taunus
Naturpark Rhein-Taunus (Deutschland)
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50.138.16Koordinaten: 50° 7′ 48″ N, 8° 9′ 36″ O
Lage: Hessen, Deutschland
Nächste Stadt: Frankfurt, Geisenheim, Idstein, Rüdesheim, Wiesbaden
Fläche: 810 km²
Gründung: 1968
Adresse: Kommunaler Zweckverband "Naturpark Rhein-Taunus"

Veitenmühlenweg 5
65510 Idstein

Panorama des Rheingaugebirges mit der Hallgarter Zange und Kalte Herberge
Panorama des Rheingaugebirges mit der Hallgarter Zange und Kalte Herberge
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Der Naturpark Rhein-Taunus ist ein Naturpark mit einer Fläche von gut 81.000 Hektar (810 km²) im hessischen Mittelgebirge Taunus.

Geografie[Bearbeiten]

Er umfasst Gebiete des Rheingau-Taunus-Kreises und der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Grenzen des Naturparks sind außer nach Süden hin im Wesentlichen identisch mit den Außengrenzen der beiden Zweckverbandsmitglieder. Im Süden endet der Naturpark in etwa an der Waldgrenze des Taunus. Der Naturpark Rhein-Taunus grenzt im Osten direkt an den Naturpark Taunus. Jenseits der Landesgrenze befindet sich in Rheinland-Pfalz der Naturpark Nassau.

Aufgaben und Auszeichnung[Bearbeiten]

Beide haben einen Zweckverband gebildet mit der Aufgabe, in diesem als Erholungsgebiet besonders geeigneten Raum die heimische Pflanzen- und Tierwelt zu schützen, die Landschaft zu erhalten, zu gestalten sowie zu pflegen und dadurch den Menschen eine naturnahe Erholung zu ermöglichen. Der Sitz des Zweckverbandes ist Idstein.

Lage und Nutzung[Bearbeiten]

Es gibt einige Besonderheiten, welche den Naturpark Rhein-Taunus auszeichnen.

1.) Die große Nähe zum Großraum Wiesbaden und Mainz und somit auch zum Ballungsraumes Rhein-Main. Allein im direkten Einzugsgebiet des Naturparks leben über eine Million Menschen. Der Naturpark ist relativ zentral in Deutschland gelegen und leicht per Bahn, Straße, Flugzeug oder sogar per Schiff über den Rhein zu erreichen. Trotz der Nähe zum Ballungsraum ist der Park durch große Ruhe und interessante Ausflugsziele geprägt.

2.) Im Naturpark finden sich gleich zwei großflächige UNESCO-Welterbe-Stätten. Zum einen die Welterbestätte Oberes Mittelrheintal und zum anderen die Welterbestätte Obergermanisch-Raetischer Limes.

3.) Die großen Unterschiede und Vielfalt der erlebbaren Naturräume (Naturraum). Im Osten findet sich die Idsteiner Senke mit Emsbach- und Wörsbachtal. Diese sind Bestandteil des Grabenbruchsystems des Rheins und entwässern Richtung Lahntal. Im Nordteil des Parks findet der Besucher das Aartal mit wesentlich rauerem Charakter. Die Aar entwässert ebenfalls Richtung Lahn. Der Westen wird geprägt von Hinterlandswald und der Wisper im Wispertal. Diese mündet als sehr naturnaher Zufluss bei Lorch (Rheingau) direkt in den Rhein. Dieser selber ist prägender Bestandteil der südlichen Teile des Naturparks, dem Rheingau, an dessen östlichem Anfang sich die Landeshauptstadt Wiesbaden mit z.B. dem Ortsteil Frauenstein findet. Diese Täler umrahmen den Höhenzug des Taunus, welcher hier Höhen von rund 600m ü. NN erreicht und mit seinen naturnahen Wäldern den Kern des Naturparkgebietes bildet.

4.) Das Parkgebiet ist mit über 60 % Bewaldungsanteil sehr waldreich. Naturnaher Waldbau prägt diese weiträumigen, artenreichen Wälder, welche überwiegend von Rotbuche, Traubeneiche, Rotfichte und Douglasie gebildet werden.

5.) Im Parkbereich werden vom Naturpark rund 600 km Wanderwege, so beispielsweise der Rheingauer Gebück-Wanderweg sowie mehrere Informations-Pfade, zahlreiche Spiel- und Liegewiesen, drei Jugendzeltplätze und mehrere Grillhütten unterhalten.

6.) Im Parkgebiet kreuzen sich zahlreiche überregionale Wanderwege. Zum Beispiel: Rheinsteig, Rheinhöhenweg, Limeswanderweg, Europäischer Fernwanderweg E1, Europäischer Fernwanderweg E3

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bekanntes Ausflugsziel ist z. B. oberhalb des Rheingaus die 580 m hohe Hallgarter Zange als Aussichtspunkt nach Süden. Nördlich davon liegt zwischen dem Taunushauptkamm und dem Wispertal der rund 220 km² große Hinterlandswald, der, vom Menschen fast unberührt, in seinem Wald- und Tierreichtum einzigartig in der Umgebung ist. Er ist zudem das größte, nicht von Autobahnen oder Bundesstraßen zerschnittene Waldgebiet Hessens, in dem zum Beispiel die Wildkatze (Felis silvestris) einen ihrer wichtigsten Rückzugsräume in Deutschland für die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gefunden hatte.


Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Naturpark Rhein-Taunus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks[Bearbeiten]