Nuthe

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem brandenburgischen Fluss Nuthe. Zum Fluss gleichen Namens im Südwestfläming siehe: Nuthe (Elbe).
Nuthe
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Flussverlauf der Nuthe

Flussverlauf der Nuthe

Daten
Gewässerkennzahl DE: 584
Lage Brandenburg, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Havel → Elbe → Nordsee
Quelle Bei Dennewitz im Fläming
51° 58′ 27″ N, 12° 59′ 44″ O51.97416666666712.99555555555681
Quellhöhe 81 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung In Potsdam in die Havel52.39555555555613.07055555555629.4Koordinaten: 52° 23′ 44″ N, 13° 4′ 14″ O
52° 23′ 44″ N, 13° 4′ 14″ O52.39555555555613.07055555555629.4
Mündungshöhe 29,4 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 51,6 m
Länge 65 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 1935 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Babelsberg[1]
AEo: 1787 km²
Lage: 1,2 km oberhalb der Mündung
NNQ (29.05.1989)
MNQ 1955/1998
MQ 1955/1998
Mq 1955/1998
MHQ 1955/1998
HHQ (28.03.1970)
150 l/s
2,17 m³/s
8,8 m³/s
4,9 l/s km²
22,5 m³/s
35,6 m³/s
Linke Nebenflüsse Nieplitz
Rechte Nebenflüsse Hammerfließ
Großstädte Potsdam
Mittelstädte Luckenwalde
Kleinstädte Jüterbog, Trebbin

Die Nuthe ist ein linker Nebenfluss der Havel. Sie ist auf den letzten Metern eine Brandenburger Landeswasserstraße.

Beschreibung[Bearbeiten]

Ihre Quelle befindet sich im Fläming im Bundesland Brandenburg in der Gemeinde Niedergörsdorf - westlich des Ortsteils Dennewitz. Nebenflüsse sind die Nieplitz nahe Gröben und das Hammerfließ nahe Woltersdorf. In nördlicher Richtung durchfließt die Nuthe die größeren Orte Jüterbog, Luckenwalde, Trebbin und die Gemeinde Nuthetal. Nach ungefähr 65 km Fließstrecke und nachdem die Nuthe rund 51 m Höhenunterschied überwunden hat, mündet sie auf 29,4 m ü. NN in Potsdam in die Havel. Sie durchfließt das Glogau-Baruther Urstromtal und weiter nördlich kleinere Urstromtalungen. An ihrem Oberlauf im Fläming hat sie den Charakter eines so genannten Salmoniden-Gewässers. Im Unterlauf ist sie kanalartig ausgebaut und eingedeicht. Ihr Einzugsgebiet umfasst 1.935 km².

Ein großer Teil ihres Laufes führt die Nuthe durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz. Die feuchten grünen Wiesen, ehemaligen Überschwemmungsgebiete und kleineren Elsbrüche des Naturparks bieten dem Weißstorch und dem Reiher ideale Bedingungen; insbesondere der Reiher-Bestand nimmt seit den 1990er Jahren kontinuierlich zu.

Nuthe in Luckenwalde

Theodor Fontane spottete über die Nuthe und die noch kleinere Schwester Nieplitz, verglichen mit diesen Strömen wirke die Havel, als zöge die Wolga an einem vorbei. Dennoch war die „alte Nuthe“ im Gegensatz zur Nieplitz (vermutlich aus dem Slawischen: Unschiffbare) in der Region des Zusammenflusses von Nuthe und Nieplitz bei Gröben noch um 1880 bis zu 40 m breit und vor ihren verschiedenen Regulierungen (1776 bis 1786, 1883) in Teilen schiffbar. Vor den Regulierungen war der Fluss bekannt durch die „Nuthekrebse“, die als Delikatesse bis Leipzig und Paris geliefert wurden. In einer Geschichte aus den 1820er Jahren heißt es einleitend in der Wiedergabe von Fontane:

Es war die Zeit, wo wieder, wie alljährlich, das zu drei, vier Stämmen zusammengebolzte Floßholz in langer langer Linie die Nuthe herunterkam, um erst bei Potsdam in die Havel und dann bei Havelberg in die Elbe zu gehen. Und wie gewöhnlich hatte man auch diesmal wieder allerlei Mannschaften an Bord kommandiert, die, mit Rudern und Stangen in der Hand, durch beständiges Abstoßen vom Ufer das Auf- und Festfahren des Floßholzes hindern mußten. Es waren ihrer elf, lauter junge Bursche von Trebbin und Thyrow her, ... .

Die schon für Fontane geheimnisumwitterten Nutheburgen könnten nach seinen Angaben bereits um 1150, zur Zeit von Albrecht dem Bären, bestanden haben. Etwas ausführlicher dazu siehe Saarmund. Die Überreste einer dieser Burgen kann man heute noch in der Nähe der Stadt Trebbin finden. Es handelt sich hierbei um einen Erdwall, – umgeben vom obligatorischen Burggraben stand dort eine Slawenburg, in Zeichnungen und Ausgrabungen hervorragend dokumentiert vom damaligen Geschichtslehrer der Goethe-Oberschule Trebbin, Herrn Zumke. Im Besitz der Schule sind bzw. waren auch Fundstücke aus dieser Zeit, so zum Beispiel die Überreste alter Messer, Schwerter und Äxte.

Der Name „Nuthe“ könnte germanischen Ursprungs hnõd sein und so viel bedeuten wie „Graben, Rinne“ oder „Tal“. Im Mittelhochdeutschen bedeutet nuot „Fuge“ oder „Nut“. Andere Interpretationen leiten den Namen aus dem altdeutschen Nuth = Noth ab, da die vielen gewaltigen, heute kaum noch nachvollziehbaren Überschwemmungen große „Not“ mit sich brachten. Eine alte Bezeichnung für den Oberlauf bei Jüterbog und Luckenwalde ist Aa oder Aarbach. Noch 1814 wird der obere Flusslauf der Nuthe als A, Ahe, Agerbach bezeichnet.

Bis in das 18. und 19. Jahrhundert hinein gab es immer wieder Hochwasserkatastrophen:
1755. In diesem Jahre hat allhier, wegen des überhand genommenen großen Wassers, kein Heu können gemäht werden, und sind aus eben dieser Ursach auch beide Erndten gar schlecht ausgefallen. (Aus dem Gröbener Kirchenbuch, wiedergegeben von Fontane.)

Das frühere Autobahndreieck Drewitz westlich von Berlin wurde in Dreieck Nuthetal umbenannt (A 10 und A 115).

Bilder der Nuthe[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil II 1998. Landesumweltamt Brandenburg, 2007, abgerufen am 20. Januar 2013 (PDF, deutsch, 5,55 MB).

Quellen[Bearbeiten]

  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 4. Spreeland. Zitiert nach der Ausgabe 1998, Frankfurt/M, Berlin
  • Wasserwanderatlas der DDR. VEB Landkartenverlag Berlin, 2. Auflage, 1975

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nuthe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien