Naturpark Nuthe-Nieplitz

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Naturpark Nuthe-Nieplitz
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Naturpark Nuthe-Nieplitz (Deutschland)
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52.16743055555613.061758333333Koordinaten: 52° 10′ 3″ N, 13° 3′ 42″ O
Lage: Brandenburg, Deutschland
Nächste Stadt: Beelitz
Fläche: 623 km²
Gründung: August 1999
Adresse: Naturparkverwaltung

Beelitzer Str. 24
14947 Nuthe Urstromtal, OT Dobbrikow

Nuthe-Nieplitz.jpg
Nieplitz bei Zauchwitz
Nieplitz bei Zauchwitz
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Der südwestlich von Berlin gelegene Naturpark Nuthe-Nieplitz wurde im August 1999 eröffnet. Mit einer Ausdehnung von 623 km² nimmt der Park bei den insgesamt elf Naturparks in Brandenburg in der Fläche einen Mittelplatz ein. Das Landschaftsbild ist geprägt durch die feuchte Niederung der Flüsse Nuthe und Nieplitz, durch Wald und Ackerland mit kleinen märkischen Dörfern.

Lage und Strukturdaten[Bearbeiten]

Eines von vielen Schildern die den Naturpark markieren; hier am Ortseingang Saarmund.

Der Park liegt zwischen Fläming, Teltow (Landschaft) und Zauche im Baruther- und Nuthe-Urstromtal südwestlich von Berlin und südlich von Potsdam. Er liegt etwa zur Hälfte im Landkreis Potsdam-Mittelmark und im Landkreis Teltow-Fläming. Größere Orte im Park sind Saarmund, Beelitz und Treuenbrietzen. Praktisch auf der Grenze des Parks liegen Jüterbog, Kloster Zinna, Luckenwalde und Trebbin, dabei macht der Grenzverlauf um diese Städte jeweils einen Bogen und spart sie aus. Der Park wird im Norden durch die Bahnlinie zwischen Saarmund und Ahrensdorf begrenzt, am östlichen Rand liegen Siethen, Thyrow und Löwendorf. Die östliche Grenze verläuft weiter entlang der Bundesstraße 101 bis kurz vor Jüterbog, die südwestliche Grenze liegt ungefähr auf einer Linie Jüterbog – Treuenbrietzen, die westliche Grenze bilden die Orte Nichel, Deutsch Bork, Alt Bork, Schäpe, Beelitz, Beelitz-Heilstätten, Seddin und Wildenbruch.

Ein erheblicher Teil der Parkfläche entfällt auf die Großgemeinde Nuthe-Urstromtal. Vierzehn der dreiundzwanzig Dörfer und rund zwei Fünftel der mit 335 km² sehr ausgedehnten Fläche dieser Gemeinde liegen im Naturpark. Mit 13.265 ha nehmen Naturschutzgebiete 21 % und mit 41.700 ha ein Landschaftsschutzgebiet weitere 65 % der Gesamtfläche des Parks (62.323 ha) ein. Davon entfallen 25 % auf Ackerland, 28 % auf Grünflächen, 41 % auf Wald und 2 % auf Wasserflächen. Die gesamte Einwohnerzahl lag mit Stand 2003 bei rund 30.000, was einer Bevölkerungsdichte von 28 EW/km² entspricht. Der Durchschnitt in Deutschland liegt vergleichsweise mit 231 EW/km² um das Achtfache höher und Berlin kommt auf 3.800 EW/km².

Entstehung und Charakterisierung[Bearbeiten]

Nuthe bei Saarmund

Das zentrale Gebiet des Naturparks, die Nuthe-Nieplitz-Niederung, wurde vor ca. 20.000 Jahren am Ende der Weichsel-Eiszeit als Zwischenurstromtal der abtauenden Gletscher geformt. Die Wassermassen und die wandernden Gletscher hinterließen zwischen der Endmoräne Fläming beziehungsweise dem vorgelagerten Baruther Urstromtal und dem Berliner Urstromtal die Hochplateaus Zauche am westlichen und Teltow am östlichen Rand der Niederung als flachwellige Ablagerungen aus Geröll, Mergel und Sand, die von der Niederung geteilt werden. Reste von Endmoränen bilden in dem Schmelzwassertal kleinere Erhebungen wie den höchsten Berg im Park, den 103 Meter hohen Vorderen Löwendorfer Berg oder die in der flachen Landschaft markanten Glauer Berge mit einer Höhe von rund 90 Metern, die sich als kleiner "Gebirgszug" über vier Kilometer Länge zwischen dem Blankensee und der Nuthe bei Kleinbeuthen erstrecken. Tiefer, typisch märkischer Sand bildet die Oberfläche der kiefernbestandenen Berge.

Namensgeber des Jungmoränenlandes sind die Flüsse Nuthe und Nieplitz, die sein charakteristisches Landschaftsbild mit feuchten Wiesen, sumpfigen Niederungen, flachen Seen und Bewässerungskanälen prägen; mehrere kleinere Elsbrüche wie das Siethener und das Saarmunder Elsbruch bieten der Schwarzerle ihren bevorzugten feuchten Lebensraum. Felder, Streuobstwiesen, kleinere Berge und Hügel, Schafherden, Wassermühlen, Dörfer und naturbelassene Eschen-Alleen bilden gemeinsam mit einem kleinräumigen Wechsel der Biotope eine abwechslungsreiche und stille Kulturlandschaft.

Schutzgebiete im Park[Bearbeiten]

Bei Mietgendorf, im Hintergrund Ausläufer der Glauer Berge

Naturschutzgebiete, Übersicht[Bearbeiten]

Im Naturpark gibt es folgende sechs Naturschutzgebiete (NSG), die insgesamt einen Anteil von 21 % an der Gesamtfläche des Naturparks haben:

  1. NSG Nuthe-Nieplitz-Niederung, ca. 5.800 Hektar (Kerngebiet des Naturparks mit dem Zusammenfluss von Nuthe und Nieplitz),
  2. NSG Oberes Pfefferfließ, ca. 250 Hektar,
  3. NSG Zarth, ebenfalls ca. 250 Hektar,
  4. NSG Forst Zinna Jüterbog-Keilberg, ca. 8.130 Hektar,
  5. NSG Rauhes Luch, ca. 42 Hektar,
  6. NSG Riebener See, siehe dort,
  7. (NSG Dobbrikower Wiesen und Weinberg, keine Angaben, rund 50 Hektar (geschätzt); das Unterschutzstellungsverfahren wurde 2007 eingestellt.)

NSG Nuthe-Nieplitz-Niederung [Bearbeiten]

Das NSG Nuthe-Nieplitz-Niederung als Kerngebiet des Naturparks liegt am Oberlauf von Nuthe und Nieplitz, die am Gröbener Kietz zusammenfließen und eine offene, von feuchten Wiesen und Flachmooren durchsetzte Landschaft bilden. Landwirtschaftlich genutzte Felder, Wälder und die unten genannten naturbelassenen Stillgewässer mit ihren ausgedehnten Schilfgürteln ergänzen die landschaftstypischen kleinräumigen Biotope, die für eine große Artenvielfalt sorgen. Der Löwendorfer Berg und die Glauer Berge liegen in diesem Teil des Parks und lockern die flache Landschaft auf. Das NSG reicht von Dobbrikow im Süden bis ungefähr zum Berliner Autobahnring, der A 10 im Norden. Im Osten wird das Gebiet durch das Pfefferfließ und die von der Nieplitz durchflossene Seenkette begrenzt. Die westliche Grenze liegt ungefähr auf der Linie RiebenKähnsdorf. Neben dem größten See des Naturparks, dem Blankensee, gehören Flachseen wie das Poschfenn, der Katzwinkel oder der Fresdorfer See zum Naturschutzgebiet. Diese Kleingewässer liegen in sumpfigen Niederungen am Saarmunder Endmoränenbogen, der die Zauche im Osten zur Nuthe-Nieplitz-Niederung abschließt.

NSG Oberes Pfefferfließ[Bearbeiten]

Das im Oberlauf stark mäandrierende Pfefferfließ ist ein rechter Zufluss der Nieplitz und bildet das rund 250 ha große NSG Oberes Pfefferfließ, das seit April 2003 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Die Maßnahmen der entsprechenden Verordnung vom 14. April 2003 zum Schutz des Naturschutzgebietes, das naturräumlich zur «Luckenwalder Heide» gehört und eine wichtige Rolle im regionalen Biotopverbund spielt, führten zu einer bereits sichtbaren naturnahen Fließgewässermorphologie mit extensiv genutzten Pufferzonen. Bei hohem Grundwasserstand fließt der Bach auf alluvialem Boden (Flachmoortorf auf Sand bei nahem Grundwasser) durch weite Schilfbestände und Seggenriede. Reste eines heute in Brandenburg sehr seltenen Stieleichen-Hainbuchenwaldes und Trockenrasenflächen ergänzen das derzeitige Naturbild. Die Verordnung ist ausführlich im Beitrag Pfefferfließ wiedergegeben.

NSG Zarth [Bearbeiten]

Schwarzerlen im NSG Zarth
Zwischen Treuenbrietzen und dem NSG Zarth
Bauernsee, Dobbrikow

Von ganz anderem Charakter als die Nuthe-Nieplitz-Niederung und das Pfefferfließ ist das NSG Zarth: ein fast urwaldähnliches, feuchtes und dichtes Waldgebiet, das mit seinem weitgehend unzugänglichen Bruchwald an den Spreewald erinnert. Das sumpfige Gebiet, dessen Name von slawisch "tschert" od. "tschort" = Teufel kommt und Teufelswald bedeuten könnte, liegt östlich von Treuenbrietzen unmittelbar unter den Quellgebieten des nördlichen Fläminghanges im Baruther Urstromtal. Mehrere Fließe entspringen im NSG und bilden Tümpel und kleinere Seen.

An den feuchtesten Stellen finden sich die biotop-typischen Schwarzerlen und Eschen und in etwas höheren Lagen ein Stieleichen-Hainbuchenwald. An die 340 Pflanzenarten wurden gezählt, darunter alleine fünf verschiedene Orchideenarten. Die Europäische Sumpfschildkröte findet die nötigen klaren Bäche vor und der sehr seltene Schwarzstorch die bevorzugten Verstecke im dichten Wald. Das besonders geschützte NSG Zarth kann und darf nur auf einem Weg durchquert werden, der Treuenbrietzen mit dem südöstlich gelegenen Dorf Bardenitz verbindet.

Das NSG Zarth soll der Natura 2000 unterstellt werden, die ein länderübergreifendes Schutzgebietssystem innerhalb der Europäischen Union bezeichnet, das aus den Special Areas of Conservation (SAC) der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) von 1992 und den Special Protected Areas (SPA) der Vogelschutz-Richtlinie von 1979 gebildet wird.

NSG Forst Zinna Jüterbog-Keilberg [Bearbeiten]

Wanderdüne im NSG Forst Zinna Jüterbog-Keilberg

Die südöstliche Ecke des Naturparks, das NSG Forst Zinna Jüterbog-Keilberg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, ist ein in drei Zonen eingeteiltes Sperrgebiet mit ca. 7200 Hektar. Seit Jahren naturbelassen, hat sich hier ein seltenes Biotop entwickelt; über 600 verschiedene Arten Farn- und Blütenpflanzen konnten 2004 nachgewiesen werden. Daneben gibt es eine neun Hektar große Wanderdüne, eine bis vor wenigen Jahren noch aktive Flugsanddüne im deutschen Binnenland. Ein Netz von Wander-, Rad- und Reitwegen an den Rändern soll das NSG in Zukunft erlebbar machen.

NSG Rauhes Luch [Bearbeiten]

Das nur 42 ha große NSG Rauhes Luch ist ein für die Niederungsgebiete dieser Region seltenes Zwischenmoor, das durch die Verlandung eines Talkessels entstand. Die Löcher ehemaliger Torfstiche füllten sich mit Wasser und sind mit den Resten des Moores Lebensraum für Spezialisten wie den typischen Zwischenmoorpflanzen Fieberklee und Sumpfblutauge. Das NSG liegt zwischen Trebbin und Luckenwalde westlich der Nuthe und des Dorfs Liebätz und südlich von Märtensmühle.

Ehemals geplantes NSG Dobbrikower Wiesen und Weinberg [Bearbeiten]

Das mit geschätzten 50 ha ebenfalls sehr kleine geplante, aber nicht realisierte NSG liegt mit dem Weinberg südwestlich vom Dobbrikower Vordersee und zieht sich am Westufer des Bauernsee entlang durch die Nasse Heide Richtung Nettgendorf und verläuft dann östlich in die Dobbrikower Wiesen, die als Vogelbrutgebiet besonders geschützt sind. Während der 72 Meter hohe Berg als typisch märkische Ablagerung der wandernden Eiszeitgletscher auf seiner kargen Sandfläche und trockenem Boden wärmeliebende Pflanzen beheimatet, bieten ein kleiner Elsbruch der Schwarzerle und die Wiesen den unten beschriebenen feuchtigkeitsliebenden Spezialisten ihren bevorzugten Lebensraum. Das Unterschutzstellungsverfahren für die Dobbrikower Wiesen und Weinberg wurde am 27. November 2007 eingestellt.[1]

LSG Nuthetal-Beelitzer Sander [Bearbeiten]

Neben den sechs Naturschutzgebieten liegt ein LSG, das Landschaftsschutzgebiet Nuthetal-Beelitzer Sander im Naturpark, das sich mit seiner Fläche von 41.682 ha (65 % der Parkgesamtfläche) zum Teil mit dem NSG Nuthe-Nieplitz Niederung überschneidet. Neben dessen Feuchtgebieten prägen vor allem die Kiefernwälder des kargen und trockenen Beelitzer Sander das Gesicht des LSG. Der so genannte Beelitzer Sander der westlichen Hochfläche Zauche hat die Form des Kegelsander und erreicht eine Breite von rund 17 Kilometern. Nach Norden bildet die langgestreckte Sanderwelle die topographische Schwelle zum tiefergelegenen Havelland.

Gewässer[Bearbeiten]

Schiaßer See, Durchfluss Nieplitz

Nuthe und Nieplitz[Bearbeiten]

Die namensgebenden Flüsse entspringen in den Quellgebieten des nördlichen Fläming. Die Jahrhunderte währenden Versuche, die Sümpfe der Niederung trockenzulegen, erfolgten über die Einrichtung von ausgedehnten Kanalsystemen und über die Regulierung der Flüsse, die damit Geschichte schrieben. Die Anstrengungen, das Land in den von Friedrich des Großen verlangten nutzbaren Stand zu versetzen, sind ausführlicher im Beitrag Gröben beschrieben. Auf die Ökosysteme der Flüsse und Fließe gehen die Beiträge Stangenhagen und Pfefferfließ ein.

Größere Seen und Neu-See-Land[Bearbeiten]

Naturbelassene Stillgewässer mit ausgedehnten Schilfgürteln: Riebener See, Blankensee, Grössinsee, Schiaßer See, Gröbener See. Diese Seen werden bis auf den Gröbener See von der Nieplitz durchflossen und verbunden.
Seen mit Bademöglichkeit: Großer Seddiner See, Siethener See, Dobbrikower Vordersee.

Daneben bilden sich seit den 1990er-Jahren neue kleinere Flachwasserseen, wie zum Beispiel der Schwanensee bei Stangenhagen, nahe dem Vogelbeobachtungsturm am Pfefferfließ gelegen. Die Neuseebildung beruht auf dem Abschalten der Schöpfwerke, die über Jahrzehnte die Moore und Feuchtgebiete zugunsten der Landwirtschaft trockenlegten. Nach dem Abschalten überflutete das Wasser sehr schnell Wiesen und Weiden.

Tiere und Pflanzen im Park[Bearbeiten]

Fischadler (Pandion haliaetus) am Horst

Seltenere und größere Vögel[Bearbeiten]

Wild[Bearbeiten]

Damhirsch, Rotwild. Europäischer Mufflon und Wölfe.

Seltenere Blumen[Bearbeiten]

Der Naturpark ist reich an feuchtigkeitsliebenden Pflanzenarten wie Färberscharte, Schlangen-Knöterich, Sumpf-Schwertlilie und Wasser-Sumpfkresse. Neben Nelken, Heidekraut und vielen weiteren Blumen sind vereinzelt Orchideen, Schwanenblumen, Wald-Goldstern und Pestwurzen anzutreffen.

Dörfer und Tourismus[Bearbeiten]

Folgende Dörfer haben für die Ökologie, Geschichte oder Kultur des Naturparks besondere Bedeutung und werden hier kurz mit ihren interessantesten Aspekten vorgestellt; ausführliche Darstellungen enthalten die jeweiligen Dorfbeiträge.

Schloss Blankensee, Park. Ganymed, Fides & Minerva
Schloss Blankensee, Park
Frühlings-Greiskraut an der Nuthe bei Kleinbeuthen
Spiekerhus in Kemnitz
Kirche in Großbeuthen

Blankensee - Ort, Schloss und See[Bearbeiten]

Mitten im Herzen des Naturparks liegt das Dorf Blankensee mit dem gleichnamigen See. Der Ort hat ein kleineres Schloss mit einem herrlichen Park, der von mehreren Seitenarmen der Nieplitz durchflossen wird. Geschwungene Brücken, italienischer Garten, kleine Tempel und Statuen geben dem Schlosspark eine besondere Note. Das Schloss, eher ein Herrenhaus (Gebäude), gehörte einst dem Schriftsteller Hermann Sudermann. Erwähnenswert in Blankensee sind ferner die Imkerei gleich neben dem Schloss und das Bauernmuseum, das in einem 1649 erbauten märkischen Mittelflurhaus untergebracht ist.

Stangenhagen - Mußpreußen und Renaturierung[Bearbeiten]

Das Nachbardorf Stangenhagen ist in geschichtlicher Hinsicht erwähnenswert als ehemalige sächsische "Enklave" mitten in Preußen (Mußpreußen) und den von Theodor Fontane geprägten Begriff des Thümenschen Winkels. Ökologisch spielt das zentral im Naturpark gelegene Dorf eine wichtige Rolle bei der Moorrückgewinnung am Pfefferfließ. Mit einer auf einen behutsamen Tourismus gerichteten lokalen Nachhaltigkeitsstrategie (Stadtentwicklungsplanung) mit dem vorgesehenen Stangenhagener See und einem bereits angelegten Vogelbeobachtungsturm und einem Rundweg durch die Moorneubildung versucht das Dorf, den landwirtschaftlichen Nachteil der wieder überschwemmten Wiesen auszugleichen.

Gröben - Kirchenbuch und Kietz[Bearbeiten]

Das Dorf Gröben liegt am Nordrand des Naturparks rund sechs Kilometer von der Stadt Ludwigsfelde entfernt, zu der es heute als Ortsteil gehört. Gröben verfügt über das älteste erhaltene Kirchenbuch (1575) der Mark Brandenburg, das Theodor Fontane mehrfach eingesehen und in seinen Werken verarbeitet hat. Die "offene" Kirche mit Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert und reichen Wandmalereien und Deckenornamenten blickt auf eine wechselvolle Baugeschichte zurück. Der Gröbener Kietz ist einer der wenigen "echten", ursprünglichen Kietze. Die intakte Kulturlandschaft des Naturparks am Zusammenfluss von Nuthe und Nieplitz direkt vor den Toren Berlins führte nach der Wiedervereinigung mit touristischen Angeboten zu einer neuen wirtschaftlichen Orientierung des Dorfes.

Weitere Angebote und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In verschiedenen Orten werden Kremserfahrten angeboten; es gibt eine Vielzahl an Reiterhöfen und Reitwegen; Wanderwege und Radwege sind in großer Zahl bestens ausgeschildert. Im Dorf Kemnitz der Gemeinde Nuthe-Urstromtal ist ein für diese märkische Region typisches so genanntes Nuthe-Nieplitz-Haus (früher auch Spiekerhus) erhalten und saniert, ein Bauerngehöft, dessen Haus vollständig aus Fachwerk besteht und dessen Speicher an den Giebel des Wohnhauses gestellt ist (siehe Bild).

Neben der einladenden Landschaft und Naturdenkmälern sind ferner hervorzuheben:

Feste[Bearbeiten]

Siehe auch: Nuthetal, Naturschutz, Tourismus in Brandenburg, Radrouten in Brandenburg

Karte "Naturpark Nuthe-Nieplitz" Kerngebiet der Seen


Literatur[Bearbeiten]

  • Carsten Rasmus, Bettina Klaehne: Wander- und Naturführer Naturpark Nuthe-Nieplitz. Wanderungen, Radtouren und Spaziergänge. KlaRas-Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-933135-11-7
  • Carsten Rasmus, Bettina Klaehne: Erlebnisführer Naturparks in Brandenburg: Ausflüge zu Fuß und mit dem Rad durch die Naturparks, Biosphärenreservate und den Nationalpark Unteres Odertal. KlaRas-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-933135-05-2
  • Christa und Johannes Jankowiak: Unterwegs an Nuthe und Nieplitz. Porträt einer märkischen Landschaft. Auf alten Spuren und neuen Wegen. Stapp Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-87776-061-9.
  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 4. Spreeland. Ullstein, Frankfurt/M - Berlin 1998, ISBN 3-548-24381-9

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amtsblatt für Brandenburg – Nr. 50 vom 19. Dezember 2007, S. 2610 (PDF; 2,6 MB). Danach wurde das Unterschutzstellungsferfahren für die Dobbrikower Wiesen und Weinberg am 27. November 2007 eingestellt.