Odendorf

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50.6472226.881111172Koordinaten: 50° 38′ 50″ N, 6° 52′ 52″ O

Odendorf
Gemeinde Swisttal
Wappen der ehemaligen Gemeinde Odendorf
Höhe: 162–187 m
Fläche: 5,22 km²
Einwohner: 3746 (9. Jan. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53913
Vorwahl: 02255
Odendorf (Nordrhein-Westfalen)
Odendorf

Lage von Odendorf in Nordrhein-Westfalen

Odendorf ist ein Dorf in der Gemeinde Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens. Am 9. Januar 2014 lebten 3.746 Einwohner in Odendorf, der zweitgrößten Ortschaft in der Gemeinde Swisttal.[1] Ortsvorsteherin von Odendorf ist Frau Elisabeth Kümpel.

Geographie[Bearbeiten]

Odendorf liegt im südlichsten Teil der niederrheinischen Bucht und somit im Bereich zwischen der Rheinbach-Meckenheimer Lössplatte und dem Zülpich-Euskirchener Eifelvorland. Der Ort befindet sich auf der Escher Lössplatte, in der Orbach-Talaue, etwa 172 Meter hoch über Normalnull und ist das höchst gelegene Dorf in der Gemeinde Swisttal. Seit römischer Zeit ist dieses Gebiet wegen der günstigen Boden- und Klimaverhältnisse Agrarland. Wie auch die anderen Ortschaften der Gemeinde Swisttal gehört Odendorf zum Naturpark Rheinland.

Klima[Bearbeiten]

Klimatisch ist der Odendorf-Rheinbacher Raum vor Zülpich und Euskirchen als das regenärmste Gebiet des Rheinlandes ausgewiesen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Römerzeit verlief an der südlichen Gemeindegrenze – in der Mitte zwischen Odendorf und der Lappermühle – die unterirdische Wasserleitung aus der Eifel nach Köln. Der Beginn der Siedlungstätigkeit ist für die Orbachaue bereits für die Jungsteinzeit mit dem Michelsberger Erdwerk um 4000 v. Chr. nördlich von Odendorf und die Lage in der Nähe der in dieser Zeit sich bildenden Handelsrouten von Norden nach Süden belegt. Im Zweiten Weltkrieg befand sich hier ein Feldflugplatz der Luftwaffe, auf dem zumeist Bf 109 Jagdflugzeuge des JG 27 stationiert waren. Auch Adolf Hitler landete hier mit einer Ju 52. Der Feldflugplatz war vom 10. Mai 1940 bis zum 6. Juni 1940 Bestandteil des Führerhauptquartiers Felsennest in Rodert. Nach der Einnahme durch US-Truppen landete hier auch Dwight D. Eisenhower.

Am 1. August 1969 wurde Odendorf nach Swisttal eingemeindet.[2]

Ortskern Odendorf[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Petrus und Paulus

Im heutigen Ortskern von Odendorf befinden sich das historische Zehnthaus, die alte katholische Pfarrkirche Alt St. Petrus und Paulus aus dem 12. Jahrhundert (erstmals 893 urkundlich erwähnt), die neue katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul (neogotischer Kirchenbau von 1901/06), ferner das Pastorat, die Vikarie und das ehemalige Kloster, spätere Krankenhaus, Waisenhaus und Altenheim, das heute einen Kindergarten beherbergt und einigen Vereinen Platz bietet. In mittelbarer Umgebung vom Ortskern steht die Burg Odendorf (Privatbesitz). Das Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Swisttal, wurde Mitte der 1980er-Jahre erbaut. Die Grundsteinlegung fand am 23. Februar 1986 in Anwesenheit von Superintendent Brandt und Bürgermeister Gunst statt. Am 14. Juni 1987 wurde das Gemeindezentrum feierlich eingeweiht.

Kinder- und Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Gemeinschaftsgrundschule Odendorf
  • Evangelischer Kindergarten
  • Katholischer Kindergarten
  • Kindertagesstätte Villa Kunterbunt
  • Volkshochschule VHS Rheinbach, Swisttal, Meckenheim, Wachtberg

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof

Der Haltepunkt Odendorf liegt an der Voreifelbahn (KBS 475) BonnEuskirchen, auf der im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) die RegionalBahn 23 verkehrt. Das ehemalige Bahnhofsgebäude wurde im Jahr 2013 abgerissen. Der dortige Warteraum wurde zuletzt von einem Imbissbetrieb genutzt.[3] Im Zweiten Weltkrieg befand sich hier der oben erwähnte Feldflugplatz der Luftwaffe.

Träger des Schienenpersonennahverkehrs ist die DB Regio NRW, die für die Voreifelbahn Diesel-Triebwagen der DB Baureihe 644 in Ein- bis Zweifachtraktion für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt.

Für den öffentlichen Schienenpersonennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Literatur[Bearbeiten]

  • Verein Zehnthaus e.V. (Hrsg.): Swisttal Odendorf - Eigendruck: 25 Jahre Verein Zehnthaus e.V. Swisttal; Geschichte vom Zehnthaus, Odendorf, Lage und Römerzeit; Verein Zehnthaus e.V., Swisttal-Odendorf 1999
  • Manfred Groten et al. (Hrsg.): Nordrhein-Westfalen. In: Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands. Kröners Taschenbuchausgabe 273. Kröner-Verlag, Stuttgart. ISBN 978-3-520-27303-1
  • Hans-Josef Hansen: Felsennest - Das vergessene Führerhauptquartier in der Eifel. Bau, Nutzung, Zerstörung. Helios Verlag, 2., erweiterte Neuauflage 2008 (darin auch Beiträge und Fotos vom Feldflugplatz Odendorf)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Odendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gemeinde. Einwohner nach Ortsteilen. Hrsg.: Gemeinde Swisttal, 9. Januar 2014, abgerufen am 16. Januar 2014.
  2.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 83.
  3. Information der Gemeinde Swisttal zur Bahnhofsnutzung, abgerufen am 23. März 2012