Bonn Hauptbahnhof

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Bonn Hauptbahnhof
Bonn Hauptbahnhof.jpg
Daten
Kategorie 2
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung KB (Bonn Hbf)

KB G (Bonn Gbf)

IBNR 8000044
Eröffnung 22. April 1885
Architektonische Daten
Baustil Neo-Renaissance
Lage
Stadt Bonn
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 43′ 55″ N, 7° 5′ 49″ O50.7319444444447.0969444444444Koordinaten: 50° 43′ 55″ N, 7° 5′ 49″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

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Bonn Hauptbahnhof ist ein Bahnhof in Bonn an der linken Rheinstrecke und zugleich Endpunkt der Voreifelbahn. Er ist in die Bahnhofskategorie 2 eingeordnet und hat IC-, EC- und ICE-Anbindungen. Unter dem Bahnhof der Deutschen Bahn befindet sich eine Haltestelle der Stadtbahn Bonn. Täglich halten im Hauptbahnhof Bonn zirka 70 Fernverkehrs- und 165 Nahverkehrszüge. Rund 40.000 Reisende benutzen den Bahnhof täglich zum Ein-, Aus- oder Umsteigen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bonn Hbf um 1900

Der erste Bahnhof in Bonn wurde im Jahre 1844 im Zuge des Baus der linken Rheinstrecke zwischen Bonn und Köln durch die Bonn-Cölner Eisenbahn eröffnet.[1] Über zehn Jahre später am 21. Januar 1856 wurde die Verlängerung der linken Rheinstrecke in Richtung Süden von Bonn bis zum Bahnhof Rolandseck in Betrieb genommen. Ab 1870 endete die Trajektbahn auf die rechte Rheinseite am Bahnhof Bonn. Mit der Eröffnung der Voreifelbahn nach Euskirchen im Juni 1880 wurde der Bahnhof endgültig zum Knotenpunkt. In den Jahren 1883 bis 1884 wurde ein neues Empfangsgebäude errichtet, das heute unter Denkmalschutz steht[2].

Einen sprunghaften Bedeutungszuwachs erlebte der Bahnhof 1949, als Bonn zur Bundeshauptstadt wurde. Viele Politiker und Bundesbedienstete reisten mit der Bahn an, anfangs wurden hier auch Staatsgäste empfangen. So reiste am 8. November 1954 der äthiopische Kaiser Haile Selassie als erster Staatsgast der noch jungen Bundesrepublik Deutschland in seinem Sonderzug nach Bonn und wurde dort an Gleis 1 von Bundespräsident Heuss empfangen.[3]

Nachdem Bonn 1969 durch Eingemeindungen deutlich gewachsen war und nun auch die Bahnhöfe Bad Godesberg, Beuel, Duisdorf, Oberkassel und Mehlem auf Bonner Gebiet lagen, wurde der Bahnhof im Sommer 1971 in Bonn Hauptbahnhof umbenannt.[4]

Bahnhofshalle Bonn Hbf; Blick auf den Service Point

Nordwestlich des Personenbahnhofs bestand als Bahnhofsteil ein heute stillgelegter Güterbahnhof mit kleinem Rangierbahnhof, der zum 12. Dezember 2001 teilweise durch das Eisenbahnbundesamt entwidmet[5] und bis heute teilweise zurückgebaut wurde. Die verbliebenen Gleise werden für Überholungen von Güterzügen und als Abstellanlage für wendende Reisezüge und abgestellte Gruppen von Güterwagen genutzt.

Direkt neben dem Hauptbahnhof befand sich bis 1985 der Rheinuferbahnhof der Köln-Bonner Eisenbahnen. Im Zuge des Stadtbahnbaus wurde Anfang der 1970er Jahre die vorhandene Bebauung vor dem Bahnhof abgerissen und neu gestaltet. Die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes wurde in der Bonner Öffentlichkeit sehr bald Gegenstand heftiger Kontroversen und es gab mehrfach Initiativen zu einer Neugestaltung.

Während der Planungsphase der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main wurde in den 1980er und frühen 1990er Jahren eine Streckenführung der geplanten Neubaustrecke über den Bonner Hauptbahnhof kontrovers diskutiert. Vorgesehen war dazu eine Untertunnelung der Stadt. Dieser Tunnel sollte in der nördlichen Peripherie beginnen und in 35 m Tiefe unter dem Hauptbahnhof Zügen den Halt ermöglichen. Nach Unterquerung des Regierungsviertels und des Rheins sollte die Trasse schließlich das Siebengebirge erreichen und von dort auf der von der damaligen Deutschen Bundesbahn favorisierten Variante 0 über Limburg an der Lahn nach Frankfurt am Main folgen. Die Mehrkosten dieser Variante wurden auf etwa eine halbe Milliarde Euro geschätzt.[6] Darüber hinaus wurde eine Linienführung über den Bahnhof Bonn-Beuel diskutiert. Dabei wäre die Trasse im Logebachtal bei Aegidienberg, nahe der A 3, in einen 14 km langen Tunnel eingetaucht.[6] Heute ist Bonn indirekt über den, ab Bonn Hbf per Stadtbahn (Linie 66) erreichbaren, Bahnhof Siegburg/Bonn an die Schnellfahrstrecke angebunden. Trotz dieser an Bonn vorbeiführenden ICE-Strecke mit dem Bahnhof Siegburg/Bonn ist Bonn Hbf auch heute noch ein wichtiger Fernverkehrshalt.

Im Dezember 2012 wurde auf dem Hausbahnsteig (Gleis 1) in einer abgestellten Tasche ein Sprengsatz gefunden. Der Bahnhof wurde daraufhin gesperrt und der Sprengsatz entschärft.[7]

Im Zuge des Ausbaus und der Aufwertung der Voreifelbahn wurden im zweiten Halbjahr des Jahres 2013 im ehemaligen Bonner Güterbahnhof zwei neue Gleise und sechs neue Weichen eingebaut, um die Züge der Voreifelbahn mit den Zügen der linken Rheinstrecke zu entflechten.[8]

Bahnbetrieb[Bearbeiten]

Gleise 1 und 2 unter der Halle
Bahnsteighalle mit neuen LED-Zugzielanzeigern

Der Bonner Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof Bonns. Er besitzt fünf Bahnsteiggleise, die Bahnsteige haben eine Höhe von 76 cm. Ihre Länge beträgt an den Gleisen 1 bis 3 über 400 m. Die zwei Bahnsteige an den Gleisen 4 und 5 haben eine Länge von 200 m beziehungsweise 255 m. Daher wird an diesen Gleisen kein Fernverkehr abgewickelt. Im Normalfall halten an Gleis 1 alle Nah- und Fernverkehrszüge in Richtung Köln. Die einzige Ausnahme ist der im Bonner Hauptbahnhof auf Gleis 2 endende ICE. Dieser pendelt zwischen Berlin und Bonn, in seltenen Fällen verkehrt dieser auch nur bis Köln Hauptbahnhof. Außerdem endet an Gleis 2 auch die Rhein-Ahr-Bahn. Von Gleis 3 fahren alle Nah- und Fernverkehrszüge nach Süden in Richtung Koblenz ab, mit Ausnahme der Rhein-Ahr-Bahn, die von Gleis 4 aus über Remagen nach Ahrbrück fährt. An Gleis 5 starten und enden alle Nahverkehrszüge der Voreifelbahn.

Fernverkehr[Bearbeiten]

Täglich halten rund 80 Fernzüge am Hauptbahnhof Bonn. Der Bahnhof ist an folgende Fernverkehrslinien angebunden:

Intercity-Express[Bearbeiten]

In der folgenden Tabelle werden die Intercity-Express Strecken aufgeführt, die durch den Bonner Hauptbahnhof führen. Spaltet sich eine Reihe in zwei Reihen auf, so wird der ICE dort auf zwei Strecken geflügelt.

Linie Linienverlauf
ICE 10 Berlin – (Wolfsburg) – Hannover – Bielefeld – Hamm (Westf) DortmundBochumDuisburgDüsseldorf – (Köln Messe/Deutz – Köln/Bonn Flughafen)
HagenWuppertalKölnBonn ( – Koblenz)
ICE 31 Kiel – Hamburg – Bremen – Münster – Dortmund – Bochum – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – MainzFrankfurt (Main) – Würzburg – Nürnberg – Regensburg/München
Hagen – Wuppertal – Mannheim – Karlsruhe – Freiburg – Basel SBB
ICE 91 Dortmund – Bochum – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt(Main) – Hanau – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Passau – Wien Westbahnhof
Hagen– Wuppertal –

Intercity und Eurocity[Bearbeiten]

Linie Zuglauf Takt
IC/EC 30 Hamburg-Altona – (einzelne Züge Westerland –) Hamburg – Bremen – Münster (Westf) – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Heidelberg – Stuttgart (einzelne Züge Mannheim – Karlsruhe – Freiburg (Breisgau) – Basel – Schweiz) 2-Stunden-Takt
IC/EC 31 (Fehmarn-Burg oder Kiel –) Hamburg – Bremen – Münster (Westf) – Dortmund – Hagen – Wuppertal – Solingen – Köln – Bonn - Koblenz – Mainz – Frankfurt (Main) – Hanau – Würzburg – Nürnberg (ein Zugpaar München – Garmisch-Partenkirchen – Mittenwald / – München – Freilassing – Berchtesgaden) – Passau – Linz – Wien (ein Zugpaar Budapest) 2-Stunden-Takt
IC/EC 32 (Fr/So: Berlin – Hannover – Bielefeld – Hamm –) Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Remagen - Koblenz – Mainz – Mannheim – Heidelberg – Stuttgart (ein Zugpaar Ulm – Augsburg – München – Salzburg – Klagenfurt, ein Zugpaar Ulm – Lindau – Innsbruck) 2-Stunden-Takt
IC 35 (Norddeich Mole -) Emden – Rheine – Münster (Westf) – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Remagen - Koblenz – Trier – Luxemburg (einzelne Züge Koblenz – Mainz – Mannheim – Stuttgart / – Karlsruhe – Konstanz) 2-Stunden-Takt
IC 55 Leipzig – Halle/Saale – Magdeburg – Braunschweig – Hannover – Bielefeld – Hamm – Dortmund – (Essen – Duisburg – Düsseldorf) oder (Hagen – Wuppertal – Solingen) – Köln (ein Zugpaar Bonn – Remagen - Koblenz – Mainz – Mannheim – Heidelberg – Stuttgart – Ulm – Oberstdorf) 2-Stunden-Takt

Nahverkehr[Bearbeiten]

Des Weiteren verkehren in Bonn auch eine Regional-Express-Linie sowie mehrere Regionalbahn-Linien:

Linie Linienname Zuglauf Takt Betreiber
RE 5 Rhein-Express EmmerichDuisburgDüsseldorfKölnBonnRemagenAndernachKoblenz 60 min DB Regio NRW
RB 23 Voreifelbahn BonnRheinbachEuskirchen (– Bad Münstereifel) 30 min,
Berufsverkehr:
15 min
DB Regio NRW
MRB 26 MittelrheinBahn Köln Messe/Deutz – Köln – Bonn – Remagen – Andernach – Koblenz (weiter als MRB 32 Koblenz – Bingen – Mainz) 60 min trans regio
RB 30 Rhein-Ahr-Bahn Bonn – Remagen – Bad NeuenahrAhrbrück 60 min DB Regio Südwest
RB 48 Rhein-Wupper-Bahn WuppertalSolingen – Köln – Bonn HbfBonn-Mehlem 60 min DB Regio NRW

Stadtbahn (Bonn Hauptbahnhof (tief))[Bearbeiten]

Bonn Hauptbahnhof (tief)
Bonn HauptbahnhofU.jpg
Bahnsteiganlagen der Stadtbahn
Daten
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Reisende ca. 50000
Eröffnung 1979
Lage
Stadt Bonn
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 43′ 55″ N, 7° 5′ 49″ O50.7319444444447.0969444444444
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

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Unterhalb des Bahnhofsgebäudes befindet sich ein U-Bahnhof der Bonner Stadtbahn. Die viergleisige Station wurde im April 1979 eröffnet – vier Jahre nach dem angeschlossenen Tunnel Richtung Bad Godesberg. Der U-Bahnhof ist als unterirdischer Kreuzungspunkt einer Nord-Süd-Achse mit einer Ost-West-Achse konzipiert und wird täglich von etwa 50.000 Fahrgästen frequentiert. Nach Norden sind zwei Zulaufstrecken (nach Bonn West und zum Stadthaus) vorhanden, nach Süden existieren Anschlüsse für drei Strecken (Richtung Universität/Markt, nach Dottendorf sowie ein bislang ungenutzter für die geplante Hardtbergbahn). Züge in Nord-Süd-Richtung sollten hier Züge in Ost-West-Richtung höhenfrei am selben Bahnsteig kreuzen können. Da von den drei südlichen Anschlüssen derzeit nur einer realisiert ist, wirkt die Anlage momentan etwas überdimensioniert. Der Tunnelstutzen Richtung Dottendorf wird als Wendeanlage genutzt, der für die Hardtbergbahn zum Abstellen des letzten in Bonn verbliebenen Achtachsers. Die vier Gleise liegen an zwei Mittelbahnsteigen, wobei ursprünglich die Ost-West-Linien (Achse B) an den inneren und die Nord-Süd-Linien (Achse A) an den äußeren Gleisen halten sollten.

Der U-Bahnhof ist nach damaligen Maßstäben futuristisch gestaltet, wobei die Farben silbergrau (Decken und Außenwände) und blau (Boden und Innenwände) dominieren. An den Außenwänden befindet sich die sogenannte Kunstschiene. Sie umfasst die Logos von Metros aus aller Welt, an den Innenwänden in den 1990er-Jahren angebrachte Symbole der Weltreligionen und Kinderbilder verschiedener Gottheiten. Zudem ist der U-Bahnhof als Schutzbunker für ABC-Notfälle vorgesehen. Er besitzt eine eigene Wasser- und Stromversorgung sowie sanitäre Einrichtungen (Toiletten und Duschen). Jedoch werden nur minimale Instandhaltungsarbeiten durchgeführt, weshalb diese Zivilschutzeinrichtung derzeit nicht nutzbar ist.

Ursprünglich befanden sich nur an den Außengleisen Hochbahnsteige. Da an den Innengleisen auch eine Straßenbahnlinie endete, gab es dort Flachbahnsteige, die für eine spätere Anhebung vorbereitet waren. Nach der Einstellung der Straßenbahnlinie 64 wurden die Innenbahnsteige 1997 an einem Wochenende angehoben. Dabei blieb ein Drittel des Bahnsteigs auf der ursprünglichen Höhe, um dort bei Störungen auch weiterhin Straßenbahnen enden lassen zu können. Dies war möglich, da die Haltestelle über 100 Meter lang ist, die eingesetzten B-Wagen-Doppeltraktionen aber nur knapp 60 Meter.

Zwischen der Einweihung des Stadtbahntunnels 1975 und der Fertigstellung des Hauptbahnhofs 1979 endeten die Stadtbahnen an einer eingleisigen provisorischen Haltestelle Am Hauptbahnhof, die sich im Gleisvorfeld des heutigen Hauptbahnhofs unter dem ZOB befand. Nach der Aufnahme des Stadtbahn-Vorlaufbetriebes nach Köln (Linie 16) war diese Anlage Ursache vieler Verspätungen im Netz. Die zum U-Bahnhof gehörende zweigleisige Wendeanlage, die südlich unter dem ZOB gelegen ist, stellt den tiefsten Punkt der Bonner U-Bahn dar.

Linien
Bonn West Stadtbahn 16
Rheinuferbahn
Universität/Markt
Bonn West Stadtbahn 18
Vorgebirgsbahn
Ende
Bonn West Stadtbahn 63 Universität/Markt
Stadthaus Stadtbahn 66 Universität/Markt
Stadthaus Stadtbahn 67
Zwei Fahrten
Universität/Markt
Bonn West Stadtbahn 68 Universität/Markt

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zwei Gutachten von 1842:
  2. Denkmalliste der Stadt Bonn, S. 5, Nummer A 986
  3. Vor 35 Jahren starb Kaiser Haile Selassie - Erster Gast der Bonner Republik; domradio.de vom 27. August 2010
  4. Bahnhof. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  5. Bebauungsplan 7622-20 "Güterbahnhof" - Begründung. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  6. a b Ohne Autor: Das Planungsstadium. In: Eisenbahn JOURNAL: Tempo 300 − Die Neubaustrecke Köln–Frankfurt. In: Eisenbahn Journal, Sonderausgabe 3/2002, ISBN 3-89610-095-5, S. 12–17.
  7. (aar/ulz/dpa/Reuters): Bombenalarm. Tasche im Bonner Hauptbahnhof gesprengt. Auf: Spiegel Online vom 10. Dezember 2012. Abgerufen am 14. Dezember 2012.
  8. RB23 weiter nur im Not-Takt. Abgerufen am 16. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bonn Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern