Orson Bean

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Orson Bean (* 22. Juli 1928 in Burlington, Vermont, USA; eigentlich Dallas Frederick Burroughs) ist ein US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Orson Bean wurde als einziges Kind von George Burroughs und dessen Ehefrau Marian Pollard geboren. Sein Vater, Polizist von Beruf, wurde später Leiter der Campus-Polizei von Harvard. Orson Bean selbst ist ein Cousin zweiten Grades von Calvin Coolidge, der zur Zeit der Geburt von Bean Präsident der USA war.

Der junge Dallas Burroughs, der sich seinen Künstlernamen von Orson Welles lieh, graduierte in Boston von der Latin School, und musste kurz danach Militärdienst ableisten. Zu jung, um aktiv im Zweiten Weltkrieg zu kämpfen, wurde er erst danach, zwischen 1946 und 1947 im okkupierten Japan eingesetzt.

Nach dem Krieg zog Bean nach New York City, wo er als Komiker in einigen Nachtclubs auftrat. Sein Broadway-Debüt erfolgte am 30. April 1954 in Stalag 17, das nur ein Jahr zuvor von Billy Wilder verfilmt und nun als Bühnenstück adaptiert wurde. Sein nächstes Stück Men of Distinction erwies sich jedoch als Flop.

In den frühen 1950er Jahren stand Bean wegen seiner liberalen Ansichten auf der Schwarzen Liste, und musste sowohl auf große Theater- wie Filmangebote verzichten. 1968 sollte Bean ein Befürworter der Politik Richard Nixons werden, und unterstützte ihn bei seinem Wahlprogramm.

Orson Beans Filmkarriere jedoch sollte im Gegensatz zu seinen Erfolgen auf der Bühne – nominiert 1962 unter anderem für einen Tony Award – nur mäßig von Erfolg gekrönt werden. 1959 stand er in Anatomie eines Mordes von Otto Preminger in seinem bekanntesten Film vor der Kamera. Im Jahr 2000 wurde er für seine Rolle in Being John Malkovich für den Screen Actors Guild Award nominiert.

Doch zu Beans bekanntester Rolle zählt wohl jene des Loren Bray in der Westernserie Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft, die der Schauspieler zwischen 1993 und 1997 verkörperte.

Bean war dreimal verheiratet. 1956 heiratete er Jacqueline deSibour, mit der er ein Kind bekam. Die Ehe wurde jedoch bereits 1962 geschieden. 1965 trat er mit der Gelegenheitsdarstellerin Carolyn Maxwell vor den Traualtar. Mit Maxwell, mit der Bean bis 1981 verheiratet war, bekam er drei weitere Kinder. Seit dem 18. April 1993 ist er mit Alley Mills verheiratet, die auch in elf Episoden als Gastdarstellerin in Dr. Quinn zu sehen war. Bekannt ist Mills wiederum durch ihre Hauptrolle in Wunderbare Jahre.

In der Sitcom Two and a Half Men hatte er 2005 in einer Folge einen Gastauftritt. Weitere Gastauftritte hatte er in den Sitcoms How I Met Your Mother und King of Queens.

Orson Bean ist auch persönlich in kulturellen und sozialen Angelegenheiten engagiert. So war er Gründer einer freien Grundschule nach dem Summerhill-Vorbild in New York, und Gründungsmitglied von Sons of the Desert, einer Vereinigung, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Filme und das Andenken von Stan Laurel und Oliver Hardy zu bewahren. Außerdem war er Patient des Wilhelm Reich-Schülers Elsworth Baker und verfasste das Buch „Me and the Orgone“, in dem er seine Orgontherapie bei Baker ausführlich schildert.

Ab der 6. Staffel gehörte Bean zum Cast von Desperate Housewives. Er spielte Roy Bender, den Freund von Karen McCluskey (gespielt von Emmy-Preisträgerin Kathryn Joosten).

Filmografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biographische Daten von Orson Bean in: Vaudeville, Old and New: An Encyclopedia of Variety Performers in America, 2 volumes, Band 1, von Frank Cullen, Routledge, 2007, Seite 84