Příbram

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt in Tschechien; für andere Bedeutungen, siehe Pribram.
Příbram
Wappen von Příbram
Příbram (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Středočeský kraj
Bezirk: Příbram
Fläche: 3341 ha
Geographische Lage: 49° 41′ N, 14° 0′ O49.68527777777813.997777777778502Koordinaten: 49° 41′ 7″ N, 13° 59′ 52″ O
Höhe: 502 m n.m.
Einwohner: 33.450 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 261 01
Verkehr
Bahnanschluss: Zdice–Protivín
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 18
Verwaltung
Bürgermeister: Henry Vařeka (Stand: 2011)
Adresse: Tyršova 108
261 01 Příbram
Gemeindenummer: 539911
Website: www.pribram-city.cz

Příbram (deutsch: Pibrans, älter auch Freiberg in Böhmen) ist eine Stadt in der Mittelböhmischen Region in Tschechien, etwa 60 km südwestlich von Prag mit 35.963 Einwohnern.

Geschichte[Bearbeiten]

Kaiser Rudolf II. erhob die Stadt am 20. November 1579 zur Königlichen Bergstadt. Nachfolgend wurde auch die Route des Goldenen Steigs geändert und diese von Březnice über Příbram geführt.

Politik[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bergbau[Bearbeiten]

Die Stadt war ein wichtiges Zentrum des Blei- und Silbererzbergbaus und der Bleiverhüttung, im 20. Jahrhundert auch des Uranerzbergbaus. Im Stadtteil Březové Hory (Birkenberg) befindet sich das größte Bergbaumuseum in Tschechien.

Sonstiges[Bearbeiten]

Zwischen den 1880er und 1930er Jahren war Příbram ein wichtiger Standort der Perlkranz-Produktion.

Bildung[Bearbeiten]

Zwischen 1849 und 1939 bestand in Příbram eine höhere Ausbildungsstätte für Bergbau und verwandte Bereiche. Sie wurde 1849 als Montanistische Lehranstalt gegründet und erhielt 1865 den Status einer Bergakademie. 1894 wurde sie einer Universität gleichgestellt und 1904 zur Technischen Hochschule. Sie besaß Promotionsrecht (Dr. mont.). Nach Unruhen wurde sie 1939 geschlossen. 1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde sie nach Ostrava verlegt und dort Technische Universität Ostrava neueröffnet.[2] Erster Direktor war 1849 Franz Xaver Zippe, der aber bereits ein Jahr später nach Wien ging. Adolf Hoffmann wurde 1895 zum ersten Rektor gewählt. Weitere bedeutende Professoren waren u.a. František Pošepný (Geologie) und Gustav Ziegelheim (Bergbaukunde, Aufbereitungstechnik und Markscheidewesen).[3]

Am 10. Juli 1851 wurde dem Freiberger Vorbild folgend parallel hierzu eine Bergschule ins Leben gerufen, die 1852 eröffnet wurde. Erster Lehrer war der Markscheider Augustin Beer.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Gesamtansicht der Wallfahrtskirche Svatá Hora bei Příbram

Unweit von Příbram liegt der Wallfahrtsort Kloster Svatá Hora (Heiliger Berg). Dort befindet sich seit dem 13. Jahrhundert eine Marienkapelle, welche 1348 das bis heute verehrte Marienbildnis des Prager Erzbischofs Ernst von Pardubitz erhielt. Seit 1861 betreuten Redemptoristen die Wallfahrt, nachdem zuvor Jesuiten und Prager Priester für die Seelsorge zuständig waren. Am 13. April 1950 wurde das Kloster aufgelöst und erst 40 Jahre später, am 1. März 1990 wiedereröffnet.

Sport[Bearbeiten]

Nach der Fusion des FC Příbram und FK Dukla Prag entstand 1996 der in Příbram ansässige Fußballclub FK Marila Příbram. Er erreichte in der Saison 2001/02 die Teilnahme am UEFA-Cup. Seit Juli 2008 heißt der Verein 1. FK Přibram.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in dieser Stadt gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Murchie, Alison & Geoff Howard: The Rough Guide to the Czech & Slovak Republics. ed. 6, Mark Ellingham. New York: Rough Guides, 2002. ISBN 1858289041

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Příbram – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. Corinna Schäfer, Gerhard Sperl: Die Technische Universität Ostrava (Tschechische Republik). In: „Nicht das Arschleder macht den Bergmann aus ...“ Verein Steirische Eisenstraße, S. 69–71, abgerufen am 15. November 2014.
  3. H. G., Professor Gustav Ziegelheim (Nekrolog). In: Österr. Zs. f. Berg- und Hüttenwesen, 23 (1904), S. 105–106