Palazzetto dello Sport

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Palazzetto dello Sport (2013)

Der Palazzetto dello Sport (kleiner Sportpalast) wurde 1956/57 als Sporthalle für die Olympischen Spiele 1960 in Rom nach Plänen des Bauingenieurs Pier Luigi Nervi und des Architekten Annibale Vitellozzi errichtet. Er entstand im Stadtviertel Flaminio etwa zeitgleich zum benachbarten Stadio Flaminio, für das Nervi ebenfalls verantwortlich war. Die Zuschauerkapazität liegt je nach Sportart bei maximal 5000 Zuschauern.

Innenansicht (2013)

Charakteristisch für die Hallenbauten Nervis sind die freitragenden Kuppeln mit ihren an der Unterseite sichtbaren Rippenkonstruktionen. Die Kuppel des Palazzetto dello Sport hat einen Durchmesser von 60 Metern bei einer Höhe über dem Spielfeld von rund 21 Metern. Sie wurde in nur 30 Tagen aus 1620 auf der Baustelle vorfabrizierten Stahlbetonelementen von 2,5 cm Wandstärke montiert. Die Elemente in der Form flacher Kästen haben einen rundherum leicht überstehenden Rand, der beim Zusammenlegen auf dem Gerüst die Rippen bildet. In den Rippen werden die Bewehrungen montiert und die Kuppel dann ohne die Notwendigkeit einer aufwendigen Schalung direkt zu einer starren, selbsttragenden Kuppelschale vergossen. Die Last der Kuppel wird über schräggestellte Y-Träger in das ringförmige Fundament aus vorgespanntem Beton abgeleitet.

Die eigentliche Sporthalle ist von einem Ring aus Nebenräumen umgeben, in der Service- und Lagerräume sowie eine Hausmeisterwohnung untergebracht wurden. Die Halle wird durch eine umlaufende Glasvorhangfassade oberhalb der Tribünen belichtet.

Bei den Olympischen Spielen 1960 wurden im Palazzetto dello Sport die Wettbewerbe im Gewichtheben und ein Teil des Basketballturniers ausgetragen. Unmittelbar im Anschluss an die Olympischen Spiele wurde die Halle für die Sommer-Paralympics 1960 genutzt. Am 25. September 1960 fand hier die Schlussfeier der Paralympics statt.

Heute dient der Palazzetto dello Sport als Halle für den römischen Volleyballverein M. Roma Volley.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Pier Luigi Nervi: Neue Strukturen. Verlag Gerhard Hatje, Stuttgart 1963, S. 32–39
  • Peter Marti, Orlando Monsch, Birgit Schilling (Hrsg.): Ingenieur-Betonbau. vdf Hochschulverlag an der ETH Zürich, Zürich 2005, S. 106–107, 176–177 (Bd. 7 der Schriftenreihe der Gesellschaft für Ingenieurbaukunst und Katalog einer Ausstellung an der ETH, 2003), ISBN 3-7281-2999-2
  • Christian Schönwetter: Römische Ruine. Nervis "Kleiner Sportpalast" in Rom bröckelt. In: Metamorphose. Bauen im Bestand Nr. 4, 2011, S. 66–67 (online verfügbar, vorletzte Seite im Flash-Viewer)
  • Volker Kluge: Olympische Sommerspiele. Die Chronik II. Berlin 1998, ISBN 3-328-00740-7

41.92966112.470759Koordinaten: 41° 55′ 47″ N, 12° 28′ 15″ O