Peter I. (Oldenburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Georg Friedrich Adolph Schöner, Bildnis Peter (I.) von Oldenburg (1819).
Jakob Emanuel Handmann, Bildnis Peter (I.) von Oldenburg (1766).

Peter I. Friedrich Ludwig von Oldenburg (* 17. Januar 1755 in Riesenburg; † 21. Mai 1829 in Wiesbaden) war langjähriger Regent und schließlich selbst Großherzog des Landes Oldenburg aus dem Hause der Gottorfschen Oldenburger.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Peter Friedrich Ludwig war der jüngste Sohn von Georg Ludwig von Schleswig-Holstein-Gottorf und Sofie Charlotte von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck. Seine Eltern starben kurz hintereinander im Sommer 1763. Er wuchs zunächst am Hofe seines Onkels, des Fürstbischofs von Lübeck Friedrich August, später dann bei seiner Cousine, der Zarin Katharina II. („die Große“), auf. Er war ebenfalls Neffe des schwedischen Königs Adolf Friedrich.

1774 starb sein älterer Bruder Wilhelm. Im Jahre 1776 wurde sein Cousin, Erbprinz Peter Friedrich Wilhelm, für regierungsunfähig erklärt und Peter zum Koadjutor im Fürstbistum Lübeck bestimmt. Peter heiratete 1781 Friederike von Württemberg, die ihm zwei Söhne gebar. Nach dem Tode des Fürstbischofs Friedrich August im Juli 1785 wurde er Administrator des Herzogtums Oldenburg und Fürstbischof von Lübeck, die bisherige Residenz des Fürstbischofs verlegte er von Eutin in die Stadt Oldenburg. Er übernahm alle Regierungsgeschäfte, ohne den Herzogstitel zu führen, den er erst 1823 nach dem Tode des Erbprinzen Friedrich Wilhelm annahm.

Im November 1785 starb seine Frau im Alter von 20 Jahren an den Folgen der Geburt ihres dritten Kindes. Sie wurde im 1790 fertiggestellten Mausoleum auf dem Gertrudenfriedhof beigesetzt, da die bisherige Fürstengruft wegen des geplanten Neubaus der Lambertikirche nicht mehr genutzt werden sollte. Der Mausoleumsbau ist das erste klassizistische Gebäude Oldenburgs; ihm folgten weitere Bauten im gleichen Stil, die das Gesicht der Stadt bis heute prägen.

1786 wurde unter Peter Friedrich Ludwig die älteste seither existierende Sparkasse der Welt gegründet; die damalige Ersparungs-Casse besteht noch heute als Landessparkasse zu Oldenburg.[1]

1803 erlangte Peter für Oldenburg im Reichsdeputationshauptschluss im Tausch gegen den Elsflether Weserzoll als Entschädigung das Hannoversche Amt Wildeshausen sowie aus fürstbischöflich-münsterischem Besitz die Ämter Vechta und Cloppenburg. Das Bistum Lübeck wurde säkularisiert und in das oldenburgisches Erbfürstentum Fürstentum Lübeck umgewandelt.

1806 wurde das Herzogtum von holländischen Truppen besetzt. Varel und Kniphausen, die zu Oldenburg gehörten, wurden dem Königreich Holland zugewiesen, das zu dieser Zeit unter Regentschaft von Louis Bonaparte stand, einem Bruder von Napoleon I.. Peter musste auf dem Erfurter Fürstentag 1808 dem Rheinbund beitreten. Dennoch wurde Oldenburg 1810 unter Napoleon Teil des französischen Reiches und französisch besetzt. Peter wurde als Ersatz das Fürstentum Erfurt angeboten. Dieses lehnte er jedoch ab und ging 1811 mit seiner Familie ins russische Exil.

Nach dem Sturz Napoleons 1813 kehrte er zurück und übernahm die Regierung in Oldenburg. Er schaffte die französischen Reformen ab und führte die Allgemeine Wehrpflicht ein und stellte das Oldenburgische Infanterie-Regiment auf. Oldenburg gewann im Wiener Kongress 1815 das Fürstentum Birkenfeld (an der Nahe), jedoch nicht wie erhofft Ostfriesland und des Emsland. Den Titel Großherzog, den Peter stattdessen erhielt, trug er nie, erst sein Sohn Paul Friedrich August nannte sich ab 1829 Großherzog. 1818 überließ ihm Zar Alexander I. die Herrschaft Jever einschließlich der Herrlichkeit Kniphausen.

In die Regierungszeit Peter Friedrich Ludwigs fiel die Einrichtung des ersten Landesrabbinates für das Herzogtum Oldenburg mit der Ernennung von Nathan Marcus Adler zum Landesrabbiner 1828. Außerdem trieb der Herzog die Reform des Lotsenwesens an der Weser voran sowie Verbesserungen der Infrastruktur und des Bildungswesens: Das Oldenburger Lehrerseminar wurde der Vorläufer der späteren Pädagogischen Hochschule, aus der öffentlichen herzoglichen Bibliothek entwickelte sich die heutige Landesbibliothek. Auch die Anlage des heute noch stark frequentierten Schlossgartens ist Peter Friedrich Ludwig zu verdanken.[2] Von seinem langjährigen Hofmaler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein erwarb er mehrere Gemälde, von denen etliche im Oldenburger Schloss ausgestellt sind.[3] Zur Finanzierung eines Krankenhausneubaus gründete der Herzog 1826 einen Fonds, aber erst nach seinem Tod konnte mit diesen Mitteln und weiteren Zuschüssen das Peter Friedrich Ludwigs Hospital 1841 fertiggestellt werden.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus der Ehe mit Friederike von Württemberg (* 27. Juli 1765; † 24. November 1785) gingen zwei Söhne hervor:

  • August (1783–1853), Großherzog
  • Georg (1784–1812)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peter I, Grand Duke of Oldenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeittafel Stadt-Land-Oldenburg Frühneuzeit 18. Jahrhundert abgerufen am 6. November 2010
  2. Klaus Dede: Oldenburg & Ammerland. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1977, S. 59-61
  3. E. Heinemeyer: Denkmale der bildenden Kunst. In: Geschichte des Landes Oldenburg, S. 873
Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich August Fürstbischof von Lübeck
1785–1803
säkularisiert und als Fürstentum Lübeck zum Herzogtum Oldenburg
Friedrich August Prinzregent des Herzogtums Oldenburg
1785–1810
französische Besatzung und Regierung
französische Besatzung und Regierung Prinzregent des Herzogtums Oldenburg
1813–1823
er selbst als Großherzog
Peter Friedrich Wilhelm Großherzog von Oldenburg
1823–1829
Paul Friedrich August