Sparkasse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Sparkasse ist ein Kreditinstitut mit der Aufgabe, der Bevölkerung Möglichkeiten zur sicheren und verzinslichen Geldanlage zu bieten und die örtlichen Kreditbedürfnisse zu befriedigen. Die Erzielung von Gewinnen ist hierbei nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes. Das Geschäftsgebiet einer Sparkasse ist in der Regel auf das Gebiet ihres Trägers, beispielsweise einer Gemeinde, eines Landkreises oder eines Zweckverbandes, begrenzt.

In Deutschland handelt es sich – bis auf wenige so genannte freie Sparkassen – um öffentlich-rechtliche Kreditinstitute, die auf der Basis des Kreditwesengesetzes (KWG), des Sparkassengesetzes ihres Bundeslandes und ihrer Satzung Bankgeschäfte betreiben. Die Sparkassensatzung basiert je nach Rechtsform entweder auf öffentlichem oder auf Privatrecht. In Österreich sind Sparkassen von Gemeinden oder von Sparkassenvereinen gegründete privatrechtliche Kreditinstitute im Sinne des österreichischen Bankwesengesetzes (BWG), die einem bundesweit einheitlichen Sparkassengesetz unterliegen.

Die Bezeichnung Sparkasse ist in Deutschland nach § 40 KWG und in Österreich nach § 94 (BWG) gesetzlich geschützt.

Sparkassen entstanden zumeist im 19. Jahrhundert, um den ärmeren Bevölkerungsschichten eine sichere Möglichkeit zu eröffnen, kleinste Kapitaleinlagen zur Risikovorsorge im Alter oder bei Krankheit verzinslich zurückzulegen. Die Institute unterlagen daher zunächst strengen Geschäftsbeschränkungen, die im Zeitablauf nach und nach gelockert wurden. Heute sind den Sparkassen regelmäßig alle Bankgeschäfte erlaubt, so dass sie inzwischen als Universalbanken betrieben werden.

Das Sparkassenmodell ist inzwischen in mehr als 80 Ländern verbreitet. In Deutschland stellen Sparkassen und Landesbanken eine Finanzsäule im sogenannten Drei-Säulen-Modell des Finanzsektors dar. Die Interessenvertretung wird durch die Sparkassenverbände wahrgenommen.

Sparkassen in Deutschland[Bearbeiten]

Rechtsform[Bearbeiten]

Die deutschen Sparkassen sind in der Regel Anstalten des öffentlichen Rechts. Träger öffentlich-rechtlicher Sparkassen sind kommunale Gebietskörperschaften, wie Städte, Gemeinden oder Landkreise oder ein kommunaler Sparkassenzweckverband als Zusammenschluss mehrerer Gebietskörperschaften. Oftmals deutet bereits der Name auf den kommunalen Träger hin, z. B. Stadtsparkasse, Kreissparkasse oder Bezirkssparkasse. Im Falle des kommunalen Zweckverbands handelt es sich dann um eine Verbandssparkasse. Rechtsgrundlagen für Gründung und Betrieb sind das Sparkassengesetz des jeweiligen Bundeslandes, in dem die Sparkasse ihren Sitz hat, und eine vom Träger erlassene Satzung. Die Organe einer Sparkasse sind der Vorstand als geschäftsführendes Gremium und der Verwaltungsrat als Aufsichtsgremium. In einigen Bundesländern ist weiterhin für bestimmte (in der Regel besonders hohe oder risikoreiche) Kreditentscheidungen ein Kreditausschuss zu bilden. Im Sparkassengesetz für Baden-Württemberg ist der Kreditausschuss als eigenes Organ neben Vorstand und Verwaltungsrat konzipiert.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland freie Sparkassen, die nicht als Anstalt des öffentlichen Rechts, sondern als Aktiengesellschaft betrieben werden.

Geschäftsmodell[Bearbeiten]

Die Sparkassen betreiben als Universalkreditinstitute alle üblichen Bankgeschäfte mit privaten Haushalten, Unternehmen, Kommunen und institutionellen Kunden. Für den Geschäftsbetrieb der meisten Sparkassen gilt das Regionalprinzip. Danach umfasst das Geschäftsgebiet einer Sparkasse im Allgemeinen das Gebiet ihres kommunalen Trägers.

Daneben unterscheiden sich die Sparkassen von den privaten Banken dadurch, dass „die Erzielung von Gewinn nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes“ ist (vgl. z. B. § 3 Abs. 3 des Sparkassengesetzes von Nordrhein-Westfalen). Leitmotiv ist die Gemeinwohlorientierung. Die Verwendung entstandener Gewinne ist in den regionalen Sparkassengesetzen unterschiedlich geregelt. Zumeist wird ein erzielter Gewinn, soweit er nicht durch die Erhöhung der Sicherheitsrücklage bei der Sparkasse verbleibt, an den Träger ausgeschüttet oder von der Sparkasse direkt für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt. Viele Sparkassen haben zudem Stiftungen gegründet, die vielfach karitative Zwecke fördern.

Die Sparkassen-Finanzgruppe erreicht, insbesondere aufgrund der hohen lokalen Präsenz und Produktbündelung, in vielen Geschäftsfeldern der Finanzdienstleistungsbranche hohe Marktanteile. Dabei ist die Hamburger Sparkasse mit einer Bilanzsumme von über 38 Mrd. € die größte Sparkasse vor der Sparkasse KölnBonn mit etwa 29 Mrd. € und der Kreissparkasse Köln mit über 24 Mrd. €.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung der deutschen Sparkassen[Bearbeiten]

Rechnungsbuch der Spar- und Waisenkasse Salem von 1882

Die ersten deutschen Sparkassen wurden ursprünglich auf Initiative von Landesherrschaften oder Privatleuten gegründet (1623), um ärmeren Bevölkerungsschichten die Möglichkeit zu eröffnen, eine langfristige, sichere und verzinsliche Rücklage für die Bewältigung der Widrigkeiten des Lebens (Krankheit, Alter etc.) zu bilden. Vorläufer der Sparkasse waren Waisenkassen und Leihhäuser, wie beispielsweise die 1749 von der Reichsabtei Salem zur Verwaltung von Waisenrenten eingerichtete Kasse und das Herzoglich-braunschweigische Leihhaus, das 1765 gegründet wurde.

Die erste Sparkasse[1] nach modernem Verständnis war die 1778 in Hamburg gegründete Hamburger Ersparungskasse.[2] Sie gab auch an Dienstboten, Tagelöhner und Seeleute Sparbücher aus, so dass auch „einfache Leute“ ihr Erspartes sicher und gegen Zins anlegen konnten.[3] Weitere Sparkassen entstanden 1786 in Oldenburg, 1796 in Kiel, 1801 in Altona und 1808 in Darmstadt, 1817 in Lübeck, 1818 in Berlin und 1821 in Nürnberg. 1818 wurde in Stuttgart die Württembergische Spar-Casse für das ganze Königreich Württemberg gegründet. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Gründung der ersten Sparkasse Sachsens in Königsbrück auf Betreiben und mit finanzieller Beteiligung des Konferenzministers Peter Karl Wilhelm von Hohenthal. Die Anzahl der Sparkassen stieg von da an rapide an (1836: 300 Sparkassen, 1860: ca. 1.200, 1913: ca. 3.100 Sparkassen). Die meisten davon entstanden als kommunale Institute, als erste beispielsweise die Sparkasse Göttingen (1801).

Im Jahr 1880 entstand die erste Pfennigsparkasse in Darmstadt.

Modernisierung und Konsolidierung[Bearbeiten]

In den 1920er Jahren erlebten die Sparkassen eine starke Modernisierungsphase, unter anderem weil sie den bargeldlosen Zahlungsverkehr aufnahmen (siehe Sparkassenreformer Johann Christian Eberle), ab 1929 ins Bauspargeschäft einstiegen und Versicherungen anboten. Die Reichsverordnung vom 6. Oktober 1931 brachte nach Art. 1 § 2 NotV3 die rechtliche Verselbständigung der Sparkassen zu Anstalten des öffentlichen Rechts. In der Zeit des Nationalsozialismus war die Gleichschaltung der öffentlichen Sparkassen leicht abgeschlossen. Zwischen 1933 und 1945 wurde die Zahl der Sparkassen durch Fusionen stark ausgedünnt. Nach dem Zweiten Weltkrieg trennte sich die Geschichte der Sparkassen in der DDR von denen im Westen Deutschlands. Weitere Meilensteine waren die Aufnahme des Konsumentenkredites mit seinen Vorformen ab 1952 sowie die zunehmende Automation des Zahlungsverkehrs ab den frühen 1970er Jahren. Der erste Geldautomat nach heutiger Funktion wurde im Jahre 1978 bei der Kreissparkasse Köln in Betrieb genommen.[4] In vielen Sparkassen verschwand seit den 1980er Jahren der klassische Schaltertresen zugunsten einer architektonisch aufgelockerten Großraum-Atmosphäre. So genannte „Vertriebsfilialen“ wurden seit Beginn des 21. Jahrhunderts auch mit Stehpulten ausgestattet, die ein offeneres und noch einladenderes Aussehen bewirken sollen.

Ab den 1990er Jahren begann eine Konsolidierung im Sparkassensektor. Durch betriebswirtschaftlich bedingte Fusionen nahm die Zahl der Sparkassen auf 417 (Stand: Ende 2013)[5] ab, im Jahr 1990 hatte es noch 770 Institute gegeben.

Die Konsolidierung geht einher mit Personalabbau. Ende 2010 waren bei den Sparkassen noch knapp 250.000 Mitarbeiter beschäftigt, 17.000 weniger als 7 Jahre zuvor.[6]

Jahr 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2012 2013 2014
Anzahl der Sparkassen 477 463 457 446 438 431 429 423 422 417
Mitarbeiter 265.415 260.825 257.022 253.696 251.400 249.577 248.137 244.862

Einige Sparkassengesetze sehen – nach dem Fortfall der Gewährträgerhaftung – fungibles Stammkapital vor (z. B. § 3 Sparkassengesetz Rheinland-Pfalz). Der Versuch, die Sparkasse Hansestadt Stralsund zu privatisieren, erregte 2003/2004 große Aufmerksamkeit.

Sparkassenverbände[Bearbeiten]

Die öffentlich-rechtlichen Sparkassen und ihre jeweiligen Träger sind Mitglieder in einem der zwölf regionalen Sparkassen- und Giroverbände in der Rechtsform der Körperschaft des öffentlichen Rechts. Über die Mitgliedschaft im jeweiligen Regionalverband sind sie mittelbar Mitglieder des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands e. V. (DSGV) mit Sitz in Berlin, dem Dachverband aller deutschen Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen. Die regionalen Sparkassenverbände und der DSGV erbringen für ihre Mitglieder zentrale Dienstleistungen wie gemeinsames Marketing, Beratungsdienstleistungen, die Vertretung in Spitzenverbänden oder die Entwicklung gemeinsamer Geschäftskonzepte. Die fünf freien Sparkassen haben sich im Verband der Deutschen Freien Öffentlichen Sparkassen zusammengeschlossen, der außerordentliches Mitglied des DSGV ist.

Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe[Bearbeiten]

Die Einlagen der Sparkassenkunden werden durch ein eigenes Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe gesichert. Dies setzt sich aus den regionalen Sparkassenstützungsfonds, der Sicherungsreserve der Landesbanken sowie dem Sicherungsfonds der Landesbausparkassen zusammen. Das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe ist in einem Haftungsverbund zusammengeschlossen, so dass in einem Krisenfall das Gesamtvolumen aller Fonds für institutssichernde Maßnahmen zur Verfügung steht. Der Haftungsverbund sichert die angeschlossenen Institute und gewährleistet ihre Liquidität und Solvenz.

Siehe auch: Institutssicherung der Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen

Logo und Corporate Design[Bearbeiten]

Das Sparkassen-Logo in Deutschland

Das Firmenlogo stellt eines stilisierte Form des Buchstabens S und einer Spardose mit Münze dar. Entworfen wurde es von in seiner ersten Form 1938 von Louis Gaigg, einem weitgehend unbekannten Plakatkünstler. Das spätere Markenzeichen wurde vom Sparkassenverlag lediglich für interne Zwecke verwendet und war dem breiten Publikum daher unbekannt. Ab 1948 wurde das Zeichen von den meisten Sparkassen auch im Publikumsverkehr verwendet und durch die überragende Marktstellung der Sparkassen bald zum allgemein bekannten Erkennungszeichen der Sparkassen.

1972 entwickelte Otl Aicher ein einheitliches visuelles Erscheinungsbild (Corporate Design) für alle Sparkassen. Er gab dem Logo seine heutige Form, ohne den bis dahin mit abgebildeten Einwurfschlitz, und legte die rote Farbe (HKS 13) als einheitliche Geschäftsfarbe fest (bis dahin war meist schwarz üblich). Als Haus-Schriftart wählte er die Helvetica. 2003 wurde das von Aicher entwickelte Erscheinungsbild modifiziert, wobei auch die bisherige Schriftart geändert wurde. Das Symbol ist vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband weltweit markenrechtlich geschützt. 2007 wurde die Farbe Rot der Sparkassen beim Deutschen Patent- und Markenamt als Marke registriert.[7]

2010 erkannten 93 % der Bevölkerung das bekannte Symbol und ordneten es den Sparkassen zu. Das Sparkassen-S gehört somit zu den verbreitetsten Markenzeichen in Deutschland. Ebenfalls versteht eine große Mehrheit der Deutschen die Farbe Rot im Finanzbereich als Kennzeichen der Sparkassen.

Einige wenige Sparkassen verweigerten sich noch lange dem einheitlichen Auftritt der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Frankfurter Sparkasse von 1822 verwendete bis zur Fusion 1989 den „Bienenkorb“ und bis etwa 2006 die Farben blau/gelb, die Stadtsparkasse München nutzte das Logo lange in gelb, die Sparkasse Essen in grün/blau und die Sparkasse Kiel in blau.[8] Nach wie vor verwendet die Nassauische Sparkasse einen eigene Corporate Identity mit blau-orange Farbschema und anderen Schriftarten. Allerdings wird auch sie ab Januar 2015 das einheitliche Sparkassenlogo verwenden[9]. In Norddeutschland wurde das alte Logo mit dem Einwurfschlitz bis in die späten 1970er beibehalten.

Sparkassen in Österreich[Bearbeiten]

Die Sparkassengruppe Österreich besteht aus der Ersten Bank, den 52 Bundesländersparkassen und der Zweiten Sparkasse. Alle Sparkassen Österreichs sowie deren Landesverbände sind Mitglieder des Österreichischen Sparkassenverbands.

Geschichte[Bearbeiten]

Als erste Sparkasse in Österreich wurde von Johann Baptist Weber, Pfarrer in der Wiener Leopoldstadt, der „Verein der Ersten österreichischen Spar-Casse“ gegründet, der am 4. Oktober 1819 erstmals die Schalter öffnete. 1822 wurde die „Sparkasse zu Innsbruck“ als zweite Sparkasse Österreichs gegründet. In den nächsten Jahren wurden zahlreiche Vereins-, später auch Gemeindesparkassen gegründet. Die jüngste Sparkasse Österreichs ist die 2006 gegründete Zweite Sparkasse.

[Bearbeiten]

Aktuelles Logo der "Erste Bank" und der Sparkassen in Österreich

In Österreich wird derzeit noch das Sparkassenlogo (in der unmodifizierten Version) von den Mitgliedsbanken der österreichischen Sparkassengruppe verwendet. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist die Erste Bank, die das Sparkassen-S auch in den Logos ihrer osteuropäischen Tochtergesellschaften einsetzt (zum Beispiel die Erste Bank Croatia oder die Banca Comerciala Romana). Für die Nutzung besteht bis 2019 eine Lizenzvereinbarung mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

Sparkassen in der Schweiz[Bearbeiten]

Einige wenige Sparkassen wurden in einigen Schweizer Kantonen bereits zur Zeit des Ancien Régime gegründet. Der große Aufschwung des Sparkassen-Wesens erfolgte jedoch erst im 19. Jahrhundert, nach dem liberalen Umbruch und während der Industrialisierung. Beweggrund war zum einen die zinsbringende Anlage von Spargeldern einer breiteren Bevölkerung, zum anderen die Ausleihung dieser Gelder an Gewerbetreibende und Landwirtschaft; diese Wirtschaftskreise vermochten damit ihre Wirtschaftsleistung mit Geldbeträgen einer Höhe zu steigern, die sie aus Eigenmitteln nicht hätten aufbringen können. Das Sparkassen-Wesen wirkte also als gewerblicher Wachstumsmotor der Industrialisierung, wobei ein relativ wichtiger Tätigkeitsbereich auch der Grundpfand-Kredit war. Als Rechtsform waren vor allem kommunalstaatliche Gründungen und Genossenschaften anzutreffen. Diese Institute existieren – zumeist unter anderen Firmennamen und unter der moderneren Kategorisierung „Bank“ – zum größeren Teil auch heute noch. Dabei ist der Grundpfand-Kredit für den Häuserbau mittlerweile zum wichtigsten Aktiv-Geschäft geworden. Das bekannteste Institut ist wohl der Verband der Raiffeisenbanken mit seinen vielen Einzelbanken auch in kleineren Dörfern.

Sparkassen in weiteren Staaten[Bearbeiten]

Sparkassen gibt es weltweit in 86 Ländern.

Albanien[Bearbeiten]

Die Banka e Kursimeve e Shqipërisë (Albanische Sparkasse) wurde 2004 durch die österreichische Raiffeisen International zu 100% erworben.

Bosnien und Herzegowina[Bearbeiten]

Die Sparkasse Bank dd ist auf dem bosnisch-herzegowinischem Finanzmarkt seit 10 Jahren vertreten. Der Hauptsitz befindet sich in der Landeshauptstadt Sarajevo. Seit 2007 ist die „Sparkasse Bank dd“ Mitglied der österreichischen Gruppe Steiermärkische Sparkasse. Bis 2009 arbeitete das Kreditinstitut unter dem Namen ABS BANKA, bis man sich schließlich zur besseren Integration in die Sparkassen-Gruppe umentschied, den Namen in „Sparkasse Bank dd“ zu ändern.

Finnland[Bearbeiten]

In Finnland bestehen 39 Sparkassen in der Rechtsform einer Stiftung mit 213 Filialen, 1.130 Mitarbeitern und einer Gesamtbilanzsumme von 4.447 Millionen Euro (Stand: 31. Dezember 2004). Sparkassen sind in Finnland seit der Bankenkrise in den frühen 1990er Jahren nicht mehr flächendeckend vertreten. Durch die Neugründung der Nooa Savings Bank 2003 gibt es wieder eine Sparkasse auch in der Hauptstadt Helsinki. Zentralinstitut der Sparkassen ist seit 1995 die Aktia Savings Bank plc, die 1991 aus der Fusion der Sparkasse von Helsinki mit sieben weiteren Sparkassen entstand. Aktia wurde 1993 in eine Aktiengesellschaft (plc.) umgewandelt.

Frankreich[Bearbeiten]

Im Jahre 1818 wurde die erste französische Sparkasse in Paris gegründet. Das Pendant zu den deutschen Sparkassen in Frankreich heißt Caisse d’épargne. Nach vielen Fusionen gibt es jetzt nur noch 17 Sparkassen in Frankreich. Die französische Sparkassengruppe fusionierte 2009 mit Groupe Banque Populaire (französische Volksbanken) zu Groupe BPCE.

Italien[Bearbeiten]

Bis in die 1990er Jahre waren in Italien die meisten Sparkassen als Stiftung aktiv. Im Zuge einer landesweiten Konsolidierung im Bankensektor wurden die meisten Sparkassen in Aktiengesellschaften umgewandelt. Während die Stiftungen als Holdinggesellschaften bestehen blieben, setzte bei den Banken ein Fusionsfieber ein, bei dem Sparkassen (Cassa di Risparmio), Volksbanken (Banca Popolare) und kommerzielle Banken zusammengingen. Als letztes gemeinsames Bindeglied besteht der Sparkassenverband ACRI (Assoziazione delle Casse di Risparmio e delle Fondazioni di Origine Bancaria) weiter.

Die Südtiroler Sparkasse blieb vom Fusionsfieber unberührt, hat aber ihr Geschäftsgebiet durch Expansion auf weitere Gebiete außerhalb Südtirols ausgeweitet.

Luxemburg[Bearbeiten]

In Luxemburg wurde die Staatsbank und Staatssparkasse Banque et Caisse d’Epargne de l’Etat (BCEE) per Gesetz vom 21. Februar 1856 durch Großherzog Wilhelm III. zunächst als Caisse d’Epargne de l’Etat du Grand-Duché de Luxembourg gegründet.

Norwegen[Bearbeiten]

Das Sparkassenwesen in Norwegen ist in zwei Lager gespalten. Zum einen ist die Sparebanken NOR am Markt aktiv, die aber im Jahr 2004 mit der DnB zur größten Bank des Landes fusionierte.

Auf der anderen Seite steht eine Gruppe von Regionalsparkassen, die unter dem Namen SpareBank1 landesweit in Erscheinung treten.

Polen[Bearbeiten]

Die Sparkasse in Polen wurde auf Betreiben Józef Piłsudskis 1919 als Pocztowa Kasa Oszczędności (Postsparkasse) gegründet. Heute firmiert sie unter dem Namen PKO BP, was für Powszechna Kasa Oszczędności Bank Polski (Allgemeine Sparkassenbank Polens) steht. Bis 2004 war das Unternehmen vollständig in Staatsbesitz, 2006 gehörten dem polnischen Staat noch 51,51 Prozent der Aktien[10].

Portugal[Bearbeiten]

Die staatliche Sparkasse Portugals ist die 1876 gegründete Caixa Geral de Depósitos.

Russland[Bearbeiten]

Die staatliche Sparkasse in Russland wurde bereits 1841 gegründet. Seit 1991 firmiert sie als Aktiengesellschaft unter dem Namen Сбербанк России (Sberbank – zu Deutsch ‚Sparbank‘). Im Volksmund heißt sie allerdings weiterhin Сберкасса (Sberkassa).

Slowakei[Bearbeiten]

Die Slovenská sporiteľňa (Slowakische Sparkasse) steht im Eigentum der österreichischen Erste Bank. Es wird wie auch in Tschechien auch das österreichische Sparkassen-S benutzt[11].

Spanien[Bearbeiten]

Zweigstelle der Caixa Manlleu in Sabadell

Das Sparkassenwesen in Spanien war ursprünglich regional organisiert, so dass eine Caja (baskisch: Kutxa, katalanisch u. galicisch: Caixa) meist den Namen einer Stadt oder eines Gebietes trug. Allerdings eröffneten Ende des 20. Jh. zahlreiche Sparkassen Niederlassungen in anderen Gebieten.

Die spanischen Sparkassen sind ähnlich wie in Deutschland öffentlich-rechtlich organisiert und arbeiten teilweise ohne Gewinnstreben. 2010 begann ein Fusionsprozess, im Laufe dessen verschiedene Sparkassen ihr Geschäft eigens dazu geschaffenen Banken übertrugen und lediglich den gemeinnützigen Teil ihrer Aufgaben beibehielten.

Die meisten Sparkassen gehören dem Verband Confederación Española de Cajas de Ahorros (CECA) an. Vor dem Fusionsprozess waren 45 Sparkassen Mitglieder der CECA (Stand: 31. Dezember 2009). Die größten Sparkassen in Spanien waren La Caixa, in der autonomen Gemeinschaft Katalonien, und die Caja Madrid (heute Bankia). Für die vollständige Liste der spanischen Sparkassen siehe Liste der Sparkassen in Spanien.

Tschechien[Bearbeiten]

Die Česká spořitelna (Tschechische Sparkasse) steht mehrheitlich im Eigentum der österreichischen Erste Bank. Es wird wie auch in der Slowakei das österreichische Sparkassen-S benutzt[11]. Das Geldinstitut wurde 1823 nach dem Beispiel der 1819 entstandenen Wiener Sparkasse von einer Gruppe böhmischer Adeligen unter der Federführung von Joseph von Hoch als Böhmische Sparkasse gegründet.

USA[Bearbeiten]

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden in den USA Sparkassen (englisch: savings and loan associations, kurz: S&Ls). Als meist kommunale Unternehmen unterlagen sie konsequenten Regulierungsvorschriften. Anfang der 1980er Jahre wurden diese Vorschriften gelockert. Mit ihren in der Folge geänderten Geschäftsmodellen sind die S&Ls keine Sparkassen mehr im eigentlichen Sinne.[12] In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre kam es zur Savings-and-Loan-Krise. Heute bestehen noch etwa 1500 S&Ls.

Internationale Sparkassenvereinigungen[Bearbeiten]

Europäische Sparkassenvereinigung (ESV)[Bearbeiten]

In der Europäischen Sparkassenvereinigung (ESV) sind die Sparkassenorganisationen aus 27 EU-Mitgliedstaaten und aus neun weiteren europäischen Ländern vertreten.

Weltinstitut der Sparkassen (WIS)[Bearbeiten]

Das Weltinstitut der Sparkassen (WIS) ermöglicht den weltweiten Erfahrungsaustausch unter den Sparkassenorganisationen. Außerdem vertritt es die Standpunkte der Sparkassen auf internationaler Ebene, wie zum Beispiel gegenüber der Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds.

EUFISERV[Bearbeiten]

Das Gemeinschaftsunternehmen EUFISERV wurde von den europäischen Sparkassen 1990 gegründet. EUFISERV zielt mit seinem internationalen Netzwerk hauptsächlich auf den bargeldlosen Finanzverkehr bei Transaktionen an Geldautomaten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurt J. Gerritz: In Hamburg: die erste Sparkasse der Welt. Spargelder für alle Bürger. In: Rheinisches Zahnärzteblatt Nr. 10, Oktober 2002, S. 561, abgerufen am 24. November 2008.
  2. Eckhard Wandel: Banken und Versicherungen im 19. und 20. Jahrhundert. Oldenbourg, München 1998. ISBN 3-486-55072-1. S. 3.
  3. Johannes Röser: Wie unmodern, wie modern ist Sparen? In: Christ in der Gegenwart, Jg. 2013, S. 367-368.
  4. WDR-Panorama, abgerufen am 7. Januar 2009.
  5. Übersicht auf www.dsgv.de. Abgerufen am 4. April 2014.
  6. dsgv.de, abgerufen am 24. Juni 2011.
  7. Gerichtsurteil – Sparkassen müssen weiter um ihr Rot kämpfen, abgerufen am 21. Juni 2014
  8. Süddeutsche Zeitung vom 7. Januar 2011, Seite 20, Harald Freiberger: Immer rein damit
  9. http://www.skommt.de/ 175 Jahre Nassauische Sparkasse
  10. http://www.pkobp.pl/index.php/id=rel_akc/zone=-1/section=ri
  11. a b siehe Österreichisches Bankwesen
  12. „Washington Mutual keine Sparkasse im deutschen Sinn“ (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung, tagesschau.de, 26. September 2008.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Mura: Sparkassenorganisation: Geschichte. In Knapps Enzyklopädisches Lexikon des Geld-, Bank- und Börsenwesens, Frankfurt am Main, Auflage 2007, Artikel Nr. 2009
  • Jürgen Mura: Entwicklungslinien der deutschen Sparkassengeschichte (I), Stuttgart 1987
  • Jürgen Mura: Entwicklungslinien der deutschen Sparkassengeschichte (II), Stuttgart 1995
  • Jürgen Mura: Zur Geschichte des deutschen Sparkassenrechts von den Anfängen bis 1945. In: Bankhistorisches Archiv 1/1983, Zeitschrift für Bankengeschichte, herausgegeben vom Wissenschaftlichen Beirat des Institutes für bankhistorische Forschung, Frankfurt am Main.
  • Jürgen Mura: Zur Geschichte des Sparkassenwesens in der DDR seit 1945. In: Bankhistorisches Archiv 1/1982, Zeitschrift für Bankengeschichte, herausgegeben vom Wissenschaftlichen Beirat des Institutes für bankhistorische Forschung, Frankfurt am Main.
  • Hans Pohl / Bernd Rudolph / Günther Schulz: Wirtschafts- und Sozialgeschichte der deutschen Sparkassen im 20. Jahrhundert (Sparkassen in der Geschichte, Forschung 18), Stuttgart 2005, Deutscher Sparkassenverlag, ISBN 978-3-09-303000-0.
  • Manfred Pix: Veröffentlichungen zur Sparkassengeschichte in der Bundesrepublik Deutschland und in Berlin (West) von 1960 bis 1977. In: Bankhistorisches Archiv 2/1977 und 2/1978, Zeitschrift für Bankengeschichte, herausgegeben vom Wissenschaftlichen Beirat des Institutes für bankhistorische Forschung, Frankfurt am Main.
  • Regionalgeschichte der Sparkassen-Finanzgruppe. Band 1 (Sparkassen in der Geschichte, Forschung 19), Stuttgart 2006, Deutscher Sparkassenverlag, ISBN 978-3-09-303810-5.
  • Hugh Rockoff: Geschichte der US-amerikanischen Sparbanken und Bausparinstitute. In: Bankhistorisches Archiv 2/1993, Zeitschrift für Bankengeschichte, herausgegeben vom Wissenschaftlichen Beirat des Institutes für bankhistorische Forschung, Frankfurt am Main.
  • Bodo Spiethoff: Ungewollt zur Größe. Die Geschichte der bayerischen Sparkassen. Verlag Max Schmidt & Söhne, München 1958.
  • Bernhard Vogler: Les Caisses d'Epargne en Alsace de 1832 à 1870. In: Bankhistorisches Archiv 2/1991, Zeitschrift für Bankengeschichte, herausgegeben vom Wissenschaftlichen Beirat des Institutes für bankhistorische Forschung, Frankfurt am Main.
  • Josef Wysocki: Untersuchungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der deutschen Sparkassen im 19. Jahrhundert. Vollständiger Nachdruck der Originalausgabe von 1980 (Sparkassen in der Geschichte, Reprint 10), Stuttgart 2005, Deutscher Sparkassenverlag, ISBN 978-3-09-303896-9.
  • Marcus Lüppens: Der Markendiamant, Wiesbaden 2006, Gabler Verlag, ISBN 3-8349-0099-0.
  • Alexander Scheike: Rechtliche Voraussetzungen für die materielle Privatisierung kommunaler Sparkassen. Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft, Lang, Frankfurt a.M. 2004, ISBN 3-631-52470-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sparkasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien