Wallfahrtsort

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Ein Wallfahrtsort ist ein Ort mit hervorgehobener religiöser Bedeutung und als solcher das Ziel einer Wallfahrt. Dem Besuch eines Wallfahrtsortes werden besondere Wirkungen zugesprochen wie die Heilung von Krankheiten.

Eine Wallfahrtstradition kann durch ein Ereignis wie ein Wunder oder eine Marienerscheinung hervorgerufen werden oder durch die Verehrung einer Persönlichkeit der jeweiligen Religion, die an dem Ort gewirkt hat oder begraben ist; im Christentum sind dies meist Heilige. An den Gedenktagen dieser Personen oder Ereignisse werden die Wallfahrtsorte oft von Tausenden von Wallfahrern besucht.

Christentum[Bearbeiten]

Im Christentum waren die ersten Wallfahrtsorte direkt mit der Geburt, dem Leben, Tod und der Auferstehung Jesu Christi verbunden. Zeugnisse aus dem 4. Jahrhundert belegen, dass es damals schon Wallfahrten ins Heilige Land gab. Später, als sich die Kirche immer weiter verbreitete, wurden auch Wallfahrten nach Rom unternommen. Auch Orte, die in Verbindung mit Aposteln, Märtyrern und Heiligen stehen, wurden bald zu Wallfahrtsorten, ebenso Orte mit Marienerscheinungen.

Das Zentrum christlicher Wallfahrtsorte ist meist eine Wallfahrtskirche.

Bedeutende Wallfahrtsorte[Bearbeiten]

Mekka
Ministrantenwallfahrt auf dem Petersplatz, Rom
Wallfahrtsort Lourdes (1994)
Wallfahrtsort Fátima in Portugal

Islam[Bearbeiten]

  • Die Kaaba in Mekka ist der wichtigste Wallfahrtsort des Islam, den jeder vermögende Muslim aufsuchen soll und der jährlich von über 2 Millionen Menschen aufgesucht wird. Die Pilgerreise wird als Haddsch bezeichnet.
  • Kerbela im Irak ist ein bedeutender Wallfahrtsort für Aleviten und Schiiten.

Christentum[Bearbeiten]

  • Wichtigster Wallfahrtsort des Christentums nach dem Heiligen Land ist Rom, wo die Ursprünge der westlichen Kirche liegen und die Apostel Petrus und Paulus begraben sind: pro Jahr circa 18 Mio. Pilger.
  • Neben Rom und dem Heiligen Land gehörte das Grab des hl. Apostel Jakobus in Santiago de Compostela (Spanien) zu den drei klassischen christlichen Wallfahrtszielen des Mittelalters und wird auch heute häufig aufgesucht.
  • Mit circa 20 Mio. kommen allerdings noch mehr Pilger zur katholischen Basilika der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko. Als größter Wallfahrtsort Brasiliens mit jährlich 8  Millionen Pilgern[1] gilt Aparecida im Bundesstaat São Paulo, wo Maria 1717 drei Fischern erschien.
  • Besondere Bedeutung in Europa haben die katholische Marienwallfahrtsorte
    • Lourdes, wo ein 14-jähriges Mädchen 1858 mehrere Marienerscheinungen hatte; Lourdes wurde innerhalb weniger Jahre zum bedeutendsten Wallfahrtsort Europas.
    • Fátima (Portugal) - dort sollen am 13. Mai 1917 drei Hirtenkinder, auf einem freien Feld eine Erscheinung der Jungfrau Maria erfahren haben; diese habe ihnen befohlen, künftig an jedem 13. des Monats an diesen Ort zurückzukommen.
    • Međugorje zieht zahlreiche private Pilger an, ist aber kirchlich nicht als Wallfahrtsort anerkannt.
  • In Deutschland sind Altötting (Bayern) und Kevelaer (Niederrhein) von überregionaler Bedeutung.
  • Wichtige Wallfahrtsorte in Österreich sind Mariazell, Maria Plain und St. Leonhard ob Tamsweg.
  • Der wichtigste Wallfahrtsort Polens ist Tschenstochau mit der Schwarzen Madonna von Tschenstochau.

Hinduismus[Bearbeiten]

Im Hinduismus gelten Flüsse als heilig, der wichtigste ist darunter der Ganges als Verkörperung der Göttin Ganga. Wichtige Pilgerstätten liegen daher an Flüssen, An Flussquellen oder an Punkten wo Flüsse zusammentreffen. Beispiele:

Buddhismus[Bearbeiten]

Im Buddhismus gibt es zahlreiche Pilgerstätten. Als die fünf wichtigen gelten:

Bahai[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Wallfahrtsort – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 2011: über 11 Mio. Pilger; Quelle: Zeitschrift Tag des Herrn, 30. Juni 2013.