Poggersdorf

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Poggersdorf in Kärnten in Österreich. Für den Ortsteil Poggersdorf der Stadt Neunburg vorm Wald in Bayern, siehe hier.
Poggersdorf
Wappen von Poggersdorf
Poggersdorf (Österreich)
Poggersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Fläche: 30,75 km²
Koordinaten: 46° 39′ N, 14° 27′ O46.6514.45465Koordinaten: 46° 39′ 0″ N, 14° 27′ 0″ O
Höhe: 465 m ü. A.
Einwohner: 3.067 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 100 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9130
Vorwahl: 0 42 24
Gemeindekennziffer: 2 04 25
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
9130 Poggersdorf
Website: www.poggersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Arnold Marbek (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
12 SPÖ, 4 ÖVP, 3 FPK
Lage der Gemeinde Poggersdorf im Bezirk Klagenfurt-Land
Ebenthal in Kärnten Feistritz im Rosental Ferlach Grafenstein Keutschach am See Köttmannsdorf Krumpendorf am Wörthersee Ludmannsdorf Magdalensberg Maria Rain Maria Saal Maria Wörth Moosburg Poggersdorf Pörtschach am Wörther See Sankt Margareten im Rosental Schiefling am Wörthersee Techelsberg am Wörther See Zell Klagenfurt KärntenLage der Gemeinde Poggersdorf im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Pfarrkirche in Poggersdorf
Portal der Poggersdorfer Pfarrkirche
Filialkirche heiliger Martin in Leibsdorf
Internationales Meditationszentrum Österreich in Sankt Michael ob der Gurk
Filialkirche Heiliger Egydius in Linsenberg

Poggersdorf (slow. Pokrče) ist eine Gemeinde mit 3067 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Klagenfurt-Land in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Poggersdorf liegt am östlichen Rand des Klagenfurter Feldes bzw. der Klagenfurter Ebene, dem namensgebenden Zentralraum des Klagenfurter Beckens, ca. 10 km östlich von Klagenfurt. Im Norden und Westen wird das Gemeindegebiet größtenteils durch die Gurk, im Süden zwischen Gurker Brücke und Greuth durch die Packer Straße begrenzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist in die vier Katastralgemeinden Leibsdorf (Ličja vas), Linsenberg (Lečja gora), Pubersdorf (Pobreže) und St. Michael ob der Gurk (Slovenji Šmihel) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 24 Ortschaften (mit slowenischer Entsprechung[1] und in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

  • Ameisbichl / Svamene Gorice (13)
  • Annamischl / Mišlje (13)
  • Eibelhof / Ovčjak (1)
  • Eiersdorf / Virnja vas (107)
  • Erlach / Olše (44)
  • Goritschach / Goriče (17)
  • Haidach / Vresje (27)
  • Kreuth / Rute (21)
  • Kreuzergegend-Ost / Pri Krajcarju (51)
  • Kreuzergegend-West / Pri Krajcarju (53)
  • Krobathen / Hrovače (8)
  • Lanzendorf / Vanca vas (121)
  • Leibsdorf / Ličja vas (611)
  • Linsenberg / Lečja Gora (41)
  • Pischeldorf / Škofji Dvor (11)
  • Poggersdorf / Pokrče (770)
  • Pubersdorf / Pobreže (536)
  • Rain / Breg (131)
  • Raunachmoos / Blato (0)
  • Sankt Johann / Čajnža vas (40)
  • Sankt Michael ob der Gurk / Slovenji Šmihel (89)
  • Ströglach / Stregle (43)
  • Wabelsdorf / Vabnja vas (323)
  • Wirtschach / Zvirče (11)

Geschichte[Bearbeiten]

Das östliche Klagenfurter Feld (Klagenfurter Ebene) war im Lauf der Jahrhunderte herrschafts- und machtpolitisch stark durchmischt. Im Früh- und Hochmittelalter bildeten die ursprünglich karantanischen Edlinger hier eine einflussreiche, rechtlich privilegierte Schicht zwischen dem Adel und dem Bauernstand mit eigenem Gerichtswesen, so etwa die spätere Herrschaft Eibelhof / Ovčjak oder Wutschein / Bučinja vas aus denen teilweise Katastralgemeinden hervorgingen.[3]

Das Gemeindegebiet gehörte bei der Bildung von Ortsgemeinden in Kärnten 1850 zum Landgericht Maria Saal. In diesem Jahr konstituierte die Gemeinde Windisch St. Michael, die ihren Namen 1896 in Poggersdorf änderte. Bei der Gemeindestrukturreform 1973 wurde ein Teil von Hörtendorf nach Poggersdorf eingemeindet.

Das Gemeindegebiet war über Jahrhunderte von der Landwirtschaft geprägt, in den letzten Jahrzehnten hat sich Poggersdorf aufgrund seiner Nähe zur Landeshauptstadt zu einer Wohn- und Auspendlergemeinde entwickelt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Laut Volkszählung 2001 hat Poggersdorf 2.850 Einwohner, davon besitzen 97,8 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 87,5 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen und 2,9 % zur evangelischen Kirche, 0,7 % sind islamischen Glaubens. 6,2 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Die Pfarrkirche von Poggersdorf sowie die Filialkirchen von Wutschein, Wabelsdorf und Eiersdorf werden zweisprachig (deutsch-slowenisch) geführt.[4]

Die Gemeinde Poggersdorf (Pokrče) zählt historisch zum slowenischen Dialektbereich des Klagenfurter Feldes (poljanski govor oz. poljanščina Celovškega Polja), der ein Übergangsdialekt zwischen den slowenischen Dialekten des Jauntals (podjunščina) und des Rosentals (rožanščina) ist. Als besondere Variante des slowenischen Rosentaler Dialekts hat ihn bereits Johann Scheinigg 1882 identifiziert, was in der dialektologischen Studie von Katja Sturm-Schnabl aufgrund von Feldforschungen bestätigt werden konnte. Scheinigg unterteilt in seinem Werk "Die Assimilation..." den slowenischen Rosentaler Dialekt in drei geographische Gebiete: Das Untere Rosental, das Obere Rosental sowie die Klagenfurter Ebene. Zum letztgenannten gebiet meint er: "...Die dritte Unter-Mundart herrscht in der Ebene um Klagenfurt (kl.), sie hat mit der ersten die Aussprache des e und o gemein, unterscheidet sich aber von den beiden vorhergehenden durch die häufige Zurückziehung des Accentes, wo ihn jene auf den Endsilben haben; dies gilt namentlich vom Neutrum der Substantive und Adjktive, z.B. [...]".[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Poggersdorf

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Schloss Rain
  • Pfarrkirche Sankt Michael ob der Gurk
  • Pfarrkirche Poggersdorf (zweisprachig)
  • Filialkirche Wutschein (zweisprachig)
  • Filialkirche Wabelsdorf (zweisprachig)
  • Filialkirche Eiersdorf (zweisprachig)
  • Filialkirche Linsenberg
  • Filialkirche Leibsdorf
  • Gurk-Kraftwerk Rain (neo-klassizistisch)
  • Internationales Meditationszentrum Österreich Sankt Michael ob der Gurk

Bäuerliche Architektur[Bearbeiten]

Der Charakter des in diesem Gebiet typischen Wohnhauses ist einerseits das eingeschoßige Vollwalmhaus und andererseits das zweigeschoßige „Stöckl“. Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude sind gemauert, zum Großteil aus dem späten 18. und 19. Jahrhundert, Stallscheunen sind Pfeiler- oder Ziegelgitterstadel, besonders bemerkenswert das Bauwerk in Kreuzergegend Nummer 1, bezeichnet 1878. Außerdem hervorzuheben der Getreidespeicher, Blockspeicher vulgo Hounig in Oberlinsenberg Nummer 2, vermutlich aus dem 18. Jahrhundert.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Poggersdorf hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Arnold Marbek (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten]

Im Wappen von Poggersdorf weist der grüne Schildgrund auf den landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde, die gestürzte schwarze Spitze auf die Montanindustrie (Notburgahütte) und den einstigen Abbau von Torf im Raunachmoos hin. Der in der schwarzen Spitze abgebildete Pfeilerbildstock ist für das Gemeindegebiet typisch, Bildstöcke dieser Bauart finden sich in Wabelsdorf, Eiersdorf, am Linsenberg und im Raunachmoos. Lanze und Schäferspitze symbolisieren die Wehrfähigkeit und das bäuerliche Erwerbsleben der karantanisch-slowenischen Edlinger, die in der Region lange Zeit eine bedeutende Rolle spielten. Die Zange schließlich steht für die Eisenproduktion in der Notburgahütte.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde Poggersdorf am 13. Februar 1996 verliehen. Die Fahne ist Grün-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach Paul Zdovc, Slovenska krajevna imena na avstrijskem Koroškem, razširjena izdaja. Sie slowenischen Ortsnamen in Kärnten, Herausgegeben von: Slovenska akademija znanosti in umetnosti, Razred za filološke in literarne vede, Ljubljana 2010, ISSN 0560-2920.
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3. nach Wilhelm Wadl: Magdalensberg: Natur – Geschichte – Gegenwart. Gemeindechronik. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1995, ISBN 3-85366-812-7, S. 59 ff.
  4. Vgl.: Liste der Pfarren im Dekanat Tainach/Tinje http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Pfarren_im_Dekanat_Tainach/Tinje
  5. Johann Scheinigg, Die Assimilation im Rosenthaler Dialekt, Ein Beitrag zur Kärntner-Slovenischen Dialektforschung. Erschienen in XXXII Programm des k.k. Staatsgymn zu Klagenfurt 1882. zitiert nach: Katja Sturm-Schnabl, Die slowenischen Mundarten und Mundartreste im Klagenfurter Becken, phil. Diss, Wien 1973, 287 S.(Zitat Seite 33).
  6. Stefan Singer: Kultur- und Kirchengeschichte des Dekanates Tainach. Klagenfurt/Celovec [e.a.] 1995.
  7. Odilo Hajnšek: Marijine božje poti. v Celovcu 1971