Neunburg vorm Wald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neunburg vorm Wald
Neunburg vorm Wald
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neunburg vorm Wald hervorgehoben
49.34666666666712.390833333333398Koordinaten: 49° 21′ N, 12° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Höhe: 398 m ü. NHN
Fläche: 110,16 km²
Einwohner: 7979 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92431
Vorwahl: 09672
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 147
Stadtgliederung: 74 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schrannenplatz 1
92431 Neunburg v. Wald
Webpräsenz: www.neunburg.de
Bürgermeister: Martin Birner (CSU)
Lage der Stadt Neunburg vorm Wald im Landkreis Schwandorf
Altendorf Bodenwöhr Bruck in der Oberpfalz Burglengenfeld Dieterskirchen Fensterbach Gleiritsch Guteneck Maxhütte-Haidhof Nabburg Neukirchen-Balbini Neunburg vorm Wald Niedermurach Nittenau Oberviechtach Pfreimd Schmidgaden Schönsee Schwandorf Schwarzach Schwarzenfeld Schwarzhofen Stadlern Steinberg am See Stulln Teublitz Teunz Thanstein Trausnitz Wackersdorf Weiding Wernberg-Köblitz Winklarn Bayern Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Regensburg Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Cham Tschechien Landkreis Neustadt an der WaldnaabKarte
Über dieses Bild
Neunburg (2013)

Neunburg vorm Wald ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald. Die Stadt hat rund 8500 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Neunburg vorm Wald liegt auf einer Höhe von 398 m ü. NN im Schwarzachtal im Osten von Bayern. Der Ort liegt auf einem Felsplateau über der Schwarzach und gehört zum Oberpfälzer Wald.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Neunburg vorm Wald besteht aus folgenden Ortsteilen:

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schwarzachtal wurde bereits in der Frühgeschichte besiedelt. Die älteste belegte Siedlung befindet sich im Gebiet des heutigen Quartiers Am Aign in der Nähe des Ufers der Schwarzach. Ein Beleg aus der Zeit der Karolinger weist den Ansitz einer Grundherrschaft im Nordgau (Bayern) nach. Der Ort bestand damals aus einer hölzernen Befestigungsanlage und einer Jakobskirche mit Friedhof. Um 900 entstand die Neue Burg mit Burggraben, die Neunburg vorm Wald den Namen gab. Der Ort wurde 1017 das erste Mal mit dem heutigen Namen in einer Urkunde erwähnt. Im 12. Jahrhundert traten erstmals die Namen der Adelsgeschlechter der Neunburger, Ortenburger und Truhendinger in Neunburg vorm Wald als Lehensträger auf. 1261 kauften die Wittelsbacher die Grundherrschaft von Neunburg und Warberg. Ab 1289 hatte der Ort das Marktrecht, ab 1300 das Stadtrecht. Der Aufschwung war der Lage an einer Handels- und Heerstraße nach Böhmen zu verdanken.

Unter Ruprecht II. wurde Neunburg vorm Wald 1354 eine Residenzstadt der pfälzischen Wittelsbacher. Die Burg wurde umgebaut und die Stadt erhielt das Braurecht. Ruprecht III. stiftete 1398 das erste Hospital. Sein Sohn Pfalzgraf Johann in Neunburg vorm Wald, Begründer der Nebenlinie der pfälzischen Wittelsbacher, verhalf der Stadt zu einer Blütezeit. Er verstarb 1443 im Kloster Kastl und wurde in Neunburg vorm Wald zu Grabe gelegt. Nach seinem Tod begann der wirtschaftliche Niedergang der Stadt. Während der Reformation wurde Neunburg vorm Wald für drei Generationen evangelisch-lutherisch. Im Dreißigjährigen Krieg während der Rekatholisierung in Bayern wurde die Stadt 1634 von evangelischen Truppenverbänden der Schweden besetzt und 1641 von der Kaiserlichen Armee belagert.[2] In den folgenden Jahren ging die Bevölkerung in der vom Krieg teilweise zerstörten Stadt stark zurück. 1705 wurde die Oberpfalz im Spanischen Erbfolgekrieg von Truppen der Habsburgermonarchie besetzt. Ein von Pfarrer Florian von Miller organisierter Aufstand gegen die Zwangsrekrutierungen von Söldnern im Schwarzachtal blieb erfolglos. 1722 wurde das 1803 säkularisierte Kloster Neunburg vorm Wald gegründet. Im Österreichischen Erbfolgekrieg wurde 1742 Neunburg vorm Wald von Panduren unter Franz von der Trenck belagert.

Im Revolutionsjahr 1848 endete mit der Bauernbefreiung die Erbuntertänigkeit. Nach Bränden in den Jahren 1746, 1800 und 1876 veränderte sich das Stadtbild stark. Es wurden mehrere historische Bauten verkauft oder abgebrochen. Mit der Industrialisierung bildeten sich Glasschleifereien im Umland. 1896 erreichte die Bahn von Bodenwöhr die Stadt. Das Bezirksamt Oberviechtach wurde 1900 von Neunburg vorm Wald abgetrennt. 1903 entstanden die Elektrizitätswerke und die Stadt- und Gemeindewerke, 1906 wurde eine evangelische Kirche gebaut und 1915 die Bahnstrecke nach Rötz eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen Aufschwung und die Bevölkerungszahl nahm durch Heimatvertriebene wieder zu. Es entstanden neue Wohnsiedlungen und Industrieansiedlungen. 1963 wurde die Stadt Garnisonsstandort der Bundeswehr, die Kaserne wurde aber 2007 geschlossen.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Fuhrn, Kröblitz und Seebarn (mit dem im Jahr 1945 oder 1946 eingemeindeten Ort Thann) eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Mitteraschau mit dem im Jahr 1945 oder 1946 eingemeindeten Katzdorf und Teile von Kleinwinklarn hinzu.[4] Eixendorf, Lengfeld und Meißenberg sowie ein Teil der aufgelösten Gemeinden Kemnath bei Fuhrn (Hauptteil) und Unterauerbach folgten am 1. Januar 1974. Am 1. Mai 1978 kamen noch Penting und Teile der aufgelösten Gemeinde Alletsried hinzu.[5]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Rathaus an der Hauptstraße 49.3487812.385942
Wappen am Rathaus

Die Stadtrat Neunburg vorm Wald besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 59,12 % verteilen sich die Mitglieder des Stadtrats auf die einzelnen Parteien und Listen wie folgt:[6]

CSU SPD FWG
11 Sitze 3 Sitze 6 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Martin Birner (CSU). Bei der Kommunalwahl 2014 entfielen auf ihn 77,98 % der abgegebenen Stimmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Schwarzachtaler Heimatmuseum
  • Heimatmuseum Oberpfälzer Wald

Kunst und Musik[Bearbeiten]

  • Städtische Musikschule im Schloss
  • Schlosssaal
Der ehemals als Gerichtssaal im Stile des Historismus umgebaute Raum dient als Konzertsaal. Neben Musikveranstaltungen werden auch Vernissagen, Vorträge und Feiern dort abgehalten.
  • Kunstverein Unverdorben e. V.
  • Lokale Bands haben sich zum Black River Culture Club e. V. zusammengeschlossen, um das kulturelle Leben in Stadt und Umland zu fördern.
  • Stadtkapelle

Interessantes[Bearbeiten]

Von 1986 bis Ende 1999 wurde in einem staatlich geförderten Pilotprojekt[7] unter Beteiligung des Bayernwerks (heute E.ON),[8] BMW, Linde AG und Siemens die regenerative Erzeugung von Wasserstoff und dessen Verwendung untersucht.[9] Dabei wurde ab 1989 ein Solar-Wasserstoff-Informationszentrum[10] eingerichtet, welches über das Projekt und weitere regenerative Technologien informiert.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die denkmalgeschützten Gebäude von Neunburg vorm Wald sind in einer Liste des Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege aufgeführt.[11] Es sind folgende bemerkenswerte Bauten in der Stadt zu finden:

Das Zentrum bildet die romanische St. Jakobskirche, um die ein heute aufgelassener Friedhof angelegt war. Gast- und Wohnhäuser entwickelten sich um diesen Kern.
Historische Altstadt
  • Ensemble Altstadt Neunburg vorm Wald
Die Kirche St. Josef, die Burg, das Schloss und Befestigungsanlagen mit Türmen, Mauern und Zwinger stehen auf einem Granitsporn zwischen Rötzerbach und Schwarzach und bilden zusammen mit den Stadthäusern entlang des Stadtberges und der Hauptstraße die historische Altstadt Neunburgs.
  • Rathaus mit Schrannenplatz
Das spätgotische Rathaus aus dem Jahr 1411 gliedert sich an den zentralen Platz der Altstadt mit Marienbrunnen aus dem Jahre 1888.
  • Am Bügerl
Historische Gebäude und enge Gassen bilden den Charakter des Bügerls, eines Stadtteils der Altstadt. Viele dieser Gebäude und Reste der Stadtmauer sind denkmalgeschützt.
  • Bahnhofsstraße
In der Bahnhofstraße sind Gebäude aus der Zeit um die Jahrhundertwende wie auch des Neubarocks zu finden. Solitäre Gebäude mit Walmdach prägen das Bild dieser Straße.
  • Theresia-Gerhardinger-Haus
In diesem ehemaligen Franziskanerkloster begann Karolina Gerhardinger 1833 mit zwei ihrer Wegbegleiterinnen ein klösterliches Leben mit dem Schwerpunkt Erziehung und Bildung. Das Kloster wurde zum Gründungshaus des Ordens der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau
Als Forschungsprojekt der Bayernwerk AG wurde hier von 1987 bis 2000 eine Demonstrationsanlage errichtet und betrieben, um die Vision einer CO2-freien Energieversorgung voranzutreiben.
  • Schwarzachtalhalle
Die Schwarzachtalhalle dient als Stadt- und Veranstaltungshalle, daran angeschlossen ist eine Parkanlage mit Spielplatz.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten]

  • Stadtpark
Neben einer Minigolfanlage, einer Skateranlage und Ruder- und Tretboote findet man dort einen Rutengängerlehrpfad
  • Park am Torweiher
  • Golfplatz bei Golf- und Landclub Oberpfälzer Wald
  • Segeln und Angeln am Eixendorfer Stausee

Regelmäßige Veranstaltungen[12][Bearbeiten]

  • Freilichtfestspiel Vom Hussenkrieg
  • Altstadtfest in der gesamten Altstadt mit Musik und Kunst, Mitte August
  • Schwarzachtalmesse

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Zu den öffentlichen Einrichtungen von Neunburg vorm Wald zählen die neue Schwarzachtalhalle, die Stadtbücherei und das Pfarrzentrum.

Bildung[Bearbeiten]

In Neunburg vorm Wald gibt es eine Grundschule, eine Mittelschule, eine Realschule, ein staatliches Berufsbildungszentrum, eine Musikschule, ein Schulschwesternkloster und eine Volkshochschule.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt Neunburg vorm Wald ist ein maßgebender Wirtschaftsstandort in der Region und bietet Arbeit für rund 3300 Beschäftigte, von denen 1900 Pendler sind. Im ehemaligen Kasernenareal auf dem Plattenberg wurde ein Gewerbepark eingerichtet.

Die Gewerbesteuer hat einen Hebesatz von 320 %. Die Grundsteuer unterteilt sich in Hebesatz A (Landwirtschaft) mit 310 % und in Hebesatz B (Grundstücke) mit 330 %. Die Steuernummer der Stadt Neunburg vorm Wald lautet 211/114/50347.

Unternehmen[Bearbeiten]

Das Elektrotechnik-Unternehmen Fleischmann Elektrotech Engineering (F.EE) mit über sechshundert Beschäftigten ist der größte Arbeitgeber der Stadt.

Ehemaliger Bundeswehrstandort[Bearbeiten]

1963 erhielt die Stadt eine Heeresgarnison der Bundeswehr. In Neunburg waren hauptsächlich Truppenteile der Panzergrenadierbrigade 11 (bzw. Jägerbrigade 11) stationiert. Die Pfalzgraf-Johann-Kaserne wurde 2007 geschlossen.[13]

Verkehr[Bearbeiten]

Von Neunburg vorm Wald führt die Staatsstraße 2151 zur B 85 nach Amberg und zur Autobahn nach Nürnberg. Die Staatsstraße 2398 führt nach Regensburg und zur Autobahn nach München.

Die nächsten Bahnstationen befinden sich in Bodenwöhr, Schwandorf, Cham und Regensburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

siehe: Liste der Ehrenbürger von Neunburg vorm Wald

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere wichtige Personen mit Bezug zu Neunburg vorm Wald[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gottfried Dachauer (Bürgermeister) und Sebastian Dachauer: Chronik der Stadt Neunburg v. W., zwei Bände, 1841
  • Anton Neckermann: Landkreis Neunburg vorm Wald, München-Assling, 1968

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Quelle 19: Slange (1641). Der Dreißigjährige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten. B. Warlich, abgerufen am 14. August 2012.
  3. Neunburg vorm Wald: Ortsgeschichte. Abgerufen am 14. August 2012.
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 534.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 667 und 668.
  6. Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB)
  7. Oberpfälzer Kulturbund: Das Solar-Wasserstoff-Projekt in Neunburg vorm Wald, PDF, aufgerufen 24. August 2012
  8. eOn, 2002: Erneuerbare Energien und Solarwasserstoff, aufgerufen 24. August 2012
  9. BR-online, 2008 :Energie von der Sonne, aufgerufen 24. August 2012
  10. Oberpfälzer Seenland Informationszentrum: Solar-Wasserstoff-Informationszentrum, aufgerufen 24. August 2012
  11. Baudenkmäler Neunburg vorm Wald. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 16. August 2012 (PDF; 167 kB).
  12. http://www.neunburgvormwald.de/tourismus-freizeit/kultur.html
  13. Neunburg vorm Wald: Ortsgeschichte. Abgerufen am 25. September 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neunburg vorm Wald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien