Stimme Russlands

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QSL-Karte von Radio Moskau (1969)

Stimme Russlands (russisch: Голос России/Golos Rossii; früher Radio Moskau) ist der russische Rundfunk-Auslandsdienst. Er sendet in Russisch und zahlreichen anderen Sprachen spürbar reduziert über Kurz- und Mittelwelle, in Berlin und Frankfurt am Main auch über das digitale Radio DAB+. Daneben gibt es Audio-on-Demand und Livestreams über das Internet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Senders (Radio Moskau) [Bearbeiten]

Jubiläums-Briefmarke mit Schuchow-Radioturm (1979)

Der Sender wurde unter dem Namen Radio Moskau gegründet. Am 29. Oktober 1929 starteten die ersten Radiosendungen für Hörer im Ausland. Auch das erste deutschsprachige Programm startete an diesem Tag mit einer Reportage über die Feierlichkeiten zur Oktoberrevolution am Roten Platz. Die Programme zeichneten sich durch eine klare Parteinahme für Kommunismus und durch moralische Unterstützung von Kommunisten im Ausland aus. Der Sender war abhängig vom sowjetischen Staat und diente nicht einer neutralen Information.

Zur Zeit der NS-Herrschaft in Deutschland war der Sender eine Informationsquelle für den kommunistischen Widerstand. Gemäß der offiziellen Haltung der Sowjetunion unterschied Radio Moskau klar zwischen dem Hitler-Regime und dem deutschen Volk. In den Zeiten des Kalten Kriegs baute Radio Moskau sein Programmangebot erheblich aus und wurde zu einer Rundfunkgroßmacht im Ost-West-Konflikt. Das tägliche deutschsprachige Programm hatte eine Länge von sieben Stunden und wurde zur Mittagszeit und in den Abendstunden über Kurz-, Mittel- und Langwelle nach Mitteleuropa ausgestrahlt. In mehr als 60 Fremdsprachen auf zahlreichen Frequenzen waren Programme von Radio Moskau zu hören. Benutzt wurden Sendeanlagen in der Sowjetunion, in Osteuropa und auf Kuba. Das Pausenzeichen entstammte der Melodie des Liedes Schiroka strana moja rodnaja (Широка страна моя родная). In Analogie zum BBC World Service strahlte der Sender ein weltweit zu empfangendes 24-Stunden-Programm in englischer Sprache unter dem Titel Radio Moscow World Service aus. Seitens des Westens bildeten Sender wie die Voice of America und Radio Free Europe/Radio Liberty ein Gegengewicht in der Rundfunkpropaganda.

Der Sender heute (Stimme Russlands) [Bearbeiten]

In den Zeiten von Glasnost und Perestroika änderte sich das Programm erheblich. Zum Beispiel sendete Radio Moskau am 1. Januar 1987 die Neujahrsansprache des US-Präsidenten Ronald Reagan an das sowjetische Volk.

Nach der Wende und der Auflösung der Sowjetunion benannte sich der Sender in Stimme Russlands um (wann genau ?) und distanzierte sich verbal von der früheren Ideologie.

Die 'Stimme Russlands' ist eine von der Regierung Russlands finanzierte Einrichtung und dient der Verbreitung der Auffassungen und Ansichten der Staatsführung Russlands im Ausland sowie der Information über das Leben sowie über Kultur und Bräuche der Russen.

Dem Sender wurde seitens der russischen Regierung eine umfassende Veränderung der Verbreitungsbasis hin zum Internet und digitalen Verbreitungsmedien sowie zu Modernisierung und redaktionell die Auffrischung der bekannten traditionellen Programmstruktur verordnet. Es gibt (Stand wann ?) ein Programmraster mit live gelesenen Nachrichtendiensten alle 15 Minuten.

Verbreitung [Bearbeiten]

Die Stimme Russlands wurde bisher über Kurzwelle und Mittelwelle ausgestrahlt. Bis auf die Mittelwelle Willmerdorf/Oranienburg 693 kHz wurde die analoge Signalverbreitung seit dem 1. Januar 2013 eingestellt. Es werden seitdem noch maximal zwei digitale Kurzwellen vorgehalten. Die bedeutsameren Sprachdienste, darunter auch der deutsche, können rund um die Uhr als Audio-Livestream gehört werden. Außerdem können einzelne Sendungen von der Website der deutschen Redaktion heruntergeladen werden.

Unter der Arbeitsbezeichnung Radio Impala sendet die Stimme Russlands seit dem 7. Dezember 2012 in den Programmfenstern von 8 bis 10 und 17 bis 20 Uhr MEZ von den Standorten Berlin und Frankfurt am Main und ab dem 1. Mai 2013 auch für den Raum Nordrhein-Westfalen auf der Plattform DAB+. Diese befindet sich noch im Aufbau. Die Redaktion in Moskau arbeitet an der Auffrischung und moderneren Gestaltung des Programmangebotes.

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Dirk Klapperich: „A thorn in my side“. Die Osteuropa-Redaktion der Deutschen Welle von der KSZE-Schlussakte bis zur Kooperation mit Radio Moskau (1975 bis 1990). m press Martin Meidenbauer, München 2007. ISBN 978-3-89975-651-7

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Radio Moscow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien