San Pietro in Montorio

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Basisdaten
Patrozinium: Hl. Petrus
Weihetag:
Kardinalpriester: James Francis Stafford
Pfarrgemeinde: Santa Maria in Trastevere[1]
Anschrift: Piazza di San Pietro in Montorio 2
00153 Roma
Fassade

San Pietro in Montorio (lat.: Sancti Petri in Monte Aureo) ist eine in der Renaissance errichtete Kirche in Rom und Titelkirche der römisch-katholischen Kirche. Sie liegt auf dem Gianicolo und erhielt ihren Namen von der goldbraunen Färbung des Bodens (ital.: monte d’oro) an dieser Stelle. Bekannt ist sie u. a. wegen des im benachbarten Klosterhof gelegenen Tempietto di Bramante, einem von Donato Bramante ausgeführten kleinen Rundtempel, der als „Vollendung der Hochrenaissance“ gilt. Sie enthält eine ganze Reihe an Arbeiten namhafter Künstler.

Lage[Bearbeiten]

Die Kirche liegt im XIII. römischen Rione Trastevere, an der gleichnamigen Piazza di San Pietro in Montorio etwa 400 Meter östlich der Porta Aurelia.

Baugeschichte[Bearbeiten]

An dieser Stelle soll einer (widerlegten) Überlieferung nach der Hl. Petrus gekreuzigt worden sein, ein Kirchengebäude an dieser Stelle ist seit dem 9. Jahrhundert nachgewiesen. Der heutige Bau wurde von König Ferdinand II. von Aragon und seiner Gemahlin Königin Isabella von Kastilien am Ende des 15. Jahrhunderts gestiftet und in Auftrag gegeben. Er wurde von Baccio Pontelli ausgeführt. Die Apsis und der Campanile wurden bei den Kämpfen in Rom 1849 schwer beschädigt und 1851 deshalb neu errichtet.

Grundstruktur[Bearbeiten]

Der Bau ist einschiffig, das Langhaus öffnet sich in Seitenkapellen. Die Exedren des Mönchschors sind verhältnismäßig groß und halbrund erbaut, von der Raumwirkung her ähnlich einem, als solches aber nicht errichten Querhaus.

Äußeres[Bearbeiten]

Die Fassade der Kirche ist schlicht gestaltet und soll nach dem Vorbild von Santa Maria del Popolo gestaltet worden sein. Ein Aufgang mit beidseitig angelegten Stufen führt zum Portal. Die Fassade ist zweistöckig und wird von einem einfachen Giebel bekrönt. Die beiden Stockwerke werden von Eckpilastern eingerahmt, ein schmales Gesims trennt die beiden Flächen. Im oberen Geschoss der Fassade ist zentral eine ebenfalls eher schlicht gehaltene Rosette eingefügt. Über dem Portal links und rechts sind – wie bei Titelkirchen üblich - die Wappen des jeweils amtierenden Papstes und des jeweiligen Kardinals angebracht.

Inneres[Bearbeiten]

Das Innere der Kirche Richtung Apsis

Die Kirche ist einschiffig, zwischen den Arkadenbögen des Langhauses öffnen sich die Seitenkapellen. Den Pfeilern zwischen den Arkadenbögen sind Pilaster vorgestellt. Die Seitenwände sind bemalt, ein rundumlaufendes kräftiges Gesims strukturiert sie. Im Obergaden öffnen sich Fenster, auch die Apsis wird von drei rechteckigen Fenstern erleuchtet.

Innenausstattung[Bearbeiten]

Die Kirche enthält (die Exedren mitgezählt) insgesamt zehn Seitenkapellen mit teilweise vorzüglichen Werken verschiedener Künstler.

Capella Raimondi[Bearbeiten]

Das Altarrelief von Baratta
Das Grabmal des Francesco Raimondi

Die Kapelle ist die zweite auf der linken Seite, sie wurde von Gian Lorenzo Bernini um 1638 entworfen. Die Ausführung erfolgte in den Jahren 1642 bis 1646 von verschiedenen Künstlern. So schuf Francesco Baratta die Stigmatisation des Hl. Franziskus, das Relief des Altars. Die Grabmäler von Girolamo Raimondi und Francesco Raimondi wurden von Andrea Bolgi und Niccolo Sale geschaffen.

Erste Kapelle auf der rechten Seite[Bearbeiten]

Fresko von Sebastiano del Piombo

Die Kapelle enthält Fresken von Sebastiano del Piombo, das Altarbild mit der Darstellung Die Geißelung Christi stammt vom gleichen Künstler. Das Altarbild soll von Michelangelo inspiriert worden sein.

Zweite Kapelle auf der rechten Seite[Bearbeiten]

Diese Kapelle wurde mit Fresken von Baldassare Peruzzi ausgemalt, sie zeigen u.a. die Krönung der Maria sowie Die vier christlichen Tugenden.

Sonstiges[Bearbeiten]

In der ersten Kapelle links stammen die Fresken von Giovanni de Vecchi, die fünfte Kapelle links enthält das Gemälde Die Taufe Jesu von Daniele da Volterra, dieser war ein Schüler Michelangelos. Von einem Schüler Caravaggios, Dirck van Baburen stammen die Gemälde der vierten Kapelle links aus dem Jahr 1617. Die fünfte Kapelle rechts schließlich enthält ein Gemälde des Giorgio Vasari und zwei von diesem nach Entwürfen von Bartolomeo Ammannati ausgeführte Grabmäler.

Unter der Stufen des Hochaltars liegt Beatrice Cenci begraben, sie wurde vor der Engelsbrücke im Jahr 1599 als Vatermörderin enthauptet.

Nahe dem Hochaltar liegen die Grabmäler irischer Aristokraten. Bestattet ist hier Hugh, Baron of Dungannon. Er war ein Sohn von Aodh Mór Ó Néill. Er teilt das Grabmal mit Rudhraighe Ó Domhnaill, 1st Earl of Tyrconnell und dessen Bruder Cathbar. Diese beiden waren Brüder von Red Hugh O'Donnell.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diözese Rom
  2. rsai.ie, abgerufen am 15. Juli 2011

Literatur[Bearbeiten]

  • J. M. Wiesel: Rom. Ein Kunst- und Reiseführer. 4. Aufl. Kohlhammer, Stuttgart 1966
  • Manfred Wundram (Hrsg.): Reclams Kunstführer, Italien. Band V. Rom und Latium. Reclam, Stuttgart 1981, ISBN 3-15-008679-5

Weblinks[Bearbeiten]

41.88858333333312.466472222222Koordinaten: 41° 53′ 19″ N, 12° 27′ 59″ O