Niccolò Circignani

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Bekehrung Pauli, Dom von Città di Castello

Niccolò Circignani, genannt il Pomarancio (* ca. 1530 in Pomarance; † 1597/1599 in Città della Pieve) war ein italienischer Maler des Manierismus.

Seine ersten Werke wurden um das Jahr 1562 in Rom dokumentiert, wo er zusammen mit Santi di Tito die Fresken im Belvedere des Vatikan malte.[1]

In der Folge finden sich seine Arbeiten in Orvieto (1570), Umbertide (1572), Città di Castello (1573–1577) und in Città della Pieve.

Er arbeitete zusammen mit Hendrick van den Broeck im Dom von Orvieto. 1568 malte er die Fresken der Kirche Maestà delle Volte in Perugia, außerdem die Auferstehung (1569 in Panicale) und die Verkündigung (1577, heute in der Pinakothek von Città di Castello).

Er malte Fresken mit mythologischen Themen wie das Urteil des Paris, die Geschichte des Aeneas in Zusammenarbeit mit Giovanni Antonio Pandolfi im Palazzo della Corgna in Castiglione del Lago.

1579 kehrte er nach Rom zurück um mit Mathijs Bril die Sala della Meridiana im Turm der Winde im Vatikan zu dekorieren.[2] In der Kirche Santa Maria in Aracoeli malte er in der Cappella della Pietà und in der Cappella di San Paolo die Fresken der Seitenwände.

Von 1582 bis 1583 malte er die Fresken in der Basilika Santo Stefano Rotondo.[3] Es handelte sich um 24 Szenen, die Reliefs in gelblichem Ton imitierten und die Geschichte des Heiligen Stephanus darstellen. Im Anschluss bekam er den Auftrag an der Außenwand der Kirche Darstellungen von Martyrien zu freskieren. Der Zyklus mit 32 Bildern beginnt mit der Kreuzigung Jesu, und schließt das Martyrium des Stephanus an, gefolgt von weiteren 30 Bildern mit den Darstellungen der Martyrien katholischer Heiliger, mit teilweise drastischen Details. Einen Zyklus mit ähnlicher Thematik schuf er in der Kirche Santi Nereo e Achilleo. Zeitgleich zu den Arbeiten in Santo Stefano Rotondo freskierte er die Seitenwände von San Tommaso di Canterbury, die Fresken gingen später - wie die gesamte alte Kirche - verloren. In San Filippo Neri nel Palazzo Massimo alle Colonne schuf er den Altarretabel des Hochaltars mit der Darstellung des Wunders des heiligen Filippo Neri.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niccolò Circignani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vatikan Gregorianisch-Etruskisches Museum Saal 3 abgerufen am 28. April 2013
  2. Vatikanisches Geheimarchiv: Turm der Winde
  3. Martyriumsszenen von Niccolò Circignani (wga.hu; englisch) abgerufen am 26. April 2013