San Vitale (Rom)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Santi Vitale e Compagni martiri in Fovea[1]
Patrozinium: Hll. Vitalis und Valeria

Hll. Gervasius und Protasius

Weihetag:
Rang: Basilica minor
Kardinalpriester: Adam Joseph Kardinal Maida
Pfarrgemeinde: Santi Vitale e
Compagni martiri in Fovea
Anschrift: Via Nazionale 194 B

00184 Roma

Vorhalle und Fassade

Die Kirche Santi Vitale, Valeria, Gervasio e Protasio, im vollen Namen der Pfarrei Santi Vitale e Compagni martiri in Fovea, auch kurz San Vitale, ist eine Kirche in Rom. Sie ist Pfarrkirche, Stationskirche, sowie Titelkirche der römisch-katholischen Kirche und steht im Rang einer Basilica minor. San Vitale ist eine der ältesten römischen Kirchen. Sie ist den Hll. Vitalis von Mailand (Ravenna) und seiner Gemahlin Valeria, denen zum 28. April gedacht wird, sowie deren zugeschriebenen Söhnen, den Hll. Gervasius und Protasius, beide zum 19. Juni, geweiht.

Lage und Namensgebung[Bearbeiten]

Die Kirche liegt an der Via Nazionale im I. römischen Rione Monti etwa 300 Meter östlich des Quirinalspalastes.

Geschichte und Baugeschichte[Bearbeiten]

Unter Papst Innozenz I. wurde von 408 bis 412 die erste Kirche an dieser Stelle errichtet. Er widmete den Bau erstmals zwei nichtrömischen Heiligen, den Hl. Gervasius und Protasius. Der Bau entstand auf der Hinterlassenschaft einer römischen Matrone Vestina,[2] nach ihr war auch der ursprüngliche Titulus benannt. In den Bau flossen Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Aufenthalt des päpstlichen Hofes in Ravenna ein, so ist diese Kirche die älteste römische Kirche mit einem Gebälk.[2] Unter dem Pontifikat Papst Gregor I. wurde der Titulus in San Vitale umbenannt.[3] Veränderungen und Erneuerungen sind aus dem 9., 12. und 13. Jahrhundert bekannt. 1475 ließ Papst Sixtus IV. die alte Kirche radikal umbauen. Aus der ursprünglichen dreischiffigen Basilika wurde eine Saalkirche mit eingezogener Apsis. 1859 wurde die Kirche restauriert, 1958 wurde die Vorhalle wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Die Kirche war für fast dreihundert Jahre, von 1595 bis 1880, im Besitz der Jesuiten.

Äußeres[Bearbeiten]

Die Kirche liegt ca. 6 bis 8 Meter unter dem Straßenniveau der Via Nazionale, eine breite Steintreppe führt auf einen kleinen Vorplatz. Die vier Säulen, die die Vorhalle tragen, sind antik, sie entstammen noch dem ursprünglichen Bau des frühen 5. Jahrhunderts.[4] Das eigentliche Portal der Kirche enthält eine hölzerne Türe, geschnitzt von einem unbekannten Jesuiten zu Beginn des 17. Jahrhunderts.[5]

Inneres[Bearbeiten]

Das Innere der Kirche

Das Innere der Kirche ist baulich schlicht und wirkt durch die nur wenigen, noch dazu kleinen Fenster ein wenig düster.

Die Wände sind mit Fresken bedeckt, diese stellen Märtyrerszenen in Landschaften und Scheinarchitektur dar. Ausgeführt wurden die Malereien nach neueren Erkenntnissen in den Jahren von 1595 bis 1610 von zwei ansonsten nicht weiter bekannten Künstlern, Tarquinio Ligustri und Annibale Priori, die ältere Literatur schrieb diese Gasparre Poussin bzw. Cavalier d’Arpino zu.[6].

Jeweils links und rechts an den Wänden befinden sich zwei Seitenaltäre in Ädikulaform, entstanden wie die hölzerne Kassettendecke bei den Umbauten im späten 15. Jahrhundert.

Die Fresken der Apsis wurden von Agostino Ciampelli im Stile des toskanischen Manierismus ausgeführt.

Öffnungszeiten[Bearbeiten]

Die Kirche ist wochentags von 07:45 bis 12:30 Uhr sowie von 16:00 bis 19:00 Uhr geöffnet.[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marco Bussagli (Hrsg.): Rom - Kunst & Architektur. Könemann, Köln 1999, ISBN 3-8290-2258-1.
  • Herbert Rosendorfer: Kirchenführer Rom. 3. Aufl. Edition Leipzig, Leipzig 2005, ISBN 3-361-00485-3.
  • Johann M. Wiesel: Rom. Ein Kunst- und Reiseführer. 4. Aufl., Kohlhammer, Stuttgart 1966.
  • Manfred Wundram (Hrsg.): Reclams Kunstführer, Italien. Band V. Rom und Latium. Reclam, Stuttgart 1981, ISBN 3-15-008679-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: San Vitale (Rome) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Parrochia Santi Vitale e Compagni martiri in Fovea, Diözese von Rom, vicariatusurbis.org
  2. a b Bussagli (Hrsg.): Rom - Kunst & Architektur, S. 170.
  3. Wundram (Hrsg.): Reclams Kunstführer, S. 268.
  4. Rosendorfer: Kirchenführer Rom, S. 253.
  5. Wundram (Hrsg.): Reclams Kunstführer, S. 286.
  6. Wiesel: Rom. Ein Kunst- und Reiseführer, S. 203–204.
  7. Homepage der Gemeinde

41.89972222222212.490722222222Koordinaten: 41° 53′ 59″ N, 12° 29′ 26,6″ O