Sankt Marein bei Neumarkt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f1

Sankt Marein bei Neumarkt (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde St. Marein
Sankt Marein bei Neumarkt (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Murau (MU), Steiermark
Gerichtsbezirk Murau
Pol. Gemeinde Neumarkt in der Steiermark
Koordinaten 47° 3′ 58″ N, 14° 25′ 41″ O47.06616114.428071830Koordinaten: 47° 3′ 58″ N, 14° 25′ 41″ O
Höhe 830 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 408 (2011) (k.A. Hilfef3f0)
Gebäudestand 124 (2001) f2
Fläche d. KG 24,74 km²
Postleitzahlenf0 8820, 9323f1f0
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 16030
Katastralgemeindenummer 65318
Zählsprengel/ -bezirk St.Marein bei Neumarkt (61439 005)
Eigenständige Gemeinde bis Ende 2014
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

St. Marein bei Neumarkt war bis Ende 2014 eine Gemeinde mit Ungültiger Metadaten-Schlüssel 61424 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Bezirk Murau in der Steiermark. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist sie ab 2015 mit den Gemeinden Dürnstein in der Steiermark, Kulm am Zirbitz, Mariahof, Perchau am Sattel, Neumarkt in Steiermark und Zeutschach zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde führt den Namen Neumarkt in der Steiermark weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2] Eine Beschwerde des Bürgermeisters von Sankt Marein bei Neumarkt an den Verfassungsgerichtshof gegen die Zusammenlegung war nicht erfolgreich.[3]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

St. Marein bei Neumarkt liegt ca. 20 km südöstlich von Murau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[4]):

  • Sankt Georgen bei Neumarkt (558)
  • Sankt Marein bei Neumarkt (408)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Greuth, St. Georgen und St. Marein.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde St. Marein wurde 1849/50 errichtet.[5] Per 1. Jänner 1963 wurde die ebenfalls seit 1850 bestehende Nachbargemeinde St. Georgen bei Neumarkt der Gemeinde St. Marein eingemeindet.[6] Am 01. Jänner 2015 wurde die Gemeinde St. Marein bei Neumarkt in die neue Gemeinde Neumarkt in der Steiermark eingemeindet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gibt es 29 Arbeitsstätten mit 216 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 283 Auspendler und 96 Einpendler. Es gibt 83 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 42 im Haupterwerb), die zusammen 4.583 ha bewirtschaften (Stand 2001).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Jürgen Säumel (Profifußballer bei Brescia Calcio und Nationalteamspieler von Österreich)

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandataren der folgenden Parteien zusammen:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Peter Müller (bis 31. Dezember 2014) (FPÖ)

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2010:

  • ÖVP 300 Stimmen / 45,80 % / 7 Mandate
  • SPÖ 111 Stimmen / 16,95 % / 2 Mandate
  • FPÖ 244 Stimmen / 37,25 % / 6 Mandate

Wappen[Bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juni 1986.
Wappenbeschreibung: In Blau pfahlweise ein goldener Akanthus mit einer wachsenden goldenen Lilie.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Marein bei Neumarkt
Die Kirche von Sankt Marein
Das Knappenhaus in der Pöllau, fertiggestellt 1727
Pöllauer Ursprung, eine Karstquelle
Pfarrkirche von Pöllau

Die Gegend um Pöllau war früher ein recht bedeutender Fundort für Eisenerz. Vor dieser Zeit zeugt das erhaltene Knappenhaus.

Das Schloss Lind (1601) der Gemeinde St. Marein bei Neumarkt diente während der nationalsozialistischen Herrschaft als Außenstelle (1942–1945) des KZ Mauthausen. Die vorwiegend politischen Häftlinge wurden für alle land- und forstwirtschaftlichen Arbeiten sowie im Landwegebau der Gemeinde eingesetzt.

Der österreichischen Täterrolle bewusst und anpassungszwangsfrei entgegentretend, widmeten sich Aramis und Britta, Künstler mit aufklärerischer Haltung, der Auseinandersetzung jüngster österreichischer Zeitgeschichte. Im September 2010 wählte Aramis nach langer, schwerer Krankheit in „seinem“ Schloss den Freitod

Aramis sah seine nonkonformistischen „Installationen zur österreichischen Identität“ im „Anderen Heimatmuseum“ (1996) der KunstBauStelle Schloss Lind als Wege einer demokratiepolitischen Weiterentwicklung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Marein bei Neumarkt
  • Pfarrkirche Greith
  • Pfarrkirche Pöllau
  • St. Jakob am Mitterberg, spätromanische Kirche, im Wiederaufbau
  • Schloss Lind
  • Der Kaskadenwasserfall in der Graggerschlucht
  • Handweberei Schaffer/Mayer
  • Ursprungsquellen
  • Gletschermühlen
  • Das andere Heimatmuseum Schloss Lind
  • Der See in See
  • Die Ausgrabung der Kirche in St. Georgen
  • Der alte Hochofen in Pöllau mit dem Pöllauer Ursprung beim Knappenhaus

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Brunner: Geschichte von St. Marein bei Neumarkt. St. Marein bei Neumarkt 1987

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 7 Z 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  3. Beschluss des Verfassungsgerichtshofes vom 8. Oktober 2014, G 177/2014 über die Zurückweisung der Beschwerde (mit Hinweis auf den Beschluss vom 23. September 2014, G 41/2014).
  4. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  5. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark, 21. Stück, 7. Oktober 1850, Nr. 378.
  6. Landesgesetzblatt für die Steiermark, Nr. 156/1962
  7. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 37, 1987, S. 39.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Marein bei Neumarkt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien