Schreibblockade

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Eine Schreibblockade oder auch Schreibhemmung ist ein psychisches Phänomen, das in der Schwierigkeit oder Unmöglichkeit besteht, einen Text mit bestimmtem Inhalt bzw. bestimmtem Ziel aufzuschreiben. Weiterhin tritt das Phänomen sehr häufig im Zusammenhang mit Literaten auf.

Inhaltsverzeichnis

Erscheinungsformen [Bearbeiten]

Eine Schreibblockade kann verschiedene unterschiedlich schwerwiegende Erscheinungsformen haben. Manchen Betroffenen fällt es nur schwer, einen Anfang zu finden, andere quälen sich Wort für Wort durch ihre Texte, während ihnen eine mündliche Wiedergabe des Inhalts nicht schwer fällt. Wieder andere werden schon beim Gedanken an die Anfertigung ihrer Arbeit oder beim Anblick ihres Computers oder Bildschirms von körperlichem Unwohlsein oder innerer Unruhe befallen und schaffen es noch nicht einmal, ihren Computer oder das Schreibprogramm zu starten.

Die Betroffenen neigen häufig dazu, sogenannte Vermeidungshandlungen durchzuführen, sich also mit derzeit weniger wichtigen Tätigkeiten abzulenken, wie exzessives Aufräumen, Sortieren oder Putzen. Auch das endlose Weitersammeln und Suchen von neuem Material kann eine solche Vermeidungstaktik sein.

Das Gegenstück zur Schreibblockade ist der Schreibzwang (Hypergraphie) oder die „Schreibwut“. Beide Phänomene können auch gleichzeitig auftreten, wobei die Schreibblockade häufig im allgemeinen Rahmen auftritt, d. h. jeder kann eine erleiden, aber die anderen beiden genannten treten häufiger bei schriftstellerisch Ambitionierten auf, welche es allerdings als Talent und nicht als Schwäche im eigentlichen Sinn erleben.

Ähnliche Blockaden können auch in anderen Kommunikationsbereichen auftreten, zum Beispiel in der bildenden (Zeichenblockade) oder darstellenden Kunst.

Ursachen [Bearbeiten]

Die Schreibblockade kann unterschiedliche psychische Ursachen haben, zum Beispiel Angst vor Misserfolg oder Ablehnung, Angst vor Erfolg, unerledigte bzw. verdrängte persönliche Probleme oder Depression.

Neurologisch werden die Phänomene der Schreibblockade und des Schreibzwangs mit einer gesteigerten bzw. übermäßig hohen Aktivität der Schläfenlappen in Verbindung gebracht.

Außerhalb des psychologischen Kontexts kann eine Schreibblockade auch durch ein „Zuviel“ an zu verschriftlichendem Material oder durch Unordnung desselben begründet sein. In solchen Fällen kann deswegen oft schon ein einfacher Plan des Textes Abhilfe schaffen.

Überwindung von Schreibblockaden [Bearbeiten]

Anerkannte Techniken und Tipps, um Schreibblockaden zu vermeiden oder zu überwinden:

  • viel schreiben, tägliche Erlebnisse festhalten
  • (zunächst) nicht auf stilistische Perfektion achten, sondern schreiben, „wie einem der Schnabel gewachsen ist“
  • Korrekturen erst durchführen, wenn eine erste Fassung halbwegs vollständig ist
  • erst ausreichende Kenntnisse über den Gegenstand sammeln
  • vor dem Schreiben einen Plan machen, der die Inhalte ordnet, zum Beispiel durch eine Mindmap oder mit einem Zettelkasten
  • äußere Störfaktoren und Ablenkungen so gut es geht ausschalten
  • persönliche Probleme vorher bearbeiten
  • Clustering: einen zentralen Begriff auf ein Blatt schreiben, weitere Begriffe assoziieren und durch Linien miteinander verbinden
  • über die Schreibblockade mit anderen reden oder darüber schreiben
  • nicht zu sehr über die Schreibblockade grübeln, sondern nach Lösungen suchen

Schreibblockaden in Literatur und Film [Bearbeiten]

Schreibblockaden (und deren Überwindung) sind ein durchaus beliebtes Thema in der fiktionalen Literatur und im Film, was zeigt, dass die Schreibblockade selbst auch zur Inspiration genutzt werden kann. Der Schriftsteller Stephen King beispielsweise bringt seine eigenen Erfahrungen gleich in mehreren Romanen ein.

Autoren, die bekanntermaßen an schwerwiegenden Schreibblockaden litten:

Schreibblockaden in Romanen:

Schreibblockaden als Thema im Film:

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Alice W. Flaherty: Die Mitternachtskrankheit. Warum Schriftsteller schreiben müssen. Schreibzwang, Schreibrausch, Schreibblockade und das kreative Gehirn. Aus dem Amerikanischen von Käthe H. Fleckenstein. Autorenhaus-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-932909-39-9.
  • Gisbert Keseling: Die Einsamkeit des Schreibers. Wie Schreibblockaden entstehen und erfolgreich bearbeitet werden können. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14169-4.
  • Otto Kruse: Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. Campus Verlag, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-593-34938-8 (Reihe Campus – Studium 1074), (5. Auflage. ebenda 1997, ISBN 3-593-35693-7 (Campus concret 16)).

Weblinks [Bearbeiten]