Seibersdorf (Niederösterreich)

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Seibersdorf
Wappen von Seibersdorf
Seibersdorf (Niederösterreich) (Österreich)
Seibersdorf (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Baden
Kfz-Kennzeichen: BN
Hauptort: Seibersdorf
Fläche: 20,19 km²
Koordinaten: 47° 58′ N, 16° 31′ O47.96666666666716.516666666667186Koordinaten: 47° 58′ 0″ N, 16° 31′ 0″ O
Höhe: 186 m ü. A.
Einwohner: 1.423 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 70 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2443, 2444
Vorwahl: 02255
Gemeindekennziffer: 3 06 33
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Hauptstraße 8
2443 Deutsch-Brodersdorf
Website: www.marktgemeinde-seibersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Franz Ehrenhofer (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
15 ÖVP, 4 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Seibersdorf im Bezirk Baden
Alland Altenmarkt an der Triesting Bad Vöslau Baden Berndorf Blumau-Neurißhof Ebreichsdorf Enzesfeld-Lindabrunn Furth an der Triesting Günselsdorf Heiligenkreuz Hernstein Hirtenberg Klausen-Leopoldsdorf Kottingbrunn Leobersdorf Mitterndorf an der Fischa Oberwaltersdorf Pfaffstätten Pottendorf Pottenstein Reisenberg Schönau an der Triesting Seibersdorf Sooß Tattendorf Teesdorf Traiskirchen Trumau Weissenbach an der Triesting NiederösterreichLage der Gemeinde Seibersdorf (Niederösterreich) im Bezirk Baden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Seibersdorf ist eine Marktgemeinde mit 1423 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Baden in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Seibersdorf liegt im Industrieviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 20,2 Quadratkilometer. 9,36 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Deutsch-Brodersdorf (934)
  • Seibersdorf (490)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Deutsch Brodersdorf und Seibersdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Mitterndorf an der Fischa Reisenberg
Ebreichsdorf Nachbargemeinden Hof am Leithaberge (Bez. Bruck a.d.L.)
Pottendorf

Leithaprodersdorf (Bez. Eisenstadt-Umg., Bgld.) Au am Leithaberge (Bez. Bruck a.d.L.)

Geschichte[Bearbeiten]

Seibersdorf (Mitte unten) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
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Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Nach dem Gründer Siegfried (1043/45), Amt- und Gewaltträger der Markgrafschaft – erst Siegfrieds-, Seifrieds-, dann Seibersdorf benannt.[2]

In der Geschichte von Seibersdorf ist sicher, dass die Veste Seibersdorf wie auch andere Burganlagen (z.B. Ebenfurth, Pottendorf) aus strategischen Überlegungen der Sicherung der Leithagrenze gegenüber dem magyarischen Einfluss gegründet wurde.

Unter regem Besitzwechsel erfolgte die Umwandlung aus einer mittelalterlichen Wasserburganlage zur heutigen im 17. Jahrhundert erbauten und Anfang des 18. Jahrhunderts unter Leopold Karl Graf von Cavriani architektonisch gestalteten barocken Schlossanlage. Das im Topographia Austriae inferioris (1672 erschienen) von Georg Matthäus Vischer abgebildete Schloss gleicht dem heutigen im wesentlichen.

Als 1683 die Türkeninvasion drohte, wurden bestimmte Orte zu Zufluchtsstätten erklärt. So wurden unter den „Zuflucht-Stätt Under Wiennerwaldt“ u.a. Scharfegg, Under Waldersdorff, Seibersdorff, Günss- und Koblstorff genannt.

Nach dem Rückzug der Türken aus Mitteleuropa wurde Anfang des 18. Jahrhunderts die strategische Bedeutung der Burgen als Sicherung der Leithagrenze geringer und die einzelnen Burganlagen konnten von ihren Besitzern nach und nach zu barocken Schlössern umgebaut werden. Im Falle Seibersdorf waren dies, wie schon erwähnt, die Cavriani, ein katholisches aus Mantua stammendes Adelsgeschlecht, in deren Besitz sich das Schloss bis 1932 befand.

Diese durch Urkunden festgestellte geschichtliche Entwicklung von Seibersdorf kann durch Pläne ergänzt werden. Der Walterplan, der im Auftrage von Kaiserin Maria Theresia als Grenzkarte Ungarn-Niederösterreich von Constantin Johann von Walter zwischen 1754 und 1756 angefertigt wurde, lässt deutlich die barocke Schlossanlage samt dem dazugehörigen Park erkennen.

Gemeindezusammenlegung Seibersdorf und Deutsch Brodersdorf erfolgte am 1. Jänner 1972

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Volkszählung Einwohner
2011 1388
2001 1283
1991 1176
1981 1019
1971 895

Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Franz Ehrenhofer, Amtsleiter ist Elisabeth Dirnberger. Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 14, SPÖ 4, FPÖ 1, andere keine Sitze.

Seit der Vereinigung der Katastralgemeinden Seibersdorf und Deutsch-Brodersdorf zur jetzigen Marktgemeinde Seibersdorf im Jahre 1972 war Paul Renner Bürgermeister, nach seinem Ableben im Jahr 2010 wurde Franz Ehrenhofer zum Bürgermeister gewählt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 63, nach der Erhebung 1999 gab es 60 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Erwerbstätige am Wohnort waren nach der Volkszählung 2001 645 Personen. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 50,89 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2003 gab es am Ort 17 Arbeitslose.

Bekannt ist Seibersdorf durch das Österreichische Forschungszentrum des Austrian Institute of Technology (AIT, früher Austrian Research Centers), wo bis Ende der 1990er Österreichs erster Forschungsreaktor in Betrieb war. Auf demselben Gelände betreibt auch die Internationale Atomenergieorganisation (IAEA) Labors.

Sport[Bearbeiten]

  • Sportbad Seibersdorf: Freibadanlage mit mehreren Schwimmbecken
  • Kraut-Radweg von Leitha-Radbrücke in Deutsch Brodersdorf bis Moosbrunn
  • Kraut-Radrundweg, 33 km

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss Seibersdorf: Das Schloss wurde seinerzeit als Veste Seifriedsdorf in strategischer Überlegung zur Sicherung der Leithagrenze gegenüber dem magyarischen und türkischen Einfluss gegründet. Das Schloss, welches einen quadratischen Innenhof umschließt, ist von vier freistehenden hakenförmigen Eckbauten eingerahmt. Sämtliche Gebäude sind von einem Graben umgeben und sind nur über zwei Brückenzugänge im Süden von der Straße, im Norden vom Park aus erreichbar
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Seibersdorf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seibersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Webseite der Gemeinde link