Shepard Fairey

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Shepard Fairey (2011)
Shepard Fairey
OBEY Giant clothing

Frank Shepard Fairey (* 15. Februar 1970 in Charleston, South Carolina) ist ein zeitgenössischer Street-Art Künstler, Grafiker und Illustrator aus der Skateboard-Szene und wurde zunächst mit seiner „André the Giant Has a Posse“-Aufkleber-Kampagne bekannt. Das Institute of Contemporary Art in Boston, das dem Künstler im Jahr 2009 eine Einzelausstellung widmete, bezeichnet ihn als einen der bekanntesten und einflussreichsten Streetart-Künstler.[1] Er benutzt normalerweise nur seinen zweiten Vornamen und seinen Nachnamen.

Leben und Arbeit[Bearbeiten]

Fairey erfand 1989 die Aufkleberkampagne „André the Giant Has a Posse“, als er an der Rhode Island School of Design (RISD) studierte.[2] Hieraus entwickelte sich die „Obey Giant“-Kampagne, die sich durch die Mitarbeit und Reproduktion der Aufkleber zu einer weltweiten Kampagne entwickelt hat. In einem Manifest, das Fairey 1990 verfasste und auf seiner Website zu finden ist, verbindet er seine Arbeit mit Martin Heideggers Konzept der Phänomenologie. Seine „Obey“-Kampagne benutzt verschiedene Zitate aus dem John Carpenter-Film „Sie leben!“, unter anderem das „Obey“- sowie das „This is Your God“-Zitat.

Fairey schloss die RISD 1992 mit einem Bachelor of Arts in Illustration ab. Nach seinem Abschluss gründete er in Providence, Rhode Island eine kleine Druckerei mit dem Namen Alternate Graphics, die sich auf den Siebdruck von T-Shirts und Aufklebern spezialisierte. Dies ermöglichte es ihm, seine eigene Kunst weiterzuverfolgen. Während der Zeit in Providence lernte Fairey 1994 die amerikanische Filmemacherin Helen Stickler kennen, die ebenfalls die RISD besuchte und dort einen Abschluss in Filmbereich erlangte. Im Frühjahr 1995 stellte Stickler die Kurzfilmdokumentation über Fairey und seine Kunst mit dem Titel „André the Giant Has a Posse“ fertig. Der Film feierte 1995 auf dem New York Underground Film Festival Premiere. Er wurde ebenfalls auf dem Sundance Film Festival 1997 und auf über 70 weiteren Filmfestivals und in Museen weltweit gezeigt.

Shepard Fairey gründete 1997 zusammen mit Dave Kinsey und Phillip DeWollf die Designagentur BLK/MRKT, die sich auf Guerilla-Marketing und die Entwicklung von „high-impact marketing“-Kampagnen spezialisiert hatte. Kunden waren unter anderem Pepsi, Hasbro und Netscape. Fairey verließ BLK/MRKT im Jahre 2003 und gründete seine eigene Agentur Studio Number One. Diese arbeitet unter anderem für Kunden wie Virgin, Adidas oder Nike. Fairey gründete das Label OBEY clothing.

Im Jahre 2004 gründete Shepard Fairey zusammen mit Roger Gastman die Kunst- und Kulturzeitschrift Swindle Magazine. Im Juli 2006 wurde das Buch „Supply and Demand: The Art of Shepard Fairey“ veröffentlicht. Einen größeren Auftritt hatte Fairey 2010 in der Street Art-Dokumentation Exit Through the Gift Shop des britischen Künstlers Banksy. Neben seiner erfolgreichen Karriere als Grafikdesigner und Künstler tritt Shepard Fairey auch als DJ unter den Namen DJ Diabetic und Emcee Insulin in verschiedenen Clubs auf. Er selber ist an Diabetes erkrankt.[3] Fairey lebt zusammen mit seiner Frau und seinen Töchtern in Los Angeles.

Im Jahr 2012 bekam er einen Gastauftritt in der bekannten Zeichentrickserie Die Simpsons, in der Episode El Barto. Der US-amerikanische Titel der Folge lautet Exit Through the Kwik-E-Mart, was eine Referenz auf den Film Exit Through the Gift Shop ist. Die Episode wurde am 4. März 2012 in den USA ausgestrahlt. [4]

Im Juni 2012 wurde das Album Americana von dem kanadischen Musiker Neil Young und der Band Crazy Horse veröffentlicht. Fairey schuf dafür das umfassende Artwork.[5]

„Hope“-Plakat und weitere Plagiatsvorwürfe[Bearbeiten]

Faireys Obama-Ikone in Denver, Colorado

Größere Bekanntheit erreichte Fairey im Zuge des Wahlkampfes während der US-Präsidentschaftswahlen 2008 mit seinem ikonischen Plakat „HOPE“ für Barack Obama. Es ist Teil einer Posterserie, die Fairey zunächst in Eigenregie für die Obama-Kampagne entwarf.[6] Das in den Nationalfarben rot, blau und weiß gehaltene, stilistisch an die Pop-Art erinnernde Poster entwickelte sich rasch zum bekanntesten Motiv der Obama-Wahlkampagne. Im Rahmen der Amtseinführung Obamas wurde es von der Smithsonian Institution erworben und ist in der National Portrait Gallery in Washington, D.C. ausgestellt.[7] Das Plakat ist derzeit Gegenstand eines Urheberrechtsstreites zwischen Fairey und der Nachrichtenagentur Associated Press. Associated Press beansprucht die Bildrechte an einem als Vorlage für das Plakat dienenden Foto des AP-Fotografen Mannie Garcia, das Fairey eigenen Angaben zufolge über die Bildersuche bei Google fand.[8] Im Januar 2011 einigten sich beide Seiten, die Rechte auf das „Hope“-Plakat zu teilen. Die finanziellen Details der Einigung blieben vertraulich. Fairey und Associated Press vereinbarten darüber hinaus eine zukünftige Zusammenarbeit, bei der der Künstler Fotos der Agentur benutzen wird.[9]

Der Künstler Mark Vallen wirft Fairey weitere Plagiate vor. In einer umfangreichen und detaillierten Kritik zeigt er diverse Beispiele für die Arbeiten von Shepard Fairey auf, die deutlich auf bereits existierenden Werken basieren. Vallen bemängelt, in Fairey Werken sei keine eigene Note erkennbar und auf Grund der Vertuschung der Ursprungsquelle würde der Betrachter wissentlich getäuscht.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „The first museum survey of one of the most influential street artists of our time“, The Institute of Contemporary Art, Boston
  2. Steven Heller, Véronique Vienne, Citizen Designer: Perspectives on Design Responsibility, Allworth Communications Inc., 2003, p223. ISBN 1-58115-265-5
  3. Interview, Arts and Events, John Del Signore, 21. Juni 2007
  4. http://www.monopol-magazin.de/artikel/20105099/Shepard-Fairy--Gastauftritt-bei-den-Simpsons.html
  5. http://artsbeat.blogs.nytimes.com/2012/05/07/shepard-fairey-paints-neil-youngs-new-songs/
  6. Interview, SuicideGirls, Nicole Powers, 12. Dezember 2008
  7. „Now on View: Portrait of Barack Obama by Shepard Fairey“, Weblog der National Portrait Gallery, 17. Januar 2009
  8. „Geistige Eigentumsrechte“, Telepolis, Peter Mühlbauer, 6. Februar 2009
  9. „Shepard Fairey and The A.P. Settle Legal Dispute“, New York Times, Randy Kennedy, 12. Januar 2011
  10. „A critique on Shepard Fairey“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Shepard Fairey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien